„Jede*r soll gucken können, was in der Tiefe ist“

Wie es bis zu einer Tiefe von 300 Metern unter der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen (BSW) aussieht, zeigt ein 7,5 mal 0,8 Meter großer Ausschnitt am Stadtmodell in der Neuenfelder Straße

Überblick auf dem Fußboden vor dem Stadtmodell. Fotos: M. Groß

„Wie können wir die von uns gesammelten und archivierten Untergrunddaten am Stadtmodell in unserem Haus darstellen und öffentlich zugänglich machen?“ überlegten im Sommer 2024 Mitarbeiter*innen des Geologischen Landesamts Hamburg (GLA) und des Landesbetriebs Geoinformation und Vermessung (LGV).

Thomas Haupt, Vorsitzender des GLA, berichtete bei der Eröffnung des Modells und zum Start der Internetplattform HADES 3D am 18. April 2026, dass es in Hamburg bisher 330.000 Bohrungen gegeben hat. Davon werden Daten von 285.000 öffentlich über das HADES-Portal bereit gestellt. Pro Jahr kommen circa 5.000 neue Bohrungen hinzu.

Solche Daten sind Gold wert

Katharina Fegebank, Senatorin für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) war gespannt auf die Vorstellung von HADES 3D. Sie berichtete, dass sie sich bereits auf der Plattform eingeloggt hatte, um Details zu den Gesteinsschichten im Grindelviertel abzurufen. Ganz so einfach ist es aber nicht: Ein auf der Webseite verfügbares Handbuch führt Schritt für Schritt durch die Anwendung.

Das Stadtmodell in der Bukea wird von unterschiedlichsten Gruppen besucht, die Hamburg bisher aus der Vogelperspektive betrachten konnten. Mit HADES 3D und dem neuen Untergrundprofil eröffnen sich nun zusätzliche Einblicke in die Tiefe. Die Daten sind auch für die Wärme- und Energieversorgung wichtig, etwa um zu prüfen, wo Geothermie sinnvoll ist.

So sieht es unter der Behörde aus

Das Stadtmodell nun mit Untergrund.

In der Behörde ist zu sehen, welche Gesteinsschichten sich genau an dieser Stelle im Untergrund befinden. Sascha Tegtmeyer, stellvertretender Geschäftsführer des Landesbetriebes Geoinformation und Vermessung (LGV) erklärte, dass das Modell in der hauseigenen Modellbauwerkstatt entstanden sei: „Von der ersten Sichtung der Daten über die Aufbereitung bis hin zur Umsetzung mit modernster Frästechnik haben wir das geologische Untergrundprofil so aufbereitet, dass es sich nahtlos in das bestehende Stadtmodell einfügt – verständlich, anschaulich und genau auf die Anforderungen des Geologischen Landesamtes abgestimmt.“

Ein Blick in die Tiefe – bis zu 6.000 Meter

Izabela Grunwald am Computer.

„Keiner konnte sich vorstellen, wie cool das wird. Erstmals können wir unsere Informationen Ingenieurbüros, Verwaltung, interessierten Bürger*innen zur Verfügung stellen, in 3D und 2D – bis zu 6.000 Meter tief und von allen Seiten. Man kann Entfernungen messen, Höhen anpassen, anschauen, wie sieht es unter der BUKEA in 6.000 Metern Tiefe aus?“, erklärte Izabela Grunwand vom GLA begeistert.

Anschaulich zeigte sie den Anwesenden die vielfältigen Funktionen der Plattform am Computer.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Marianne Groß

... ist Gründungsmitglied des Wilhelmsburger InselRundblicks e. V. Sie berichtet – soweit möglich – über alles, was sie selbst interessiert und hofft, damit die Leser*innen nicht zu langweilen. Dazu gehören die Veränderungen im Stadtteil, Ökologie und Kultur. Zusammen mit ihrem Mann kümmert sie sich um den großen Garten und liebt es, Buchsbäume zu schneiden.

Alle Beiträge ansehen von Marianne Groß →