Der beste Abfall ist der, der erst gar nicht entsteht

Umweltsenatorin Katharina Fegebank eröffnet die neue Ausstellung „Abfall im Wandel“ auf dem Energieberg Georgswerder

Drei Frauen, links im dunklen Hosenanzug mit blonden Haaren, in der Mitte im dunklen Kleid mit V-Ausschnitt, dunkenbraune Haare und rechts in hellem Hosenanzug mit langen dunkelblonden Haaren.
Daniela Enslein, Katharina Fegebank und Jessica Wilhelm nach dem Durchschneiden des grünen Bandes. Fotos: M. Groß

„Viele sind gekommen – Expert*innen für Altlasten, Fachleute aus dem Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung, Wissenschaftler*innen und Politiker*innen,“ freute sich Fina Dhakal von der Stadtreinigung Hamburg (SRH) bei der Eröffnung der neuen Ausstellung am 6. Juli 2026. Sie lobte die interdisziplinäre Zusammenarbeit bei der Konzeption und wünschte den Gästen einen schönen Nachmittag. Anschließend kündigte sie die drei Rednerinnen an: Katharina Fegebank, Aufsichtsratsvorsitzende der SRH, Zweite Bürgermeisterin Hamburgs und Umweltsenatorin, Daniela Enslein, seit Januar 2026 Geschäftsführerin der SRH und Jessica Wilhelm, die die Ausstellung zusammen mit ihrem Team konzipiert hat.

Ein Ort des Wandels

Katharina Fegebank betonte die Besonderheit des Energiebergs: „Er zeigt – wie wenige andere Orte in der Stadt –, wie Wandel gelingen kann, und zwar von einer Mülldeponie und einem Dioxinskandal zu einem Zukunftsort. Das war ein langer Prozess, der angeschoben wurde.“ Sie wünsche sich, dass viele Menschen in die Ausstellung kommen, die dann auch ein Bewusstsein dafür entwickeln, wie Nachhaltigkeit im Alltag gelebt werden kann. Sie dankte allen, die an diesem Gemeinschaftswerk mitgearbeitet haben. Die Senatorin nahm sich viel Zeit für einen Rundgang durch die Ausstellung.

Bildung als Schlüssel zur Kreislaufwirtschaft

Auf dunklem Hintergrund ist ein Kreis, auf dem die Stationen des Abfalls stehen.

Die neue Geschäftsführerin der SRH, Daniela Enslein, hat schon mehrfach gezeigt, welch hohen Stellenwert Bildungsarbeit für sie hat. Sie führte aus, dass der Umgang mit Abfall und Ressourcen immer auch eine Frage von Wissen, Haltung und Verhalten sei. Insofern sei der Titel der Ausstellung „Abfall im Wandel“ sehr passend: „Die Ausstellung verbindet die Geschichte mit der Gegenwart und schafft es, einen Blick nach vorn zu machen.“ Die SRH sei schon längst nicht mehr nur ein Entsorgungsunternehmen, sondern gestalte eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft. Seit vielen Jahren würde die SRH sich für das Thema Umweltbildung engagieren.

Der Energieberg ist ein wichtiger außerschulischer Bildungsort

Die Ausstellungsmacherin Jessica Wilhelm richtete in ihrer Rede den Blick auf die monatelange intensive Arbeit, die zahlreichen Gespräche, Abstimmungen und kreativen Herausforderungen, die hinter dieser Ausstellung steckten. Sie sei ein Baustein für die Bildung einer nachhaltigen Entwicklung in Hamburg und unterstütze die Ziele des Hamburger Masterplans BNE2030.

Dabei spielten außerschulische Lernorte, wie der Energieberg, eine wichtige Rolle. Hier können Menschen unabhängig von Alter und Vorwissen eintauchen, hinterfragen und neue Erkenntnisse gewinnen.

Ein Blick in die Ausstellung

Im Tentrum steht ein digitaler Touchscreen-Tisch, an dem ganz viele Informationen abgerufen und verschiedene Spiele ausprobiert werden können.

An einer Wand findet sich die Geschichte der Deponie ab 1948. Mit historischen Bildern und Erläuterungen in deutscher und englischer Sprache. Zuerst wurde nur Trümmerschutt abgeladen, es folgten Haus- und Sperrmüll. Ab 1967 wurde der Standort zur Sonderabfall-Deponie. Es entstand der Müllberg, der 1979 eigentlich zum Naherholungsgebiet werden sollte. Als dann jedoch Anfang der 80er-Jahre im Sickerwasser das hoch giftige Dioxin entdeckt wurde kam es zu heftigen Bürgerprotesten. Da sich das Dioxin nicht entfernen ließ, wurde der Müllberg einmal komplett mit Folie bedeckt, um die weitere Ausspülung des Giftes durch Regenwasser ins Grundwasser zu verhindern.

Vom Müllberg zum Zukunftsort

Comicfiguren Binni, rot, Georg,grün,, und Momo, weiß
Binni, Georg und Momo

Es gibt ein Stück dieser Abdeckfolie zum Anfassen. Ein Blick in die Wasseraufbereitungsanlage ist durch runde Glasfenster möglich. Ausgestellt sind Gläser mit Proben aus den verschiedenen Reinigungsstufen des belasteten Sickerwassers. Danach beginnt dann der Blick in die Zukunft. Eine Abfall-Pyramide zeigt den nachhaltigen Umgang mit Abfall. Es folgen ein Ratespiel über Müll-Mythen und eine anschlauliche Darstellung des Abfallkreislaufs. Ein neuer Film wird bei Führungen gezeigt.

Kinder werden durch die Ausstellung von den Figuren „Georg – der Müllberg“, „Momo – die Möwe“ und „Binni – der Mülleimer“ begleitet.

Kontakt & Öffnungszeiten

Telefon: (040) 2576-1080
energieberg@stadtreinigung.hamburg

INFORMATIONSZENTRUM & GELÄNDE:
1. April – 31. Oktober
Mo – Fr: 09:00 – 17:00 Uhr,
Sa+So: 12:00 – 16:00 Uhr,
letzter Einlass jeweils 30 Minuten vor Schließung
Feiertags geschlossen (mit Ausnahme von Veranstaltungstagen)
Eintritt: kostenlos

Wichtiger Hinweis: Bei Gewitter ist der Zugang zum Horizontweg für alle Besuchenden gesperrt.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Marianne Groß

... ist Gründungsmitglied des Wilhelmsburger InselRundblicks e. V. Sie berichtet – soweit möglich – über alles, was sie selbst interessiert und hofft, damit die Leser*innen nicht zu langweilen. Dazu gehören die Veränderungen im Stadtteil, Ökologie und Kultur. Zusammen mit ihrem Mann kümmert sie sich um den großen Garten und liebt es, Buchsbäume zu schneiden.

Alle Beiträge ansehen von Marianne Groß →