Die IBA Hamburg informierte im Bürgerhaus Wilhelmsburg über die Zeitpläne der drei neuen Quartiere Rathausviertel, Elbinselquartier und Spreehafenviertel

Im jährlichen Projektdialog der IBA Hamburg GmbH am 12. November 2025 im Bürgerhaus Wilhelmsburg berichteten die Vortragenden stolz von dem ersten Spatenstich für die geplanten Quartiere am Vortag auf der Achse der alten Wilhelmsburger Reichsstraße. Das erste Bauprojekt ist das Rathausviertel, östlich vom Bürgerhaus Wilhelmsburg. Dort sind die vorbereitenden Maßnahmen abgeschlossen. Jetzt wird der Damm der alten Wilhelmsburger Reichsstraße abgetragen und 75.000 Kubikmeter Sand umverteilt, um den weichen Boden für den Hochbau vorzubereiten. Im Herbst 2026 soll mit dem Brücken-, Siel- und Leitungsbau begonnen werden. Der Bau der ersten Häuser ist für Ende 2027 geplant, und wenn nichts dazwischenkommt, können dann 2029 die ersten Menschen einziehen. Alle wünschten für die Zukunft eine „hoffentlich unfallfreie Baustelle“. Das Rathausviertel ist ein Pilotprojekt, in dem die Erkenntnisse des neuen Hamburg Standards zum kostenreduzierten Bauen umgesetzt werden sollen. Über 50 Prozent der circa 1.600 Wohneinheiten werden nach dem 1., 2. und 3. Förderweg vergeben.
Wann wird was passieren?

Den Bericht zum Planungsstand stellte Christian Hinz, auf dem IBA-Dialog vor. Danach berichtete Michael Mathe anhand einer Powerpoint-Präsentation über das Bebauungsplanverfahren. Nach dem Rathausviertel geht es mit dem Elbinselquartier Nord weiter. Dort beginnt 2026 die Flächenvorbereitung. Ab 2028 wird dann mit dem Bau der Häuser begonnen. Die Planungen für das Elbinselquartier wurden in zwei Abschnitte geteilt, weil die Sicherstellung eines verträglichen Nebeneinanders von Wohnen und Gewerbe und Industrie im südlichen Elbinselquartier intensiver Gespräche mit den Betrieben und Grundeigentümern bedarf. Die Wohnunterkunft Vogelhüttendeich hat eine Betriebsverlängerung bis Herbst 2026. Das neue Vereinsheim für den Wilhelmsburger Ruder Club soll im Herbst 2026 fertig sein. Für das Spreehafenviertel (Bebauungsplan 102) beginnt 2026 das Bebauungsplanverfahren, 2027 folgt die Erschließung und ab 2030 sollen dann die Häuser gebaut werden.
Bei den anschließenden Fragen aus dem Publikum kritisierte ein Besucher dass die Fällgenehmigung für eine Fläche von 800 Quadratmetern an der Schlenzigstraße nicht erwähnt wurde. Diese Fläche wurde einer Firma gegen einen kleinen Zipfel, der für Sportanlagen im Spreehafenviertel genutzt werden soll, im Tausch angeboten. Michael Mathe antwortete, dass laut Baumsachverständigen keine wertvollen Bäume auf dieser Fläche wüchsen. Bemängelt wurde weiter, dass Ausgleichsmaßnahmen nicht in der Nähe, sondern 60 Kilometer entfernt geplant würden. Dazu konnte Michael Mathe nichts sagen. Eine Besucherin erklärte, dass es im Gebiet der Dratelnstraße stinken würde, seitdem dort gebaut würde. Zu dieser Frage verwies Michael Mathe auf das Geruchsgutachten vom April dieses Jahres. Es gäbe ein Geruchsminderungskonzept für die ganze Nord-Süd-Achse. Es werde mit den Firmen gesprochen, um richtige Maßnahmen zu treffen.
Sorgen machten sich die Besucher*innen auch um den Öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV), der ohnehin schon überlastet sei. Der Weiterbau der U4 benötige mindestens noch 10 Jahre. Aber Michael Mathe beruhigte: „Jetzt ist der Anfang mit dem Rathausviertel gemacht. Das gesamte Projekt umfasst insgesamt 12 Baufelder mit 4.800 Wohneinheiten. Die Menschen kommen nicht so schnell. Das Rathausviertel ist besonders einfach. Ein HVV-Anschluss wird erwartet. Die Hochbahn macht Machbarkeitsstudien. Die U-Bahn-Verlängerung ist zwingend. Für das Spreehafenviertel gibt es keine Zeitschiene für die Bebauungsplan-Auslegung.“
Für den direkten Austausch über die einzelnen Quartiere waren Tische aufgebaut. Beim Elbinselquartier ging es um den schnellen Radweg und eine mögliche Gefahr für die Schüler*innen des neuen Schulcampus. Im Rathausviertel ist ein großer Teil der Grundstücke schon vermietet an Baugemeinschaften. Der bestehende Radschnellweg soll verbreitert werden. Auch nach Ärzten und Ärztinnen wurde gefragt. Die IBA hat aber darauf keinen Einfluss. Am Tisch Spreehafenviertel gab es die heißeste Diskussion. Es ging um die Geschichte (während der Flutkatastrophe 1962 gab es hier die meisten Toten). Es wurde gefragt, warum hier nicht der Wald erhalten bleiben könne, warum hier überhaupt gebaut werden müsse. Es wurde auf die Auswirkungen für die Gesundheit der Anwohner*innen hingewiesen, wenn der Wald als Naherholungsgebiet vernichtet würde.

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