Termine, inklusives Schulkonzept, Vernetzung, Deichrückverlegung Ellerholz und Groß-Sand waren einige Themen der Sitzung am 24. Juni 2026
Nach der Begrüßung wies der Vorsitzende Muhammed-Emre Kaya, der das Quartier Veringstraße im Beirat vertritt, auf die anstehenden Termine hin. Unter dem Motto „Der Stadtteil soll sauberer werden“ findet am 25. Juli 2026 ein Rundgang statt. Dabei sollen geeignete Standorte für weitere rote Mülltonnen ermittelt werden. Wenn sich genug Interessierte beteiligen, soll jeweils ein Team für Wilhelmsburg Ost und Wilhelmsburg West gebildet werden.
Außerdem plant der Beirat, sich auf den Wochenmärkten vorzustellen, und zwar am 4. Juli 2026, ab 13 Uhr, auf dem Stübenplatz und am 4. September 2026, ab 14 Uhr, auf dem Berta-Kröger-Platz.
Groß-Sand: Stadtteilklinik ohne Notaufnahme
Dann berichtete der Vorsitzende von der SPD-Veranstaltung zum Wilhelmsburger Krankenhaus Groß-Sand am 28. April 2026 im Hamburger Rathaus. Es gibt einen Antrag für eine Stadtteilklinik an die Bürgerschaft. Eine Notaufnahme ist nicht vorgesehen. Der Schwerpunkt soll auf dem ambulanten Bereich sowie auf digitalen Behandlungsgesprächen liegen. Außerdem ist ein Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) geplant. Von den anwesenden Wilhelmsburger*innen wurde eine Notaufnahme rund um die Uhr gewünscht und Leistungen für Kinder. Welche Maßnahmen letztendlich umgesetzt werden, blieb jedoch offen.
Schule An der Burgweide setzt auf Inklusion und Demokratiebildung

Foto: M. Groß
Unter Tagesordnungspunkt 4 stellte Schulleiterin Regine Seemann die Schule An der Burgweide, vor. In der Mensa der Schule fand dieses Mal die Beiratssitzung statt. Regine Seemann arbeitet seit 1998 an der Schule und leitet sie seit vielen Jahren. Die Schule verfolgt ein vollständig inklusives Konzept: Kinder mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf lernen zusammen. In jeder Unterrichtsstunde kümmern sich drei pädagogische Fachkräfte um die Kinder. Aktuell gibt es allerdings politische Bestrebungen, bei der Schulbegleitung Einsparungen durchzusetzen. Regine Seemann befürchtet, dass dadurch die Hälfte der Stellen wegfallen könnte. Nach dem gescheiterten Volksentscheid von 2010, der eine sechsjährige Grundschule für alle vorsah, beantragte die Schule erfolgreich einen Schulversuch. Seitdem ist sie eine sechsjährige Grundschule, in der die Kinder in jahrgangsübergreifenden Gruppen in Klassenstufen 1 bis 3 und 4 bis 6 unterrichtet werden. Dadurch lernen die Kinder insbesondere gutes soziales Verhalten. Regine Seemann und ihre Kolleg*innen würden die Jugendlichen gern bis zu 13 Jahren an der Schule behalten. Sie bedauern, dass Schüler*innen mit besonderem Förderbedarf nach der 6. Klasse häufig auf spezielle Sonderschulen wechseln müssen.
Im vergangenen Jahr hat die Schule den „Deutschen Schulpreis“ und den „Themenpreis Demokratiebildung“ (WIR 15.10.25) erhalten. „Die Demokratiebildung ist der größere Fokus bei uns. Die Kinder lernen, sich zu engagieren. So helfen sie z. B. Im Seniorenheim bei der Handy- und Tabletnutzung oder sie organisierten einen Spendenlauf, um Geld für das Tierheim zu sammeln“, berichtete Regine Seemann begeistert. Die Direktorin stellte ihre Schule so enthusiastisch vor, dass ein Beiratsmitglied zum Abschluss scherzhaft bedauerte, nicht noch einmal zur Schule gehen zu können.
Netzwerk Inklusion Wilhelmsburg stellt seine Arbeit vor
„Jeder kann mitmachen, Soziale Träger, Vereine, das Büwi und die Poliklinik auf der Veddel sind dabei“, erklärte Agathe Bogacz von Q8 Wilhelmsburg. „Wir treffen uns alle zwei Monate an verschiedenen Orten, und besprechen jedes Mal ein bestimmtes Thema. Wir lernen voneinander und wir vernetzen uns mit anderen Einrichtungen im Stadtteil.“ Die Webseite www.netzwerk-inklusion-elbinsel.de ist im Aufbau.
Kritik an der Deichrückverlegung Ellerholz
Unter dem Tagesordnungspunkt „Aktuelles aus den Quartieren“ stellte Beiratsmitglied Jürgen Demann kurz die Pläne für die Deichrückverlegung Ellerholz vor. Es gäbe immer wieder Planänderungen. Zum Beispiel sollte ursprünglich die Elbe an beiden Seiten angebunden werden. Nun sei nur noch ein Anschluss mit einem trockenfallenden Priel vorgesehen. Der neue Deich soll 8,80 Meter hoch werden, mit einer Reserve für eine Erhöhung auf 9,90 Meter. Die Planfeststellung ist für 2028 vorgesehen und der Baubeginn für 2030.
Zu diesem Thema waren Bewohner*innen aus Moorwerder anwesend, die vehement gegen die Deichrückverlegung argumentierten. Die neue Linie grenze direkt an ihre Grundstücke und auf dem Gelände habe sich ein schützenswertes Biotop entwickelt. Dort stünden 100 Pappeln. Ein kleiner Wald mit 10 bis 12 Meter hohen Bäumen würde vernichtet (WIR 14.9.21). Außerdem wiesen die Anwohner*innen auf die lange Bauzeit hin und nannten die Deichrückverlegung Kreetsand als abschreckendes Beispiel. Sie betonten ausdrücklich, dass sie nicht gegen die Deicherhöhung sind, plädieren aber dafür, den bestehenden Deich zu erhöhen.
Empfehlung zu E-Scootern geplant
Zum Schluss diskutierte der Beirat über das leidige Thema E-Scooter. Dazu soll eine Empfehlung erarbeitet werden, die an den Regionalausschuss Wilhelmsburg/Veddel geht.
Die nächste Sitzung des Beirates für Stadtteilentwicklung Wilhelmsburg findet am 16. September statt. Vertreter*innen der Deutschen Bahn sollen eingeladen werden, um über das Projekt Süderelbbrücken zu informieren.





