Das „Junge Ensemble Musiktheater Hamburg (JEM)“ präsentierte im Bürgerhaus Wilhelmsburg mit seiner aktuellen Produktion „Das große Krabbeln“ ein eindrucksvolles Musiktheaterstück. Das Stück, das junge Perspektiven in den Mittelpunkt stellt, erzählt vom Leben aller Insektenarten

Ein Musiktheaterstück von Kindern für Kinder, vom „Jungen Ensemble Musiktheater“ JEM, das jungen Menschen musikalisch und schauspielerisch eine Bühne bietet. Begleitet wird das Theaterstück von einem Orchester junger Musiker*innen. Diese machen nicht nur begleitende Musik im Hintergrund, sie sind Teil des Theaters. Schüler*innen der Katholischen Bonifatiusschule aus Wilhelmsburg, der Schule auf der Veddel, der Katholischen Schule Am Weiher und der Sophie-Barat-Schule nahmen dieses Jahr daran teil. Die Teilnehmenden spielen nicht nur, sondern sind aktiv an der Entwicklung von Texten, Szenen und musikalischen Strukturen beteiligt. Dadurch entsteht eine authentische und vielstimmige Inszenierung, die persönliche Erfahrungen mit künstlerischem Ausdruck verbindet. „Das Musiktheater bietet jungen Menschen die Möglichkeit, ihre eigenen Themen sichtbar zu machen und sich künstlerisch auszudrücken. Gleichzeitig entsteht ein Raum für Begegnung und gesellschaftliche Reflexion“, erklärt Regisseurin Antonia Rehfueß.
Was können wir von Insekten lernen?
Das große Thema sind Insekten: Wozu gibt es sie und warum können sie ein Vorbild für uns Menschen sein? Ameisen und Bienen leben und arbeiten in einer Gruppe, aufopferungsvoll, immer mit dem großen Ganzen im Folus. Eine Biene verteidigt ihren Schwarm mit ihrem Leben, selbst ohne Aussicht auf Erfolg. Diese Bereitschaft, für die Gesellschaft persönliche Opfer zu bringen bis zum Tod, gibt es bei Menschen eher selten. Das Stück „Das große Krabbeln“ spielt mit der Wahrnehmung von Insekten aus Menschensicht. Einerseits werden Insekten wie Käfer oder Fliegen als lästig, ja sogar eklig empfunden. Andererseits sind sie wichtige Mitglieder des Ökosystems der Natur. Diese Ambivalenz der Wahrnehmung von Insekten macht das Stück interessant und hat somit auch einen pädagogischen Wert. Ob Fliegen, Ameisen, Bienen oder Kakerlaken, die Kostüme sind besonders gelungen und runden das Erlebnis des Theaterstücks ab.
Das Musiktheater lebt von der Begeisterung der Akteure
Seit 2018 arbeitet das JEM interdisziplinär und partizipativ mit Kindern und Jugendlichen, jährlich entstehen dabei Musiktheaterproduktionen, in denen die jungen Akteur*innen ihre Themen erforschen, inszenieren und auf der Bühne zeigen. Da das JEM von Mitgliedschaften und Spenden lebt, gibt es keine festen Eintrittspreise, sondern eine Spendenempfehlung. Das Theater lebt von der Begeisterung des Publikums und der jungen Akteur*innen für Musik und Theater. Dank der Förderung der Claussen-Simon-Stiftung und Kulturforum 21, dem Förderverein des Erzbistums Hamburg, der jungen Menschen musikalisch und schauspielerisch eine Bühne bietet, ist das Musiktheater nicht allein auf Einnahmen aus Eintrittspreisen angewiesen.


