WILHELMSBURGER INSELRUNDBLICK

Die Stadtteilzeitung von Vielen für Alle
 


AUF DIESER SEITE: 

GÖP ist neues Projekt der "UN-Dekade Biologische Vielfalt" - 10.07.2020

Verschenken-Regal-Gruppe sucht neue Mitstreiter*innen! - 10.07.2020

Neues vom DENKmal-Prozess an der Emmauskirche - 10.07.2020

Stadtteilbücherei auf der Veddel gerettet - 09.07.2020

Bücherhalle Kirchdorf hat jetzt eine Saatgut-Bibliothek - 16.07.2020

Neue Möblierung für den Marktplatz in Kirchdorf-Süd - 16.07.2020

 

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Naturschutz mit Spaten, Eimer und Muskelkraft
Steine schleppen am Tideelbe-Ufer. Mit ihrem neuesten Projekt möchte die Gesellschaft für ökologische Planung e. V. (GÖP) der Elbe Uferräume zurückgeben. Die GÖP ist jetzt offizielles Projekt der "UN-Dekade Biologische Vielfalt"

MG. „Das Projekt, das wir Ihnen zeigen wollen, ist unspektakulär, aber zu schöneren Stellen können wir Sie nicht führen, der Zugang ist zu schwierig,“ erklärte Kai Schmille, Geschäftsführer der Gesellschaft für ökologische Planung (GÖP). Damit nahm er vorweg, dass sich  ökologischen Laien der Wert der Maßnahme, die später besichtigt wurde, nicht auf Anhieb erschließen würde.
Der Verein betreut 13 von 36 Hamburger Naturschutzgebieten. Das 36ste - 31 Hektar an der Diekbek, einem Nebenfluss der Alster - ist gerade ausgewiesen worden. Die GÖP kümmert sich insbesondere um die Elbtalauen und arbeitet eng zusammen mit dem Forum Tideelbe (großer Zusammenschluss aller Elbeanlieger).
Auf Wilhelmsburg betreut die GÖP die beiden Naturschutzgebiete Heuckenlock und Rhee.
Mit dem Projekt „Steine schleppen für mehr Vielfalt“ haben sich die Mitglieder eine schweißtreibende Arbeit  vorgenommen. An 35 Stellen an der Elbe wollen sie dem Fluss ein Stück Natur zurückgeben und den spezifischen Pflanzen von Süßwassertideauen Ansiedlungsraum verschaffen. Dazu gehört u. a. der Schierlings-Wasserfenchel, den es weltweit nur hier an der Elbe gibt.
20 Orte sind bereits umgewandelt. Die restlichen 15 werden in den nächsten zwei Jahren renaturiert. Projektorte auf Wilhelmsburg sind z. B. kleine Buchten, die früher als Anlegestellen für die Milchewer dienten. Die Wilhelmsburger Milchbauern brachten die Milch mit ablaufendem Wasser auf die Märkte in Hamburg und fuhren mit auflaufendem Wasser der Elbe wieder zurück nach Hause. Die Helfer*innen der GÖP befreien nun kleine Abschnitte im Vordeichland von Steinen des Uferdeckwerks – per Hand. Viele der Orte kann man nur zu Fuß erreichen. So geht es mit Spaten, Eimern und Muskelkraft dem Uferdeckwerk an den Kragen. Rückenschonend bilden die Freiwilligen dazu oft eine Eimerkette. Die Arbeiten können nur während des engen Zeitfensters bei Niedrigwasser erledigt werden.
Kai Schmille: „Es müssen nicht unbedingt große Maßnahmen sein. Direkt an der Elbe sind die Fließgeschwindigkeiten zu groß und es gibt großen Druck auf das Deckwerk durch den hohen Tidenhub. Bei zu großen Eingriffen wird die Erosion schnell zu groß.“
Der Verein fand, das sei ein tolles Projekt, und reichte es bei verschiedenen Wettbewerben ein. Nun haben sie mit „Steine schleppen für mehr Vielfalt“ u.a. eine Auszeichnung als offizielles Projekt der "UN-Dekade Biologische Vielfalt" erhalten. Kai Schmille: „Dafür gibt es zwar kein Geld, aber zwei Jahre lang viel Ehre und ein bisschen Öffentlichkeit.“
In der Laudiatio wies Jens Kerstan, alter und neuer Senator der erweiterten Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA), auf die unterschiedlichen Interessen an der Elbe hin: „Die Elbe ist ein wichtiger Fluss. Er trägt die Stadt. Einmal die Elbeschifffahrt als wichtige Wirtschaftsader, zum anderen ist der Fluss interessanter Lebensraum für Tiere, Pflanzen und Fische als ganz wichtiges Ökosystem.“ Der Tideeinfluss führe zu einem extrem besonderen Lebensraum. Die Süßwasserwatten seien zudem außerordentlich schützenswert. Kerstan lobte die GÖP, die auf ganz handfeste und direkte Art der Natur stark zu ihrem Recht verhülfe.

