Geothermie aus Wilhelmsburg

Die Geothermie-Probebohrung nähert sich dem Ziel in 3.500 Metern Tiefe

Vor dem Bohrturm stehen Micael Prinz (Hamburger Energiewerke), Staatsrat Pollmann, der den Button drückt, und Ingo Hannemann von Hamburg Wasser.
Staatsrat Michael Pollmann drückte auf den Startknopf. Michael Prinz (lks. Hamburger Energiewerke) und Ingo Hannemann (Hamburg Wasser) freuen sich über den Start. Foto: IW³

Am 27. Januar 2022 startete die Probebohrung an der Alten Schleuse/Schlengendeich auf Wilhelmsburg. Die Geologen sind sich ziemlich sicher, in 3.500 Metern Tiefe 130° C heißes Wasser fördern zu können. Später sollen 5000 Haushalte mit nachhaltig produzierter Wärme versorgt werden. Aber sicher ist es erst, wenn der Bohrer in den Rhät-Sandsteinen angekommen ist. Erfüllen sich die Erwartungen, wird der 40 Meter hohe Bohrturm wieder abgebaut.

Jetzt erfolgt die Bohrung für die Produktion des heißen Wassers. Nach Erfolg wird der Bohrturm auf Schienen versetzt für die Injektionsbohrung. Darüber wird das abgekühlte Wasser zurück in die thermalwasserführende Schicht im Untergrund geleitet. Die Bohrarbeiten werden voraussichtlich im August abgeschlossen.

Die Visualisierung besteht aus zwei Teilen.Unter der Überschrift: Während der Bohrung ... zeigt das linke Bild den zukünftigen Bohrturm von 40 Metern Höhe. Rechts ist unter der Überschrift "Nach der Bohrung bleibt ..." ein sogenannter Chriftmas Tree.
Im Frühjahr 2022 wird der 350 Tonnen schwere und 40 Meter hohe Bohrturm aufgebaut, der später wieder abgebaut wird. Am Ende werden oberirdisch nur zwei sog. Christmas Trees und das Pumpenhaus mit dem Wärmetauscher zu sehen sein.
Visualisierung: Hamburg Energie Geothermie GmbH

Es werden zwei voneinander getrennte Wasserkreisläufe etabliert: Einer zwischen Produktions- und Injektionsbohrung und ein zweiter im Wärmenetz. Dies besteht aus Leitungen, in denen Wasser die Wärme transportiert und an die Haushalte verteilt. Auf der digitalen Informationsveranstaltung im Dezember antwortete Thomas-Tim Sävecke, Prokurist bei Hamburg Energie Geothermie GmbH, auf die Frage nach den Kosten: „Öko-Energie war immer teuer. ( … ) Geothermie hat die Chance, Energie zu stabilen Kosten für die nächsten 40 Jahre zu produzieren. ( … ) Durch die lange Laufdauer wird ein positiver Beitrag zur Reduzierung der CO₂- Emissionen geleistet.”

Überschüssige Wärme wird im Sommer in einem Aquiferspeicher (s. eWIR Juli 2021) gespeichert und kann im Winter verbraucht werden.

Wilhelmsburg ist Vorreiter

Ein Bohrkeller besteht aus einem quadratischen Loch in dem Betonfundament mit betonierten Seiten und einem in Höhe des Loches herausrangenden runden Bohrloch.
Einer der Bohrkeller. Foto: Hamburg Energie Geothermie GmbH

Wie WIR schon berichteten, ist das Vorhaben auf Wilhelmsburg eines von 20 Reallaboren zur Energiewende, das vom Bund gefördert wird. Das Gesamtvorhaben wird wissenschaftlich begleitet (mesoTherm). Ziel ist, eine übertragbare Methodik der Fündigkeitsprognosen zu entwickeln, um weitere Möglichkeiten der mitteltiefen Geothermie in der nordwestdeutschen Tiefebene zu erschließen.

Auf dem Gelände am Schlengendeich wurde das Betonfundament fertig gestellt und die beiden Bohrkeller eingefasst.

Um das Gelände der Geothermieanlage. Davon ist ein Teilstück zusehen mit dem Banner "Saubere Energie für Wilhelmsburg" und einer Beschreibung, die auf dem Bild aber zu klein ist, um sie lesen zu können. rechts sieht man einen Bauarbeiter und ein kleines Baufahrzeug mit dem Namen MAC und einige Bäume sind auch auf dem Bild.
Foto: Hamburg Energie GmbH


Ein Banner in deutscher und türkischer Sprache informiert interessierte Passanten über das Geothermie-Projekt, das am Sperrwerk Veringkanal entsteht.

HAMBURG ENERGIE plant jährlich zwei Veranstaltungen, auf denen sich die Wilhelmsburger:innen über den Projektverlauf informieren können.

WIR werden weiter berichten.

Unser Leser Dirk Holm war bei der Eröffnung und hat uns schöne Bilder geschickt:

Marianne Groß

... ist Gründungsmitglied des Wilhelmsburger InselRundblicks e. V. Sie berichtet – soweit möglich – über alles, was sie selbst interessiert und hofft, damit die Leser*innen nicht zu langweilen. Dazu gehören die Veränderungen im Stadtteil, Ökologie und Kultur. Zusammen mit ihrem Mann kümmert sie sich um den großen Garten und liebt es, Buchsbäume zu schneiden.

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