WILHELMSBURGER INSELRUNDBLICK

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Geschichtswerkstatt erinnert an die Cholera-Epidemie in Hamburg 1892 - 24.4.2020

Weltkapelle spielt weiter - 18.4.2020

PEKING kommt im Sommer ans Hafenmuseum - 16.4.2020

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1892: Die Cholera wütete in Hamburg

Auch bei der großen Epidemie vor 130 Jahren kümmerten sich Krankenschwestern und Diakonissinnen mit großem Einsatz um die Pflege der Patienten, u.a. in den Cholera-Baracken im Reiherstiegviertel

Margret Markert/Geschichtswerkstatt Wilhelmsburg & Hafen. In diesen Wochen drängt sich die Erinnerung an eine Katastrophe auf, die Hamburg am Ende des 19. Jahrhunderts heimsuchte: Die Cholera-Epidemie von 1892. Wie Altona war auch das damals noch preußische Wilhelmsburg betroffen. Es gab noch keine Kanalisation und keine Trinkwasserversorgung. Die Menschen benutzten das Elbwasser und das wurde ihnen zum Verhängnis. In Hamburg (die Stadt hatte 640.000 Einwohner) erkrankten 16.956 Menschen, 8.605 Menschen starben. In Wilhelmsburg wurden zur Isolation und Versorgung der Kranken sogenannte Cholera-Baracken im Nordwesten des Reiherstiegviertels zwischen Ernst-August-Kanal und dem Elbarm Reiherstieg errichtet. Krankenschwestern und Diakonissinnen kümmerten sich um die Pflege der Patient*innen. Für ihren großen Einsatz wurden sie später vom preußischen Landtag geehrt und erhielten als Dank je 300 Mark. Eine von ihnen hieß Marie Parpert.  

Was läge näher, als diesen Frauen ein Denkmal zu setzen, indem nach ihnen einige neu in Wilhelmsburg enstehende Straßen benannt werden? Planungen gibt es ja für verschiedene Quartiere. Hierfür wird sich die Geschichtswerkstatt einsetzen. Mailt uns, wenn Ihr diese Idee unterstützen wollt!

Angesichts der Cholera-Katastrophe begann Hamburg noch im Jahr 1892 damit, eine Trinkwasser-Filtrierungsanlage auf der Elbinsel Kaltehofe zu bauen. Das Wassermuseum ist zwar zurzeit geschlossen, aber ein Spaziergang den Elbdeich entlang lohnt sich trotzdem - die Trinkwasserbecken-Anlage ist zumindest in Teilen gut erhalten!

Wilhelmsburg erhielt dann erst viel später eine eigene Wasserversorgung, davon zeugt bis heute der Wasserturm an der Alten Schleuse. An der Brücke über den Veringkanal erzählt eine von uns gestaltete Infotafel die Geschichte der Wilhelmsburger Wasserversorgung. Also auch hier lohnt sich ein kleiner Spaziergang, und das ist ja weiterhin erlaubt.



. . . . . . . . . . . . . . .Weltkapelle spielt weiter
hk. Auch die Weltkapelle hat schnell reagiert und probiert sich in Online-Proben und einer Onlineversion der Jam Session aus. Seid dabei und präsentiert eure Videos, geht live mit euren Songs von der heimischen Couch aus und/oder schaut vorbei und reagiert live auf die Videos mit Kommentaren, Likes … Wir bleiben verbunden, wenn nicht physisch, dann online. Bekommt Reichweite mit euren Songs, erlebt Weltkapellenmusiker*innen, knüpft Kontakte, trefft euch wieder, egal  ob ihr in Wilhelmsburg, in der ganzen Stadt oder darüber hinaus verteilt seid.

Kontakt: facebook.com/WeltkapelleWilhelmsburg oder mvde.de/mvde-termine/online-session-der-weltkapelle-wilhelmsburg

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Die PEKING kommt im Sommer

Das Hafenmuseum an den 50er Schuppen hat zur Zeit zwar wie alle Museen geschlossen, die Arbeiten am zukünftigen Flaggschiff, dem Viermaster PEKING, sind aber weitergegangen. Die Restaurierungsarbeiten sind fast abgeschlossen. Wann genau der Segler dann an seinen Liegeplatz im Hansahafen geschleppt wird, entscheidet die Pandemie

PM. Nach dreijähriger Restaurierung strahlt die PEKING wieder die einst von Reedern und Seeleuten so geschätzte Eleganz eines Frachtseglers aus. Im Februar 2020 haben die Takler mit der Montage der ersten tonnenschweren Rahen am Kreuzmast begonnen. In den vergangenen Wochen hob der Kranfahrer auf Handzeichen der Takler auch die übrigen Rahen nacheinander an ihre Position.  

Am 31. März wurden bei strahlendem Sonnenschein die letzten Royalrahen am Groß- und Fockmast befestigt. Damit hat die PEKING ihre 18 Rahen wieder, auch Besanbaum und Ladebaum sind schon fertig montiert - das historische Erscheinungsbild der Viermastbark ist damit fast wieder komplett. Arbeit gibt es noch genug: Die drei neu angefertigten Brasswinden müssen noch mit den aus Stahldraht bestehenden Brassen belegt und justiert werden, eine Kunst für sich.

        

Die Stiftung Hamburg Maritim liegt damit nach wie vor im Zeitplan. „Wir sind mit dem Fortgang der Arbeiten und mit deren Qualität sehr zufrieden“, sagt Joachim Kaiser, Vorstandsmitglied der Stiftung Hamburg Maritim. Die Stiftung steht mit der Peters Werft in ständigem Austausch zu möglichen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die Restaurierungsarbeiten. Seit 2016 ist die Stiftung Hamburg Maritim Eigentümerin der PEKING und zeichnet verantwortlich für ihre Restaurierung. Die Stiftung leitet das Projekt im Auftrag der Stadt Hamburg und achtet auf eine form- und materialgerechte Restaurierung. Diese Aufgabe wird zeitlich und finanziell im geplanten Rahmen im Mai 2020 abgeschlossen. Anschließend geht die PEKING in das Eigentum der Stiftung Historische Museen Hamburg (SHMH) über.

Restaurierung fast abgeschlossen: die PEKING auf der Peters-Werft in Wewelsfleth. Foto: Stiftung Hamburg Maritim