48h im Spätsommer

Das Netzwerk Musik von den Elbinseln verlegt die 48h Wilhelmsburg vom ursprünglich geplanten traditionellen Termin am zweiten Juniwochenende auf den 3. bis 5. September 2021. Aber im Juni gibt es ein kleines Vorprogramm, zwei Spaziergänge mit Überraschungen

Zwei Musiker mit Gitarre singen nd spielen auf dem Floß Schaluppe
Normalerweise im Juni: „Musikalischer Ausnahmezustand“ (48h 2018).
Foto: Hermann Kahle

Nun musste auch das Musikteam im Bürgerhaus Ende April die „Notbremse“ ziehen und die für das zweite Juniwochenende geplanten 48h absagen. Trotz sinkender Inzidenzen: Die Pandemiesituation und und die Gesetzeslage lassen das Musikfestival Anfang Juni nicht zu. Es ist noch zu früh. Neben digitalen Angeboten im Netz waren für das „hybride Festival“ auch mehrere größere und kleinere Live-Konzerte geplant (WIR berichteten). Als Alternative hätten sie diese Konzerte streichen und das Fest wie im letzten Jahr komplett ins Netz verlegen müssen. Das wollten sie nicht. Projektleiterin Alena Kruse sagt dazu mit Verweis auf die über zehnjährige Tradition der 48h: „Jedes Jahr befindet sich Wilhelmsburg am 2. Juniwochenende im musikalischen Ausnahmezustand. Bands und Musiker:innen aus der Nachbarschaft bespielen Orte des Alltags. Nachbar:innen kommen zusammen, erleben Vielfalt und Solidarität. Feiern zusammen, entdecken neue Orte und hören Musik, von der sie manchmal gar nicht wussten, dass es sie gibt. Nun hat ein anderer Ausnahmezustand übernommen und an ein Festival, wie es eigentlich geplant war, ist im Juni nicht zu denken.”

Spaziergänge im Reiherstieg und auf der Veddel

Aber darauf den Stadtteil musikalisch zu entdecken muss derweil niemand ganz verzichten. Als Trost und kleines Vorprogramm der 48h im September bietet das Netzwerk Musik am Freitag, 11. Juni, dem ursprünglichen Festbeginn, zwei Spaziergänge im Reiherstieg und auf der Veddel an. An der Strecke wird es Stelltafeln geben mit Fotos und Informationen zur Geschichte der 48h und zum Leben im Stadtteil unter Coronabedingungen. Man kann sie lesen und per QR-Code mit dem Smartphone abrufen und es werden musikalische und informative Überraschungen verlinkt. Kultursenator Brosda hat in einem aktuellen Interview gesagt: Wenn die Zahlen weiter „deutlich nach unten gingen“ werde es ab Mitte Juli in Hamburg einen „tollen Kultursommer als Zeichen eines Neustarts“ geben. Und dazu gehören dann natürlich auch am ersten September-Wochenende „48 Stunden Musik von den Elbinseln – Listen to Your Neighbourhood!“

Hermann Kahle

Hermann Kahle schreibt über Kultur, Schule und für den Kaffeepott

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