25. Jahrgang,
Ausgabe 7

Juli / Aug.
2019
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Süd-Kurier

Verschiedenes

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Wo... in Wilhelmsburg ?

 

Verschiedenes

WIR auf dem Stübenplatzfest
"Einfache Sprache" - eine Möglichkeit für Wilhelmsburg
Der Wilhelmsburger Klima-Deich
Hamburg auf dem Weg zur Fahrradstadt?
Der Anfang ist gemacht
Auszeichnung für herausragende Nachnutzung
Hamburg: Florierende Bauwut ohne ausreichenden Naturausgleich
Hamburgs Vögel in Gefahr

 

WIR auf dem Stübenplatzfest

WIR-Stand

WIR. Bei wunderbarem Sommerwetter hatten auch WIR uns in die Stände von Vereinen und Initiativen beim Stübenplatzfest Ende Juni eingereiht. Gemeinsam mit den Waldrettern Wilhelmsburg boten wir einen lebhaften, bunt geschmückten Stand. Bei uns war immer etwas los. Es ergaben sich viele Kontakte und Gespräche vor und hinter dem Stand. Der Renner war wie immer unsere " Du-auf-der-Titelseite"-Aktion: Alle, die Lust hatten, konnten von unserem Kollegen Hannes ein Foto von sich machen lassen, das dann von Sigrun an Ort und Stelle auf die Titelseite des WIRs platziert wurde - natürlich mit der enstprechenden Schlagzeile.

WIR-Stand 2


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"Einfache Sprache" - eine Möglichkeit für Wilhelmsburg
Freizeithaus Kirchdorf-Süd bietet Seminare an

Gespräch

Foto: ein

Barbara Kopf. Diese Anekdote erzähle ich immer gerne am Anfang, wenn ich etwas über Einfache Sprache berichten soll: Als Mutter einer 15-jährigen Tochter, die in Wilhelmsburg zur Schule geht, bekomme ich regelmäßig Briefe aus dem schulischen Bereich. Diese habe ich oft NICHT beim 1. Lesen verstanden und fragte mich dann auch: Wie machen es die Eltern, die Deutsch nicht als Muttersprache haben?
So kam ich auf das Prinzip der Einfachen Sprache, und ich möchte diese Möglichkeit der leichteren Kommunikation in Wilhelmsburg weiter verbreiten.
Wilhelmsburg ist ein Stadtteil, in dem neben Deutsch noch sehr viele Sprachen gesprochen werden. Texte zu übersetzen wäre somit sehr aufwendig, denn sie müssten der Gerechtigkeit halber in viele Sprachen übersetzt werden.
Es gibt viele Gründe für Einfache Sprache in Wilhelmsburg. Das Ziel ist, dass sich alle besser verstehen, mündlich und schriftlich.
Hier sind ein paar Regeln, bzw. Grundsätze der Einfachen Sprache, bzw. des Einfachen Layouts:
Text ist kurz und logisch aufgebaut.
Nicht benutzt werden: Unbekannte Fremdwörter und Abkürzungen, bildhafte Wendungen und Anspielungen, sehr lange Sätze, unübersichtliche Satzstrukturen.
Er ist in klare Absätze untergliedert und sieht übersichtlich aus.
Grafiken und Symbole unterstützen den Text dabei, Inhalte zu veranschaulichen. Es muss ein eindeutiger Text-Bild-Bezug bestehen. Schriften ohne Serifen wie Arial sind allgemein leserlicher.
Schriftgröße mindestens 14 Punkt.
Viele Absätze und Zwischenüberschriften sind sinnvoll.

Das Freizeithaus wird zur dem Thema einen Flyer herausgeben und Workshops anbieten: Zwei Workshops zum Thema Einfache Sprache mit Susanne Tornow am 5.9. und am 30.10.2019. Einen Workshop zum Thema Einfaches Layout mit Roswitha Stein am 13.11.2019.
„Eingeladen sind alle, die sich intensiver mit dem Thema auseinandersetzen möchten und ihre Kommunikations-Fähigkeiten in unserem diversen Stadtteil verbessern möchten.“
Der letzte Satz war in komplizierter Sprache.
In Einfacher Sprache könnte es lauten:
„Du möchtest mehr über das Thema Einfache Sprache und Einfaches Layout erfahren? Du möchtest gute Gespräche führen? Auch deine Briefe sollen verständlich sein? Dann melde dich zu einem Seminar im Freizeithaus Kirchdorf-Süd an.“

Weitere Infos: www.freizeithaus-kirchdorf.de

 

 

 

 

 

