Wir sind von rot-weißen, auffälligen, schönen Zäunen umzingelt – laut Aussage des Poliers noch zirka zwanzig Monate …
Elke Renate Kruse. Nun ja, die Otto-Brenner-Baustelle: die Otto-Brenner-Straßen-Baustelle: Durch die Umleitungen können ungeübte Fahrer das Kurven fahren und absolute Konzentration lernen; sonst fahren sie aus Versehen einen der Bauzäune um oder kullern sogar in eine der ständig wechselnden Baugruben.
Hier wird alles supernagelneu gemacht: Fahrbahn, Fahrrad- und Fußweg und natürlich werden tonnenweise neue Rohre und Elektrokabel verlegt. Bob, der Baumeister hätte seinen Spaß daran.
Ich finde es sehr interessant, was da alles so unterirdisch passiert. Glasfaserkabel ist noch nicht dabei, obwohl wir oft Haustürbesuche der verschiedenen Internet-Anbieter haben. Baufahrzeuge aller Größen, Farben und für sämtliche Zwecke säumen die Straße und fahren mit ihren wertvollen Gütern geschäftig hin und her.
Geduld ist eine Tugend, die mir – zugegebenermaßen – manchmal echt schwer fällt. Noch zwanzig Monate. Doch danach, laut Polier, ist natürlich die Gegenfahrbahn dran. Auch dort – siehe oben – Fahrbahn, Rad- und Fußweg.
Ach ja, das bleibt lustig, da werde ich also weiterhin fast immer mit meinen weißen Außengeräusche-Abschirm-Kopfhörer (Noise-Cancelling-Kopfhörer) herumlaufen. Da die Baustelle direkt vor unserer Haustür ist, werden wir ziemlich beschallt. Sollte mich also jemand ansprechen wollen, bitte nicht wundern, daß ich nicht anworte, ich hör nichts.
Die Deutschen sind ja bekannt dafür, dass sie gern buddeln. Hier ist es wohl auch dringend notwendig. Unter dem Motto: „Alles geht vorbei”, wir werden auch das überstehen. Überstehen müssen …
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