Und die ganze Vogelschar …

Für Kurzentschlossene: Auf den Spuren der Vögel im Wilden Wald. Ein Spaziergang durch den WiWa am Sonntag, 12. April 2026

Der Buntspecht steckt jetzt mit lautem Gehämmer sein Revier ab. Foto: pixabay

Plötzlich hören (und sehen) wir sie wieder überall: Vögel. Der Buntspecht ist schon seit Wochen im WiWa zugange: Toktoktoktoktoktoktoktoktoktokkk trommelt er auf die Hölzer: „Das wird mein Revier! Meins!“ Die anderen Standvögel – also jene, die den Winter hier verbracht haben – sind nun wieder mit Gesang und Rufen im Wald und am Kanal zu hören, vor allem früh morgens und abends, zum Beispiel Amseln, Meisen, Buchfinken und Rotkehlchen. Die seit Februar zurückkehrenden Zugvögel wie der Zilpzalp machen sich laut bemerkbar. Auch die Stare und Singdrosseln können jederzeit ankommen – vielleicht schon am Sonntag …? Der Kuckuck mit seinem charakteristischen Ruf wurde bereits gehört. Im Mai wird dann hoffentlich auch die Nachtigall wieder singen (nicht umsonst nennen manche Wilhelmsburger*innen den WiWa „Nachtigallenwald“).

Die perfekte Zeit für einen vogelkundlichen Rundgang. Denn noch stören wir niemanden beim Brüten, können aber eine Vielfalt von Stimmen und Geräuschen hören und unterschiedliche Verhaltensweisen beobachten. Wir erfahren, welche Vogelarten speziell im WiWa um diese Jahreszeit ihr (Brut- oder Jagd-)Revier finden, was sie kennzeichnet und warum sie auf ein Habitat wie den ungestört aufgewachsenen, wilden Pionierwald am Ernst-August-Kanal angewiesen sind.

Beim Vogelspaziergang mit Frederik Schawaller, Biologe und Ornithologe vom NABU Hamburg, wird auch deutlich, warum alle Vogelarten des Wilden Waldes, nicht nur die streng geschützten und seltenen (wie das Teichhuhn und der Gelbspötter), durch Umsiedlung oder kleine Schutzflächen im Rahmen von „Ausgleichsmaßnahmen“ keinesfalls gerettet werden könnten, wenn der WiWa tatsächlich gerodet würde.

Frühe Insektennahrung im WiWa. Das freut auch die Vögel … Foto: Waldretter*innen

Der Vogelspaziergang beginnt an der Provinzialbrücke und endet an der Mahnwache am Baumhaus (Honartsdeicher Weg). Dort gibt es mehr Infos und heiße Getränke.

Waldspaziergang „Und die ganze Vogelschar …“

Sonntag, 12. April 2026, 14 Uhr
Treffpunkt: Brücke Georg-Wilhelm-Straße/Ernst-August-Kanal, 21107 HH-Wilhelmsburg.

Kosten: Spende

Keine Anmeldung nötig!
Stellenweise keine Barrierefreiheit.

Mahnwache am Baumhaus: ab 13 Uhr
www.waldretter.de
info@waldretter.de

2 Gedanken zu „Und die ganze Vogelschar …

    1. Oh, wie schön! Ich hab noch keine gesehen. Die Vogelzüge sind doch IMMER was Besonderes, jedes Mal aufs Neue … Und die Stare sowieso, denn auch sie werden insgesamt seltener. Ich erinnere mich, in meiner Kindheit wurde der Himmel ganz dunkel, wenn einer von diesen endlosen, riesengroßen Starenschwärmen kam.

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Sigrun Clausen

Themen in Worte fassen und Schreiben um der Sprache selbst willen - beides macht sie mit großer Freude. Oft geht es in ihren Texten um das Spannungsfeld von Natur und Kultur. Zur Zeit beschäftigt sie sich vor allem mit der Entstehung von Landschaften und der Lebensweise von Pflanzen. Neben dem Schreiben ist ihr politisches Handeln wichtig.

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