Leichenschmaus für Krankenhaus

Das Krankenhaus Groß-Sand muss bleiben!

Verein Zukunft Elbinsel Wilhelmsburg e. V. Im Juni soll das Krankenhaus Groß-Sand geschlossen werden. 350 Beschäftigte verlieren ihre Arbeit, rund 300.000 Menschen im Hamburger Süden und eine Vielzahl an Menschen, die in der Schwer- und Hafenindustrie arbeiten, bleiben mit nur noch einem Krankenhaus mit vollwertiger Notfallversorgung im Hamburger Süden zurück. In Wilhelmsburg, wo wir an allen Ecken und Enden von der unzureichenden Gesundheitsversorgung betroffen sind, hat dies katastrophale Folgen.

Demo-Aufrauf in deutscher Und türkischer Sprache

Die Schließung von Groß-Sand bedeutet für uns: überfüllte Notaufnahmen, lange Wege und erhebliche Belastungen für Familien mit Kindern, älteren Angehörigen, Angehörigen mit Sprachbarriere oder chronischen Erkrankungen. In der Industrie und im anliegenden Hafen arbeiten über 40.000 Menschen, regelmäßig kommt es dort zu Arbeits- oder Verkehrsunfällen. Wer hier lebt und arbeitet, bekommt Hilfe erst später und manche vielleicht zu spät.

Bundesweit erleben wir, wie Krankenhäuser schließen und die Gesundheitsversorgung ab- statt ausgebaut wird. Und während unsere Mieten, Sprit- und Lebensmittelpreise steigen, zahlen wir die Rechnung mit unserer Gesundheit oder unserem Job. Zeitgleich sehen wir, dass in Hamburg Unmengen an Geldern für Prestigeprojekte wie den Elbtower, die Kühne-Oper oder Olympia vorhanden sind. Dass unser Krankenhaus schließt, ist eine politische Entscheidung und wir sagen wieder einmal deutlich, dass diese nicht in unserem Interesse getroffen wird.

Unter dem Motto „Leichenschmaus für Krankenhaus“ wollen wir bei der Kundgebung auf dem Bonifatiusplatz am Krankenhaus Groß-Sand zusammenkommen, uns austauschen, laut werden und gemeinsam für ein Krankenhaus in Wilhelmsburg einstehen. Bringt dazu gerne etwas zu essen mit, für einige Sitzgelegenheiten wird gesorgt sein.

Wir fordern:

  • ein vollwertiges Krankenhaus auf den Elbinseln mit Notfallversorgung, Chirurgie und stationären Angeboten
  • den Ausbau der ambulanten Versorgung
  • den Erhalt aller Arbeitsplätze im Krankenhaus Groß-Sand

Einen ausführlichen Beitrag zum Thema gibt es auf der Website des Vereins Zukunft Elbinsel Wilhelmsburg e. V.

Groß-Sand Hastanesi kalmalı!

Haziran ayında Groß-Sand Hastanesi kapatılacak. 350 çalışan işini kaybedecek; Hamburg’un güneyinde yaşayan yaklaşık 300.000 kişi ile ağır sanayi ve liman sektöründe çalışan çok sayıda insan, Hamburg’un güneyinde tam donanımlı acil servis hizmeti sunan tek bir hastaneye mahkum kalacak. Her köşesinde yetersiz sağlık hizmetlerinden etkilendiğimiz Wilhelmsburg‘da bu durumun sonuçları felaket olacaktır.

Groß-Sand‘ın kapatılması bizim için şu anlama geliyor: aşırı kalabalık acil servisler, uzun mesafeler ve çocuklu aileler, yaşlı yakınları olanlar, yakınların dil engeli olanlar ya da kronik hastalıkları olanlar için büyük zorluklar. Sanayi bölgesinde ve bitişiğindeki limanda 40.000‘den fazla kişi çalışıyor ve bu bölgede iş kazaları ya da trafik kazaları düzenli olarak gerçekleşiyor. Burada yaşayan ve çalışanlar yardıma daha geç ulaşacak ve bazıları için bu yardım belki de çok geç kalacak.

Ülke genelinde hastanelerin kapandığını ve sağlık hizmetlerinin genişletilmek yerine kısıtlandığını görüyoruz. Kira, benzin ve gıda fiyatları yükselirken, bunun bedelini sağlığımız ya da işimizle ödüyoruz. Aynı zamanda, Hamburg‘da Elbtower, Kühne Operası veya Olimpiyatlar gibi prestij projeleri için bol miktarda para bulunduğunu görüyoruz. Hastanemizin kapanması siyasi bir karardır ve biz bir kez daha açıkça söylüyoruz ki, bu karar bizim çıkarımıza uygun değildir.