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Der Wilhelmsburger Klima-Deich
Der Klütjenfelder Hauptdeich wird erhöht – als Reaktion auf den Klimawandel

Deicharbeiten

Der gesamte Klütjenfelder Hauptdeich wird in den
nächsten zwei Jahren aufgestockt
.
Foto: Sylvia Lehmann

 

Sylvia Lehmann. Sitzen Sie auch gerne beim Sonnenuntergang am Deich? Im Norden Wilhelmsburgs ist das am Potsdamer Ufer gerade nicht möglich. Dort wird der Klütjenfelder Hauptdeich erhöht. Klimabedingt.
Im Planfeststellungsbeschluss der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation vom 18. April 2017 steht geschrieben: „Bei der letzten Überprüfung der Bemessungswasserstände im Jahr 2007 ist festgestellt worden, dass aufgrund klimabedingter Veränderungen und des besonderen Schadenspotenzials in Bezug auf die hohe Bevölkerungsdichte Hamburgs und des damit einhergehenden höheren Schutzbedarfes eine Erhöhung der Bemessungswasserstände erforderlich ist.“ Die Deichhöhe richtet sich nach den Bemessungswasserständen. Der gesamte Klütjenfelder Hauptdeich wird in den nächsten zwei Jahren aufgestockt.

Es tauchen Fragen auf. Beruhigt es, zu sehen, dass etwas getan wird gegen die Auswirkungen des Klimawandels? Warum wird kaum kommuniziert, dass der Klimawandel nicht mehr ganz und gar aufgehalten werden kann? Und dass die zuständige Behörde (und die EU) es schon im Jahr 2007 für wichtig hielt, auf den Klimawandel zu reagieren? Aber in welcher Form? Warum wird Schadensbegrenzung betrieben und nicht der Schaden verhindert? Und warum ist das Unaufhaltsame erst seit den Fridays For Future Protesten in der breiten öffentlichen Wahrnehmung?

 

Deich

 

 

 

 

 

 

 

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Hamburg auf dem Weg zur Fahrradstadt?
Die Hansestadt ist wieder beim Projekt STADTRADELN dabei und will die Millionengrenze knacken

Stadtradeln

Rainer Fumpfei (Mitte) überbrachte auf seiner Fahrradtour quer durch Deutschland eine Botschaft aus Oldenburg und nahm von Hamburg eine Botschaft für Reinbek, seine nächste Station, mit. Amtsleiter Jörg Lühmann, Georg Sommer und Kaija Dehnkamp vom ADFC Hamburg begrüßten ihn und seine Lebensgefährtin Antje,
die ihn auf dem Rest der Tour begleitet, vor der Behörde
.
Foto: MG

MG. Hamburg ist nach der Premiere 2018 auch in diesem Jahr bei der Aktion STADTRADELN dabei. Nach 630.000 Kilometern im vorigen Jahr peilt Hamburg in diesem Jahr den Sprung über die Millionengrenze an. Voriges Jahr waren gut 2.900 Menschen in 175 Teams dabei. In Hamburg läuft die Aktion 2019 vom 30. August bis zum 19. September.
Anmeldungen unter www. stadtradeln.de/hamburg.
Es geht darum, welches Team die meisten Kilometer fährt.
STADTRADELN ist eine inzwischen internationale Kampagne des Klima-Bündnisses für bessere Luft, weniger Autos, Fitness und Klimaschutz. Am 23. Mai 2019 machte Rainer Fumpfei Station vor der Umweltbehörde in der Neuenfelder Straße. Er kam aus Buxtehude und überbrachte eine Botschaft aus Oldenburg. Begrüßt wurde er von Jörg Lühmann, Leiter des Amtes für Immissionsschutz und Abfallwirtschaft, und Georg Sommer, Vorsitzender des ADFC Hamburg.
Rainer Fumpfei wirbt als Botschafter für die Kampagne auf seiner Radtour quer durch Deutschland für ein entspanntes Miteinander im Straßenverkehr. Er empfiehlt: „Mein großes Anliegen ist, dass sich generell alle Verkehrsteilnehmer mal ein bisschen zurücknehmen. Das bringt auch mehr Zeit für sich selber. Egal mit welchem Verkehrsmittel, einfach mal fünf bis zehn Minuten eher losfahren. Das mindert den Stress und bringt Ruhe und Zufriedenheit.“ Fumpfei war seit dem 1. Mai unterwegs und hatte bei der Ankunft auf Wilhelmsburg schon 2000 Kilometer hinter sich. Gut 500 Kilometer hatte er noch vor sich bis kurz hinter Berlin.

