Vor 64 Jahren starben bei der Großen Sturmflut in Wilhelmsburg 224 Menschen. Im Februar gibt es mehrere Veranstaltungen, die an die Gestorbenen und die Flut erinnern
Die Wilhelmsburger Gedenkfeier wird geleitet vom Vorsitzenden des Regionalausschusses Wilhelmsburg/Veddel/Kleiner Grasbrook, Michael Weinreich (MdHB), der auch die Gedenkrede halten wird. In diesem Jahr, an diesem neuen Ort, werden als Gäste erwartet: Finanzsenator Dr. Andreas Dressel, Bezirksamtschef Ralf Neubauer, Regionalbeauftragter Martin Rietz, Gerd Nitzsche, Vorsitzender des Museumsvereins, Gemeindepastor Dr. Malte Detjen und Vertreter*innen der Geschäftsführung der Sprinkenhof AG. Traditionell sind Delegationen der lokalen Rettungskräfte vor Ort, darunter die Freiwilligen Feuerwehren Kirchdorf, Moorwerder und Wilhelmsburg, die Deichwacht Wilhelmsburg, die DLRG und die Rettungshundestaffel Hamburg-Harburg. Der Gedenkveranstaltung wohnen außerdem der Vorsitzende des Wasserverbands Wilhelmsburger-Osten, Dittmar Loose, und der Deichvogt Henning Cordes bei. Das Entzünden der Feuerschale und eine darauffolgende Schweigeminute sind Höhepunkt und Abschluss der Gedenkveranstaltung.

Die jährliche Wilhelmsburger Gedenkfeier ist die größte Veranstaltung zum Gedenken der insgesamt 315 Opfer der Sturmflut von 1962. Das MEW wird nach Abschluss der Sanierungsarbeiten die erste Dauerausstellung über diese verheerende Naturkatastrophe beherbergen, die Hamburg nachhaltig geprägt hat. Da die Sanierung des Erdgeschosses bereits weit vorangeschritten ist, wird es der Öffentlichkeit im Anschluss an die diesjährige Gedenkveranstaltung möglich sein, diesen Teil des Museums erstmals zu besichtigen. Die Gäste erwarten Speisen und Getränke und eine kleine Bilderausstellung zur Flutkatastrophe und ein Filmbeitrag.
Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.
Flutopfer-Treffen der ehemaligen Bürger*innen der Stadtteile Waltershof und Dradenau
Ehemalige Bürger*innen der Stadtteile Waltershof und Dradenau erinnern sich am 21. Februar 2026 im Seemannsclub Duckdalben an den „Blanken Hans“, und dieses Mal sind Vertreter*innen einer Initiative aus Wilhelmsburg dabei, die sich für eine Gedenkstätte für die 224 Flutopfer der Elbinsel einsetzt. Die Initiative schlägt ein Denkmal am Deich am Spreehafen/Harburger Chausee vor. Dieses Projekt wurde im Dezember 2025 in der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte beraten. Die Geschichtswerkstatt Wilhelmsburg & Hafen schlägt vor, Gedenkplaketten anbringen zu lassen. Jede soll den Namen, das Sterbealter sowie das Logo der Flutmarke von 1962 tragen. Die 224 Plaketten nennen die Flutopfer sowie die verstorbenen Helfer. Für eine hamburgweite Leuchtturm-Erinnerungsstätte plädiert Johannes Tönnies, Sturmflutgemeinschaft von 1962/76. Er tritt dafür ein, dass das Museum Elbinsel Wilhelmsburg zu Hamburgs erstem Flutmuseum wird.
Zu den individuellen Schicksalen liest Ditha Günther, Biografie-Werkstatt Farmsen-Berne.
Rundgang durch den Wilhelmsburger Westen
Anlässlich des 64. Jahrestags der Sturmflut von 1962 bietet Geschichtswerkstatt Wilhelmsburg und Hafen einen Rundgang durch den Wilhelmsburger Westen an.
Nach der schweren Sturmflut 1962 zeichnete der damalige Ortsamtsleiter Hermann Westphal seine Erlebnisse in den Tagen der Flutnacht auf. Der Rundgang führt von „seinem“ ehemaligen Rathaus, entlang der ehemaligen Wilhelmsburger Reichsstraße und Wilhelmsburger Kleingartenkolonien und damit in jene Bereiche, in denen während der Jahrhundertflut die meisten Todesopfer zu beklagen waren führt in Richtung Spreehafen. An einen der Orte wo das Wasser ungehindert in das Viertel gelaufen ist.
Lesung der Zitate von Hermann Westphal: Marco Moreno, Oliver Menk & Ulrich Kodjo Wendt
Musikalische Begleitung: Ulrich Kodjo Wendt
Treffpunkt 18 Uhr am ehemaligen Rathaus, Mengestrasse 19. Der Rundgang ist kostenfrei.
Die Dauer beträgt etwa 75 Minuten; der Rundgang endet am Klütjenfelder Hauptdeich.
Hintergrund
In der Nacht vom 16. auf den 17. Februar traf eine außergewöhnlich schwere Sturmflut – ausgelöst durch das Okantief „Vincinette“ – die norddeutsche Küste. Über die Elbe erreichte sie Hamburg, besonders Wilhelmsburg. Hier brachen Deiche an 60 Stellen. 224 Menschen starben. Die Siedlungen Waltershof und Dradenau wurden derart zerstört, dass sie anschließend weitgehend aufgegeben wurden und viele Bewohner*innen umsiedeln mussten. Insgesamt starben 340 Menschen, 315 in Hamburg, 43 aus Waltershof. 20.000 Menschen wurden obdachlos.
Vor dem Museum Elbinsel Wilhelmsburg, Kirchdorfer Straße 163
Gedenkfeier am Mo., 16. Februar 2026, um 18.00 Uhr
Seemannsclub DUCKDALBEN, Zellmannstraße 16
Flutopfer-Treffen am Sa., 21. Februar 2026, ab 11.00 Uhr
Wilhelmsburger Rathaus, Mengestrasse 19
Rundgang am 16. Februar 2026, um 18 Uhr
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