Der Mutmacher

Die Waldretter Wilhelmsburg verabschieden sich von Harald Köpke

Herbst auf der Lichtung im Wilden Wald. Foto: S. Clausen

Harald Köpke ist gestorben. Unermüdlich war sein Einsatz für die Natur auf Wilhelmsburg. Er hat den Mund aufgemacht, wann immer Landschaft, Tiere oder Pflanzen bedroht waren, sei es durch Bauvorhaben, Infrastrukturmaßnahmen, eine pervertierte Landwirtschaft oder durch persönliche Rücksichtslosigkeit und mangelnden Respekt Einzelner. Für Harald standen wir alle in der Verantwortung – selbst die Natur zu schützen und den Mächtigen auf die Finger zu hauen.

Aber nur was wir kennen und lieben, vermögen wir auch zu schützen. Harald wusste das und er verkörperte es. Seine Freude an der Natur war grenzenlos. Legendär waren seine Exkursionen. Seiner Begeisterung konnte sich niemand entziehen. Damit hat er viele Menschen ins Boot geholt. Und er hat sich über jeden Einsatz für den Umweltschutz, jede Initiative, die sich gründete, gefreut.

Auch uns Waldretter hast du von Anfang an unterstützt, wo du konntest, lieber Harald. Dank deinem Wissen, das du immer und mit allen so großzügig geteilt hast, konnten wir uns verhältnismäßig schnell im bürokratischen Sumpf von Politik und Verwaltung, zwischen „B-Plan-Verfahren“, „Hamburger Staatsräte-Modell“ und „SKA“ orientieren, ohne den Wald, ohne die Tat aus den Augen zu verlieren.

Vor allem in unserem Tun nämlich hast du uns immer wieder bestärkt, so wie du ja auch selbst ein Mann der Tat warst. Du hast uns positive Rückmeldung für unsere kleinen und großen Veranstaltungen und Demos, und ganz besonders für das Bürgerbegehren, gegeben. Bei unserem Waldfest standest du plötzlich mit einem Anhänger voller Strohballen zum Draufsitzen auf der Lichtung.

Mutlosigkeit und Fatalismus („die da oben machen ja doch, was sie wollen“): Du kanntest sie wohl auch – doch es galt, sie zu überwinden. Aufgeben, das kam für dich nicht in Frage. So hast du auch am Ende deines Lebens alle Menschen, denen du noch begegnet bist, aufgefordert, weiter für den Schutz der Natur zu kämpfen.

Harald, wir vermissen dich. Dein Tod ist, als wäre ein großer, starker Baum gefällt worden. Erst einmal stehen wir traurig und erschrocken um die Lücke herum. Aber dann werden wir weiterkämpfen, wie du es dir gewünscht hast. Und Mutlosigkeit und Fatalismus immer wieder aufs Neue überwinden.

Deine Waldretter:innen

Sigrun Clausen

Wenn sie nicht am Nachbarschreibtisch in ihrer Schreibstube arbeitet oder in der Natur herumlungert, sitzt sie meist am Inselrundblick. Von ihm kann sie genauso wenig lassen wie von Wilhelmsburg.

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