Umweltsenator Jens Kerstan (links) überreicht die Auszeichnung an Kai Schmille, Geschäftsführer der GÖP. Foto: MG

Im Garten des Elbe-Tideauenzentrums an der Bunthäuser Spitze übergab Jens Kerstan dann die Auszeichnung  zusammen mit der Trophae „Vielfalt-Baum“, welche symbolisch für die Naturvielfalt steht, an Kai Schmille. Das Elbe-Tideauenzentrum schmückt nun für die nächsten zwei Jahre das Transparent „leben.natur.vielfalt – die UN-Dekade“.Bei den gerade beendeten rot-grünen Koalitionsverhandlungen bleibt von der angekündigten Verkehrswende im Wesentlichen das Türschild für den neuen Senator. Tatsächlich wurde sie still beerdigt, unter anderem mit dem Beschluss zum Bau der A26 Ost. Der große Aufschrei der Umweltaktivisten ist bisher ausgeblieben. Es war wohl auch niemand ernsthaft davon ausgegangen, dass die Grünen ihr umweltpolitisches Programm der SPD gegenüber durchsetzten oder mindestens unverhandelbare Minimalforderungen benennen würden. Katharina Fegebank  zeigte sich bei der Pressevorstellung der Koalitionsvereinbarungen am 2. Juni „sehr zufrieden“. Im zentralen Feld der Umweltpolitik hätten sie unter anderem „Eckpfeiler der Mobilitätswende gesetzt“. Tatsächlich sind die Ergebnisse verglichen mit dem grünen Wahlprogramm sehr dürftig. Von den sowieso optimistischen 100 Radwegkilometern jährlich sind 60 Kilometer übrig geblieben. Man habe das Ziel aber weiter „fest im Blick“. Von der autoarmen Innenstadt blieb der autofreie Jungfernstieg. Außerdem soll es Verkehrsversuche z.B. zu „temporären Radwegen“ geben, wie sie in Berlin zur Zeit reichlich eingerichtet werden. Die Betriebszeiten des Flughafens werden nicht gekürzt. Lärm und CO₂-Ausstoß sollen indes bis 2025 nicht weiter steigen. Beim HVV soll es ein kostenloses Schülerticket geben, wie alle Projekte unter Finanzierungsvorbehalt. Schwarzfahren bleibt entgegen der Grünen-Forderung eine Straftat. Und die A26 Ost soll gebaut werden. Nach den Protestaktionen Mitte Mai (siehe auch: „Bis hierher und nicht weiter“) hatte kurz vor den mehrfach verschobenen Verhandlungen zu diesem Thema der NABU noch einmal an die Kaufmannsseele der Roten und Grünen appelliert. In einer Presseerklärung heißt es: Angesichts dramatisch wegbrechender Steuereinnahmen sei es abgesehen von den ökologischen Risiken „die infrastrukturell überflüssige A26 Ost umzusetzen ... ökonomisch völlig unverantwortlich.“ In der Presse hieß es häufig, die A26 Ost sei besonders strittig, weil die Grünen sie ablehnten. Tatsächlich haben sie in ihrem Programm aber nur eine „kritische Überprüfung“ gefordert – und die hat bei den Verhandlungen nun offenbar stattgefunden, mit  dem bekannten Ergebnis. Gleich neben der Autobahn soll der neue Köhlbrandtunnel gebaut werden inklusive einer „automatisierten Innovationstrasse“. Bei der alten Brücke soll der Erhalt der Pylonen als Denkmal und eine Radquerung (?) geprüft werden. Bei der Vorstellung der Verhandlungsergebnisse fand Katharina Fegebank kein einziges kritisches Wort über irgendwelche Dissense in der Verkehrsthematik. Der erste Bürgermister Peter Tschentscher betont, dass SPD und Grüne „gemeinsam für die Grundfunktionen der Stadt eintreten.“ Wobei er mit  Grundfunktionen das „Weiter so“ der Hafenwirtschaft meint.
Und die zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank pflichtet ihm bei. Natürlich bemühen die Koalitionäre die einschlägigen Schlüsselwörter für Hamburgs Umweltzukunft: Der Hafen wird „Innovationshafen“ und bis 2040 klimaneutral. Und Hamburg wird zur „Modellstadt für den Klimaschutz“ und klimaneutral „deutlich vor 2050“. Ein A26-Ost-Gegner meinte bei der Aktion auf dem Rathausmarkt: „Die Grünen knicken bestimmt ein, wenn sie nur den Posten des Verkehrssenators erhalten.“  So ist es gekommen. Grünen-Fraktionschef Anjes Tjarks wird der neue Senator für „Verkehr und Mobilitätswende“. Inzwischen haben die Grünen auf ihrem Parteitag den Koalitionsvertrag mit einer Mehrheit von 86 Prozent zugestimmt. Alles andere wäre auch eine Sensation gewesen.