“Hastane için taziye yemeği” sloganı altında, Groß-Sand Hastanesi’nin yanındaki Bonifatius Meydanı’nda düzenlenecek mitingde bir araya gelip fikir alışverişinde bulunmak, sesimizi duyurmak ve Wilhelmsburg’da bir hastane kurulması için birlikte mücadele etmek istiyoruz. Yanınızda yiyecek bir şeyler getirebilirsiniz; oturma yerleri sağlanacaktır.

Talep ediyoruz:

  • Elb Adaları’nda acil servis, cerrahi ve yatılı tedavi hizmetleri sunan tam donanımlı bir hastane
  • Ayakta tedavi hizmetlerinin genişletilmesi
  • Groß-Sand Hastanesindeki tüm işlerin korunması

10 Nisan, saat 17:00, Groß-Sand Hastanesi‘nin yanındaki 
Bonifatius Meydanı

5 Gedanken zu „Leichenschmaus für Krankenhaus

  1. Bravo zu den tollen Kommentaren hier. Ich hoffe auch sehr, dass die Katholische Kirche noch mehr Mitglieder verliert. Die SPD hat ja mit den letzten Wahlen schon ihre „Strafe“ bekommen, die ist überhaupt nicht mehr sozial und für die „kleinen“ Bürger da, wie es früher einmal war. Ich bin in Wilhelmsburg geboren und aufgewachsen – und schäme mich für die Entscheidung der Katholischen Kirche und die Politiker, die auch nichts ausrichten können.

  2. Wieder mal müssen die Bedürftigen leiden. Mich würde es nicht wundern, wenn es bald zu vermehrten Kirchenaustritten kommt. Es werden in Wilhelmsburg neue Wohnungen gebaut für Familien mit Kindern. Zwei neue Schulen kommen hinzu. Sollen alle, die krank werden, erst über die Elbbrücken oder nach Harburg? Es ist jeden Tag Stau in beide Richtungen und die Krankenhäuser sind überfüllt. Schwere Fälle werden dann vielleicht nicht glimpflich ausgehen. Der Slogan des Krankenhauses, Insel der Menschlichkeit, ist hier nur ein Spruch wo nichts dahinter steckt.
    Die Ärzte und das Pflegepersonal in Groß-Sand sind so top und motiviert und werden jetzt einfach entsorgt. Das Erzbistum sollte sich schämen, so wie sie das Krankenhaus runtergewirtschaftet haben. Der Senat muss hier was tun, damit keine Menschen zu Schaden kommen.

    Gruß Angelika

  3. Zur Schließung des Krankenhauses Groß Sand habe ich folgende Gedanken:
    Um wirkliche, dringend nötige Investitionen für die kleinen Leute drückt man sich mal wieder, lieber protzen mit Olympia und dem Elbtower, bei dem ja auch die Gier und der Größenwahn vorherrschte und viel versprochen wurde (letztlich ein Turmbau zu Babel …).
    Ich finde das Gefasel von Olympia – von rot-grün initiiert – einfach peinlich und kurzsichtig. Die Gier nach Geldern vom Bund ist unermesslich. Aber wer hat da letztlich wirklich etwas davon? Etwa WIR, z. B. auf der Elbinsel??? Es wird noch ein paar Luxushotels geben, und alle erhoffen sich riesige Gewinne. Es werden sicher ein paar Sportplätze mehr gebaut, manche werden nach Olympia verrotten, weil dann doch nicht der Bedarf da ist oder wieder kein Geld, um sie zu pflegen. Allerdings werden wir alle spüren, dass die Mieten steigen, wir alle noch schlechter neue Wohnungen finden und nur ein paar Superreiche mal wieder etwas davon haben, weil sie ihre Gewinne durch Olympia nochmal steigern können. Und ob wirklich so viele Arbeitsplätze – dauerhaft !! – geschaffen werden ist die Frage.
    Aber für solche Aktionen wird dann plötzlich vom Senat noch ein Notgroschen locker gemacht – schon alleine für die Werbung im Voraus und den ganzen Aufwand der Abstimmung.

