Zweimal die Goldene Elbinsel-Ehrennadel vergeben

Nach der Pandemiepause fand der Parlamentarische Abend im Bürgerhaus Wilhelmsburg statt

Auf schwarzem Grund ein unsymmetrisches W. Auf dem rechten Schenkel steht Wilhelmsburg
Die letzte Wilhelmsburg-Nadel erhielt Else Graefe.

Dieses Jahr war es ein Jubiläum. Seit 1997, also seit 25 Jahren wird von der Kommunalpolitik jährlich beim Empfang des Regionalausschusses eine Ehrung vorgenommen. Bis 2009 war es die „Wilhelmsburg Nadel“. In dem Jahr wurde Else Graefe geehrt, die regelmäßige Treffen gegen Einsamkeit im Café Kranzler im CCH organisiert hatte.

Im Jahre 2010 erhielt Egon Martens dann die erste, neu gestaltete Goldene Elbinsel-Ehrennadel. Wilhelmsburg war aus dem Bezirk Hamburg-Harburg in den Bezirk Hamburg-Mitte gewandert.

Seitdem wurde die Nadel in jedem Jahr an ehrenamtlich Tätige auf den Elbinseln vergeben, außer im letzten Jahr. Deshalb gab es in diesem Jahr gleich zwei Preisträger. Dieses Mal fand der Parlamentarische Abend nicht im Sitzungssaal des Wilhelmsburger Rathauses statt, sondern im Bürgerhaus Wilhelmsburg. Dort ist mehr Platz.

Frau Dr. Dorothee Stapelfeldt, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, sprach in diesem Jahr das Grußwort.

Danach übernahm Michael Weinreich, MdHB und Vorsitzender des Regionalausschusses Wilhelmsburg-Veddel die schöne Aufgabe, die diesjährigen Preisträger zu würdigen. Er lobte das Ehrenamt: „Ehrenamt existiert in vielen Bereichen unserer Gesellschaft: ob Schule, Sportverein, Kultur oder der soziale Bereich – Vieles würde es ohne das ehrenamtliche Engagement so gar nicht geben. Und das gilt – wie wir hier alle wissen – für die Elbinseln umso mehr!“ Und wenn man von Ehrenamt spricht, ist die Freiwillige Feuerwehr mit an erster Stelle. Auf den Elbinseln gibt es vier: Moorwerder, Wilhelmsburg, Veddel-Rothenburgsort und Kirchdorf. Michael Weinreich lobte alle und dankte allen Wehrführern und Feuerwehrleuten für ihren Einsatz.

Das Engagement in der Freiwilligen Feuerwehr liegt in der Familie

Schwarz-Weiß-Foto der Elbinselnadel. Sie zeigt den Umriss der Elbinseln. In der Mitte ein kleiner heller Stein (Diamant?) und die Gravur DIE ELBINSELN im Kreis darum.
Seit 2010, als Wilhelmsburg zum Bezirk Hamburg-Mitte kam, wird die goldene Elbinsel-Ehrennadel vergeben.
Fotos: Heinz Wernicke

Im 60sten Jahr nach der großen Flut bekam in diesem Jahr Horst Bünning die Ehrennadel. Er hat schon 1962 mit 17 Jahren als sogenannter „Mitläufer“, also ein Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr auf Probe, gemeinsam mit seinen Brüdern Hans, Jürgen und Günther Menschen gerettet und bei der Versorgung der Wilhelmsburger Bevölkerung geholfen. Sie waren bei der Kreuzkirche im Einsatz. Michael Weinreich schilderte diesen Einsatz: „Dort haben sie zu Fuß bei Eiseskälte und unter Einsatz Ihres eigenen Lebens die Kirchdorferinnen und Kirchdorfer aus ihren Häusern gerettet … An dieser Stelle möchte ich mich bei Ihnen, Herr Bünning, und bei allen anderen Feuerwehrmännern für Ihren Einsatz in diesen schweren Zeiten bedanken!“

Später war Horst Bünning dann selbst Wehrführer und hat sich besonders für den Neubau des Feuerwehrhauses in der Straße Bei der Windmühle eingesetzt. Er ist heute noch als Ehrenmitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr aktiv.

Alle Kinder sollen die gleichen Chancen haben

Die goldene Elbinsel-Ehrennadel für das Jahr 2021 wurde für besonderen Einsatz im Bereich Bildung, Integration und Bildungsgerechtigkeit vergeben. Michael Weinreich: „Die goldene Elbinsel-Ehrennadel des Jahres 2021 geht heute an eine Person, die sich seit Jahrzehnten in genau diesem Bereich engagiert und mit dem Türkischen Elternbund Wilhelmsburg e. V. auf der Elbinsel aktiv ist: den ersten Vorsitzenden, Herrn Serdar Bozkurt.“ Er lebt seit 2000 in Deutschland und auf Wilhelmsburg und ist schon seit 2001 Vorsitzender des Vereins. Seitdem ist er aus dem Bildungsbereich nicht mehr wegzudenken.

Der Verein kooperiert mit vielen anderen Akteur:innen auf Wilhelmsburg und organisiert seit seinem Bestehen das internationale Kinderfest. Das Fest bringt Kinder aus verschiedenen Kulturen zusammen. 2008 hat der Elternbund den IBA Innovationspreis von 10.000 Euro erhalten für die Mitwirkung und lokale Umsetzung des Kooperationsprojektes „Mercator-FörMig-Treff“ zur Sprachbildung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Das Projekt war an der Universität Hamburg angesiedelt. Auch an dem Nachfolgeprojekt hat der Verein mitgewirkt und Serdar Bozkurt war im Beirat.

Serdar Bozkurt hat es zusammen mit seinem Stellvertreter Sami Sengül, anderen Vereinsmitgliedern und den Eltern und Schüler:innen geschafft, die Vereinsziele umzusetzen: Informationen über Schul- und Erziehungsaufgaben, sowie über Jugenderziehung und Jugendpflege werden an türkischstämmige Eltern weitergegeben und unmittelbar dadurch die Förderung und Mitwirkung türkischer Eltern vorangetrieben.

Marianne Groß

... ist Gründungsmitglied des Wilhelmsburger InselRundblicks e. V. Sie berichtet – soweit möglich – über alles, was sie selbst interessiert und hofft, damit die Leser*innen nicht zu langweilen. Dazu gehören die Veränderungen im Stadtteil, Ökologie und Kultur. Zusammen mit ihrem Mann kümmert sie sich um den großen Garten und liebt es, Buchsbäume zu schneiden.

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