40.000 Besucher*innen haben dieses Jahr an zwei Tagen das Festivalgelände besucht. Entscheidend für das Festival werden die nächsten Jahre

Bei hochsommerlichen Temperaturen um die 35 Grad (am Freitag) und gutgelaunten Besucher*innen sorgten mehr als 100 Acts, Bands und DJs auf zehn Bühnen für gute Stimmung. Berq, Wolf Alice, Von Wegen Lisbeth, Tom Odell, Blond und Noga Erez, gehörten zu den bekanntesten Namen. Als Secret-Act, also unangekündigt, trat Paula Hartmann als letzte Künstlerin am Freitagabend auf der Großschot Bühne auf. Tom Odell als internationaler Headliner konnte allerdings nicht so viele Besucher*innen anlocken wie gehofft.
Festival-Zukunft vorerst gesichert

Dieses Jahr stand das MS Dockville (MS ist die Abkürzung für Motorschiff, das MS Dockville findet seit 2007 im Hafen statt) mit insgesamt zehn Bühnen ganz im Zeichen des Feminismus. Selbstbewusste Künstlerinnen mit starken feministischen Texten sorgten für eine Atmosphäre, die weibliche Themen in den Vordergrund stellte. Musikerinnen wie Mariybu oder Paris Paloma wurden ihrer Rolle als starke weibliche Vorbilder voll gerecht. Ob man so den sinkenden Besucher*innenzahlen entgegenwirken kann, oder einfach mehr eine bestimmte Zielgruppe ansprechen möchte, ist die Frage.
Gleich nach dem Festival-Wochenende wurde von den Verantwortlichen und der HPA bekanntgegeben, dass das Gelände für das MS Dockville bis 2030 gesichert ist. Auch der Platz für die Camper*innen ist damit gemeint. Dies sind für alle Beteiligten, und vor allem die Fans des Festivals, gute Nachrichten für die nächsten Jahre.
2027 wird zwanzigjähriges Jubiläum gefeiert
Nächstes Jahr feiert das Dockville 20-jähriges Bestehen. Das ist nicht nur symbolisch ein wichtiges Jahr für die Betreiber*innen. 2007 als kleines Stadtfestival gestartet, wurde das Event über die Jahre immer größer und lockte mit Billie Eilish (2019) auch angesagte Weltstars an. Doch die Entwicklung ging nicht immer nach oben, und das brachte Veränderungen mit sich. Seit letztem Jahr gibt es nur noch zwei statt drei Festivaltage. Dies muss kein Rückschritt sein, zeigt aber, dass das Dockville insgesamt eher kleiner geworden ist. Die Mischung aus großen Namen und „Indie-Musikern“ hat das Festival immer ausgezeichnet. Aber die großen Weltstars sieht man momentan nicht mehr in Wilhelmsburg.

Wie genau das 20-jährige Jubiläum 2027 gefeiert werden soll, ist noch offen. Wahrscheinlich kehren aber bekannte Gesichter aus zwei Jahrzehnten MS Dockville zurück zum Gratulieren. Der Ticketverkauf hat schon begonnen.
Die Verantwortlichen müssen jetzt entscheiden, welche Art Festival das Dockville in Zukunft sein will und welche Zielgruppen angesprochen werden sollen. Sinkende Besucher*innenzahlen und steigende Kosten sorgen für unruhige See. Hoffentlich kentert das Festival im Hafen nicht.
WIR hoffen, dass sich die Besucher*innenzahlen bald stabilisieren und es das beliebte Festival noch lange geben wird.

