Gastautorin Angela Wolf hat schon mehrfach an den Mahnwachen gegen die Vernichtung des Wilden Waldes (WiWa) teilgenommen. Hier beschreibt sie ihre Eindrücke. Eine Einladung an alle, nächsten Dienstag, ab 7 Uhr, die Natur zu genießen

Ab 7.00 Uhr, dienstags, mit Sonnenaufgang. Die Mahnwache am WiWa, Schlenzigstraße, ist eine bezaubernde Gelegenheit, in guter Gesellschaft mit selbst mitgebrachtem Heißgetränk in den Tag zu starten. Und Natur, Wetter und unsere Position im Universum wahrzunehmen – die Vögel zwitschern, die Zehen werden kälter, und ich sehe am 30. Dezember 2025 etwas verwirrt, dass die Sonne jetzt immer noch morgens von Tag zu Tag etwas später aufgeht – war mir bislang nie aufgefallen war.
Gemahnt wird, weil dieser Wald bedroht ist. Von vielen geliebt, von manchen noch gar nicht entdeckt, droht ihm die Rodung. Eines von vier Baugebieten ist ausgerechnet hierhin geplant worden – obwohl der Pionier-, Sukzessions- und Auwald zum Kühlen der Umgegend, zum Leben für Vögel, Fledermäuse und Amphibien, zum Schutz vor Hafenlärm, als Lernort für Kindergartenkinder und zum Erholen für alle so wichtig ist. Nicht zuletzt natürlich, weil jeder Baum zählt als natürlicher CO₂-Speicher. Der Bebauungsplan ist noch nicht beschlossen, aber die Stadt Hamburg hat einer benachbarten Firma ein Teilstück von 800 Quadratmetern im Tausch gegen ein anderes, kleineres Gebiet angeboten. Hier ist deshalb eine Rodung zu befürchten.
Viele Gründe, zur Mahnwache und auch sonst im WiWa vorbeizuschauen, diese ruhige Insel auf der Elbinsel zu genießen und sie zu beschützen. Nicht nur, damit wir auch morgen noch stilvoll Kaffee trinken können!


