Kompost, Kunst & Köstliches: Am 27. Mai 2026 ab 17 Uhr wird das Projekt »Gemeinsam Boden gut machen« feierlich mit Chorgesang und einer Kurator*innenführung der jugendlichen Macher*innen eröffnet. Anschließend gibt es köstliches vom Grill und fermentiertes an der Bar.
Das Projekt macht die oft unsichtbare Verwertung von Bio(abfällen) greif- und erlebbar. Mit einer begeh- und besitzbaren Kompostier- und Lernarchitektur entsteht ein dezentraler, transparenter Kreislauf im Stadtteil. Bioressourcen werden vor Ort gemeinschaftlich gesammelt und in fruchtbare Erde verwandelt.
Dieser Kompost steht ausnahmsweise nicht in der hintersten Gartenecke, sondern direkt vorn am Eingang zu den Zinnwerken. Gemeinsam mit Schüler*innen der Nelson-Mandela-Schule wurde der Kompost geplant und gebaut. Entstanden ist ein sozio-ökologisches »Stadtmöbel«, das ästhetisch kommuniziert und praktisch nutzbar ist. Hintergrund des Projekts ist ein drängendes Problem. Noch immer landen viele wertvolle Bioressourcen im Restmüll und werden verbrannt, wobei wichtige Nährstoffe verloren gehen. Gleichzeitig fehlt es häufig an Wissen und Raum, um selbst zu kompostieren. Der Community-Kompost schafft Zugang und stärkt die Eigeninitiative im Stadtteil.
Gerade in Wilhelmsburg ist fruchtbare Erde ein kostbares Gut. Die industrielle Vergangenheit hat viele Böden belastet. Ein besonderes Element des Projekts ist der Einsatz innovativer Materialien. Teile der Kompost-Installation bestehen aus Myzel, dem Wurzelgeflecht von Pilzen. Dieses wird auf organischen Reststoffen gezüchtet, geformt und verbaut. Nach seiner Nutzung kann das Material vollständig kompostiert und wieder in den natürlichen Kreislauf zurückgeführt werden. So wird Architektur selbst Teil des Ökosystems.
Der Community-Kompost ist nicht nur Teil der Zusammenarbeit mit der Nelson-Mandela-Schule und dem Interkulturellen Garten e. V. sondern auch Teil des Projekts MYCO+, das seit 2025 als Gemeinschaftslabor auf dem Gelände der Zinnwerke umgesetzt wird. In Zusammenarbeit mit dem Fachgebiet Tragwerksentwurf der HafenCity Universität Hamburg wird dort erforscht, wie Myzel als nachhaltige Alternative zu konventionellen Baustoffen eingesetzt werden kann. Gefördert wird das Projekt durch JEP, das Paritätische Bildungswerk und das Programm „Kultur macht stark- Bündnisse für Bildung im Rahmen der Unterstützung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).
Die Eröffnung am 27. Mai lädt alle Interessierten herzlich ein, den neuen Ort kennenzulernen. Das Mitbringen von eigenem Bio(müll) zur Eröffnung ist ausdrücklich erwünscht!

