Das Elbinselmuseum geht seiner Vollendung entgegen. In einer Dauerausstellung wird an die schwerste Katastrophe in Hamburg nach dem 2. Weltkrieg erinnert
Nach der Begrüßung der Ehrengäste und Vertreter*innen der Hilfsorganisationen (WIR 4.2.26) übergab Michael Weinreich (MdHB), Vorsitzender des Regionalausschusses Wilhelmsburg/Veddel/Kleiner Grasbrook, das Mikrofon an Finanzsenator Dr. Andreas Dressel.

Andreas Dressel würdigte diesen besonderen Ort und den besonderen Zeitpunkt. Jetzt geht die Sanierung des Museums dem Ende entgegen und das erste Stockwerk kann besichtigt werden. Eine kleine Fotoausstellung weist auf die zukünftige Flutausstellung hin. Das Museum soll ein würdiger Ort werden, um an die furchtbare Nacht vom 16. auf den 17. Februar 1962 zu erinnern.
Damals kamen in ganz Hamburg 315 Menschen ums Leben, 222 davon auf Wilhelmsburg, und viele wurden obdachlos. Andreas Dressel erinnerte an den damaligen Innensenator Helmut Schmidt, der schnell und unbürokratisch Hilfe organisierte sowie an die vielen ehrenamtlichen Rettungskräfte. Aber dieser Februar 1962 hat nicht nur das Schicksal der Stadt und vieler Menschen geprägt, sondern war auch ein Wendepunkt für den Hochwasserschutz, dem seitdem ein ganz anderer Stellenwert beigemessen wird. Der Senator wörtlich: „Wir müssen alles tun, damit wir immer auf der Höhe der Zeit sind.“
Hamburg investiert in Erinnerung und Zukunft
Im sanierten Museum wird die Dauerausstellung zur Sturmflut 1962 einen großen Raum einnehmen, aber natürlich zeigt das Museum auch nach der Sanierung die Geschichte der Elbinseln. Hamburg hat für die Sanierung des Museums 6,3 Millionen Euro ausgegeben und jetzt noch einmal 750.000 Euro für die Sanierung des Nebengebäudes zugesagt. Jetzt kommen noch Restarbeiten und dann soll das Museum im zweiten Quartal 2026 übergeben werden. Dann folgt die weitere Ausgestaltung im Inneren.
Ein Ort des Gedenkens – und der Zukunft
Michael Weinreich lobte die umfangreichen Sanierungsarbeiten und meinte: „Hier ist wirklich etwas getan worden, damit wir eine Bausubstanz haben, so dass dieses Gebäude wirklich auch noch mehrere hundert Jahre hier stehen wird.“
Für den Vorsitzenden des Museumsvereins, Gerd Nitzsche, ist es neben dem Gedenken auch ein freudiger Tag. Er erzählte von den ersten Überlegungen, neue Fenster einzubauen, und wie es dann zu dieser umfangreichen Sanierung kam. Das Museum ist zwar noch nicht offiziell eröffnet, aber der erste Stock kann präsentiert werden. Das Museum wird sich in Kürze mit Ausstellungsstücken füllen. Er findet es richtig, dass in Zukunft der Gedenktag beim Museum stattfindet.
Pastor Dr. Malte Detje von der Kreuzkirche wünschte dem Museum, dass es nicht nur ein Ort ist, wo wir an vergangene Tage denken, indem wir sie nostalgisch verklären oder in ihrem Schmerz versinken, sondern, dass dieses Museum ein Ort der Vergegenwärtigung wird, an dem die Vergangenheit uns Aufgaben für die Gegenwart gibt und Hoffnung auf eine Zukunft, die wir mitgestalten. Die Gedenkfeier endete mit einer Schweigeminute und dem gemeinsamen Beten des Vaterunsers.

