Leserbrief: „U-Bahn und Expressbus nach Wilhelmsburg und Harburg”

„Plant der Senat, die U-Bahn in die HafenCity weiter Richtung Süden zu führen, oder wie soll sonst der ,Sprung über die Elbe‘ von der HafenCity über Wilhelmsburg bis nach Harburg stattfinden?”, fragte der Bürgerschaftsabgeordnete Peter Tschentscher am 3. Juni 2008, zusammen mit  SPD-Politiker:innen wie  Andy Grote, Andreas Dressel und Dorothee Stapelfeld aus der heutigen Senatsriege, den damaligen schwarz-grünen Senat* und wollte genaueres über Bauart, Zeitplan und Haltestellen wissen.

14 Jahre danach ist die U-Bahn vor der Elbe stecken geblieben. Geplant wird lediglich eine U4 bis zum Grasbrook. Alles weitere ist auf die 2030er-Jahre und danach verschoben.

Das Chaos um die S-Bahn über die Elbe, jetzt wegen des Brückenschadens, vor wenigen Wochen wegen Weltkriegsbomben, zuvor wegen wochenlanger Sperrungen aufgrund von Bauarbeiten,  bringt die Menschen, die  auf der Elbinsel wohnen, nicht gut über die Elbe, sondern zur Verzweiflung!

Hamburg braucht jetzt die Verlängerung der U4 nach Süden, im ersten Schritt als mit einem Radweg verbundene Hochbahn über den Grasbrook und den Spreehafen bis in den Norden Wilhelmsburgs an der Georg-Wilhelm-Straße und Harburger Chaussee. Dort warten die Menschen auf zuverlässige Verbindungen über die Elbe. Eine U4 allein bis zum Grasbrook wäre eine U-Bahn in die Sackgasse,  eine bis zur Elbinsel verlängerte U4 ein Projekt für ein Klimaschutzsofortprogramm.

Als unmittelbare Sofort-Maßnahme und Vorlauf für die U4 nach Harburg muss schon im Jahresfahrplan 2022/2023 eine Expressbuslinie 34x vom Hauptbahnhof Hamburg zum Bahnhof Harburg eingerichtet werden. Sie sollte über die Schnellbahnstationen Elbbrücken und Veddel, durch die Georg-Wilhelm-Straße im Reiherstiegviertel und durch Kirchdorf bis zum Bahnhof Harburg geführt werden, ähnlich wie früher der Schnellbus 34 und jetzt der Nachtbus 640. So wäre auch der Bahnhof Harburg mit seinen vielen Regional- und Fernbahnverbindungen umstiegsfrei von der dicht bewohnten Elbinsel erreichbar.

Der Bürgermeister und der Verkehrssenator müssen endlich die ganze Stadt im Blick haben und nicht nur die nördliche Halbstadt!

Michael Rothschuh

*Die Große Anfrage der SPD-Politiker:innen von 2008 zum Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs und Antwort des Senats finden Sie hier.

Ein Gedanke zu “Leserbrief: „U-Bahn und Expressbus nach Wilhelmsburg und Harburg”

  1. Hallo Michael,
    ich hab gerade Deinen Leserbrief im Inselrundblick zur Verkehrsanbindung Wilhelmsburgs gelesen.
    Die jetzige Panne an der Straßenbrücke der S-Bahn macht ja die ganze Misere schlagartig klar: es war und ist völlig kurzsichtig sich auf diese einzige Schnellbahnverbindung zu verlassen. Bereits beim Bau der S-Bahn nach Harburg Anfang der 1970er Jahre wurde auf die wichtige Straßenbahn verzichtet, und der Personenbahnhof in Wilhelmsburg beseitigt. Soweit ich mich erinnern kann gab es auch in Veddel einen Haltepunkt für die Personenbahn. Damit sind die Nahverkehrszüge der DB für die Wilhelmsburger nicht mehr erreichbar und der Weiterbau der U-Bahn wird noch ewig auf sich warten lassen.
    Erst drei Wochen nach dem Ausfall der Brücke kam man auf die Idee, die 13er Linie zu verlängern. Offenbar haben die Stadtoberen die Wilhelmsburger Einwohnerschaft nicht auf dem Schirm sowie eine lange Leitung. Dabei gibt es Alternativen, die ohne jahrzehntelange planerei relativ schnell zu regeln wären:
    a) Dein Vorschlag mit dem Bus, der durchgehend ohne Umstieg vom Hauptbahnhof nach Harburg fährt. (der 34er wurde ja nur lückenhaft ersetzt und lässt das Reiherstiegviertel aus. Schlecht für alle Mobilitätseingeschränkten, die nicht mehr ohne Umstieg in die Innenstadt kommen.
    b) Reaktivierung der ehemaligen Straßenbahntrasse vom Hauptbahnhof, Amsickstraße, über die vorhandene Busspur auf den Elbbrücken und den vorhandenen Straßenbahntunnel auf die Veddel weiter über Georg-Wilhelm-Straße Richtung Harburg.
    c) Nutzung der bestehenden 2. Etage auf der Freihafenelbbrücke für die Verkehrserschließung Kleiner Grasbrook.

    Offenbar sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.

    Beste Grüße
    Rainer Zwanzleitner

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