In den letzten Jahren gibt es immer mehr Garten- und Hof-Flohmärkte. Außerdem laden Kindertagesstätten und andere Einrichtungen regelmäßig zu Trödelmärkten ein. Auch in Wilhelmsburg und auf der Veddel
Ich liebe Flohmärkte. Nicht unbedingt, um Sachen zu kaufen. Ich mag es, Dinge und Kleidungsstücke anzufassen. Die unterschiedlichen Texturen zu erfühlen. Zu gucken, wie die Sachen aussehen. Sind sie eingestaubt? Oder funkeln sie? Da ist der Teddy, der sich an eine Kiste mit Vinyl-Schallplatten anlehnt und in der tiefstehenden Oktobersonne aussieht, als wäre er lebendig. Und die Kaffeekanne mit Goldrand, die den letzten Krieg überlebt hat. Wenn die reden könnte … Kinderbücher, denen man die vielen Nächte mit Taschenlampe unter Bettdecken ansieht. Kleidungsstücke, die nach Jahren auf dem Speicher nun wieder der letzte Schrei sind. Dazu der Geruch nach Waffeln, Bratwurst und Pommes. Irgendwer spielt leise oder laut eine Playlist ab. Ein Fest für alle Sinne.

In Hamburg sind einige Unternehmen aktiv, die kommerzielle Flohmärkte veranstalten. Ein Stand kann da bis zu 100 € kosten. Das muss man als Verkäufer*in erstmal wieder „reinkriegen“. Es gibt aber auch Flohmärkte, die zu Kult- und Kulturveranstaltungen geworden sind, so wie unser geliebter Flohzinn, der viermal im Jahr seine großen Tore öffnet. Dort ist die Standmiete meistens noch erschwinglich. Daneben es gibt immer mehr private Flohmärkte, in Kitas, in Sportvereinen und auch in Höfen und Gärten.
Schon seit vielen, vielen Jahren ist der Gartenflohmarkt in der Straße Auf der Höhe ein fester Termin in vielen Kalendern. Besonders Familien lieben dieses Stadtteil-Highlight. Seit einigen Jahren gibt es im Reiherstiegviertel „Der Reiher hat Flöhe“, einen Nachbarschaftsmarkt mit einem Standplan, in den die Anbieter*innen sich eintragen können. So werden sie auch in Hinterhöfen und Nebenstraßen gefunden. Der Markt bietet jedesmal auch ein hervorragendes kulinarisches Angebot. Der WIR hat nachgefragt, ob es in diesem Jahr nach dem Trödelmarkt im Mai noch eine zweite Auflage geben wird, aber leider bisher keine Antwort bekommen.
Wer kann einen privaten Flohmarkt veranstalten?
Grundsätzlich können alle auf privaten Grundstücken Vintagemärkte veranstalten. „Privatgrundstücke“ sind hierbei das entscheidende Kriterium. Findet der Flohmarkt auf öffentlichem Grund statt, muss er angemeldet werden und Gebühren werden fällig. U. a. muss dann auch eine Pauschale an die Stadtreinigung bezahlt werden, egal, ob der Platz komplett sauber hinterlassen wird oder nicht.
In Amerika gibt es die aus Filmen bekannten Garage Sales. In der Garage und dem Vorgarten breiten Menschen ihre Dachbodenschätze aus. Die Kinder verkaufen dazu selbstgebackene Muffins und Limonade. Das ist auch in Deutschland jederzeit möglich. Sinnvoller ist es jedoch, wenn sich Nachbarschaften zusammen tun und ein gemeinsames Event machen.

Wie veranstalte ich einen Garten- oder Hof-Flohmarkt?
- ein paar Nachbar*innen mit an Bord holen
- einen Termin finden
- überlegen, wie groß der Flohmarkt werden soll
- sechs bis acht Wochen vor dem Termin eine Ankündigung in alle Briefkästen werfen (dazu kann es hilfreich sein, auf einer Online-Karte die Häuser zu zählen)
- vier Wochen vor dem Termin eine Ankündigung an die Medien (u. a. InselRundblick!) geben und auf Social Media den Termin und den Ort posten
- zwei Wochen vor dem Termin Plakate bei Supermärkten und Drogerien aufhängen. In alle Briefkästen einen Aushang werfen, mit der Bitte, diesen aufzuhängen
- alle, die mitmachen, kümmern sich selbst um Tische, Sonnen-/Regenschutz und Wechselgeld
- am großen Tag morgens vielleicht noch ein paar Luftballons aufhängen oder die Gehwege mit Kreide bemalen
- nach dem Trödelmarkt die Luftballons abnehmen und zeitnah die Aushänge wieder einsammeln
Was darf verkauft werden?
Grundsätzlich darf nur Gebrauchtware aus dem eigenen Haushalt verkauft werden. Gewerbsmäßiger Handel ist nicht erlaubt und nicht steuerfrei. Auf dieser Website ist ausführlicher erklärt, was man darf und was nicht.

Auch, wenn ich zum Flohmarkt gehe, um die Atmosphäre zu genießen, Crêpes zu essen und mich am Teddy in der Sonne zu erfreuen, finden doch immer wieder viel zu viele Dinge den Weg vom Tapeziertisch in meinen Rucksack. Was liegt da näher, als selbst einen Flohmarkt zu veranstalten? Der nächste Gartenflohmarkt ist am 7. Juni 2026 in Kirchdorf.
Plant ihr auch einen privaten Stöbermarkt? Oder habt ihr eine Ankündigung gesehen? Schickt uns ein Foto/Infos!

