Amphibienschutz im Inselpark Wilhelmsburg: Schutzzaun steht

Freiwillige, Inselpark und BUND sichern Wanderroute für Kröten, Frösche und Molche

BUND Hamburg. Im Wilhelmsburger Inselpark steht der Amphibienschutzzaun für die diesjährige Krötenwanderung. Gemeinsam mit Freiwilligen und mit Unterstützung des Inselparks hat der BUND Hamburg am vergangenen Wochenende einen rund einen Kilometer langen Schutzzaun entlang der wichtigsten Wanderstrecken aufgebaut. Er soll Erdkröten, Frösche und Molche davor bewahren, auf ihrem Weg zu ihren Laichgewässern überfahren zu werden.

Auch im Inselpark müssen die Tiere auf ihrer Frühjahrswanderung Wege und Straßen überqueren. Besonders der Fahrradschnellweg und die Straße Hauland stellen für die langsam wandernden Amphibien ein erhebliches Risiko dar. In den vergangenen Jahren sind hier immer wieder Tiere unter die Räder geraten, obwohl die Strecke vergleichsweise wenig befahren ist.

Ca. 10 Menschen bauen einen ca. 50-cm-hohen-Textilzaun am Straßenrand auf. Foto: Im Vordergrund steht eine Schubkarre mit dem aufgewickelten Zaun Heinz_Brossolat/BUND HH
Viele Helfer*innen und ein laaaaanger Zaun.
Foto: Heinz Brossolat/BUND HH

Der Schutzzaun sorgt dafür, dass die Amphibien entlang der Barriere zu Sammelstellen geleitet werden. Dort können sie von Helferinnen und Helfern sicher über die Straße getragen werden. Schon im vergangenen Jahr konnten auf diese Weise mehr als tausend Tiere vor dem Tod im Straßenverkehr bewahrt werden.

„Jede gerettete Kröte und jeder gerettete Frosch zählt. Amphibien gehören zu den am stärksten bedrohten Tiergruppen in Deutschland und weltweit. Auch in Hamburg gehen ihre Bestände vielerorts zurück. Lebensräume verschwinden oder trocknen häufiger aus, Gewässer werden isoliert und Straßen zerschneiden Wanderwege. Deshalb sind konkrete Schutzmaßnahmen wie hier im Inselpark so wichtig.“
Dr. Gisela Bertram, stellvertretende Landesvorsitzende des BUND Hamburg.

Viele Amphibienarten kehren jedes Jahr zu genau dem Gewässer zurück, in dem sie geschlüpft sind. Auf diesem Weg müssen sie häufig Straßen oder Wege überqueren. Ohne Schutzmaßnahmen endet diese Wanderung für zahlreiche Tiere tödlich.
Der Rückgang von Fröschen, Kröten und Molchen hat weitreichende Folgen für ganze Ökosysteme. Amphibien sind wichtige Glieder der Nahrungskette und helfen unter anderem dabei, Insektenpopulationen zu regulieren. Ihr Zustand gilt daher auch als wichtiger Indikator für die Gesundheit von Landschaften und Gewässern.

Der BUND Hamburg dankt den vielen Freiwilligen sowie dem Inselpark-Team für die Unterstützung beim Aufbau des Zauns und der BUKEA für Unterstützung der Organisation. Ohne dieses Engagement wäre der Schutz der Amphibien vor Ort nicht möglich.
Auch in den kommenden Wochen werden Helferinnen und Helfer benötigt, um die Tiere während ihrer Wanderung sicher über die Straßen zu bringen. Interessierte melden sich bitte beim BUND Hamburg unter inselkroeten@gmail.com.

Achtung! Auch auf anderen Straßen und Wegen sind Kröten und Frösche unterwegs. In Gefahr sind die nützlichen Tiere überall dort, wo zwischen ihren Winterquartieren und dem Graben, in dem sie laichen, eine Straße oder ein Weg ist. Radfahrer*innen und Autofahrer*innen helfen, wenn sie aufmerksam auf solchen Wegen unterwegs sind.
Naturfreund*innen haben vielleicht sogar einen Handschuh oder ein Schäufelchen dabei, um den Tieren über die Straße zu helfen.

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