Wachstum und nachhaltige Erneuerung für die Veddel

Die Aufnahme in das Rahmenprogramm integrierte Stadtteilentwicklung macht es möglich

Mit dem Rahmenprogramm integrierte Stadtteilentwicklung (RISE) soll Hamburg als gerechte und lebenswerte Stadt weiterentwickelt und der soziale Zusammenhalt gefördert werden. Quartiere mit besonderem Entwicklungsbedarf sollen städtebaulich aufgewertet und sozial stabilisiert werden. In Hamburg gibt es derzeit 28 RISE-Quartiere, davon auf den Elbinseln zwei: Die Veddel mit knapp 6000 Bewohnerinnen auf 54 Hektar und Wilhelmsburg-Ost (Korallus- und Bahnhofsviertel) mit etwas weniger Bewohnerinnen auf 42 Hektar.

Die Kirche umrahm von Bäumen vor blauem Himmel.
Die Immanuelkirche auf der Veddel. Ein Ort der Begegnung für Alle. Foto: hh oldman

WIR hatten bereits über die Planungen für den neuen Stadtteil Grasbrook berichtet, die auch Verbesserungen für die Veddel bringen sollen. Aber, so Stadtentwicklungssenatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt: „Die Veddel soll nicht warten müssen, bis ihr die Einbindung in die übergeordneten Entwicklungsplanungen des Grasbrooks zugutekommt.“ Die weitere Koordinierung übernimmt das Bezirksamt Hamburg- Mitte. Zunächst stehen aus RISE- Mitteln rund 373.000 Euro bereit für externe Planerinnen und Beteiligungsverfahren der Bewohnerinnen, u. a. für die Bestandsanalyse zur Überprüfung der sozialen Infrastruktur. Die endgültigen Kosten der Gebietsentwicklung stehen noch nicht fest; das Geld soll aber bereitgestellt werden, wenn einzelne Projekte umsetzungsreif sind.

Das RISE-Fördergebiet umfasst den „Kernbereich“ der Veddel zusammen mit dem Veddeler Norden, das südliche Bahnhofsumfeld, das Wohngebiet an der Harburger Chaussee und den „Hafenbahnpark“.

In Angriff genommen wurde bereits die Beleuchtung des Bolzplatzes „Am Gleise“, die durch RISE und die Bezirksversammlung Hamburg-Mitte finanziert wird. Im Zuge der neuen Festlegung der Veddel aus RISE-Fördergebiet wird auch der Verfügungsfonds des Stadtteilbeirats Veddel-Kleiner Grasbrook in diesem Jahr mit neuen 10.000 Euro ausgestattet. Ausnahmsweise werden die in 2020 nicht vergebenen Mittel in dieses Jahr übertragen (lt. Jens Hardel, Büro freiraumschaffen, Geschäftsstelle Stadtteilbeirat). Der Stadtteilbeirat wird in in diesem Jahr neu konstituiert. Dafür wird voraussichtlich im Sommer dazu aufgerufen, sich bei Interesse an der Beiratsarbeit zu melden. Die Beiratsarbeit ist sicherlich bei dieser Entwicklung besonders spannend. Im Bereich der Kirche plant der Bezirk ein soziales Zentrum für Alle, das Platz für Angebote und Begegnungen unter einem Dach ermöglichen soll. Der Kirchenraum und das angrenzende Café Nova steht bereits seit über fünf Jahren für Alle offen und wird auch durch das Projekt des Schauspielhauses „New Hamburg“ bespielt.

Ebenfalls wurde das Quartier „Hafenbahn“ in das neue RISE-Fördergebiet aufgenommen. Die Vorplanungen sind inzwischen abgeschlossen. Die jetzigen Gebäude werden abgerissen. Die Bewohner*innen müssen ausziehen und werden in andere Wohnungen vermittelt. Viele der neuen Wohnungen sind gedacht für Menschen, die es auf dem Wohnungsmarkt schwer haben. Aber auch Wohngruppen für Senioren und Wohnungen für Studierende werden geplant, sowie Tagesstätten, Veranstaltungsräume, ein Laden für den täglichen Bedarf und ein Café. Die Fertigstellung ist für 2024/2025 geplant.

Über das zweite RISE-Gebiet „Wilhelmsburg- Ost“, wobei es sich um das Bahnhofsviertel handelt, werden WIR demnächst berichten.

Marianne Groß

... ist Gründungsmitglied des Wilhelmsburger InselRundblicks e. V. Sie berichtet – soweit möglich – über alles, was sie selbst interessiert und hofft, damit die Leser*innen nicht zu langweilen. Dazu gehören die Veränderungen im Stadtteil, Ökologie und Kultur. Zusammen mit ihrem Mann kümmert sie sich um den großen Garten und liebt es, Buchsbäume zu schneiden.

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