Jörg Lühmann nutzte natürlich die Gelegenheit, auf Hamburger Aktionen hinzuweisen. So haben sich von sieben Familien, die drei Monate auf ihr Auto verzichteten (die Autoschlüssel bewahrte die Behörde im Safe auf) vier Familien entschieden, auf Dauer auf ein Auto zu verzichten. Eine Familie will das Auto noch zu Ende fahren und zwei Familien brauchen das Auto für den Weg zu Arbeit. Auch Rainer Fumpfei empfindet jeden Menschen, den er zum Umdenken bewegt, als großen Erfolg.
Für ein besseres Miteinander im Straßenverkehr setzt sich auch die Aktion „Hamburg gibt Acht“ ein. Es kamen Vorschläge, wie z. B. „Nirgendwo kann man Achtsamkeit besser üben als im Straßenverkehr“ oder „Meine drei ständigen Mitfahrer: Vorsicht – Rücksicht – Weitsicht“.
Die besten acht Vorschläge werden ab dem 23. Juli 2019 auf 400 Plakaten in Hamburg zu sehen sein. Ziel ist ein besseres Miteinander und weniger Unfälle. „Und wie schön Radfahren in der Hansestadt ist, zeigt die Kampagne „Fahr' ein schöneres Hamburg“, meint Jörg Lühmann. Da kann man sich auch von dem Lied „Von Hamburg bis zum Meer“ inspirieren lassen, aufs Fahrrad zu steigen.

 

 

 

 

 


 

 

 


 

 

 

 

 

 

 



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Der Anfang ist gemacht
Der Kinderbauernhof plant die Anschaffung eines Meerwasseraquariums

Spende Meerwasser

Edda Sievers (zweite von links) und Gerd Horn kennen sich, seit es den Kinderbauernhof gibt, deshalb übergab sie die Spende für das Meerwasseraquarium.Foto: MG

MG. „Das Geld fließt nicht in den allgemeinen Haushalt. Ihr sollt wissen, wofür es verwendet wird“, sagte Gerd Horn, Begründer (vor 32 Jahren) und Leiter des Kinderbauernhofs (Kibaho) in Kirchdorf-Süd. Dann stellte er den Damen und dem einen Herrn des Kulturtreffs Wilhelmsburg seinen Plan vor. Die Vermüllung der Meere mit Plastik erschüttert ihn. Deshalb möchte er die Kinder auf die Probleme aufmerksam machen und zum Nachdenken anregen. In einem Meerwasseraquarium kann dargestellt werden, wie schön die Unterwasserflora und -fauna sein kann. Wie es tatsächlich um die Meere bestellt ist, soll ein Video demonstrieren.
Schon zum zweiten Mal sorgten die Mitglieder des Kulturtreffs für einen Imbiss in der Kirche St. Raffael anlässlich eines besonderen Gottesdienstes. Im vorigen Jahr wurde die Kollekte für einen Ausflug genutzt. In diesem Jahr wurde am 24. Februar ein Gottesdienst mit Lebensexpert*innen unter dem Motto „Spielräume“ gefeiert, wo auch Gerd Horn aus seinem Leben berichtete. Die Kollekte von 181 Euro wurde nun im Kibaho übergeben und soll ein erster Schritt auf dem Weg zum Meerwasseraquarium sein.
Im Kibaho können alle großen und kleinen Kinder über 260 Tiere angucken, streicheln, füttern und erleben. Sehr gern werden auch Kindergeburtstage dort gefeiert. Viele Eltern, die früher selbst als Kinder den Kibaho besucht haben, erinnern sich noch heute an die Erfahrung, freilaufende Hühner zu erleben.

Zu dem Erhalt dieser wichtigen Einrichtung tragen viele Ehrenamtliche bei, aber es dürften gern noch mehr sein. Insbesondere im Sommer – wenn es sehr viele Besucher*innen gibt – wird noch Hilfe im Muckelland oder für den Küchenbereich gebraucht. Bei Interesse an einer ehrenamtlichen Tätigkeit auf dem Kinderbauernhof, freut sich Gerd Horn über einen Anruf unter 7508484.
Auch beim Kulturtreff sind neue Mitglieder willkommen. Die Damen und erfreulicherweise seit ein paar Wochen auch ein Herr treffen sich einmal monatlich am dritten Donnerstag im Monat (nächstes Mal am 16. Mai) um 16 Uhr im Gemeindehaus der Kreuzkirche bei Kaffee, Tee und kleinen Leckereien. Hier werden Tipps für preisgünstige Veranstaltungen ausgetauscht, Ausflüge geplant und Theaterbesuche organisiert, für die der Kulturtreff Sozialkarten bekommt.

