Umweltminister in der Pilzstube

Bei seinem Besuch am 23.02.2026 in Hamburg schaute der Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) auch bei den Zinnwerken in Wilhelmsburg vorbei, um sich über das Myko+ Projekt zu informieren.

Legten auch selbst Hand an, Bundesumweltminister Schneider (rechts) und Metin Hakverdi (links), beide SPD, mit Maire Cordts und Marta Starke. Foto: M. Brito

Gut gelaunt kam Carsten Schneider (SPD) am Nachmittag bei den Zinnwerken an und begrüßte erstmal jeden freundlich. Dann ging es in die „Pilzstube“ der Zinnwerke, das MYCO+ Labor, das mit Hilfe der HafenCity Universität gebaut wurde, der WIR (15.1.25) berichtete: Ein ehemaliger Getreidetrockner der so umgebaut wurde, dass er als Labor für die Myzelforschung dient, steht im Hof der Zinnwerke.

Das Baumaterial Myzel

Das mit dem Fraunhofer Institut zusammen entwickelte Baumaterial Myzel, das aus Pilzwurzeln besteht, gilt als Baustoff der Zukunft. Im Vorfeld musste dieses aber nicht nur entwickelt, sondern auch im Wasser getestet werden. Die Verantwortlichen Maire Cordts und Marta Starke, erzählten wie schwierig es war, eine Sondergenehmigung für die Erforschung im Wasser zu bekommen. Das Wasser in der Innenstadt ist nämlich, wie die Gebäude, auch denkmalgeschützt. Nicht nur Mitarbeiter der Zinnwerke, sondern auch Studenten der HafenCity Universität haben an der Erforschung und Entwicklung dieses Materials mitgewirkt.

Das Wurzelwerk der Pilze funktioniert wie ein biologischer Kleber, um das Material zu verfestigen. Vorteil: man kann es recyceln und hat dadurch kaum Abfall, im Gegensatz zu anderen Baumaterialien. Eines der großen Probleme der Baubranche, sind die große Mengen an Abfällen (60 % des weltweiten Mülls) und hoher CO2-Ausstoß (40 % der weltweiten Emissionen). Beispiele von Produkten, die es aus Myzel schon gibt: Schwimmende Materialien und Fahrradhelme. Dabei kann das Material einen seiner Vorteile, das geringe Gewicht, ausspielen.

Der Umweltminister durfte auch selbst Hand anlegen und Myzel selbst zu einem Stifthalter formen, um auch haptisch das Baumaterial zu erleben. Dabei wird ein organisches Substrat, wie Holzspäne, mit Myzel gemischt und ist nach drei Stunden Trockenzeit fertig. Beim Termin begleitete ihn auch Bundestagsabgeordneter Metin Hakverdi (SPD) aus Wilhelmsburg. Der Bundesumweltminister meinte zum Abschluss: „Ich fühle mich hier sehr wohl. Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit genommen habt, und ich etwas gelernt habe.“

Überreichung des Stifthalters von Metin Hakverdi(l.) an Carsten Schneider(r.) in Berlin

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Chris Meyer

Wenn er sich nicht gerade um seine zwei Kinder kümmert, dann ist er auch für den WIR unterwegs auf der Suche nach spannenden Artikeln und Interviews.

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