Seit 22. April 2026 werden in Hamburg nach und nach die Brief-wahlunterlagen verschickt. Bis zum 31. Mai haben Bürger*innen ab 16 Jahren die Möglichkeit abzustimmen. Leider aber nur Hamburger*innen mit deutscher Staatsangehörigkeit
Wer nicht per Briefwahl abstimmen möchte, kann dies am 31. Mai 2026 auch vor Ort tun: in einer der 178 Abstimmungsstellen. Die Stimmen werden am Sonntag, 31. Mai 2026, ausgezählt. Im Laufe des Abends erfolgt die Ergebnisermittlung und die Bekanntgabe des vorläufigen Ergebnisses.
Landeswahlleiter Oliver Rudolf: „Moin Hamburg: Will die Stadt die Olympischen und Paralympischen Spiele ausrichten? Die Entscheidung liegt in Ihren Händen. Nehmen sie Ihr Stimmrecht wahr, für ein starkes und klares Votum.“
Florian Berndt-Lilienthal, Leiter des Deutsche Post Briefzentrums Altona: „Unser Briefzentrum in Hamburg läuft derzeit auf Hochtouren. Wir sind startklar, alle Unterlagen für das Olympia-Referendum termingerecht und zuverlässig zuzustellen.“
Abstimmungen sind demokratisch
Wahlen und Abstimmungen sind das Fundament der Demokratie. Deshalb finden WIR, dass alle, die wahlberechtigt sind, auch abstimmen sollten. Wir haben eine Pro-und-Contra-Liste gemacht, die dabei helfen soll.
Contra
Die Kosten sind künstlich kleingerechnet, die Kalkulation ist unseriös, intransparent. Es fehlen u. a. die Kosten für die Sicherheit (in Paris 2024 1,7 Milliarden Euro) und die Berücksichtigung der erwartbaren inflationsbedingten Kostensteigerungen
Hamburg gilt als Stauhauptstadt und dies liegt auch an der hohen Anzahl an Baustellen. Zahlreiche baufällige Brücken, der Bau und Ausbau von A7, A1 und A26-Ost. Zahlreiche Großprojekte wie Elbtower, Oper, A7 Deckel und U-Bahn Ausbau und Verbesserung der Infrastruktur für Radfahrer*innen behindern den Autoverkehr und belasten die Nerven der Bürger*innen. Vor Olympischen Spielen würden Baustellen noch mehr zunehmen!
Übertourismus. Schon jetzt ist in einigen Bereichen der Innenstadt oft kein Durchkommen, wegen riesiger Touristenmengen. Um die Kosten für die Spiele zumindest teilweise wieder „einzuspielen“, braucht Hamburg diese zusätzlichen Tourist*innen auch. Gleichzeitig ist sehr interessant, was der Tourismusverband gerade zu jenen gesagt hat, welche diese Befürchtungen bezüglich „Übertourismus“ geäußert hatten: Es soll gar nicht zu Übertourismus kommen, weil wegen Olympia genügend Menschen wegbleiben werden. Aha. Und wer zahlt dann die Zeche, wenn gar nicht mehr Besucher*innen kommen?
Inklusion wird laut einem Mitglied des Inklusionsbeirates Eimsbüttel vorgeschoben. Inklusion ist ein Recht. Auch ohne Olympia. Für die Paralympischen Spiele ist es plötzlich möglich, die Stadt barrierefrei umzugestalten.
Bei allen Spielen der jüngeren Vergangenheit kam es zu hohen Mieten, ärmere Bewohner*innen wurden durch Olympia verdrängt.
Massive Sicherheitsauflagen während der Spiele würden Überwachung erhöhen und bürgerliche Freiheiten temporär einschränken; nach den Spielen könnte die dann bereits bestehende Sicherheitsinfrastruktur missbraucht werden.
Pro
Der Senat erhofft sich durch Olympia einen Imagegewinn für die Stadt. Bei Olympia steht der Austragungsort im Mitttelpunkt, vor einem weltweiten Publikum. Dadurch werden auch viele Touristen in die Stadt kommen, was auch die Hotel- und Gastronomiebranche freuen dürfte (Siehe Contra > Übertourismus).
Die Politik erhofft sich viele Fördergelder des Bundes für die Stadt. Infrastrukturausbau, barrierefreie Umgestaltung, neue Sportstätten, Fussballarena für Olympia und den HSV, sind nur einige Projekte die für Olympische Spiele gebaut werden sollen.
Es wird mit „Spielen angepasst an die Stadt“ geworben. So sollen keine riesigen Sportstätten gebaut werden, sondern bereits bestehende Sporthallen und -plätze saniert und modernisiert werden, damit sie für die Olympischen Spiele genutzt werden können. Ein Beispiel ist das Tennis-Stadion am Rothenbaum, das dann für ATP Turniere benutzt werden kann. Damit wäre auch dem Breitensport geholfen. Ein lokales Beispiel auf den Elbinseln ist die Sporthalle der Berufsschule Dratelnstraße in Wilhelmsburg, die für den Handballverein SG Wilhelmsburg elementar wichtig ist. Dort sollen die olympischen Wettkämpfe im Handball stattfinden.


