Beim Quartiersbeirat Reiherstiegviertel standen am 7. September 2026 die Themen Inklusion, Sicherheit, Tierschutz und ein neuer Calisthenics-Park auf der Tagesordnung

Der Raum in den Zinnwerken platzte aus allen Nähten, so viele Beiratsmitglieder und Interessierte wie selten trafen sich dort am 7. September. Lag es vielleicht auch daran, dass Zinnwerker Marco Gäste immer mit leckerem Essen verwöhnt?
Nach der Begrüßung durch den stellvertretenden Beiratsvorsitzenden Kay Otto stellte Bronwyn-Maria Margolis vom westend open.med die Einrichtung vor. Anlass ist das 15-jährige Jubiläum, das am 30. September, ab 12.00 Uhr, am Vogelhüttendeich 17 gefeiert wird. Zum Tag der offenen Tür sind alle eingeladen, sich über das Projekt von hoffnungsorte hamburg und Ärzte der Welt e. V. zu informieren. Dort bekommen Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen nicht krankenversichert sind, anonym und kostenfrei medizinische Hilfe.
Netzwerk Inklusion Elbinseln wirbt um weitere Mitstreiter*innen
Anschließend stellten Anne-Maria Johst vom treffpunkt.pavillon und Thorsten Graf von jobcrafting Hamburg das Netzwerk Inklusion Elbinseln vor. Anne-Maria Johst warb um weitere Teilnehmer*innen: „Je mehr wir werden, desto mehr Druck können wir ausüben“. Was gar nicht so bekannt sei: „Oft ist die Barrierefreiheit bei denkmalgeschützten Häusern schwierig.“
Mittlerweile sind alle Träger der Eingliederungshilfe im Netzwerk vertreten, daneben noch weitere soziale Institutionen und Expert*innen in eigener Sache. Die Netzwerktreffen finden alle zwei Monate zu einem bestimmten Schwerpunktthema statt, immer an einem anderen Ort auf den Elbinseln, die letzten Male war das Netzwerk als Gast im Café Nova, im Wälderhaus, beim Polizeikommissariat 44, usw.
Das nächste Netzwerktreffen findet am Mittwoch, den 7. Oktober, von 9 bis 11 Uhr, zum Thema „Barrierefreie Kommunikation“ voraussichtlich im Sprach- und Bewegungszentrum, Rotenhäuser Damm 40, statt. (Anmeldung bei Agathe Bogacz: a.bogacz@q-acht.net). Wer regelmäßig über die Treffen und weitere Angebote zum Thema Inklusion und Barrierefreiheit informiert werden möchte, kann sich ebenfalls bei Agathe Bogacz melden und in den Verteiler aufnehmen lassen.
Viele Fragen an Stadtteilpolizist Manzella
Stadtteilpolizist Boris Manzella vom Polizeirevier 44 stellte sich dann den Fragen der Gäste. Er meinte, dass die Abstellsituation bei den E-Scootern im Reiherstiegviertel sich etwas verbessert habe, seitdem er falsch abgestellte oder gelegte E-Scooter an die Vermieter*innen melde. Das ginge natürlich nur, wenn gerade keine anderen Vorfälle Priorität hätten. Dann müssten die meist Jugendlichen 20 Euro Bußgeld plus 20 Euro Verwaltungsgebühr zahlen. Das würde schon ein wenig abschrecken.

Er bestätigte den Eindruck eines Gastes, dass auch Polizist*innen aus anderen Polizeirevieren bei Bedarf nach Wilhelmsburg kommen. Weiter konnte er berichten, dass die Stadtteilpolizei die Empfehlung des Beirates, auf Höhe der Veringstraße 45 einen Fußgängerüberweg zu schaffen, unterstütze. Sinnvoll wären sogar zwei Zebrastreifen. Ein Problem sei der mangelnde Abstand zu der dortigen Bushaltestelle.
Zu dem Abbruchhaus Fährstraße 42 berichtete B. Manzella, dass der Innenhof so bald wie möglich wieder frei gegeben würde. Zu den Gerüchten einer Entmietung der Fährstraße 71 durch den neuen Besitzer würden noch Beweise gesammelt. Die Polizei war schon vor Ort und die Bauprüfabteilung ist am Ball.
Der Stadtteilpolizist rief die Anwesenden dazu auf, Straftaten und gefährliche Situationen zu melden. Die Polizei komme dann vorbei und sehe sich das an. Das koste nix!
Katzenrettung sucht Orte für betreute Futterplätze
Weiter ging es mit Tagesordnungspunkt drei: der Vorstellung des Hamburger Tierschutzvereins von 1841 e. V. Hauptgrund für diesen Tagesordnungspunkt war die Suche nach betreuten Futterplätzen für frei lebende Katzen. Zwar gibt es bereits viele Futterstellen, aber es werden noch mehr gebraucht, an denen die Katzen gefüttert, eingefangen, medizinisch versorgt und kastriert werden können. Die Futter- und Schlafhütten werden möglichst versteckt aufgestellt. Die scheuen Katzen würden dort niemanden belästigen .
Die Katzenretterin, Yvonne Schwendtke, wies zudem auf die Katzenschutzverordnung hin. Danach müssen seit Jahresbeginn Freigängerkatzen, die älter als fünf Monate sind, kastriert, per Mikrochip gekennzeichnet und in einem Haustierregister wie Findefix oder Tasso registriert sein.
Unterstützung für Calisthenics-Park
Silvio Pisano nutzte die Beiratssitzung, um seine Idee von einem Calisthenics-Park vorzustellen. Die Anwesenden unterstützten die Empfehlung einstimmig. Der WIR hat im August darüber berichtet (WIR 13.8.26). Silvio Pisano hat dazu eine Petition gestartet.
Geld aus dem Verfügungsfonds für Lesung und Stübenplatz

Zum Ende der Sitzung wurden noch Mittel aus dem Verfügungsfonds vergeben.
Unterstützt werden eine Buchvorstellung mit Patrick van Lier in der Bücherhalle Wilhelmsburg am 25. November 2026. Die Lesung „Was wir Männer wirklich verlieren“ wird von STOP – Stadtteile ohne Partnergewalt organisiert.
Ebenfalls unterstützt wird die Verschönerung des Stübenplatzes im kommenden Jahr. Für die Baumscheiben rund um den Marktplatz will Andreas Schwarz von der Stadtteilpflege Wilhelmsburg noch in diesem Jahr fünf Kubikmeter Mutterboden kaufen und ausbringen.
Austausch bei Curry-Gemüsesuppe
Nach der Sitzung konnten sich die Anwesenden noch bei einem Getränk und der leckeren Curry-Gemüsesuppe von Marco in gemütlicher Runde austauschen.
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