Leinen los und Film ab!

Die Insel-Lichtspiele zeigen Seefahrts- und Hafenstadtfilme im Hafenmuseum

Das Wilhelmsburger Stadtteil- und Wanderkino stellt die Leinwand dieses Jahr im Hafenmuseum auf der Veddel auf.
Direkt neben der Viermast-Stahlbark „Peking” zeigt der Kinoverein an drei Abenden Spiel- und Dokumentarfilme, die sich den menschlichen Unternehmungen und Abenteuern auf stürmischer See und den Arbeitsverrichtungen im Hafen widmen. Das Publikum kann mit einem morschen Seelenverkäufer reisen, in ein zeitgeschichliches Kaleidoskop blicken, mit der „Peking” um Kap Hoorn fahren und den Seefahrtsalltag aus eigenwilligen Perspektiven bestaunen. Ein solches Programm hatten die Insel-Lichtspiele bereits vor drei Jahren, zu der bevorstehenden Wiederankunft der Peking in den Hamburger Hafen, geplant – doch dann kam bekanntlich alles ganz anders. Nun freuen sich die Kinofreund:innen darauf, endlich mit seinen Gästen das Leinwandsegel zu bespielen!

Das Programm:

Freitag, 9. September 2022
Das Totenschiff • Georg Tressler, Deutschland/Mexiko 1959, 97 min.
Ein Schiff, dem Untergang geweiht, die Besatzung dem Tode – dies ist der Ausgangspunkt der Verfilmung von B. Travens Roman „Das Totenschiff“. Philip Gale, amerikanischer Seemann, heuert aus Not auf der „Yorikke“ an und erkennt zu spät, dass das Schiff ein Wrack und seine Ladung wertlos ist, dafür hochversichert. Denn das Schmugglerschiff mit Matrosen aus aller Welt, die ohne Papiere arbeiten, stellt sich als morscher Seelenverkäufer heraus. Zusammen mit dem Heizer Lawski versucht Gale sich dem scheinbar unwiderruflichen Schicksal zu widersetzen.

„Das Totenschiff”: Ein gekonnt umgesetztes Werk, das zur damaligen Zeit unterschätzt wurde, stilistisch zwischen realistischem Seefahrtsdrama und expressionistischer, verkanteter Höllenvision wandelnd. Abb.: insellichtspiele.de

Sonnabend, 10. September 2022
HANS WARNS – Mein 20. Jahrhundert • Gordian Maugg, D 1999, 105 min.
Die erste Reise geht 1914 als 14-jähriger Schiffsjunge auf dem Hamburger Viermastsegler nach Chile und Hans Warns beginnt mit seiner Kamera alles festzuhalten – den Seefahrtsalltag, die Reisestationen, seine Sicht auf den Ersten und Zweiten Weltkrieg und auf seinen Heimathafen Elsfleth. Es entsteht ein zeitgeschichtliches Kaleidoskop von Erinnerungen und Erlebnissen.

In „Hans Warns” werden die Fotos von Warns mit dokumentarischen Originalaufnahmen zu einem Porträt des Seemanns Hans Warns eindrucksvoll und kunstvoll verwoben. Abb.: insellichtspiele.de

Sonntag, 11. September 2022 (Tag des offenen Denkmals) – Dokumentarfilme

Around Cape Horn • Irving Johnson, 1929, 37 min.
1929 reiste Irving Johnson als Passagier mit der Peking rund um Kap Hoorn, um sich so einen Lebenstraum erfüllen zu können. Während der außergewöhnlich Reise gelangen ihm spektakuläre und in dieser Art einzigartige 16mm-Filmaufnahmen.

Der Tag eines unständigen Hafenarbeiters • Leonore Mau, Hubert Fichte, D 1966
Der Tageslauf eines nicht fest angestellten Arbeiters und seiner Familie im Hamburger Hafenmilieu. Der Kommentartext greift die Sprache der Hafenarbeiter auf, die Hubert Fichte in der Hamburger Kellerkneipe „Die Palette“ kennengelernt hatte und später in seinem Roman „Die Palette“ von 1968 verarbeitete.

„Der Tag eines unständigen Hafenarbeiters” zeigt den Lebens- und Arbeitsalltag eines Hafen-Tagelöhners und seiner Familie in den 1960er-Jahren.
Abb.: insellichtspiele.de

Drifters • John Grierson, Großbritannien 1929, 40 min.
Der Film folgt den schottischen Heringsfischern auf die Nordsee. Er zeigt den Fischfang mit eindrucksvollen Bildern in stürmischer See. Nach achtstündiger Arbeit wird der Fang unter Volldampf in den Hafen gebracht, wo er schnell und frisch auf den Markt kommt und für den Weitertransport verpackt wird. Drifters gilt als Initialwerk der britischen Dokumentarfilmbewegung.


Wo, wann & was ist noch gut zu wissen?

  • Filmstart: 20.30 Uhr
  • Ort: Deutsches Hafenmuseum • direkt neben der Viermast-Stahlbark „Peking”, Schuppen 50A, Australiastraße, 20457 Hamburg, nahe S-Bahnstation Veddel
  • Eintritt: 6 Euro/ermäßigt: 4 Euro
  • Wir werden dort max. 120 Sitzplätze haben und reichlich Fleecedecken.
  • Die Kaffeeklappe mit Essen und Trinken ist geöffnet.
  • Mehr Infos und Programm als pdf

Die Insel-Lichtspiele danken dem Deutschen Hafenmuseum und seinen Mitarbeiter:innen für die Unterstützung!

Die Insel-Lichtspiele wünschen „Allzeit gute Filme und immer eine Handbreit Wasser unter’m Kiel!”

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