Zu heiß! Menschen, Tiere und Pflanzen leiden

Aktuell hohe Sonneneinstrahlung und ausbleibende Niederschläge hinterlassen sichtbare Spuren in der Hamburger Natur.

Heißen und trockene Extremwetterlagen treten im Zuge des Klimawandels auch in Norddeutschland messbar häufiger auf. Um die Tier- und Pflanzenwelt in dieser Wetterlage bestmöglich zu schonen, bittet die Umweltbehörde die Hamburger*innen um ein aufmerksames Verhalten in den Grünanlagen sowie um einen sorgsamen Umgang mit den Wasserressourcen.

Katharina Fegebank, Senatorin für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft: „Die aktuelle Hitze stellt uns alle wie auch unsere Natur vor enorme Herausforderungen. Aber wir sind aufgrund der Erfahrungen aus den letzten Jahren gut vorbereitet, sowohl beim Schutz der Natur als auch beim Schutz der Gesundheit. Bei solchem Extremwetter kommt es auf jede und jeden Einzelnen von uns an. Meine Bitte: Passen Sie im Alltag gut auf sich auf und achten Sie ganz besonders auf Ihre Nachbarschaft, auf ältere Menschen und diejenigen, die unter den Temperaturen am meisten leiden. Der Senat stellt im Internet jede Menge praktische Tipps und wichtige Hinweise bereit – nutzen Sie diese Angebote. Und ganz wichtig: Bitte nehmen Sie die Waldbrandgefahr ernst, gehen Sie verantwortungsvoll mit unseren Gewässern um und baden Sie nicht in der Elbe! Das ist schlicht und einfach lebensgefährlich.“

Eine brennende Zigarettenkippe liegt auf dem Boden in völlig trockenem Gras. Foto: Myriams-Fotos auf Pixabay
Gefährliche Kippen … Foto: Myriams-Fotos auf Pixabay

Erhöhte Waldbrandgefahr in Hamburg

Aufgrund der trockenen Böden zeigt der Waldbrand-Gefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes für das Stadtgebiet derzeit eine erhöhte Gefährdung an. Die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) erinnert daran, dass in den Wäldern das Grillen, offenes Feuer sowie das Rauchen – auch auf Waldspielplätzen – gesetzlich untersagt sind. Da bereits Funkenflüge Brände auslösen können, wird um höchste Vorsicht gebeten. Zudem sollten Fahrzeuge nicht auf Wald- und Forstwegen abgestellt werden, da erhitzte Katalysatoren trockenes Unterholz entzünden können. Entdeckte Brände sind sofort über den Notruf 112 zu melden. Zur Orientierung im Gelände kann die kostenlose Smartphone-App „Hilfe im Wald“ genutzt werden.

Lebensgefahr in der Elbe und allgemeine Vorsicht beim Baden

Bei der Suche nach Abkühlung ist im gesamten Stadtgebiet höchste Vorsicht geboten. Die Umweltbehörde warnt eindringlich: Das Baden in der Elbe ist lebensgefährlich. Die unberechenbaren Unterströmungen, die durch den Schiffsverkehr zusätzlich verstärkt werden, werden regelmäßig unterschätzt und bedeuten akute Lebensgefahr selbst für geübte Schwimmerinnen und Schwimmer. Auch abseits der Elbe mahnt die Behörde zu genereller Vorsicht beim Baden. Von Gewässern, die nicht offiziell als Badegewässer ausgewiesen sind – wie der Alster oder den Kanälen und Fleeten, wird wegen regelmäßiger Risiken wie Mischwasserüberläufen, Zerkarienbefall und Blaualgenblüten dringend abgeraten. Bitte nutzen Sie stattdessen die offiziellen Badegewässer in Hamburg, nachdem Sie sich über den aktuellen Gewässerzustand informiert haben.

Veränderte Bedingungen an den Binnengewässern

In vielen Gewässern ist aufgrund der Hitze mit sinkenden Wasserständen und höheren Wassertemperaturen zu rechnen, was lokal zu einem niedrigeren Sauerstoffgehalt führen kann. Dies betrifft insbesondere die kleineren Gewässer. Um die Systeme nicht zusätzlich zu belasten, sollte die im Rahmen des Gemeingebrauchs erlaubnisfreie Entnahme von Wasser aus kleineren Oberflächengewässern vorerst eingestellt werden. Auffällige Beobachtungen wie ein Fischsterben können dem BUKEA-Schadensmanagement unter 040 42840 2300 gemeldet werden; trockenfallende oder weinig wasserführende Bachabschnitte können über das Bürger-Portal „Trockener Bach“ eingetragen werden. Um die Nährstoffbelastung der Gewässer nicht weiter zu erhöhen, bittet die BUKEA darum, Wasservögel nicht zu füttern.

Sorgsamer Umgang mit der Ressource Trinkwasser

Die BUKEA bittet die Bevölkerung im Rahmen der laufenden Kampagne „Wertvoll – unser Hamburger Trinkwasser“ um einen bewussten und schonenden Verbrauch. Für die Bewässerung von Gärten und Balkonen empfehlen sich die kühlen frühen Morgen- oder späten Abendstunden, um Verdunstungsverluste zu minimieren. Auf das großflächige Sprengen von Rasenflächen sollte verzichtet werden. Die zuständigen Fachdienststellen prüfen im Hintergrund fortlaufend die Entwicklung der Grundwasserstände und der Versorgungsdaten, um bei einer weiteren Verschärfung der Lage frühzeitig über eventuelle ordnungsrechtliche Schritte zur Sicherung der langfristigen Versorgungssicherheit entscheiden zu können.

Linksammlung

* Anmerkung der WIR-Redaktion. Hierzu gab es andernorts schon berechtigte Kritik: Es fehlen völlig kühle und klimatisierte Gebäude wie Einkaufszentren, Museen, U-Bahnstationen, Tunnel. Stattdessen werden Badeseen und Parks empfohlen.

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