友達 – Tomodachi – Elbinsel-Kinderbuchpreis für die „Tokio-Detektive“

Die Wilhelmsburger Kinderjury hat den Elbinsel-Kinderbuchpreis in diesem Jahr an Henrik Siebold und sein Buch über eine deutsch-japanische Jungenfreundschaft vergeben

Buchcover mit zwei Jungs, im Manga-Stil gezeichnet, die durch eine Straße rennen auf den Betrachter zu

Ben ist mit seinen Eltern nach Tokio gezogen. Er staunt über viele Dinge, die in Japan anders sind als in Deutschland. Und er hat Angst, keine Freunde zu finden, weil er ja kein Japanisch kann. Aber dann lernt er Yoshi, einen Nachbarsjungen, kennen und merkt, dass „man ja auch spielen kann, ohne zu sprechen. Fußball zum Beispiel. Oder Baseball. Oder Ninja.“ Und er lernt einige japanische Wörter, wie Hai und Iie für Ja und Nein, Oishii für Lecker und – ganz wichtig – Tomodachi für Freunde. Ben und Yoshi werden Freunde, Ben lernt japanische Essgewohnheiten kennen. Und dass Yoshi in der Schule über 1000 Schriftzeichen lernt, während er sich nur 26 Buchstaben merken muss – und dann noch das „bescheuerte ß“. Und am Ende entdecken sie auf einem Hügel hinter einem Spielzeugladen in einer geisterhaften Höhle einen „Schatz“ und kommen als „Tokio-Detektive“ einem Räuber auf die Spur.

Der Autor kennt sich in Japan aus

Der Autor Henrik Siebold weiß wovon er schreibt. Er hat als Kind in Japan gelebt und reist auch heute noch oft dorthin. Für die Erwachsenen hat er die Krimi-Reihe um den japanischen Inspektor Takeda geschrieben, der als Gastkriminalist in Hamburg ermittelt.

Die Geschichte der beiden kleinen „Tokio-Detektive“ ist witzig erzählt. Ben überlegt, als er bei Yoshi die ungewohnte japanischen Gerichte sieht, „ob lieber wegrennen soll“, und beim gemeinsamen deutschen Mittagessen ruft er: „Ich hasse Rosenkohl“, den Yoshi wiederum „suupa-lecka“ findet.

Neben der Geschichte über die beiden neuen Freunde gibt Henrik Siebold einen kleinen Einblick in japanische Begriffe und deren Schriftzeichen. Die Tatsache, dass Schüler*innen in Tokio statt 26 Buchstaben über 1.000 Schriftzeichen lernen müssen, hat die Kinderjury sicher auch nicht unbeeindruckt gelassen, ebenso wie die Zeichnungen im Manga-Stil der Illustratorin Inga Steinmetz. So lobten die Kinder das Buch neben anderem auch, „weil man japanisch lernen kann.“

Der Elbinsel-Kinderbuchpreis

Der Elbinsel-Kinderbuchpreis (vormals „Preuschhof-Preis für Kinderliteratur“ (WIR 22.11.24) wird seit 2014 vom Projekt „Die Insel liest“ der Stiftung Bürgerhaus Wilhelmsburg vergeben.

Mehr als 500 Grundschüler*innen aus den zehn Grundschulen in Wilhelmsburg und auf der Veddel wählen aus zehn von einer Profi-Vorjury ausgesuchten Titeln das Siegerbuch aus.

Der Preis ist mit 1.000 Euro dotiert. Die Preisverleihung findet wie in jedem Jahr im Rahmen der Wilhelmsburger Lesewoche „Die Insel liest“ im Bürgerhaus Wilhelmsburg statt, in diesem Jahr am 17. November. Dann überreicht traditionsgemäß auch der Vorjahressieger – Matthias Kröner – den Wanderpokal „Wilhelmsburger Plattfisch“ an Henrik Siebold.

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Hermann Kahle

Hermann Kahle schreibt über Kultur, Schule und für den Kaffeepott

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