 

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Dicke Bretter, viel Engagement und eine erneute Brandstiftung

Mitstreiter*innen gesucht! Das Tauschregal in der Sanitasstraße hat eine soziale Funktion, die längst über das Dinge-Tauschen hinausgeht. Die "FreeBox"-Gruppe lässt sich durch die erneute Zerstörung des Ortes nicht entmutigen

Nun schon zum zweiten Mal wurde das Verschenken-Regal in der Sanitasstraße von Unbekannten angezündet und brannte komplett nieder. Foto: Jan Möller

Jan Möller. Die „FreeBox“ ist in der Nacht vom 29. Juni 2020 nun ein weiteres Mal angezündet worden und abgebrannt. Ein, zumindest vorübergehender, Verlust eines für den Stadtteil und seine Kultur wichtigen Ortes, der mehr ist als nur eine Ablage. Uns wird fehlen, regelmäßig Kleidung, Bücher und vieles mehr zu entdecken oder guten Gewissens für andere in dieser unkommerziellen Tauschbörse weitergeben zu können. Auch der Austausch, das Treffen und Wiedersehen vor Ort fehlen nun - und finden jetzt erst einmal digital statt.
Schon seit längerem vernetzen sich per Messenger (Link am Ende des Artikels) viele Freiwillige, um eine grundlegende Betreuung (Müllentsorgung, Erklär-Schilder, Reparaturen) zu organisieren. Trotzdem gab es Beschwerden beim Bezirksamt, wahrscheinlich seitens mancher Anwohner*innen. Nicht alle benutzen die Box so respektvoll wie gewünscht und manche stellen ihren Sperrmüll ab. Die Kosten für die Entsorgung werden teilweise auf die Mieter*innen der direkten Nachbarschaft abgewälzt, weil auf privatem Boden entsorgt werden musste. Für die Probleme gab es lange keine konkreten Ansprechpartner*innen in der Verwaltung. Doch seit dem Frühjahr, und noch häufiger in den vergangenen Wochen, gibt es Kontakt zum Bezirksamt Hamburg-Mitte und ein Lösungskorridor zeichnet sich ab: Eine sich verantwortlich fühlende, ehrenamtliche Gruppe übernimmt einen täglichen Check. Außerdem soll sie auf die Anwohner*innen der direkten Umgebung zugehen, ihnen zuhören und mit ihnen gemeinsam eine für alle zufriedenstellende Situation schaffen.
Diese Gruppe wollen wir gerne sein. Im Moment sind wir rund zehn Personen, die sich regelmäßig treffen. Wir hoffen, dass unsere konkreten Ideen, zum Beispiel einen (ggf. abschließbaren) Container zum Entsorgen aufzubauen oder Piktogramme zu erstellen, wie die Freebox genutzt werden sollte, vertrauensbildend sein werden. Mit etwas Phantasie, motivierten Leuten und politischem Willen womöglich sogar beispielgebend für andere Orte. Dafür suchen wir weitere Aktive.
Mittlerweile, einen Tag nach dem Brand, ist die digitale Gruppe rasant gewachsen und umfasst schon weit über 170 Personen. Die nötige Motivation für eine neue Lösung ist also vorhanden. Wir haben angeregt, über langfristige Lösungen mit der Nachbarschaft an möglichen neuen Orten zu sprechen. Wir freuen uns über alle, die interessiert sind! Schreibt uns und kommt gerne dazu.
Parallel wird auch in der Harburger Chaussee über einen eigenen Standort nachgedacht, für den wir gerne weitere Interessierte vermitteln möchten. Auf der Veddel gibt es bereits eine gut genutzte Freebox beim Café Nova an der Immanuelkirche. Wir hoffen auch in Zukunft auf solch gute nachbarschaftliche Zusammarbeit.
Vor allem danken wir allen, die bisher für den Erhalt des Ortes so oft Hand angelegt haben! Es gibt so viele, die sich leidenschaftlich einsetzen. Über diese Form unserer Stadtteilkultur, solidarisch und eigenständig mitzuwirken, freuen wir uns sehr.
Meldet Euch gern mit Fragen und Ideen bei uns: freebox@vandeloo-online.eu oder kommt direkt in die Telegram-Gruppe: https://t1p.de/qvw0

