Soziale Netzwerke und Widerstand in Zeiten des Rechtsrucks

Mit „shifting in/tension/s“ zeigt das Atelierhaus 23 eine internationale interaktive Kunst-Installation. Die Vernissage findet am 28. August 2025 um 18 Uhr statt

Eddie de Goër: „Handgeknüpfte Netze werden zu Werkzeugen kollektiver Reflexion …“. Foto: Eddie de Goër

Ulrike Kaune/Atelierhaus 23. Die Galerie 23 im Atelierhaus 23 präsentiert mit der Ausstellung „shifting in/tension/s“ ein kraftvolles und berührendes Projekt der internationalen Künstler*innen Zoé Champagne (Deutschland/Frankreich) und Eddie de Goër (Frankreich). Vom 28. August bis 14. September 2025 verwandeln sie den Ausstellungsraum in eine interaktive Installation aus Zeichnungen, Audioaufnahmen und handgeknüpften Netzen – ein kollektives Archiv zwischen Kunst, Aktivismus und intimer Reflexion.

Ein künstlerischer Appell für Solidarität und Resilienz

Als weiße, queere Personen setzen sich Champagne und de Goër mit den Auswirkungen des europaweiten Rechtsrucks auf soziale Beziehungen marginalisierter Gruppen auseinander. Im Zentrum stehen dabei Fragen wie: Wie viel Spannung können wir kollektiv tragen? Wie wirken soziale Beziehungen als Schutznetz – oder eben nicht? Die Ausstellung lädt Besucher*innen dazu ein, Teil eines offenen, wachsenden Archivs zu werden. Sie können Gedanken, Skizzen und Beiträge hinterlassen – oder direkt an den gespannten Netzen weiterknüpfen, die als Metapher für menschliche Verbindungen und ihre Belastbarkeit dienen. „Shifting in/tension/s“ ist mehr als eine Ausstellung: Sie ist ein Angebot zur Begegnung, zum Austausch – und ein künstlerischer Appell für Solidarität und Resilienz in polarisierten Zeiten.

„Zeichnungen aus (Fern-)Freundinnenschaften, die als zarte Bündnisse gegen gesellschaftlichen Druck gelesen werden können …“ von Zoé Champagne. Foto: Zoé Champagne

Die Künstler*innen

Zoé Champagne (geb. 1996, Hamburg/Paris) verbindet in ihren interdisziplinären Arbeiten künstlerische Praxis mit kulturwissenschaftlichen Analysen. Die Soundinstallation in der Ausstellung basiert auf intimen Gesprächsspuren und Zeichnungen aus (Fern-)Freundinnenschaften, die als zarte Bündnisse gegen gesellschaftlichen Druck gelesen werden können. Champagne hat Politikwissenschaft in Paris sowie Kulturwissenschaft in Bremen und Paris studiert und ist als Drag-Performer*in „Coucou Cherry“ Teil des Kollektivs NipSlips.

Eddie de Goër (geb. 1995, Clermont-Ferrand) untersucht in seinen installativen Arbeiten Spannungsverhältnisse zwischen Verbindung, Trennung und Schutz. Handgeknüpfte Netze werden zu Werkzeugen kollektiver Reflexion und öffnen Räume der Interaktion. De Goër hat Kunst in Mulhouse und Bremen studiert und ist Teil des Hamburger Kollektivs Crip Art Now!.

Ausstellung „shifting in/tension/s“
Galerie 23 im Atelierhaus 23
Am Veringhof 23
21059 Hamburg
Instagram: @nipslips_drag
Weitere Informationen auf Anfrage: pr@atelierhaus23.de

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