U4? Ja bitte! – Spreehafenviertel? Nein danke!

Grundsätzlich begrüßen die WALDRETTER WILHELMSBURG die Verlängerung der U4 nach Süden. Sie ändert aber nichts an der schlechten Umwelt- und Klimabilanz der geplanten Rodung und Bebauung des Wilden Waldes am Ernst-August-Kanal. Naturschutz lässt sich weder gegen Wohnungsbau noch gegen einen verbesserten ÖPNV ausspielen.

Wer es mit dem Klimaschutz ernst meint, muss eine echte Verkehrswende herbeiführen. Dazu gehört auch ein sehr gut ausgebauter ÖPNV. Insofern wäre die jetzt vom Hamburger Senat ins Spiel gebrachte Verlängerung der U4 nach Wilhelmsburg zu begrüßen.

Sie ist aber eine Mogelpackung: In der Begründung der Politiker:innen für den Ausbau der U-Bahn-Linie ist von „Klimaschutz“ oder „Verkehrswende“ mit keiner Silbe die Rede. Begründet wird die neue Verkehrsinfrastruktur allein mit dem zu erwartenden Bevölkerungswachstum in Folge der drei großen Wohnungsbauprojekte im Wilhelmsburger Norden (mit 5.000 bis 6.000 Wohnungen).

Die damit einhergehende immense Flächenversiegelung, insbesondere die Vernichtung von gut 10 Hektar Wald für das geplante „Spreehafenviertel“ am Ernst-August-Kanal, steht aber in krassem Widerspruch zu jeglichem Klimaschutzgedanken. Und nicht nur die Flächenversiegelung, auch die benötigten großen Mengen an Baumaterial würden eine katastrophale Klimabilanz für die geplanten Bauprojekte mit sich bringen.

Waldretterin Sigrun Clausen erklärt: „Auch eine verbesserte ÖPNV-Struktur macht die Bebauung des Wilden Waldes nicht klimafreundlich. Das Projekt ,Spreehafenviertel’ bleibt eine ökologische Katastrophe, ob mit oder ohne U-Bahn-Anbindung. Deshalb lehnen wir es ab.“

Die WALDRETTER WILHELMSBURG werden weiterhin gegen die Zerstörung des bis zu 60 Jahre alten Pionierwaldes kämpfen. Denn Naturschutz lässt sich weder gegen Wohnungsbau noch gegen eine Verkehrswende ausspielen. Die Verkehrswende wird nur dann ihren Zweck erfüllen, wenn ihre Projekte sich nicht gegen die Natur wenden. Alles andere wäre ein Widerspruch in sich.

Bis zu den Elbbrücken existiert die U4 bereits – nun spricht sich der Senat für eine Verlängerung ins Wilhelmsburger Reiherstiegviertel aus. So wie abgebildet stellt sich Michael Rothschuh vom Verein Zukunft Elbinsel Wilhelmsburg die neue U4 (mit parallel geführter Veloroute) vor.
Die Initiative WALDRETTER WILHELMSBURG findet den Ausbau des ÖPNV grundsätzlich positiv, warnt aber davor, damit einhergehend die Bebauung von Wald- und Naturflächen auf der Insel nun als gegeben hinzunehmen. Ihrer Ansicht nach soll z. B. das Baugebiet „Spreehafenviertel“ auch mit U-Bahn-Anbindung nicht verwirklicht werden. Abb.: Michael Rothschuh
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