Mit großem Engagement war das Regal vor gar nicht langer Zeit wieder neu gebaut worden - nachdem es bereits einmal angezündet worden war. Foto: Jan Möller



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Warten auf die Kunstkommission

Die Corona-Krise verzögert auch die Realisierung des Gegendenkmals an der Emmauskirche

hk. Die öffentliche Diskussion um das umstrittene Kriegerdenkmal an der Emmauskirche und um die Realisierung eines „Gegendenkmals“ ist ohnehin schon eine zeitaufwändige Sache. Die DENKmal-Gruppe, die im Auftrag des Kirchengemeinderats Reiherstieg daran arbeitet, hat zuletzt im Herbst 2019 über den Stand der Dinge informiert, unter anderem mit einem großen Plakat auf der „Kiste“, die das Kriegerdenkmal seit zwei Jahren umhüllt (der WIR berichtete). Das Plakat gibt Auskunft über die Geschichte des Denkmals und der Kiste und über den Zeitplan für die Realisierung eines kommentierenden Gegenmonuments. Ebenfalls im Herbst hatten Schüler*innen der Stadtteilschule Wilhelmsburg zusammen mit einer Gruppe aus den Zinnwerken das Projekt „Cursor statt Meißel“ umgesetzt. Ein digitales Wissensarchiv zum Kriegerdenkmal im Netz mit Daten, Texten, Ton- und Bilddokumenten, das über einen QR-Code am Denkmal oder über einen Link abgerufen werden kann.

Erst mit der Einweihung des Gegendenkmals würde die Holzkiste, in der das alte Denkmal zur Zeit verpackt ist, wieder abgebaut. Foto: hk

Die DENKmal-Gruppe hat dann Ende des Jahres Anträge bei verschiedenen Stiftungen und öffentlichen Stellen auf finanzielle Unterstützung zur Realisierung des Gegenmonuments gestellt. Die geschätzten Gesamtkosten für ein solches Gegendenkmal liegen bei 50.000 Euro. Erste Zusagen gab es schon zum Jahreswechsel, so 10.000 Euro von der Liebelt-Stiftung. Der Bearbeitung des wichtigen Förderantrags an die Kunstkommission der Kulturbehörde kamen die Bürgerschaftswahl und schließlich „Corona“ dazwischen.

