WILHELMSBURGER INSELRUNDBLICK
Die Stadtteilzeitung von Vielen für Alle

AUF DIESER SEITE: 

Eilmeldung: Aus für A26 Ost? - 17.05.2020

Mehr Bürgerbeteiligung bei Planungen ... Neues aus der Rubrik "Verdammt lang her, oder?!" - 17.05.2020

Willis Rätsel Mai - 13.05.2020

Ostern im Schnee ... Neues aus der Rubrik "Verdammt lang her, oder?!" - 22.4.2020

Der schmale Fußgänger - 18.4.2020

Cruisen auf der Route 66 - vom Sofa - 17.4.2020

Willis Rätsel April - 17.4.2020


- - - - - - - - - -  

Aus für die A26 Ost?

hk. Die traurige Zeit der Corona-Pandemie beschert uns in diesem Frühjahr unerwartet wochenlang um die fünfzig Prozent weniger Autoverkehr – ruhigere, freiere Straßen, viel bessere Luft. Und damit ein einmalig eindrucksvolles Argument für eine grundlegende Verkehrswende. Die Auto-Diskussion nimmt wieder Fahrt auf. Da mutet es schon absonderlich an, wenn am letzten Montag am Moorburger Elbdeich der Baubeginn des nächsten A26-Abschnitts feierlich begangen wird – mit dem üblichen Ritual, coronamäßig leicht abgewandelt:  Fünf Männer mit Schaufel und Mundschutz und Sicherheitsabstand zueinander machen den ersten Spatenstich für die A26-West (siehe auch „Bis hierhin und nicht weiter“). Und schon zum Ritual gehören auch die Reden, dass die neue Autobahn das umliegende Straßennetz „extrem“ entlaste, den Lärm mindere und das Ganze natürlich erst mit dem nächsten Abschnitt, der A26-Ost durch Kirchdorf bis zur A1, komplett sei. Aber wird es – auch angesichts aller Coronafolgen  – dazu noch kommen? Eine Eilmeldung mit einer vertraulichen DEGES-Notiz, die wir kurz nach der Feier in Moorburg vom Kaffeepott-Recherchenetzwerk Unterelbe erhielten (siehe unten), legt eher die Vermutung nahe, dies könnte auch der letzte Spatenstich gewesen sein.

 Grafik: Kaffeepott-Recherchenetzwerk Unterelbe/hk

- - - - - - - - - -

Verdammt lang her – oder?

Aus der alten Wilhelmsburger Zeitung, Ausgabe vom 3.5.1977  (originale Rechtschreibung)

Neues Gesetz: Mehr Bürgerbeteiligung bei Planungen

Die Beteiligung des Bürgers bei der Aufstellung von neuen Bebauungsplänen in seiner unmittelbaren Nachbarschaft soll noch erweitert und intensiviert werden. Das sieht eine Novelle zum Bundesbaugesetz vor. Auch in Hamburg muß man nun nach neuen Formen und Wegen suchen, um diese Bürgerbeteiligung noch mehr zu verstärken. Denn die Zeiten sind auch in Hamburg endgültig vorbei, wo an den Bedürfnissen des Bürgers vorbeigeplant werden konnte. Und gerade die jüngsten Auseinandersetzungen um den Bau der sog. Osttangente (Stadtautobahn) im Norden Hamburgs machen das deutlich. Die unterschiedlichen Auffassungen darüber, wie diese Bürgerbeteiligung künftig geregelt werden soll, kam in der Aprilsitzung der Harburger Bezirksversammlung zum Ausdruck.

Danach hat sich der Stadtplanungsausschuß der Bezirksversammlung über längere Zeit eingehend mit diesem Problem befaßt. Man kam überein, in einem Redaktionsausschuß eine gemeinsame Stellungnahme zu erarbeiten, die dann von der Bezirksversammlung abgesegnet werden sollte. Die CDU-Vertreter in diesem Ausschuß nahmen jedoch nicht an diesen Beratungen teil, sondern sie brachten ein eigenes Papier zu diesem Komplex ein. Nach diesem Papier sollten nur Bebauungspläne von „wesentlicher“ Bedeutung für den Bezirk öffentlich diskutiert werden. Außerdem sollte künftig von „Einzelanhörungen“ durch die Fraktionen Abstand genommen werden.

Von der SPD- und FDP-Fraktion wurden diese Vorschläge als Rückschritt gegenüber der bisherigen Regelung bezeichnet. Bekanntlich kann der Senat bereits heute auf Antrag entscheiden, daß ein bestimmter Bebauungsplan im Zustand der Beratung mit der Bevölkerung „öffentlich“ diskutiert wird. Diese Möglichkeit möchten die beiden Fraktionen generell für sämtliche Bebauungspläne erwirken, ohne daß der Senat hier überhaupt noch tätig wird. Von der SPD wird darüber hinaus noch gefordert, daß künftig Bebauungspläne eines Bezirks nur noch von der jeweils zuständigen Bezirksversammlung beschlossen werden sollen. Nur bei Differenzen zwischen dem Senat und der Bezirksversammlung soll die Bürgerschaft eingeschaltet werden, die dann „das letzte Wort“ sprechen wird.

