Ersatzneubau der Eisenbahnüberführung über die Süderelbe: Baubeginn 2028

DBInfraGo informierte den Beirat für Stadtteilentwicklung Wilhelmsburg über das Großprojekt

Darstellung eines geplanten Ersatzbaus von vier Brücken in gelb. Darüber drei rote Linien für die Hilfsbrücken und darunter eine Hilfsbrücke für die S-Bahnbrücke.
Schematische Darstellung der Umfahrung der Bestandsbrücken. Rechts und links die geplanten Baufelder. Visualisierung: DBInfraGO

Das Schwerpunktthema auf der 95. Sitzung des Beirates für Stadtteilentwicklung Wilhelmsburg war am 16. September 2026 der Ersatzneubau der Eisenbahnüberführung über die Süderelbe. Zu Gast war Manuel Grewe von der DBInfraGO. Er ist der neue Projektleiter für das Großprojekt. Die Einladung in den Beirat geht auf das Forderungspapier der Engagierten Wilhelmsburger aus dem Frühjahr 2026 zurück, das der Beirat und der Verein Zukunft Elbinsel Wilhelmsburg unterstützt haben.

Links steht ein Mann hinter einem Tisch. Rechts daneben die visuelle Präsentation der Projektvorstellung.
Manuel Grewe bei der Projektvorstellung.
Foto: M. Groß

Die Brücken aus den 1970er Jahren sind bereits nach 60 Jahren „abgängig“, weil die damalige Konstruktionsart nicht so langlebig war, wie man erwartete. Nach Jahren umfangreicher Planung soll 2028 die Bauphase der Ersatz-Süderelbbrücken beginnen. Ein Projekt dieser Größenordnung bringt eine lange Bauzeit mit sich. Die Inbetriebnahme ist voraussichtlich 2038.

Manuel Grewe nannte gigantische Zahlen für das Projekt: „33.000 neue Schwellen, 42.000 Kubikmeter Schotter und 20 Kilometer Gleise. Für die vier Überbauten werden rund 27.000 Tonnen Stahl benötigt, für die Fundamente rund 50.000 Kubikmeter Beton – die Süderelbbrücken sind kein Projekt von der Stange, sondern ein Projekt der Superlative.“

Die Finanzierung erfolgt aus staatlichen Mitteln und die DBInfraGO erhält nach Angaben von Manuel Grewe alle Gelder, die sie für dieses Ersatzneubau-Projekt benötigt. Die neuen Brücken sollen mindestens 100 Jahre halten.

Sicherheit, Baufelder und Verkehrsbelastung

Links steht ein Mann, der auf die Darstellung der geplanten Lagerfläche 
zeigt.
Manuel Grewe zeigt das Baufeld nördlich der Thielenstraße. Foto: M. Groß

Manuel Grewe bestätigte ausdrücklich, dass der Hochwasserschutz gesichert sei. Auch die geplanten Hilfsbrücken werden genauso sicher sein wie die endgültigen Brücken.

Außer während der nötigen Rammarbeiten würden viele der Arbeiten relativ leise sein. Die Baufirmen seien verpflichtet, möglichst schallgünstige Bauverfahren einzusetzen. Die Schallemissionen könnten relativ genau im Voraus prognostiziert werden und die Anwohner*innen würden vorher informiert. Für besonders Belastete gäbe es die Möglichkeit, Hotelübernachtungen in Anspruch zu nehmen.

2028 wird es losgehen mit der Einrichtung der Baufelder südlich und nördlich der Süderelbe. Ein weiteres Baufeld für Zwischenlagerungen ist nördlich der Thielenbrücke und östlich der Dratelnstraße vorgesehen.

Hier äußerten Beiratsmitglieder Bedenken hinsichtlich der verkehrlichen Belastung mitten in Wilhelmsburg. Die Verkehrsführung der Baustellenfahrzeuge muss noch geklärt werden.

Informationen zum Baufortschritt

Es gibt die Möglichkeit, sich auf der Webseite der DB für einen Newsletter einzutragen und sich über den Fortgang der Bauarbeiten zu informieren. Anwohner*innen werden auch über Briefkasteneinwurf informiert. Direkte Fragen können per E-Mail an Elbbruecken-hamburg@deutschebahn.com gestellt werden.

Empfehlungsvorlagen zu E-Scootern und Berta-Kröger-Platz

Im weiteren Verlauf der Sitzung wurde über zwei Empfehlungsvorlagen abgestimmt.

Der Beirat fordert eine stärkere Reglementierung der Nutzung von E-Scootern. Dieses Problem ist Thema in allen Wilhelmsburger Beiräten und es wird spannend, wann endlich Verbesserungen erreicht werden.

Die zweite Vorlage empfiehlt eine Umgestaltung des Berta-Kröger-Platzes. Die hölzernen Sitzflächen der Wellen sind teilweise eingebrochen und erneuerungsbedürftig. Die grauen Betonseiten könnten durch eine farbliche Gestaltung aufgewertet werden. Das könnte beispielsweise im Rahmen eines Schulprojekts umgesetzt werden. Außerdem sollten mehr Bäume und auch Büsche gepflanzt werden, um Schutz für kommende Hitzewellen zu bieten.

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Marianne Groß

... ist Gründungsmitglied des Wilhelmsburger InselRundblicks e. V. Sie berichtet – soweit möglich – über alles, was sie selbst interessiert und hofft, damit die Leser*innen nicht zu langweilen. Dazu gehören die Veränderungen im Stadtteil, Ökologie und Kultur. Zusammen mit ihrem Mann kümmert sie sich um den großen Garten und liebt es, Buchsbäume zu schneiden.

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