Auch die DENKmal-Gruppe konnte sich nach dreimonatiger Pause jetzt zum ersten Mal – unter Einhaltung aller Hygiene- und Distanzvorschriften – wieder treffen und die Arbeit wieder aufnehmen. Dazu gehört unter anderem der Kontakt zur Schülergruppe der Stadtteilschule, die in der Zwischenzeit an ihrem Projekt weitergearbeitet hat, und die Installation einer neuen QR-Tafel an der „Kiste“. Außerdem die Nachfrage nach dem Verbleib des Antrags bei der neu zusammengesetzten Kunstkommission. Durch die Corona-Pause wird sich die Realisierung des Gegendenkmals also wahrscheinlich entsprechend bis zum Sommer 2021 verzögern.
Die aktuelle weltweite Diskussion über fragwürdige Denkmäler, in Hamburg unter anderem über das Bismarck-Denkmal, kann den Wilhelmsburger DENKmal-Prozess sicher befördern.


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Stadtteilbücherei Veddel bleibt

Bezirksamt sichert der Bücherei einen neuen Standort zu
hk. Vor zwei Monaten schlug die Stadtteilbücherei auf der Veddel Alarm. Sie hatte von der Schulbehörde die Nachricht erhalten, dass sie ihren Standort in der Schule auf der Veddel bis zum 31. Juli zu räumen habe, weil die Fläche in Zukunft für die Schule benötigt werde. Der Schule fehlten Räume für den Unterricht und den Ganztag, außerdem gebe es erhöhten Sanierungsbedarf.
Die öffentliche Bücherhalle auf der Veddel wurde 1929 als Teil der Schule Slomanstieg (heute Schule auf der Veddel) gebaut. Seit der Schließung als öffentliche Bücherhalle 2009 betreibt Veddel aktiv e.V. den Standort als Stadtteilbücherei. Mit viel Engagement und dank vieler Sponsor*innen ist die Bücherei zu einem niedrigschwelligen Bildungszentrum gerade auch für die Bedarfe der migrantischen Familien auf der Veddel geworden: mit 2.500 Medien, Öffnungszeiten bis in die Abendstunden, Ferienprogrammen, Mädchendisco, Autor*innenlesungen und anderem mehr. Die Arbeit wurde auch von Politiker*innen oft gelobt, Veddel aktiv erhielt für die Bücherei zahlreiche Preise.
Auf den Alarmruf Ende April gab es ein großes öffentliches Echo in der Hamburger Presse mit Schlagzeilen wie „Stadt schließt Bücherei – im ärmsten Stadtteil!“ und „Wohin mit der Stadtteilbücherei Veddel?“. Die öffentliche Empörung und die große Unterstützung auch im Stadtteil blieb schließlich nicht ohne Erfolg. Anfang Juni fand ein Gespräch zwischen Veddel aktiv, der Schulbehörde, dem bezirklichen Fachamt Sozialraummanagement und der GMH Gebäudemanagement über Perspektiven für die Stadtteilbücherei statt. In einer gemeinsamen Erklärung vom 10. Juni heißt es: „Im Rahmen der geplanten Sanierung (der Schule) werden die Räume der Stadtteilbücherei langfristig für die Schulnutzung eingeplant ...  Bis zur Realisierung eines neuen Standortes kann die Stadtteilbücherei bis Mai 2021 in den Räumlichkeiten der Schule bleiben. Mit den Vorbereitungen für den Neubau der Mensa zieht die Stadtteilbücherei zum 30. April 2021 in ein Ausweichquartier außerhalb des Schulgebäudes. Die Behörde für Schule und Berufsbildung wird bei Bedarf von Mai 2021 bis Mai 2022 einen Container als Ausweichquartier aufstellen und finanzieren. Damit tragen Schule und BSB für insgesamt zwei Jahre zu einer Lösung für den Fortbestand der Stadtteilbücherei bei. Ab Mai 2022 wird das Bezirksamt die Unterbringung der Stadtteilbücherei bis zum Umzug in den neuen Standort sichern.“
Veddel aktiv schreibt dazu in einer Information zu den Gesprächen: „Das Verhandlungsergebnis ist für uns zufriedenstellend, weil es die Arbeit der Stadtteilbücherei für die Zukunft absichert. Aber natürlich sind wir auch traurig, den für uns idealen Ort verlassen zu müssen.“

So war´s einmal: „Die Volksschule mit Zahnklinik, Kino und öffentlicher Bücherhalle“, ganz im Sinne
des Neuen Bauens. Foto: hk


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Neue Saatgutbibliothek in der Bücherhalle Kirchdorf

Stadtgärtner*innen aufgepasst: Tauscht Saatgut, rettet alte Sorten und fördert die Pflanzenvielfalt in der Stadt!

