Wird es eine Begegnungsstätte für Wilhelmsburger:innen?

Der Malteser-Campus St. Maximilian Kolbe wurde nach denkmalgerechter Sanierung des Kirchengebäudes eröffnet

Der Sichtbeton wurde denkmalgerecht saniert.

Das war ein außergewöhnlicher Kirchenbau Anfang der 1970er Jahre, aber die Wilhelmsburger:innen gewöhnten sich daran und nannten die katholische St. Maximilian-Kolbe-Kirche bald liebevoll „Klorolle“. Nach 40 Jahren zeigte der Sichtbeton allerdings starke Schäden und musste saniert werden. Die geplanten Kosten von 400.000 Euro konnte die Gemeinde aus eigenen Mitteln nicht aufbringen. Aber gegen einen ins Auge gefassten Abriss gab es dann großen, unerwarteten Widerstand. Die Deutschen Malteser, die nebenan das Altenpflegeheim betrieben, übernahmen das Kirchengebäude. Die Kirche wurde unter Denkmalschutz gestellt und nach der Entweihung begannen 2015 die Umbauten zu einem interkulturellen Bürgerzentrum.

Die denkmalgerechte Instandsetzung des Kirchengebäudes und der Innenausbau erfolgten nach einem Entwurf des Architekturbüros „Landwehr Henke + Partner mdB“. „Insgesamt wurden 35 Millionen Euro für den gesamten Campus investiert“, teilt Sabine Wigbers vom Malteser Hilfsdienst mit. „Das bedeutet die Umnutzung des Kirchengebäudes, den Neubau für Betreutes Wohnen sowie die Sanierung der Altenhilfeeinreichung. Neben Eigen- und Fremdmitteln war das nur dank des Engagements vieler Beteiligter möglich: des Bundesministeriums und der Beauftragten für Kultur und Medien sowie des Hamburger Denkmalschutzamtes, der Stiftung Denkmalschutz und des Erzbistums Hamburg. Sie haben insgesamt Fördermittel in Höhe von fast 12 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.“

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz eröffnete die Hamburger Denkmaltage 2022 im Malteser-Campus St. Maximilian Kolbe

Der Altarbereich wird durch vertikale Holzlamellen abgegrenzt.

In diesem Jahr fand die Auftaktveranstaltung des Denkmaltages in Hamburg am 9. September in der ehemaligen Kirche St. Maximilian-Kolbe statt und die Architekt:innen wurden für die denkmalgerechte Umsetzung der Sanierung und die Umwandlung in ein Haus für Alle sehr gelobt. Das helle Holz der Einbauten korrespondiert wunderbar mit dem Sichtbeton. Für die barrierefreie Nutzung wurde ein Holzfußboden eingebaut. Am 25. November 2022 fand die offizielle Eröffnungsfeier statt und die neuen Räume konnten besichtigt werden. Es soll ein Ort für alle Wilhelmsburger:innen werden.

Ein privat anmutender Wohnraum lädt ein, sich an einen Tisch zu setzen

Lichtinstallation Lebensraum von Ka Bomhardt. Fotos: M. Groß

Im Eingangsbereich befindet sich auf der linken Seite eine Installation der Künstlerin Ka Bomhardt. Die mit Sichtbeton gerahmte Nische mit dem hinterleuchteten Bild zeigt einen Wohnraum mit einem Tisch, an dem sich Menschen zum Essen treffen können. Die Malteser erhoffen sich, dass diese Vision sich erfüllt. Dass sich Wilhelmsburger:innen in der großen Küche zum Kochen treffen und sich dann an einen Tisch zum gemeinsamen Essen setzen.

Ansprechpartner zur Anmietung der Fläche („Plaza“ genannt) sind Susanne Beheim-Loeffler und Allid Ferro (Campus Leitungsteam, Tel.: 01609466 2485.

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Marianne Groß

... ist Gründungsmitglied des Wilhelmsburger InselRundblicks e. V. Sie berichtet – soweit möglich – über alles, was sie selbst interessiert und hofft, damit die Leser*innen nicht zu langweilen. Dazu gehören die Veränderungen im Stadtteil, Ökologie und Kultur. Zusammen mit ihrem Mann kümmert sie sich um den großen Garten und liebt es, Buchsbäume zu schneiden.

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