Zwölf preisverdächtige Leser:innen

Zum 19. Mal fand im November die Wilhelmsburger Lesewoche 2022 statt – mit dem traditionellen zentralen Lesetag am
15. November und der Verleihung des „Preuschhof-Preises für Kinderliteratur 2022“ als Höhepunkt

Zwei Gewinner:innen: Melike Akdag und Selim Varal.
Zwei Gewinner:innen: Melike Akdag und Selim Varal. Foto: H. Kahle

Gleich am Eingang des Saales im Bürgerhaus ist eine Ausstellung kleiner Bücher, die Kinder selbst produziert haben. Der Saal ist voll besetzt. Über 200 Jungen und Mädchen warten gespannt auf die Lesung ihrer Mitschüler:innen. Zu Beginn steht aber die schon traditionelle Verleihung des „Preuschhof-Preises für Kinderliteratur“ auf dem Programm. Lesewochenleiterin Maren Töbermann bittet Volker Schmitt und Màriam Ben-Arab auf die Bühne. Der Autor und die Zeichnerin haben den diesjährigen Preis für das Buch „Zack!“ erhalten, eine abenteuerliche Comic-Story über ein Mädchen, eine einäugige Katze und einen Piraten mit Holzbein. Die beiden Preisträgerinnen erhalten nach der Lobrede vom Vorjahressieger die Trophäe in Form eines Fisches, gestaltet nach einer Abbildung aus dem Buch „Die Insel ist ein Fisch“. Màriam Ben-Arab fertigt auf der Bühne noch schnell eine große Live-Zeichnung an.
Zwölf Mädchen und Jungen aus zwölf Wilhelmsburger Grundschulen stellen sich dann nacheinander vor und lesen jeweils drei Minuten aus einem Buch, das sie ausgewählt haben. Sie haben sich in Vorwettbewerben in ihren Klassen für diese Endausscheidung qualifiziert. Es sind lustige und spannende Geschichten, die sie vorlesen, darunter Stücke über Geister und verschiedene Tiere. Nach jedem Vortrag gibt es reichlich Applaus. Vor allem die gespannte Aufmerksamkeit, die die ganzen 45 Minuten im Publikum herrscht, ist das höchste Lob für die Leser:innen. Manchmal könnte man die berühmte Stecknadel fallen hören. Die Zwölf sind einfach gut – alle.

Schwere Entscheidung für die Jury

Für die Jury wird das dann zum Problem: Sie muss drei Gewinner:innen auswählen, aber alle Leser:innen sind preisverdächtig. Die Juroren brauchen sehr lange zur Beratung. Und Colombina die mit dem gelben Drachen aus Kirchdorf-Süd mit Musik und Tanz in der Pause den Saal aufmischt, muss mehrere Zugaben geben. Schließlich ist es so weit. Alle Teilnehmer:innen werden mit einer Blume und einer Urkunde geehrt. Und der erste, zweite und dritte Preis geht an Melike Akdag von der Elbinselschule, Selim Varal von der Stadtteilschule Wilhelmsburg und Sanju Manocha von der Schule Fährstraße.
Außerdem erhalten sechs Mädchen und Jungen eine Urkunde für ihre Teilnahme am „Deutsch als Zweitsprache (DaZ)“-Vorlesewettbewerb. Dieser Wettbewerb, der seit 2019 in Kooperation mit den Bücherhallen Hamburg und der Stadtteilschule Stübenhofer Weg organisiert wird, richtet sich an Kinder zwischen 10 und 14 Jahren, die erst im Grundschulalter die deutsche Sprache erlernt haben. 

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Hermann Kahle

Hermann Kahle schreibt über Kultur, Schule und für den Kaffeepott

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