Quartiersbeirat Wilhelmsburg Ost: Zwischen Fortschritten und Dauerbaustellen

Ein Kampf gegen Windmühlenflügel

Zwei junge Frauen zusammen auf einem E-Scooter. Die Erste trägt eine blaue lange Hose, die zweite einen Shorts. Im Hintergrund ist noch ein Paar in kurzen Hosen.
Das ist verboten. Bild von Surprising_Media auf Pixabay

Schön, wenn etwas so gut klappt. In der vorigen Sitzung vom 18. März 2026 hatten sich die Mitglieder gewünscht, dass die Stadtteilpolizistin in der nächsten Sitzung über die aktuelle Situation rund um E-Scooter berichtet. Diesem Wunsch wurde entsprochen: In der Sitzung am 20. Mai 2026 war Svenja Pauls da. Weil sie wegen Krankheit einige Zeit ausgefallen war, brachte sie ihren Kollegen Stefan Thieme vom Polizeikommissariat 44 mit. Er berichtete, dass in der Straßenverkehrsordnung (StVO) eigentlich alles geregelt sei. Aber das Problem sei, dass die Menschen sich nicht daran hielten. Unter 18-Jährige* fahren zu zweit auf einem E-Scooter, rote Ampeln werden missachtet. Viele fahren auf dem Gehweg. Hinzu kommen Handy-Telefonate während der Fahrt und falsch abgestellte Fahrzeuge. Hinweise und Ermahnungen werden nicht beachtet. Bei Bußgeldern von lediglich 10 Euro lohne sich der hohe Aufwand einer Anzeige nicht. Sein Fazit: „Es ist ein Kampf gegen Windmühlenflügel.“

Seit November 2025 existiert der Runde Tisch Müll und Sauberkeit. Daran beteiligt sind unter anderem die Wohnungsunternehmen, Verwaltung, Stadtreinigung, HVV, Polizei und Anwohnende. Bereits in der Sitzung vom 18. März hatte das Gremium den Einsatz sogenannter „Kümmerer“ empfohlen. Ein Mitarbeiter der Stadtreinigung Hamburg erläuterte damals das Prinzip der Kümmerer. Sie sind stadtweit im Einsatz, vernetzen in erster Linie Akteur*innen im Quartier, sammeln Hinweise zu illegalen Müllablagerungen, melden diese und führen aufklärende Gespräche mit den Anwohnenden. Nun konnte Birte Diekmann vom Stadtteilbüro Wilhelmsburg Ost berichten, dass sich seit dem 1. Mai 2026 eine Mitarbeiterin der Stadtreinigung Hamburg um das Bahnhofs- und Korallusviertel kümmert.

Das Integrierte Entwicklungskonzept (IEK) wird bis 2030 verlängert

Hinter Bräumen im Vordergrund steht ein Kirchturm. Der obere Teil besteht aus Fenstern mit weißen Rahmen.
Noch steht der Kirchturm St. Raffael, aber dort werden Wohnungen gebaut. Foto: M. Brito

Enno Redeker vom Bezirksamt Hamburg-Mitte stellte anhand einer PowerPoint-Präsentation den aktuellen Stand der Quartiersentwicklungen vor. Mehrere soziale Projekte konnten bereits umgesetzt werden. So wird an den freien Flächen im Korallusviertel weiter gearbeitet. Die Umgestaltung des Schulhofes des Helmut-Schmidt-Gymnasiums erfolgt gemeinsam mit der Cryff Court Foundation. Für das Kirchengelände gibt es positive Vorbescheide; jetzt werden die Bauanträge eingereicht.

Bei anderen Plänen kommt es zu Verzögerungen. Zum Teil muss die Rahmenplanung angepasst werden. So wird die ursprünglich vorgesehene Quartiersgarage nicht realisiert. Stattdessen laufen Gespräche mit den Betreibern des Parkhauses im Lunacenter. Beim Projekt Neues Korallusviertel wird weiter verhandelt, aber es gibt noch nichts Offizielles. Besonders schwierig ist es, die verkehrliche Situation im Quartier zu verbessern. Zudem fehlen weiterhin Angebote für Jugendliche. Für Senioren wird es im Atlaspark Fitnessangebote geben.

Die Sitzung endete mit dem Austausch über Wünsche und Anregungen, dem Hinweis auf die Themenliste sowie der Ankündigung der nächsten Müllsammelaktion am 28. Mai 2026. Müllsammelaktionen finden regelmäßig statt. Und – wie schön – die Korallus Kitchen kocht wieder leckere vegetarische Mahlzeiten für die Bewohner*innen, und zwar jeden Freitag ab 14 Uhr im Inselcafé im Bildungszentrum Tor zur Welt (Krieterstraße 2D).

*Gemäß den gesetzlichen Vorgaben ist die Verwendung der Elektro-Scooter bereits ab 14 Jahren erlaubt. Allerdings sind Minderjährige wohl darauf angewiesen, dass ihre Eltern ein entsprechendes Gefährt kaufen, denn die Verleiher der E-Scooter schreiben ein Mindestalter von 18 Jahren vor.

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Marianne Groß

... ist Gründungsmitglied des Wilhelmsburger InselRundblicks e. V. Sie berichtet – soweit möglich – über alles, was sie selbst interessiert und hofft, damit die Leser*innen nicht zu langweilen. Dazu gehören die Veränderungen im Stadtteil, Ökologie und Kultur. Zusammen mit ihrem Mann kümmert sie sich um den großen Garten und liebt es, Buchsbäume zu schneiden.

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