Die Wilhelmsburger Geschichte – Erinnerungen austauschen

Besucher*innen des Museums auf Wanderschaft und des Wilhelmsburger Insel-Klönschnacks treffen sich seit Februar 2024 einmal im Monat im Gemeindehaus der Kreuzkirche und laden Interessierte herzlich zum Austausch über die Wilhelmsburger Geschichte ein

Eine bunte Runde um einen hölzernen Kaffeetisch
Die Runde freut sich über weitere Geschichtsinteressierte.
Fotos von alten Bildern des Museums: M. Groß

WIR besuchten das Treffen am Mittwoch, 28. Januar 2026. An diesem Nachmittag war das Thema „Schulen auf Wilhelmsburg“. Aber erst einmal gab es Ständchen für zwei „Geburtstagskinder“. Es geht vor allem um Geschichte in diesem Kreis, auch die Geselligkeit kommt nicht zu kurz. Zu der guten Laune trugen auch die leckeren Kekse und der Apfelkuchen bei, die diesmal Kerstin Lübbert gebacken hatte.

Die Treffen dienen in erster Linie dem Austausch über die Geschichte von Wilhelmsburg. Das Museum auf Wanderschaft haben Anke Holtmann, Elke Leppin und Angelika Pasch ins Leben gerufen nachdem klar war, dass das Museum Elbinsel Wilhelmsburg in der Kirchdorfer Straße für Jahre wegen der Sanierung geschlossen sein würde. Sie führen auch den Inselklönschnack, der früher im Museum stattfand, fort. Für das Museum gibt es die gute Nachricht, dass die Sanierungsarbeiten sich dem Ende nähern. Zur Flutgedenkfeier am 16. Februar 2026 können Teile besichtigt werden.

Die ersten Schulen auf der Bauwiese und in Stillhorn werden 1660 erwähnt

Ein schwarz-weiß Foto mit einem sehr alten Gebäude. Davor auf der rechten Seite drei große Bäume.
Das älteste Schulhaus in Georgswerder.

(Bild der Georgswerder Schule) An diesem Nachmittag hatte Angelika Pasch Fotokollagen aus dem Museumsfundus mitgebracht. Die Bilder zeigten u. a. die zweite Schule, die in Georgswerder, der größten Wilhelmsburger Insel, 1675 gebaut wurde, nachdem die erste Schule in Stillhorn aus allen Nähten platzte. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die Schulen Rahmwerder Straße, Buddestraße und Licht Liebe Leben an derGeorg-Wilhelm-Straße nach gleichen Bauplänen gebaut. Angelika Pasch erzählte, dass die Schule Rahmwerder Straße bereits nach kurzer Bauzeit im April 1903 eingeweiht wurde. Heute steht dieses historische Gebäude unter Denkmalschutz. Hinter dem Altbau wurde in jüngster Zeit ein Neubau errichtet, der demnächst seine Aufgabe als neue Schule in Georgswerder übernehmen wird.

Bereits 1893 wurde wegen des Zuzugs der Arbeiter*innen aus Polen eine katholische Schule und Kirche gebaut

Auf einem hellen Holztisch liegt eine Holzplatte. darauf ein Holzmodell, hinten mit einem Erker in der Mitte. Rechts im 90 Grad-Winkel ein vierstöckiges Gebäude. Beide mit Fenstern und blau gestrichen mit einem leutend roten Dach.
Modell des blauen Gymnasiums.

Anke Holtmann berichtete über Anfänge der Stadtteilschule Wilhelmsburg, bekannt als „blaues Gymnasium“. Zwischendurch war das Gebäude dann als Gesamtschule hellbeige gestrichen, aber der „blaue“ Name blieb. Jetzt ist sie eine Stadtteilschule für Kinder ab der Vorschule, ist hellblau gestrichen und ist jetzt für die Wilhelmsburger*innen die „blaue Schule“. Anke Holtmanns Bezug zu dieser Schule ist ihr Großvater, der Forscher Dr. Johann Sigismund Strodtmann, der das Wilhelmsburger Gymnasium aufgebaut hat. Das „Blaue Gymnasium“ war eine der ersten Oberschulen in Hamburg, in der Mädchen und Jungen gemeinsam unterrichtet wurden.

Schwarz-weiß Foto. Hinen ein fünfstöckiges Gebäude mit einem Turm. Rechts ein hohes Gebäude im gotischen Stil.
Das alte Gebäude wurde 1972 abgerissen.

Bevor die Anwesenden ihre eigenen Erinnerungen an die Schulzeit erzählten berichtete Elke Leppin noch über die Historie der Schule Buddestraße, an der sie Lehrerin war. Die alte Bahnhofschule wurde im Zweiten Weltkrieg beschädigt und nach dem Krieg wieder aufgebaut. Nachdem die Schule 1958 neue Gebäude erhielt, wurde der Altbau 1972 abgerissen. Alles sollte neu, hell und modern sein. Die jetzigen Gebäude wurden im Zuge der Internationalen Bauausstellung 2013 errichtet und sind Teil des Bildungszentrums Tor zur Welt .

Die Themen gehen nicht aus

Viele Themen, wie z. B. Flut, Überschwemmungen und ihre Ursachen, die Stackmeisterei, frühere Handarbeiten, der Kräuterlikör Deichbruch (natürlich mit Verkostung), die Kreuzkirche mit Besichtigung, der Silberschatz aus der napolionische Zeit oder auch der Film über den 13er Bus, die wilde 13, wurden schon behandelt.

Eine Liste über mögliche weitere Themen kursiert schon: Bräuche und Feste, Geschichte des Museums (das hoffentlich dieses Jahr endlich wieder eröffnet wird), Moorwerder, Landwirtschaft, Textilien, weitere Kirchen auf Wilhelmsburg usw.

Wer Interesse an der Geschichte Wilhelmsburgs hat oder eigene Erinnerungen, mögliche Themen beitragen kann oder auch nur den interessanten Vorträgen zuhören möchte, ist herzlich eingeladen, an den Treffen teilzunehmen.

Ort: Gemeindehaus der Kreuzkirche, Kirchdorfer Straße gegenüber der Kirche

Wann: Jeden vierten Mittwoch im Monat um 14.30 Uhr

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Marianne Groß

... ist Gründungsmitglied des Wilhelmsburger InselRundblicks e. V. Sie berichtet – soweit möglich – über alles, was sie selbst interessiert und hofft, damit die Leser*innen nicht zu langweilen. Dazu gehören die Veränderungen im Stadtteil, Ökologie und Kultur. Zusammen mit ihrem Mann kümmert sie sich um den großen Garten und liebt es, Buchsbäume zu schneiden.

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