Aus diesem Grunde fordert die SPD-Fraktion mit Unterstützung der FDP auch die Ausschaltung des Verwaltungsausschusses beim Landesparlament (es handelt sich um einen Unterausschuß der Deputation, der hauptsächlich mit Architekten besetzt ist) beim Bebauungsplanverfahren. Dieser Ausschuß soll in der Vergangenheit häufig das Planverfahren verzögert haben. Dagegen wandte sich der Sprecher der CDU-Fraktion, Dieter Schläfke, der ebenfalls Mitglied der Baudeputation ist. Nach Schläfkes Auffassung sollte man auf die Anhörung dieser Fachleute nicht verzichten.

Mit der Mehrheit der SPD/FDP-Stimmen wurde das Koalitionspapier gegen die Stimmen der CDU-Opposition angenommen.


- - - - - - - - - -

WILLIS RÄTSEL Mai

Liebe Rätselfreund*innen,

Herr Witte hat Ihnen wieder eine schöne Nuss zu knacken gegeben. Und noch einmal gilt: Werden Sie kreativ beim Bearbeiten der Kästchen, wir können noch immer keine Datei direkt zum Ausfüllen am Bildschirm erzeugen.

Was Sie tun können:

    - das Rätsel schnell abzeichnen,       

    - vorsichtig ein etwas dünneres Blatt Papier auf den Bildschirm halten und das Rätsel durchpausen (hab ich probiert! Geht!),

    - einen Screenshot machen, als .pdf speichern und ausdrucken,

    - den Bildschirm mit dem  Rätsel abfotografieren und ausdrucken.


Ansonsten ist alles wie gehabt: Schicken Sie das Lösungswort auf einer Postkarte oder per E-Mail an den WIR, wie immer gilt: Leserliche Postadresse nicht vergessen! Einsendeschluss ist diesmal der  3. Juni 2020. Zu gewinnen gibt es diesmal wieder zwei Beanie-Babies, einen Highlight-Eisbecher vom Eisdealer am Weimarer Platz - und NEU ein Glas Honig aus dem BUND-Erlebnisgarten im Inselpark.

Nun zu unserem Rätsel in Ausgabe 4/2020. Das Lösungswort verraten wir nicht, denn wir hatten keine Rätseleinsendungen. Das April-Rätsel bleibt deshalb noch bis 1. Juni hier stehen. Wenn Sie lustig sind und freudig unsere Internet-Ausgabe entdeckt haben, können Sie also zwei Rätsellösungen einsenden und sogar zwei Gewinne einstreichen, wenn das Losglück es will.

ANZEIGE

* * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * *


* * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * *

- - - - - - - - - -

 Verdammt lang her – oder?

Aus der alten Wilhelmsburger Zeitung, Ausgabe vom 13.4. 1977  (originale Rechtschreibung, gekürzt)

Ostern im Schnee ...

... das hätten sich die meisten überall und auch in Wilhelmsburg anders gedacht.

Die Wilhelmsburger jedenfalls stellten sich richtig ein: Die meisten waren die Feiertage lieber im hause geblieben. Woran man das merkte? Autos standen wie sonst zu Feierabendzeiten vor der Tür in den Straßen. Weiter war es sehr aufschlußreich, daß der Sonnabendmarkt so überfüllt war mit Käufern, wie selten ...

Die Sonne schien gelegentlich und das allererste Grün war auch schon zu sehen. Krokusse, Forsythien, Seidelbast, Osterglocken und natürlich Stiefmütterchen und Osterlämmchen belebten das Bild. Sie ließen sich alle durch das Wetter nicht aufhalten...

Und nun ist Ostern 1977 vorbei. Die Kinder müssen wieder zur Schule, alles geht seinen Gang. Und die vielen, die von ihrer Reise nicht wiederkommen, weil sie, wie gesagt, gar nicht weg waren, können vergnügt ihre Moneten zählen. Etwa für Pfingsten ..., denn dann soll es ja zauberhaftes Wetter geben. Na, täuf man aff.


- - - - - - - - - -

 Der schmale Fußgänger

Ist der Suppen-Kaspar die Lösung? Foto-Montage: hk

hk. Im Januar-Kaffeepott haben wir den „schmalen Radfahrer“ vorgestellt, als Beitrag zur halbherzigen - besser viertelherzigen - rot-grünen Verkehrswende, in der das Fahrrad als Verkehrsmittel der Zukunft beschworen, aber bisher nicht eigentlich ernst genommen wird. Noch schlechter steht es um die Fußgänger, wohl die größte Gruppe der Verkehrsteilnehmer. Sie kommt in der Planung meist überhaupt nur mittelbar vor. So, wenn die autofreie Innenstadt für irre erklärt wird. Oder im voraussichtlichen nächsten rot-grünen Koalitions-vertrag als Betroffene der „punktuell autoarmen Innenstadt“.