 

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Auszeichnung für herausragende Nachnutzung
Inselpark erhält den DBG-Ehrenpreis für nachhaltige Parkbewirtschaftung

Flatterulme pflanzen

Die ca. 12 Jahre alte Flatterulme wird mit vereinten Kräften eingepflanzt.
Foto: MG

MG. „Der Wilhelmsburger Inselpark ist auch sechs Jahre nach der igs 2013 noch sehr gepflegt. Eine Kommission der Bundesgartenschau-Gesellschaft prüfte den Pflegezustand der Wege, Treppen und Sitzplätze, nahm die Schmuckrabatten in Augenschein und fand den Rosenboulevard in herausragend gutem Zustand. Auch die Barrierefreiheit ist gut gelöst. Die Wasserwege sind sehr gepflegt, die Sportanlagen sind gut frequentiert und Veranstaltungen werden gut besucht“, betonte Lutze vom Wurmb, Präsident des Bundesverbands Garten, Landschafts- und Sportplatzbau e.V. und Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft (DBG). Er hatte 2013 an der Gestaltung des Geländes mitgewirkt. Jochen Sandner, Geschäftsführer der DBG erklärte: „Mit dem DBG Ehrenpreis wollen wir verdeutlichen, dass eine Internationale Gartenschau wie die igs hamburg 2013 nicht nur während der 170 Tage dauernden Öffnungszeit im Gartenschaujahr in einer Stadt oder Region präsent ist. Der viel größere, weil nachhaltigere Effekt zeigt sich in den Jahren danach.“
Auch Umweltsenator Jens Kerstan, der von seinem Büro aus einen Blick darauf hat, lobte den Park. Dort zeige sich gärtnerische Kunst. Der Wilhelmsburger Inselpark könne sich durchaus mit Planten un Blomen messen. Nach Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße würden beide Teile des Parks zusammenwachsen und es kämen noch 1,5 Hektar Park hinzu. Die Rechnung Hamburgs sei aufgegangen, die igs und die IBA hätten Wilhelmsburg die Aufmerksamkeit gebracht und die Chancen, die ihm zustünden. Der Senator erzählte, dass hier vorher ein alter Güterbahnhof und eine Industriebrache gewesen sei. Das stimmt, aber es gab hier vorher auch ein riesiges Stück Natur, aus dem über 5000 Bäume und viele Hecken verschwinden mussten, um den Park attraktiver für die Bevölkerung zu machen. Hat hier schon ein Ausgleich stattgefunden?
Nun, ein Anfang ist gemacht. Anlässlich der Verleihung des Preises wurde in der Nähe der Kapelle eine Flatterulme, gestiftet von der Baumschule von Ehren, gepflanzt. Sie ist der Baum des Jahres 2019. Allgemein ist diese Baumart wenig bekannt, aber im Heuckenlock gab es bis 2014 eine berühmte Flatterulme. Sie war 430 Jahre alt und ein Wahrzeichen Wilhelmsburgs. Leider fiel sie am 5. Dezember 2013 dem Orkan Xaver zum Opfer. Hoffentlich wird der neue Baum auch so alt!

Heuckenlock

Die 430 Jahre alte Flatterulme im Heuckenlock im Frühsommer 2010.
Im Dezember 2013 fiel sie dem Orkan Xaver zum Opfer.

Foto: ein

 

 


 



 


 

 

 




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Hamburg: Florierende Bauwut ohne ausreichenden Naturausgleich

PM/BUND. Fast jede zweite vorgeschriebene Ausgleichsmaßnahme wird in Hamburg nicht oder nur unzureichend umgesetzt. Zu diesem Ergebnis kommt eine von der Behörde für Umwelt und Energie (BUE) beauftragte aktuelle Studie „Evaluierung erfasster Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen“. Vor dem Hintergrund der fortschreitenden Inanspruchnahme von Natur und Landschaft durch die massive Bautätigkeit in Hamburg offenbart sich hier eine nicht mehr akzeptable Entwicklung zulasten der Natur.
„Die aktuelle Studie belegt, was seit Jahren immer deutlicher wird: Hamburg kommt seinen Ausgleichsverpflichtungen bei weitem nicht nach. Es wird gebaut, was das Zeug hält, der gesetzlich vorgeschriebene Ausgleich für Natur und Landschaft wird dabei vernachlässigt“, so Manfred Braasch, Landesgeschäftsführer des BUND Hamburg.
Das Gutachten zeigt auf, dass bei 12 Prozent aller untersuchten Maßnahmen der Ausgleich überhaupt nicht umgesetzt wurde. Andere Ausgleichsmaßnahmen wurden zwar umgesetzt, die Ausgleichsfunktion wird aber nicht dauerhaft erreicht. „Ein konsequenter Ausgleich ist wichtig für den Biotopverbund und die Artenvielfalt in Hamburg. Wenn schon eingegriffen wird, dann muss der Ausgleich funktionieren. Das dies grundsätzlich möglich ist, zeigt die aktuelle Studie auch auf. Leider sind aber in der konkreten Umsetzung Mängel mehr Regel als Ausnahme“, kritisiert Dr. Gisela Bertram vom Naturschutzrat Hamburg.
Als Konsequenz aus der Studie fordern der BUND und der Naturschutzrat, dass die BUE und die Bezirke die aufgezeigten Defizite ohne weiteren Zeitverzug beheben und alle im Gutachten bisher nicht untersuchten Ausgleichsmaßnahmen systematisch überprüft werden. Der Hamburger Senat muss für diese Aufgaben die Rahmenzuweisungen an die Bezirke aufstocken, damit diese ausreichend Personal einsetzen können. Außerdem bedarf es einer Sanktionsmöglichkeit, wenn Investoren und Bauträger ihrer Ausgleichsverpflichtung nicht nachkommen.

Hintergrund: Das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) regelt in § 13, dass bei einer erheblichen Beeinträchtigung von Natur und Landschaft entsprechende Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen erfolgen müssen. Zur Umsetzung sind die Verursacher nach § 15 BNatSchG verpfl ichtet.

 

 

 


 

 

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Hamburgs Vögel in Gefahr
Neue Rote Liste der Hamburger Brutvögel mit erschreckenden Tendenzen

Star

Musste in Hamburg nun als "gefährdet" eingestuft werden: der Star. In Niedersachsen
hat er es auch schon auf die Vorwarnliste der Roten Liste der Brutvögel „geschafft“. Heute brüten etwa eine Million Staren-Paare weniger in Deutschland als noch vor zwanzig Jahren.

Foto: Dieter Hopf/LBV

PM/BUND. Die Ergebnisse der neuen „Roten Liste gefährdeter Brutvogelarten“ sieht der BUND als deutlichen Beleg dafür, dass die Flächenpolitik des Hamburger Senats den Naturschutz nicht ausreichend berücksichtigt. Seit der letzten Bestandsaufnahme im Jahr 2007 sind sechs weitere Vogelarten ausgestorben, vor allem Wiesenvögel wie der Kiebitz im starken Abwärtstrend und selbst Allerweltsarten wie Haussperling, Star und Fitis (Laubsänger) mussten neu als gefährdet einstuft werden.
„Die neue Rote Liste belegt, dass es vielen Vogelarten in den letzten Jahren schlechter geht. Die "Wachsende Stadt" geht mehr und mehr auf Kosten der Nahrungsgrundlagen und Nistmöglichkeiten für die Vogelwelt und es fehlt an extensiv bewirtschafteten Grünlandflächen. Ohne eine grundlegende Umkehr vor allem in der Siedlungspolitik werden viele weitere Arten aus Hamburg verschwinden“, so Manfred Braasch, Landesgeschäftsführer des BUND Hamburg.
Als besonders besorgniserregend stuft der BUND die Gefährdung von Star, Haussperling und Fitis ein. Diese drei Vogelarten, die noch vor zehn Jahren überall in Hamburg anzutreffen waren, sind deutlich auf dem Rückzug. So ist der Bestand an Haussperlingen fast um die Hälfte eingebrochen. Dass selbst solche Arten mittlerweile als gefährdet gelten, gibt es laut Auskunft der Behörde für Umwelt und Energie (BUE) in keiner anderen Großstadt.

Der BUND Hamburg fordert vom Senat, die Flächenvernichtung einzustellen und den Biotopverbund zu stärken. Die Vereinbarung der Regierungsparteien, innerhalb des zweiten grünen Rings eine „Netto-Null-Flächenpolitik“ zu betreiben, muss auf ganz Hamburg übertragen werden. Derzeit gilt, dass für eine Flächeninanspruchnahme im zweiten grünen Ring eine Fläche an anderer Stelle im zweiten Grünen Ring entsiegelt werden soll.
Der BUND appelliert aber auch an die Bevölkerung, in ihren Gärten und auf Balkonen etwas für Insekten zu tun, die wiederum eine wichtige Nahrungsgrundlage für viele Vogelarten sind.

 

 

 

 

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