Wie das TAK Wilhelmsburg sein Sommerfest der Vielfalt im Alleingang rettet
Theater am Kulturkanal. Eine große Herausforderung im Hamburger Kultursommer: Dem bekannten TAK Wilhelmsburg (Theater am Kulturkanal) wurden in diesem Jahr kurzfristig die staatlichen Fördergelder für sein großes, traditionell eintrittsfreies Sommerfest am Samstag, den 22. August 2026, in den Zinnwerken gestrichen. Auch die erhofften Zusagen
großer Hamburger Wirtschaftssponsoren blieben aus. Schade – aber die Initiative lässt sich davon absolut nicht entmutigen. Um die technische Infrastruktur und faire Mindesthonorare für die Kulturschaffenden vor Ort zu sichern, klafft ein akutes Loch von 8.300 Euro in der Kasse.

Die Gründer*innen Paula Zamora Cornejo und Daniel Nering kapitulieren jedoch nicht. Sie starten im kulturpolitischen Sommerloch eine der ambitioniertesten, solidarischen Rettungsaktionen des Hamburger Südens. Ein demokratisches Reallabor statt bürokratischer Hürden Das Sommerfest am 22. August ist weit mehr als ein gewöhnliches Stadtteilfest. „Vielfalt ist bei uns kein PR-Slogan, sondern das gelebte Fundament unseres gesamten Tuns bei TAK“, erklärt Gründerin Paula Zamora Cornejo.
Verbindender Raum für den Stadtteil
Während viele Großevents gesellschaftliche Gruppen trennen, funktioniert das Sommerfest als verbindender Raum für den gesamten Stadtteil. Am 22. August mischt sich das Viertel kompromisslos: Lokale, emanzipatorische Kulturakteur*innen stehen neben einem lokalen afrikanischen Foodtruck, der Fahrrad-Selbsthilfegruppe und Angeboten für Jugendliche. Neben einem bunten Bühnenprogramm mit verschiedenen Künstler*innen und kostenfreien Kreativ-Workshops bietet das Fest ein echtes, hanseatisches Highlight: eine Kinder-OpenStage (TAK’itos), die in dieser Form in ganz Hamburg einzigartig ist. Die Hamburger Sparkasse (Haspa) stiftet zudem eine Hüpfburg. Ein besonderes und wichtiges Angebot für die Nachbarschaft ist ein zentraler Infostand für ein neues, vom Jobcenter und der Arbeitsagentur gefördertes Coaching-Angebot speziell für neurodivergente Menschen, initiiert von einer Kollegin aus der Wilhelmsburger Bürogemeinschaft des TAK.
Der Eintritt sowie alle Workshops und Vernetzungsangebote bleiben für alle Menschen bedingungslos kostenfrei.
Live-Benefizauktion
Das große Finale: Die Live-Benefizauktion auf der Bühne. Um das Budget unabhängig aufzubringen, zieht die Initiative alle Register: Neben lokalen Geschäftspatenschaften und einem GoFundMe-Crowdfunding startet ab sofort eine mehrstufige Online-Benefizauktion auf Instagram. Befreundete Künstlerinnen aus den Zinnwerke-Ateliers spenden limitierte Drucke und handgewebte Unikate, lokale Bands stiften signierte Alben und der Club Turtur räumt seinen historischen Fundus für exklusive Deko-Schätze. Auch Paula Zamora Cornejo selbst spendet ein echtes Highlight: Ein hochpreisiges Einzel-Intensivtraining für „Präsenz unter Druck & Nervensystemregulation“ im Wert von 650 Euro (Startgebot online: 250 Euro). Die Objekte werden in den kommenden Wochen vorab auf Instagram vorgestellt, wo das Bieten online startet. Das furiose Finale der Auktion findet am 22. August live auf der großen Sommerfest-Bühne statt, wo sich im finalen Bieter*innenstreit entscheidet, wer die Wilhelmsburger Kultur-Schätze mit nach Hause nehmen darf.
Das TAK Wilhelmsburg beweist im Sommerloch: Wenn die Töpfe wegschauen, antwortet die freie Szene mit unbändiger Energie, gelebter Teilhabe und einer starken Gemeinschaft.
Kampagnen- & Informationsseite mit dem neuen Video: tak-wilhelmsburg.de

