Stadtteilschule Wilhelmsburg gedenkt des Wilhelmsburger Widerstandskämpfers Hans Leipelt an seinem 100. Geburtstag

Schüler:innen der sechsten Klasse tragen mit weißen Rosen die weiße Rose und ihr Wissen über Hans Leipelt in den Stadtteil. Alle Bilder: Stadtteilschule Wilhelmsburg

Am 11.8.2021 fand die Geburtstagsfeier zum 100. Geburtstag von Hans Leipelt an der Stadtteilschule Wilhelmsburg statt. Die Schule, die Hans Leipelt als Schüler besuchte

In allen Gebäuden und Eingängen hingen Bilder von Hans Leipelt. Er war einer von uns!

Iris Hahn-Möller/Stadtteilschule Wilhelmsburg. Hans Leipelt war in den 1930er-Jahren Schüler der Oberschule Wilhelmsburg, der heutigen Stadtteilschule Wilhelmsburg. Leipelts Großeltern waren Juden, deshalb wurden seine Familie und er als sogenannte „Halbjuden“ von den Nationalsozialisten verfolgt. Diese Ausgrenzung traf ihn tief und so trat er während seines Chemiestudiums in München der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ bei. Nach der Hinrichtung der Geschwister Scholl durch die Nationalsozialisten setzte Hans Leipelt die Verteilung von Flugblättern fort und wurde später selbst ermordet.

Am Tag des 100. Geburtstags sahen die Schüler:innen überall in den Schulgebäuden Bilder von Hans Leipelt. Alle Jahrgänge von Klasse 1 bis zur Oberstufe beschäftigten sich mit der Biographie der Familie Leipelt und möglichen Motiven Leipelts für seine Arbeit im Widerstand gegen das NS-Regime. Dazu gehörte selbstverständlich auch ein Exkurs zu der Widerstandsbewegung „Weiße Rose“.

Ameer, 8b, fasst die Ergebnisse seiner Klasse zusammen.

Die Schüler:innen begegneten dem Thema sehr ernsthaft und am Ende stand die Frage im Vordergrund „Was kann ich persönlich aus den Taten Leipelts lernen?“ Dabei entstand ein Gemeinschaftsgefühl in der Schule, weil alle Schüler:innen an exakt den gleichen Fragen zu Hans Leipelt arbeiteten und dazu Plakate erstellten.

Martin und Princilla präsentieren ein Ergebnis aus ihrer Klasse 9a.

Die Erkenntnis, dass Hans Leipelt einst in dem gleichen Klassenraum lernte wie sie heute, berührte die Wilhelmsburger Schüler:innen, wie in der Präsentation der Ergebnisse deutlich wurde. So sagte Helga aus der 8c: „Hans Leipelt ist als Held gestorben. Er hat sich für Menschen eingesetzt. Ich habe erfahren, dass er auf unsere Schule ging. Das macht mich stolz!“
Besonders emotional wurde es am Ende der Präsentation: Jede Schülerin und jeder Schüler erhielt eine weiße Rose mit dem Auftrag, Familie und Freunde über Hans Leipelts Engagement für Gerechtigkeit zu informieren.
Precious aus 10e hielt fest: „Ich fand es heldenhaft und er hat seine Ziele im Auge behalten, obwohl er sein Leben riskiert hat und daran starb. Ich finde bemerkenswert, dass er seine Meinung so laut kundgetan hat.“
Nasika und Hewan aus der 11a sagten schlicht: „Wir werden dich nicht vergessen.“

Die Stadtteilschule Wilhelmsburg wird ihre Arbeitsergebnisse der Familie von Hans Leipelt in die USA schicken. Seit einiger Zeit pflegt sie Kontakt zur Familie.


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