PM/Bücherhalle. Zum Start unserer Saatgutbibliothek brauchen wir noch Spenden von Hobbygärtner*innen. Wer noch Saatgut hat und dieses für unsere Bibliothek spenden will, kann dieses gerne während der Öffnungszeiten bei uns abgeben.
Und so funktioniert es:
• Ein Tütchen Blumen- oder Gemüsesaat in der Bücherhalle auswählen (pro Person bitte nur ein Tütchen mitnehmen).
• Zuhause im Balkonkasten, im Garten oder in einem Topf auf der Fensterbank einpflanzen.
• Warten bis die Pflanzen gewachsen sind und sich an den Blüten erfreuen beziehungsweise Gemüse oder Früchte ernten.
• Saatgut der abgeernteten Pflanzen wieder in die Bücherhalle bringen.
• Gern ein Tütchen Saatgut aus dem eigenen Garten in die Bücherhalle mitbringen und es anderen Hobbygärtner*innen zur Verfügung stellen, so entsteht eine große bunte Blumenwiese in der Stadt.
Die Idee der Saatgutbibliothek stammt aus den USA. Da es dort viel gentechnisch verändertes Saatgut gibt,
versuchen Umweltinstitutionen mit "Seedlibraries" die Sortenvielfalt zu erhalten. In Frankreich entstanden 2013 die ersten "Grainothèques" und auch in Deutschland sind Saatgutbibliotheken im Kommen.
Wir freuen uns über viele Samen und eine reiche Ernte!

Pusteblumenbild: ein


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Neue Bänke auf dem Marktplatz in Kirchdorf-Süd

hk. Zehn Tage lang konnten die Anwohner*innen die neuen Sitzmöbel auf dem Marktplatz von Kirchdorf-Süd schon ausprobieren. Am 6. Juli weihte SPD-Bezirksabgeordnete Kesbana Klein dann zusammen mit Vertreter*innen des Bezirks die 14 neuen Bänke und Tischgruppen ganz offiziell ein. Der Marktplatz ist besonders in der warmen Jahreszeit beliebter und belebter Treffpunkt für Alte und Junge. Bisher gab es dort nur zwei Sitzgruppen und die zusätzlichen Bänke standen weit auseinander und waren teilweise in schlechtem Zustand. Häufig sah man Anwohner*innen, die ihre eigenen Stühle mitgebracht hatten oder auf Rollatoren saßen. „Viele Anwohner*innen sprachen mich immer wieder auf den unattraktiven Zustand des Marktplatzes an“, sagt Kesbana Klein. „Sie wünschten sich zusätzliche Sitzgruppen, die die Kommunikation fördern. Und die Kinder fragten mich, warum der kleine Brunnen, der aussieht wie ein Fisch, immer abgestellt ist.“ Jetzt freut sie sich über die neuen Sitzgelegenheiten, für die sie sich zwei Jahre lang eingesetzt hat. Die neuen Bänke und Sitzgruppen und das neue Spielgerät wurden aus dem Programm „lebenswerter Bezirk“ finanziert. Auch der Brunnen, der seit 2002 außer Betrieb war, wurde bei der Einweihung  probeweise schon einmal angestellt. In zwei Wochen soll er dann wieder richtig sprudeln.

Kesbana Klein, SPD-Bezirksabgeordnete, und Christian Rudolph, Regionalbeauftragter WB/Veddel, weihten auch den wiederhergstellten Brunnen auf dem Marktplatz in Kirchdorf-Süd ein. Foto: hk