Für eine barrierefreie Thielenbrücke

Im Rahmen eines geplanten Spazierganges von der Station S-Wilhelmsburg zur Thielenbrücke haben sich Besucher:innen des inklusiven Stadtteiltreffpunktes treffpunkt.pavillon, als Expert:innen in eigener Sache, auf den Weg gemacht, um die Strecke auf Barrierefreiheit zu testen. Ziel war es, auf Ihre Situation im Stadtverkehr aufmerksam zu machen

Von Sonja Weimer. Angestoßen von Sonja Weimer, Beirätin im Beirat für Stadtteilentwicklung Wilhelmsburg, und Jörg Mehldau, Mitglied der Bezirksversammlung, wurde gemeinsam das Korallusviertel begangen. Los ging es am S-Bahnhof Wilhelmsburg. Hier wurde gleich festgestellt, dass die fehlenden Absenkungen der Bordsteine das jeweilige Überqueren der Straße erschwert. Weiter ging es in die Thielenstraße. Dort stellen besonders die unebene Pflasterung der Fußwege und die abgesackten Gitter der Kellerschächte eine große Stolperfalle dar.

Loch in Gehwegplatte, Hosenbeine und Schuhe von zwei Menschen, ein Mensch hält einen Fürstock in das Loch.
Eine Stolperfalle und Gefahr für Menschen mit Führstock. Fotos: Y. Stick.

Menschen, die einen Führstock benötigen, ist es am Ende der Thielenstraße beispielsweise nicht möglich, sicher auf die Thielenbrücke zu gelangen, da Querbalken eines Baugerüstes eine Gefahr sind und für Irritation sorgen können. Dieses Baugerüst ist zudem unbeleuchtet und versperrt jeglichen Fußgänger:innen den sicheren Zutritt auf die Thielenbrücke. Auf der Thielenbrücke angekommen, ist es schwierig, als E-Rollerfahrer:in Fußgänger:innen sicher auszuweichen. Besonders am unteren Ende ist der Fußweg sehr schmal und kurvig. Der Fußweg wird zu wenig gepflegt, so dass Büsche und Geäst zu weit hineinragen, die Sicht versperren und Fußwege blockieren. In entgegengesetzter Richtung, also von der Thielenbrücke runter, hinein ins Korallusviertel, ist unklar, wie und wo Fahrradfahrer:innen sicher fahren können. Die Situation ist unübersichtlich, da entsprechende Markierungen fehlen.

Ein Mann und zwei Frauen stehen vor dem treffpunkit.pavillon
Die Initator:innen des Spazierganges. Von links nach rechts: Jörg Mehldau, Sonja Weimer, Yvonne Stick.

Nach Abschluss des Spazierganges trafen sich alle gemeinsam mit Enno Redecker, Bezirksamt Hamburg-Mitte, Abteilung Integrierte Stadtteilentwicklung, und der Abgeordneten der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte, Kesbana Klein, sowie weiteren Wilhelmsburger:innen im Stadtteilbüro Wilhelmsburg-Ost in der Thielenstraße, um die Möglichkeiten zur Beseitigung der Problemzonen zu besprechen. Die Besucher:innen wurden von den Mitarbeiter:innen der alsterdorf assistenz unterstützt, ihre Expertise und Meinung einzubringen. So sind viele Barrieren als Fotodokumentation erfasst und zusammengetragen worden. Für die Besucher:innen des treffpunkt.pavillon war dieser Spaziergang eine neue Erfahrung: Die Erfahrung gehört zu werden, auch in der Hoffnung und mit dem Wunsch, dass Stadtteilentwicklung auf die Bedürfnisse aller im Stadtteil lebenden Menschen selbstverständlich Rücksicht nimmt. Nicht nur für Menschen mit Assistenzbedarf ist Barrierefreiheit wichtig, auch für Eltern mit Kinderwagen oder Fahrradfahrer:innen. Für alle Menschen ein Gewinn!

Auf den folgenden Seiten finden Sie weitere Informationen:

https://www.alsterdorf-assistenz-west.de/regionen/wilhelmsburg/reiherstiegviertel/treffpunktpavillon

https://kompetent-barrierefrei.de/

https://www.vdk.de/hamburg/

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert