Musik beim Spazierengehen

Im letzten Sommer hatten die Festival-Macher:innen das schon fertige Programm kurzfristig komplett ins Netz verlegt. In diesem Sommer sollen die 48h nun ein „hybrides Festival“ werden: sowohl mit digitalen Angeboten als auch mit Musikevents im Freien

Podcasts, Videos und Livestreams: Im letzten Sommer hatten die Festival-Macher:innen das schon fertige Programm kurzfristig komplett in Netz verlegt. Und anstelle des „Hutes“, der sonst bei Konzerten rumgeht, gab es einen Spendenbutton zum Anklicken. Nur vier kleine, unangekündigte Hinterhofkonzerte für die jeweiligen Hausbewohner:innen waren live.

Die 48 Stunden Musik von den Elbinseln im zweiten Corona-Jahr

In diesem Sommer planen das Netzwerk Musik von den Elbinseln und das neue BüWi-Musikteam Alena Kruse und Mücke Quinckhardt die 48h – auch in Erwartung besserer Zeiten – als „hybrides Festival“: mit digitalen Angeboten im Netz, aber auch mit einer ganzen Reihe „coronagerechter“ Konzerte an der frischen Luft.

Spaziergänge mit Kurzkonzerten

Auf dem Bild geben drei Musiker mit Bass, Akkordeon und Gitarre und ein Sänger ein kleines Konzert auf einer Straße in Georgswerder.
Spaziergang mit Musik. Kleines Freiluftkonzert in Georgswerder 2020. Foto: Hermann Kahle

Geplant sind unter anderem Spaziergänge im Reiherstiegviertel, auf der Veddel und im Bahnhofsviertel. An der Strecke soll es jeweils Informationstafeln zu den 48h aber auch zu Themen wie „Leben im Stadtteil unter den Corona-Bedingungen“ geben. Unterwegs werden die Spaziergänger:innen von 10-minütigen Kurzkonzerten überrascht. Ebenso sind zwei musikalisch begleitete Radtouren über die Elbinseln geplant. Und aufs Wasser geht es auch! Neben den musikalischen Spaziergängen und -fahrten sind zudem fünf größere und acht kleinere Konzerte im Freien vorgesehen. Hier ist die Organisation wegen der Einhaltung der Hygienevorschriften sehr anspruchsvoll: Die Besucher:innenzahl ist begrenzt, es wird Absperrungen und Wegeleitsysteme, Maskenpflicht und die Registrierung der Zuschauer:innen zur eventuellen Kontaktverfolgung geben. Die kleinen Konzerte werden deshalb auch zusätzlich als Livestream im Netz zu sehen sein.

Neue Probleme durch die Novelle des Infektionsschutzgesetzes

Aktuell gibt es für die 48h-Planer:innen ein neues Problem. Mit der gerade verabschiedeten Novelle des Infektionsschutzgesetzes sind Kulturveranstaltungen bei Inzidenzwerten über 100 nicht mehr erlaubt. Und es wird nicht zwischen Veranstaltungen in geschlossenen Räumen und im Freien unterschieden. Sowohl der deutsche Kulturrat als auch Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda haben diese fehlende Differenzierung zwischen drinnen und draußen in der Presse kritisiert. Viele Theater planten für den Frühsommer Veranstaltungen im Freien, um überhaupt kulturelles Leben wieder in Gang zu bringen, so Brosda. Was die neuen Vorschriften für die 48h bedeuten, ist noch nicht klar. „Wir arbeiten daran“, sagt Mücke Quinckhardt. Erstmal gibt es als Vorgeschmack auf das Festival am Donnerstag, 6. Mai, um 18 Uhr wieder ein „48 Minuten Wilhelmsburg“-Konzert mit der „Tüdelband“ als Livestream aus der Wildwuchsbrauerei auf YouTube und Facebook. Im Anschluss findet das nächste Netzwerktreffen statt. Der neue Newsletter des „Netzwerks Musik von den Elbinseln“ mit dem aktuellen Stand der Planung erscheint am 3. Mai 2021.

www.mvde.de/48h-wilhelmsburg

Hermann Kahle

Hermann Kahle schreibt über Kultur, Schule und für den Kaffeepott

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