Die „Peking“ und die anderen

Die Peking ist natürlich die Königin am Bremer Kai vor dem Hafenmuseum. Umgeben von den anderen historischen Schiffen und alten Kränen, die am Tag des offenen Denkmals zum Teil „open ship“ hatten. Nach dem ersten Abschnitt der Innenrestaurierung können jetzt Baustellenführungen auf dem Viermaster angeboten werden. Sie waren allerdings kurz nach der Ankündigung schon komplett ausgebucht. Aber da gibt es im Museum ja noch die neue Sonderausstellung „Schlepper – Kraftpakete in Aktion“

Auf dem Foto ist eine aufgeschossene armdicke Schlepptrosse zu sehen
Schlepptrosse. Foto: H. Kahle

Mitten in der großen Halle des Museums-Schuppens 50a ist seit Anfang September die Sonderausstellung „Schlepper – Kraftpakete in Aktion“ aufgebaut. Die Ausstellung ist eine Übernahme aus dem Wrack- und Fischereimuseum Cuxhaven und zeigt neben einigen Exponaten vor allem in Schrift- und Bilddokumenten die Geschichte und die Arbeit der Schlepper auf der Unterelbe und der Nordsee. Schon am Eingang der kleinen Ausstellung weisen ein voluminöser großer Schlepphaken und eine armdicke aufgeschossene Schlepptrosse auf die Dimensionen hin, mit denen es Schlepperbesatzungen bei ihrer Arbeit zu tun haben. In Text- und Bildtafeln wird die Geschichte des Schleppergewerbes erzählt, die 1866 mit der Gründung der „Vereinigten Bugsier-Dampfschiffs-Gesellschaft“ begann. Hauptgeschäft war zunächst das Bugsieren der Großsegler auf der Unterelbe. Dagegengestellt wird der Einsatz moderner Hafenschlepper, die 400 Meter langen Containerschiffen assistieren. Neben Dokumenten von spektakulären Schleppereinsätzen und Katastrophen wird mit Fotos und Texttafeln die Geschichte der 1922 gegründeten Cuxhavener Bergungsreederei Otto Wulf geschildert, die exemplarisch für die Entwicklung der „Kraftpakete in Aktion“ steht.

Neue Führungen in der Sommersaison 2022

Die „Peking“ konnte auch am Tag des offenen Denkmals nur von Land aus betrachtet werden. Spätestens nach der bejubelten Rückkehr des Großseglers im letzten September ist sie ein Hamburger Wahrzeichen geworden. Rund ums Jahr kamen viele Menschen, um das schöne Schiff vom Kai aus anzusehen. Nach Abschluss der ersten Renovierungsphase bietet die Stiftung Historische Museen Hamburg (SHMH), Eignerin der „Peking“, seit Anfang September Führungen über das Schiff an. Aus Sicherheitsgründen können nur jeweils zehn Personen nach Anmeldung an den geführten Rundgängen teilnehmen. Bis Saisonschluss am 31. Oktober finden knapp 100 Führungen statt. Die Veranstalter haben sicher nicht damit gerechnet, dass schon kurz nach der Ankündigung in der Presse alle Führungen ausgebucht sein würden. So bleibt den meisten vorläufig weiter der Blick von der Kaikante und der virtuelle Rundgang über die „Peking“ unter www.shmh.de/de/hamburgwissen/peking-aktuell/virtuell-auf-die-peking.
Der Saisonschluss des Hafenmuseums ist am 31. Oktober. In der Winterpause geht die Rekonstruktion der historischen Innenräume weiter und mit Beginn der Sommersaison sollen dann wieder Führungen durch das Schiff angeboten werden. Rechtzeitig anmelden.

Hafenmuseum Hamburg, Australiastraße 50A, (Buslinie 256 oder 856 ab S-Bahn Veddel)
https://shmh.de/de/hafenmuseum-hamburg
Öffnungszeiten: Montag 10 bis 17 Uhr; Mittwoch bis Freitag 10 bis 17 Uhr; Sonnabend und Sonntag 10 bis 18 Uhr

Hermann Kahle

Hermann Kahle schreibt über Kultur, Schule und für den Kaffeepott

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