Der Naturschutzbund Hamburg (NABU) bittet um Verzicht auf privates Silvesterfeuerwerk. Vögel, Wildtiere und Menschen leiden unter der lauten Knallerei

Bunte Feuerräder, zischende Raketen und krachende Böller: Feuerwerk gehört für viele Menschen an Silvester und anderen Festen dazu. Rund 43.000 Tonnen Feuerwerkskörper werden allein in diesem Jahr nach Deutschland transportiert. Der NABU bittet alle Hamburger*innen, auf privates Feuerwerk zu Silvester zu verzichten. Grundsätzlich setzt sich der NABU dafür ein, dass Feuerwerke in der Hansestadt zukünftig im gesamten Jahresverlauf deutlich reduziert werden sollten. Denn auch in der Gesellschaft ist das Bewusstsein für die negativen Auswirkungen von Feuerwerk schon länger präsent. Unter dem Hashtag #böllerciao hat sich gerade ein breites gesellschaftliches Bündnis für ein Verbot privater Feuerwerke gebildet. Dazu kann auch eine Petition unterzeichnet werden.
Mehrheit der Deutschen wünscht sich ein Verbot privater Feuerwerke
Eine aktuelle, repräsentative Umfrage von YouGov kam erneut zum Ergebnis, dass es gesellschaftliche Mehrheiten für ein Verbot von privatem Feuerwerk gibt. So sprachen sich 24 Prozent der Befragten für ein vollständiges Verbot von Silvesterfeuerwerk aus. Weitere 34 Prozent würden ausschließlich organisierte, öffentliche Feuerwerke zulassen. Fast ein Drittel (29 Prozent) befürwortet lokale Böller-Verbotszonen. Nur neun Prozent wünschen sich Silvester ganz ohne Einschränkungen.

Diese Ergebnisse zeigen deutlich: Die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland steht hinter einer deutlichen Reduzierung privater Feuerwerke. In den Niederlanden ist man schon weiter. Ab dem Jahreswechsel 2026/2027 ist bei unseren Nachbarn privates Feuerwerk vollständig verboten.
Diesjähriges zentrales Feuerwerk in Hamburg ist ein Schritt in die richtige Richtung
Im Zusammenhang mit der erstmals in Hamburg stattfindenden ZDF-Silvestershow begrüßt der NABU, dass dort ein zentrales, professionell organisiertes Feuerwerk geplant ist. Auch wenn eine Licht- und Drohnenshow die umweltfreundlichere Alternative gewesen wäre, sieht der NABU in dieser Lösung einen Kompromiss, der einen Schritt in die richtige Richtung darstellt. „Zentrale Veranstaltungen zu Silvester können dazu beitragen, die Menge an privatem Feuerwerk deutlich zu reduzieren. Lieber ein großes zentrales Feuerwerk als zehntausend kleine vor der Haustür. Das ist für Natur, Tiere und Anwohnerinnen und Anwohner allemal besser“, sagt Malte Siegert, Vorsitzender des NABU Hamburg.
Die Konzentration auf einen bestimmten Ort reduziert Müll und Lärm. So kann das neue Jahr umwelt- und naturfreundlicher begrüßt werden. Und gleichzeitig ist der Verzicht auf privates Feuerwerk auch ein konkreter Beitrag zum Artenschutz. „Wenn wir die biologische Vielfalt erhalten und schützen wollen, müssen wir auch liebgewonnene kulturelle Rituale hinterfragen und auch mal ändern“, so Siegert weiter.
Feinstaub, Müll und lebensbedrohlicher Stress für Tiere
Feuerwerke belasten Umwelt und Natur in erheblichem Maße. So bringt vor allem Silvester jedes Jahr starke Feinstaubbelastung und enorme Müllmengen mit sich. Auch die Beeinträchtigungen für Wild- und Haustiere sind erheblich. „Bei Vögeln löst der heftige Lärm den Fluchtreflex aus. Sie fliehen in große Höhen, landen für lange Zeit nicht und kehren nur zögerlich zu ihren Rast- und Schlafplätzen zurück. Dadurch verbrauchen sie viel Energie, mit der sie besonders in der kalten Jahreszeit sehr sorgsam umgehen müssen. Energieverlust und Stress kann schnell lebensbedrohend werden. Feuerwerke während der Brutzeit können wiederum dazu führen, dass Vögel ihre Nester aufgeben und es keine Nachkommen gibt“, sagt Marco Sommerfeld, Vogelschutzexperte beim NABU Hamburg.
Mehr Infos:
Standpunktpapier des NABU-Bundesverbandes zum Thema Feuerwerk
YouGov-Umfrage

