Auf der letzten Sitzung des Beirats am 8. Juli 2026 gab es zum Abschluss ein gemütliches Beisammensein. Vorher ging es um die Themen Hospizarbeit, Verfügungsfonds und Müllprobleme
Nach dem Warm-up, bei dem alle Anwesenden miteinander netzwerkten und plauderten, begrüßte Birte Diekmann die Gäste und stellte die Beschlussfähigkeit des Beirats fest. Schließlich standen sechs Anträge auf Mittel aus dem Verfügungsfonds zur Abstimmung.
Hospizdienst sucht Ehrenamtliche

Zunächst stellte Silke Steven den Hospizdienst des Malteser Campus St. Maximilian Kolbe vor. Der Dienst sucht derzeit weitere Ehrenamtliche.
Mit ihrer Eingangsfrage „Wer möchte am liebsten zu Hause sterben?“ sorgte sie zunächst für betretenes Schweigen. Dann folgten vorsichtige Antworten wie „Das kommt darauf an“ oder „Darüber habe ich noch nicht nachgedacht“. Eindeutige Antworten gab es nicht. Silke Steven machte deutlich, dass für viele Menschen auch ein Pflegeheim ein Zuhause sein könne.
Sie berichtete: „Ich schule ehrenamtliche Sterbebegleiter*innen. Diese begleiten Menschen zu Hause oder im Pflegeheim, im Krankenhaus eher seltener. So kommen Menschen zu Menschen, und es wird möglich, dass Sterbende möglichst lange in ihrer vertrauten Umgebung bleiben können.“
Hospiz- und Palliativdienste seien spezialisierte Angebote, deren Pflegekräfte sowie Ärztinnen und Ärzte besonders geschult würden. Ergänzt werde diese Arbeit durch die ehrenamtlichen Hospizbegleiter*innen. „Wir versuchen, Menschen dort zu helfen, wo sie sterben möchten“, erklärte Silke Steven. Für die Betroffenen sei das Angebot kostenlos, da es von den Krankenkassen finanziert werde.
Ausbildung und interkultureller Schwerpunkt
Vor ihrem Einsatz absolvieren die Ehrenamtlichen eine 50-stündige Schulung. Auch danach werden sie vom Hospizdienst begleitet und Silke Steven steht ihnen jederzeit als Ansprechpartnerin zur Verfügung. Bei Bedarf werden Ärztinnen und Ärzte hinzugezogen.
Darüber hinaus bietet der Hospizdienst kostenlose und unverbindliche Beratung zu Patientenverfügungen und Generalvollmachten an. Während es nördlich der Elbe mehrere Hospizdienste gibt, ist dieses Angebot das einzige in Wilhelmsburg.
Im September beginnt ein neuer Qualifizierungskurs für das aktive Ehrenamt.
Der Wilhelmsburger Hospizdienst hat zudem einen interkulturellen Schwerpunkt. Es sei jedoch schwierig, Ehrenamtliche mit entsprechenden Sprach- und Kulturkenntnissen zu gewinnen, obwohl der Bedarf groß sei, erklärte Silke Steven. Der Umgang mit Sterben und Tod unterscheide sich in den verschiedenen Kulturen teilweise deutlich.
Verfügungsfonds: Fünf Anträge und ein Dringlichkeitsantrag
Der Verfügungsfonds war zu Beginn der Sitzung noch mit 10.000 Euro ausgestattet. Die fünf eingereichten Anträge sowie ein kurzfristig eingebrachter Dringlichkeitsantrag hätten jedoch deutlich mehr als die Hälfte der verfügbaren Mittel beansprucht.
Deshalb wurde bei jedem Antrag geprüft, an welchen Stellen Kosten eingespart werden könnten. So blieb für weitere Projekte im zweiten Halbjahr 2026 noch etwas mehr als die Hälfte der Mittel erhalten.
Bewilligt wurden Fördergelder für folgende Vorhaben:
- Intensivkurs „Deutsch als Fremdsprache“ mit Orientierungshilfe,
- Islamische Geometrie – eine besondere Form der Aquarellmalerei,
- die Leserunde „Willy Ost“ für junge Frauen,
- „Media Detektive“ – Medienkompetenz und Sicherheit für Grundschulkinder,
- sowie den Dringlichkeitsantrag für einen Vater-Kind-Chor.
Müll, Ratten und Verkehr
Unter dem Tagesordnungspunkt „Sonstiges und Termine“ wurden die nächsten Müllsammelaktionen bekannt gegeben: 18. Juli, 30. August und 27. September 2026.
Jörn Frommann (CDU) berichtete, dass ein interfraktioneller Antrag zur Müll- und Rattenplage im Hauptausschuss einstimmig angenommen worden sei. Geplant ist unter anderem, eine Vertreterin oder einen Vertreter der Vonovia in den Regionalausschuss einzuladen. Außerdem sollen die Müllbehälter instand gesetzt und Maßnahmen gegen die Rattenplage ergriffen werden.
Hartmut Sauer informierte darüber, dass die Arbeitsgruppe Verkehr ihre Arbeit vorerst aussetzt, da es derzeit keine dringenden Verkehrsthemen gebe.
Die nächste Sitzung des Quartiersbeirats Wilhelmsburg Ost findet am 9. September 2026 statt. Eingeladen ist dann die neue „Kümmerin“ der Stadtreinigung Hamburg für das Quartier.

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