Stadtwälder neu pflanzen und bestehende aufforsten!

Seit vielen Jahren berichten WIR regelmäßig darüber, dass unser Wilhelmsburger Naturwald, der Wilde Wald am Ernst-August-Kanal, extrem bedroht ist. Er soll gerodet werden, um Platz für neue Wohnungen zu schaffen. Bei der unerträglichen Hitzewelle der vergangenen Tage gehörte der Wilde Wald zu den wenigen Orten im Freien, wo Menschen es noch einigermaßen aushalten konnten. Dazu passt eine Pressemitteilung des NABU Hamburg

Nach historischer Hitzewelle in Hamburg: NABU fordert mehr Tempo bei Wiederherstellung von Natur

Malte Siegert (Vorsitzender des NABU Hamburg): „Wer Menschen schützen will, muss Natur stärken“

In Hamburg war es am vergangenen Wochenende heißer als je zuvor im Juni. Die gerade abklingende Hitzewelle mit historischen Temperaturrekorden ist ein deutliches Warnsignal für die Folgen der Klimakrise. Angesichts der zunehmenden Extremwetterereignisse fordert der NABU Hamburg ein entschlosseneres Vorgehen bei der Renaturierung und Wiederherstellung von Naturflächen. Die Umsetzung der EU-Wiederherstellungsverordnung muss jetzt mit deutlich mehr Nachdruck und politischem Willen umgesetzt werden.

„Die Rekordtemperaturen der vergangenen Tage zeigen, dass die Klimakrise längst in unserem Alltag angekommen ist. Für uns alle war das der heißeste Tag jemals im Juni, doch für die junge Generation könnte es noch der kälteste Sommer ihres restlichen Lebens sein. Hitzewellen werden häufiger, länger und intensiver. Intakte Ökosysteme sind ein entscheidender Teil der Antwort auf diese Entwicklung. Wer die Menschen besser vor den Folgen der Klimakrise schützen will, muss auch die Natur stärken. Wir brauchen mehr Tempo bei der Wiederherstellung unserer Ökosysteme – und wir brauchen es jetzt“, sagt Malte Siegert.

Stadtgrün, Moore, Wälder und naturnahe Gewässer speichern Wasser, kühlen ihre Umgebung und machen Landschaften widerstandsfähiger gegen Hitze und Dürre. Gleichzeitig bieten sie Lebensräume für zahlreiche bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Die Wiederherstellung geschädigter Ökosysteme ist daher nicht nur ein Beitrag zum Naturschutz, sondern auch eine wichtige Investition in den Klimaschutz und die Anpassung an die Folgen der Erderwärmung.

Die EU-Wiederherstellungsverordnung (WVO) verpflichtet Mitgliedsstaaten, geschädigte Ökosysteme wieder in einen besseren Zustand zu bringen. Das ist ein wichtiger Paradigmenwechsel, der den bisherigen reinen Schutz von Naturflächen ergänzt. Die WVO gibt es nicht ohne Grund: Lebensräume und Arten stehen aufgrund von Klimawandel, Landnutzung und weiterer Aspekte schon länger massiv unter Druck. Temporäre Hitzewellen können für einzelne Arten und Lebensräume an einzelnen Standorten potenzielle Kipppunkte darstellen.

„Der Hamburger Senat hat sich erfreulicherweise bereits zur Wiederherstellungsverordnung bekannt. Jetzt müssen aber auch Taten folgen: Wir brauchen verbindliche Zeitpläne und ausreichende finanzielle Ressourcen für die Wiederherstellung geschädigter Ökosysteme“, so Siegert.

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