Erinnerungen an die Schul- und Lehrzeit in Georgswerder

Vier ehemalige Schulkameraden treffen sich noch 76 Jahre nach der Schulentlassung aus der Schule Rahmwerder Straße im Kupferkrug

links sitzen eine Frau und zwei Männer und rechts drei Männer um einen weiß gedeckten Tisch. An der Wand dahinter eine große Ballon-76.
Beim Treffen im Kupferkrug: Marianne Groß (WIR), Günter Rupnow, Manfred Krauel, Lohar Langbehn, Klaus Müller (WIR) und Peter Backhausen (v.l.n.r.).
Foto: Kupferkrug

Es hat diesmal nicht geklappt mit dem halbjährlichen Treffen. In diesem Alter können einem schon mal gesundheitliche Probleme einen Strich durch die Rechnung machen. Lothar Langbehn, der die Treffen organisiert, konnte deshalb seine Schulkameraden im Herbst 2025 leider nicht einladen.

Umso schöner gestaltete sich das Wiedersehen der vier Herren am 1. Oktober 2026 im Kupferkrug. Wieder schwelgten sie in Erinnerungen an ihre Schulzeit, aber vor allem auch an die Lehrzeit.

Von Ohrfeigen und Zollstöcken

„Damals war es noch üblich, dass die Lehrlinge eine gescheuert (eine Ohrfeige) bekamen, wenn dem Lehrherrn etwas nicht passte“, erzählte Günter Rupnow. Oder wenn der Lehrherr seinen Zollstock vermisste, durfte keiner den Raum verlassen, bis er wieder aufgetaucht war. Lothar Langbehn erinnert sich gern an seine Zeit im Ruderclub. Er erzählte, dass sie jeden Freitag trainierten, da wurden immer acht Kilometer gerudert.

Auch von ihrer Arbeit und den damaligen Herausforderungen hatten die ehemaligen Schulkameraden einiges zu erzählen. So erinnerten sie sich an Arbeiten am Wasser, bei denen Ebbe und Flut den Arbeitsalltag bestimmten. Lothar Langbehn, Stukkateurmeister, erinnerte sich an die Angst, die er beim Hinauf- und Heruntersteigen auf der „Langen Liese“ hatte. So wurde damals die besonders lange Leiter genannt. Ein Ausdruck, den heute kaum noch jemand kennt.

Erinnerungen an Georgswerder und die alte Schule

Wie in den vergangenen Jahren war auch diesmal Klaus Müller vom WIR dabei. Er ist zwei Jahrzehnte jünger und ebenfalls in Georgswerder aufgewachsen. Wie die Schulabgänger von 1950 kann auch er sich noch an die vielen Geschäfte erinnern, die es in den 50er Jahren und danach am Niedergeorgswerder Deich gab. Inzwischen kommen immer mehr Bewohner*innen in das Quartier Kirchenwiese, so dass sich hoffentlich die Nahversorgung wieder verbessert. (WIR 17.9.26)

Im vorigen Jahr waren die Herren zum 75-jährigen Jubiläum in ihrer alten Schule zu Gast (WIR16.4.25). Inzwischen ist der Neubau in Betrieb. Ein Tag der offenen Tür war für den 1. Oktober 2026 angekündigt worden und die Senioren freuten sich auf eine Besichtigung. Die Veranstaltung wurde aber aus Mangel an Kapazitäten vorerst abgesagt. Ein neuer Termin steht noch nicht fest.


Vielleicht klappt es ja bei einem der nächsten Treffen doch noch mit einer Besichtigung des neuen Schulgebäudes.

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Marianne Groß

... ist Gründungsmitglied des Wilhelmsburger InselRundblicks e. V. Sie berichtet – soweit möglich – über alles, was sie selbst interessiert und hofft, damit die Leser*innen nicht zu langweilen. Dazu gehören die Veränderungen im Stadtteil, Ökologie und Kultur. Zusammen mit ihrem Mann kümmert sie sich um den großen Garten und liebt es, Buchsbäume zu schneiden.

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