Bei der Planung neuer Radstreifen wird stillschweigend lieber mal der Fußweg schmaler gemacht als eine Autofahrspur anzugreifen. In der Mengestraße, auf der Brücke vor dem Bürgerhaus ist der Fußweg vom Geländer bis zum Mast der Fußgängerampel nur noch etwa einen Meter breit. Dann kommt der Radstreifen. Wenn mehrere Menschen hier auf das Ampelgrün warten, wird es sehr eng. Einen Vorteil haben dann Fußgänger, die möglichst dünn sind. (Siehe auch WIR 1/20 „der schmale Radfahrer“.)

Es würde nicht verwundern, wenn Hamburger Verkehrsplaner unter ihren Unterlagen und Handbüchern auch das berühmt-berüchtigte Kinderbuch vom „Struwwelpeter“ aus dem 19. Jahrhundert haben – unter anderem mit der Geschichte vom „Suppen-Kaspar“. Mit diesem Klassiker der schwarzen Pädagogik haben in alten Zeiten Eltern mit gruseligen Bildern ihren Kindern vor Augen geführt, was passiert, wenn sie ihre (ungeliebte) Suppe nicht essen. Sie würden immer dünner und schließlich elendiglich sterben. Heute könnte die Geschichte umgekehrt Hamburger Verkehrsplanern als Grundlage für eine Kampagne dienen, wie man durch gesunde Ernährung – unter anderem durch Verzicht auf fette Suppen – schlank bleiben kann. Und so als schmaler Fußgänger z.B. genug Platz hat auf dem schmalen Fußweg auf der Brücke vorm Bürgerhaus.


ANZEIGE

* * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * *

* * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * *

Corona und Autofahren

Cruisen auf der Route 66

hk. So gruselig wie wahr: Was Fridays for Future (noch) nicht schafft, schafft (für kurze Zeit) Corona: Deutlich weniger Autoverkehr, bessere Luft, mehr Platz für Radfahrer. Wohin sollte man auch fahren? Die Oma besuchen? Zum schoppen? Nach Schleswig-Holstein? Das ist im Moment alles nicht möglich. Und wenn man dann doch mal ins Blaue fahren möchte in dieser trüben Zeit? – Das geht auch virtuell! Cruisen im Netz auf den schönsten Straßen der Welt. Die beliebteste Online-Straßen auf Instagram - so die Zeitschrift ACE-Lenkrad - ist mit Abstand die berühmte Route 66 in den USA. An zweiter Stelle liegt die Great Ocean Road in Australien, gefolgt vom Pacific Coast Highway in Kalifornien. Auf Platz 15 liegt eine deutsche Straße: die Romantische Straße vom Main bis zum Alpenrand. Die A26 und die Wilhelmsburger Reichsstraße stehen nicht auf der Liste der Zeitschrift.


- - - - - - - - - -

WILLIS RÄTSEL April

Liebe Rätselfreund*innen,

Herr Witte hat uns wieder ein sehr schönes Rätsel gemacht - aber natürlich hat er es für einen gedruckten WIR geplant. Jetzt digital, sind wir leider noch nicht so weit, dass wir eine Datei direkt zum Ausfüllen am Bildschirm erzeugen könnten.

Was Sie tun können:

  • das Rätsel schnell abzeichnen
  • vorsichtig ein etwas dünneres Blatt Papier auf den Bildschirm halten und das Rätsel durchpausen (hab ich probiert! Geht!)
  • einen Screenshot machen, als .pdf speichern und ausdrucken
  • den Bildschirm mit dem  Rätsel abfotografieren und ausdrucken.

Ansonsten ist alles wie gehabt: Schicken Sie das Lösungswort auf einer Postkarte oder per E-Mail an den WIR, wie immer gilt: Leserliche Postadresse nicht vergessen! Einsendeschluss ist diesmal der  1. Mai 2020. Zu gewinnen gibt es diesmal wieder zwei Beanie-Babies, einen Highlight-Eisbecher vom Eisdealer am Weimarer Platz sowie ein WIR-Buchpaket.

Nun zu unserem Rätsel in Ausgabe 3/2020. Das Lösungswort lautete "Impressum". Gewonnen haben: Margrit Holl, einen Highlight-Eisbecher, Lucie Drückhammer, ein WIR-Bücherpaket, Susann Schultz, zwei Beanie-Babies, und Monika Schulz, den Ausstellungskatalog vom Atelier Freistil. WIR gratulieren!
Die Gewinner*innen werden benachrichtigt.