    Wenn ich die riesigen Plakate z. T. mehrmals im Jahr und vor Wahlen wochenlang an den Bushaltestellen oder auch entlang der Linie 13 am Inselpark sehe, wird mir schlecht. Diese tollen Fotos, die mich animieren sollen, mich für die SPD zu begeistern – igitt!! Was haben die denn für uns getan, als es um Groß-Sand ging?? Ich war zufällig damals zwei Tage im Krankenhaus und habe mich mit der empörten Nachtschwester unterhalten. Diese angebliche Info-Veranstaltung soll ein Desaster gewesen sein, arrogantes Gerede von den SPD-Leuten und Versprechungen, die nicht eingehalten werden, viele Sprüche. Es war angeblich leicht zu durchschauen, dass man nur klein gehalten werden sollte bei dieser Veranstaltung. Die MitarbeiterInnen von Groß-Sand waren empört, wie man mir sagte. Da hat doch die Politik seit Jahren auf der ganzen Linie versagt – und nebenbei die katholische Kirche (die ja eigentlich für die Menschen da sein sollte) ebenso. Kein Ruhmesblatt für beide.

    Traurig, dass es immer nur um Selbstdarstellung und Außenwirkung geht, leider aber an den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt vorbei regiert wird. Es ist ja egal, wenn im Notarztwagen jemand stirbt, weil der Weg in die Stadt oder nach Harburg zu weit ist. Und wenn es kranken Menschen sehr schlecht geht und sie mit dem HVV (weil sie kein Geld für ein Taxi haben) vielleicht noch in der Nacht nach Harburg zur Notaufnahme fahren sollen, stört es ja auch niemanden im Rathaus. Auch die Kindergärten und Schulen in Wilhelmsburg, in denen Kinder sich immer mal Verletzungen zuziehen, können ja sehen, wie sie klarkommen. Es ist ja alles nicht so schlimm …

    Gabriele Sommer

  4. Seit Mitte 2025 sind 60.000 Wilhelmsburger*innen und 40.000 Arbeitnehmer*innen im Hamburger Hafen ohne eine lokale Notaufnahme, ohne Durchgangsarzt*ärztin und ohne Chirurgie. Und das auf einer Insel mit einer überaus störungsanfälligen verkehrlichen Anbindung. Nun geht es weiter. Es heißt ja, Wilhelmsburg ist ein junger Stadtteil, also braucht es auch keine Geriatrie und neurologische Frührehabilitation mehr, also werden sie auch zum 30. Juni 2026 geschlossen. Am 24. Juni 2025 erklärte Gesundheitssenatorin Melanie Schlotzhauer in Wilhelmsburg: „… Es kann eine gute Geschichte werden. Hoffentlich gelingt es, dass die Immobilie uns gehört. Meine Verantwortung nehme ich so wahr, dass ich den Standort mit einer Stadtteilklinik erhalten möchte. Dazu brauchen wir Zeit. Das Gebäude muss dann auch leer sein, bevor wir planen können. Bis zum 30. Juni 2026 ist noch die Geriatrie drin.“ – Falls die Stadt dann die Immobilie kaufen könne, rechnete die Senatorin damit, dass die Eröffnung der Stadtteilklinik 2027 machbar sei. Das stieß allerdings auf große Skepsis bei den Besucher*innen.

    Und die Skepsis der Wilhelmsburger*innen war sehr berechtigt. Seit 2021 laufen Verhandlungen zum Verkauf des Krankenhauses. Damals hatten die Evangelische Immanuel Albertinen Diakonie und die St. Franziskus-Stiftung Münster Interesse an der Übernahme von Groß-Sand im Verbund mit dem Marienkrankenhaus und dem Kinderkrankenhaus Wilhelmstift in Hamburg und dem Marienkrankenhaus in Lübeck.

    Seit fünf Jahren ist es nicht gelungen, das Erzbistum zu einem Verkauf an Interessierte zu bewegen, der auch im Sinne der Bevölkerung auf einer medizinisch total unterversorgten „Insel“ wäre. Es war daher überaus fraglich, wie das der Stadt gelingen würde.

    Ich wünsche allen Wilhelmsburger*innen gute Gesundheit.
    Henriette Bosse

  5. Moin liebe Redaktion,
    ich wollte auch mal meinen Frust loswerden und komme gerne am 10.04.26 zur Kundgebung. Was mich aber auch ärgert ist: kein Mensch regt sich über die Katholische Kirche auf. Die blockieren einen Verkauf nicht zum ersten Mal. Aber ein neues Pfarrhaus bauen … Dafür ist Geld da. Ich kann nur hoffen, dass viele Menschen aus der Kirche austreten. Glaube funktioniert auch ohne Kirche und Zwang. Und der Hamburger Senat hätte auch anders handeln können. Wo ein Wille ist ist auch ein Weg. Aber es sind ja nur wir Wilhelmsburger, die leiden. Nicht die Schickeria. Wir hätten gegen die Kirche auf die Straße gehen müssen. Ich hoffe, dass es zur Sprache kommt am 10.04.26
    So, lieben Gruß
    Renate Knoblich

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert