Mit der Geräuschemaschine in die  Elbphi

Am 6. Juli 2026 werden die 13-jährigen Teens der Stadtteilschule Wilhelmsburg zusammen mit einer Klasse aus Eppendorf auf der Bühne des großen Saals der Elbphilharmonie stehen

Iris Hahn-Möller. Das Philharmonische Staatsorchester Hamburg wird Antonín Dvořáks Symphonie Nr. 9 e-Moll op. 95 „Aus der neuen Welt“ spielen, und die Schülerinnen und Schüler werden dieses Konzert mit eigenen Beiträgen mitgestalten.

Seit Januar bereitet sich die Klasse 7c auf diesen Auftritt vor. Im Rahmen eines Projektes des Hamburger Staatsorchesters arbeitet die Konzertpädagogin Christine Gelder alle drei Wochen für zwei Stunden mit der Klasse 7c zusammen. Wie eine Sportgruppe wärmt sie die Jugendlichen zunächst auf: Rhythmusübungen, klatschen, stampfen, rufen. Nächste Übung: „Ihr seid eine Geräuschemaschine!“ Nach und nach werden Maschinengeräusche rhythmisch von den Schülerinnen und Schülern übereinandergelegt und vorgespielt. 

Jugendliche nähern sich Antonín Dvořáks 9. Symphonie an

Danach geht es an den Inhalt: Welche Assoziationen hast du zu folgenden Begriffen: Mut – Aufbruch – Gemeinschaft – Heimat. Nonchalant werden wichtige inhaltliche Themen aus Dvořáks Symphonie mit den Jugendlichen angesprochen, um anschließend wieder ein Paukenmotiv der Symphonie stampfend und schnipsend zu trainieren. Hausaufgabe für die 7c bis zum nächsten Mal: Schreibe deine Gedanken zum Thema Heimat auf. 

Im Vordergrund zeigt die Pädagogin dem Schüler Tanzschritte. Im Hintergrund sitzen andere Schüler*innen und gucken zu. Foto: Iris Hahn-Möller
„Mich interessiert, welchen Stellenwert Musik bei den Jugendlichen einnimmt“, meint Konzertpädagogin Christine Gelder. Zusammen mit Caleb probt sie Tanzschritte.
Foto: Iris Hahn-Möller

Inzwischen steht auch fest, welche Beiträge die Klasse beim Konzert übernehmen wird. Zum einen werden die Jugendlichen als Bodypercussion-Ensemble einen Rhythmus aus der Symphonie gestalten und das Publikum zum Mitmachen animieren. Zum anderen werden sie gemeinsam mit ihrem Klassenlehrer eigene Texte zum Thema Heimat sowie Texte ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler als fragmentierte Audiocollage sprechen. So verbinden sich die persönlichen Gedanken der Jugendlichen mit Dvořáks Musik zu einer eigenen künstlerischen Interpretation.

Ein weiterer Meilenstein folgte bei der Generalprobe: Die Schülerinnen und Schüler konnten ihr Projekt gemeinsam mit dem Philharmonischen Staatsorchester Hamburg auf einer Probebühne der Hamburger Staatsoper erleben. Dabei trafen sie erstmals auf den Dirigenten Omer Meir Wellber, den Moderator Malte Arkona und das gesamte Orchester. Gemeinsam wurde der vollständige Ablauf des Konzerts zum ersten Mal durchgespielt – von den Moderationen über die musikalischen Beiträge bis hin zu den Einsätzen der Schülerinnen und Schüler. Die beeindruckende Begegnung mit dem professionellen Orchester und das gemeinsame Proben hinterließen schon vor dem eigentlichen Konzert einen bleibenden Eindruck. Schülerin Emily brachte ihre Eindrücke auf den Punkt: „Ich fand die Symphonie sehr schön und hatte mehrmals eine Gänsehaut bekommen“.

Klassenlehrer Herr Bielat wollte mit seiner Klasse ursprünglich nur das Konzert besuchen, wurde jedoch durch Christine Gelder auf das Projekt aufmerksam gemacht. „Mir ist es wichtig, dass alle Schülerinnen und Schüler mit Musik und Kultur in Berührung kommen – auch diejenigen, die das Fach Musik in Klasse 7 nicht gewählt haben. Musische Bildung eröffnet neue Perspektiven und hilft jungen Menschen, sich mit gesellschaftlichen Themen wie Heimat, Gemeinschaft oder Aufbruch auseinanderzusetzen. Gleichzeitig erleben die Jugendlichen bei einem Auftritt auf der Bühne der Elbphilharmonie, dass sie selbst Teil eines großen künstlerischen Projekts sein können. Diese Erfahrung von Selbstwirksamkeit und Gemeinschaft wird ihnen sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben“, erklärt er.

Wir drücken die Daumen für die Aufführung und sagen toi, toi, toi.

8 schwarz gekleidete Schüler*innen auf der Bühne der Elbphilharmonie. Ihren Lehrer haben sie in die Mitte genommen. Alle außer dem Lehrer halten eine Sonnenblume. Alle sehen zufrieden aus. Foto: Iris Hahn-Möller
Alles ist bestens gelaufen: Von links: Calal, Musa, Oke, Damian, Leo, Herr Bielat, Emily, Lilly, Tida. Foto: Iris Hahn-Möller

Ein Kommentar zu „Mit der Geräuschemaschine in die  Elbphi

  1. Oh, das klingt interessant. Schade, dass der InselRundblick nicht so frühzeitig berichtet hat, dass man vielleicht hätte teilnehmen können!
    Wie war es denn? Wird es weitere Termine geben?

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