Georgswerder-Update 3.0

Viel zu lange ist es ruhig um Georgswerder gewesen – bis jetzt! Eine Menge ist passiert in den vergangenen Monaten und Wochen. WIR geben einen Überblick zu den wichtigsten Ereignissen

Die Bebauung der Kirchenwiese

Das wohl interessanteste Thema ist und bleibt die Bebauung der Georgswerder Kirchenwiese mit den daraus folgenden Veränderungen für den gesamten Stadtteil.
Der Projektdialog im Oktober hatte einige neue Aufschlüsse über die weitere Entwicklung gebracht und gleichzeitig den Startschuss für die Vermarktung der Grundstücke verkündet. Bei den insgesamt geplanten 190 Wohneinheiten sind ca. 100 Einheiten für Mehrfamilienhäuser reserviert. So verbleibt noch Grundstücksfläche für rund 20 Einfamilienhäuser, zwei Doppelhäuser und ca. 50 Reihenhäuser. Zwei Grundstücksflächen bleiben offen für mögliche Baugemeinschaften. Auch dazu gab es im Oktober bereits eine Infoveranstaltung seitens der IBA.
Der Ansturm auf den Wohnraum ist groß. Wie soll es da zu gerechter Vergabe unter den Interessent:innen kommen? Karen Pein, Geschäftsführerin der IBA, plädiert für ein gestaffeltes Losverfahren. Ob es dieses Verfahren tatsächlich wird, steht noch nicht fest. Zunächst sollen die Geschosswohnungen vergeben werden, dann, im Sommer 2022, die Mehrfamilien – und Reihenhäuser. Die heißbegehrten Einzelgrundstücke kommen zum Schluss. 
Wie weit darf und kann man da schon in die Zukunft planen?
Wer jetzt mal „am Deich“ langfährt, sieht die großen Sandberge auf der Kirchenwiese. „Zur Oberflächenentwässerung und Vorbereitung für die Bebauung“, seien die, hieß es im Projektdialog. Doch auf was für einem Fundament wird dort gebaut, wenn erst große Mengen Sand als Stabilisierungsmaßnahme aufgetragen werden müssen? Gleichzeitig wird von umliegenden Anwohner:innen über Bodenabsackung berichtet. Spekulationen und Gerüchte gibt es einige, doch bislang sind diese weder bestätigt noch widerlegt. Wie sich das Projekt weiterentwickeln wird, bleibt abzuwarten.

RISE-Fördergebiet Georgswerder?

Bei einem anderen Projekt in Georgswerder gibt es mehr Aussagesicherheit: Vom Bezirksamt Hamburg-Mitte wurde verkündet, dass Georgswerder nun doch kein RISE-Fördergebiet wird. Was zu Beginn des Jahres vom Regionalausschuss Wilhelmsburg/Veddel gefordert worden war, nachdem das Bezirksamt-Mitte einen entsprechenden Antrag der Veddel bewilligt hatte, wurde für Georgswerder jetzt abgelehnt. In dem öffentlichen Statement der letzten Bezirksversammlung wird die Ablehnung damit begründet, dass die RISE-Förderung schlichtweg zu viel Aufwand und zu hohe Kosten verursache sowie „unverhältnismäßig“ und „nicht zielführend“ sei.
Gleichzeitig deuten sich auch ohne die RISE-Förderung Veränderungen im Stadtteil an. Fassaden einzelner Häuser werden saniert, der Spiel- und Quartiersplatz ist gut besucht, der Sportverein Vorwärts 93 Ost hat viele neue Angebote und es scheint, als würden nun auch endlich die Straßen- und Gehwege instandgesetzt. Braucht Georgswerder vielleicht gar keine RISE-Förderung, sondern schafft es auch aus eigener Kraft, die Lebensqualität im Stadtteil zu verbessern? Nein. Ganz ohne Hilfe von „oben“ wird es nicht gehen. Denn noch immer steht die Frage nach einer besseren Infrastruktur und Einkaufsmöglichkeiten vor Ort unbeantwortet im Raum.

Das Gute zum Schluss …

Frontalansicht des Schulgebäude, dem Künstlerhaus in Georgswerder. Sicht vom Quartiersplatz, links ein Baum, rechts Sitzbänke.
Das Künstlerhaus in Georgswerder. Wie geht es weiter? Foto: Liza-Shirin Colak

Doch gute Nachrichten gibt es auch! Das Künstlerhaus hat einen Förderzuschuss für die Sanierung des denkmalgeschützten Schulgebäudes seitens des Fachamtes für Stadt – und Landschaftsplanung bekommen! Nun wird das Nutzungs– und Betreiberkonzept ausgearbeitet. Das Künstlerhaus soll als soziokulturelle Begegnungsstätte die Anwohner:innen zusammenbringen und Platz für kreatives Schaffen bereitstellen. So wie es mal angedacht war. Und wer weiß, vielleicht lässt sich auch endlich die Idee von einem Café verwirklichen? Genauere Pläne sollen im ersten Quartal des nächsten Jahres angegangen werden.

Bis dahin kann man sich im Q8-Büro in der Veringstraße über die Situation in Georgswerder informieren. In Zusammenarbeit mit dem HoFaLab hat das Q8-Team nämlich ein interaktives Schaufenster gestaltet, dass sich alle Passant:innen, Interessierten und Neugierigen anschauen können.

Also bleiben WIR gespannt, wie und wo sich Georgswerder hin entwickeln wird!

Für weitere Infos zu den Bebauunsplänen und das interaktive Schaufenster:
https://www.iba-hamburg.de/de/projekte/georgswerder/aktuell

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Liza-Shirin Colak

Liza-Shirin Colak schreibt als jüngstes WIR-Mitglied besonders über Stadtteilentwicklung, Nachhaltigkeit und lokale Insel-Insider.

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