24. Jahrgang,
Ausgabe 8

Aug. / Sep.
2018
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Verschiedenes

Wann... in Wilhelmsburg ?

Wo... in Wilhelmsburg ?

 

Verschiedenes

Dicke Luft in Hamburg – auch besonders im Hamburger Süden
Wo das solidarische Gemüse wächst – und wie man es genießt!
Gut gebrütet
Gottesdienst zum Abschluss der Rollstuhlbasketball-WM
Er gab der Schule den neuen Namen
Die ersten Hüpfer der Minis
Haussperling bleibt Sorgenkind in Hamburg
Nordelbe, SAGA und Co.: Gemeinsam gegen ihre illegalen Tricks!

 

Dicke Luft in Hamburg – auch besonders im Hamburger Süden
Neue Klage des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland

MG. WIR berichteten im Juli 2017, dass auch in der 2. Fortschreibung des Luftreinhalteplans keinerlei Fortschritte für Hamburgs Süden enthalten waren. Insgesamt waren voriges Jahr 150 Einwendungen gegen den Plan bei der Behörde für Umwelt und Energie (BUE) eingegangen, davon 80 aus Hamburgs Süden.
Laut Pressemitteilung des BUND hat nun die BUE entschieden, den Luftreinhalteplan nicht nachzubessern. Die Behörde geht davon aus, dass der im Sommer 2017 in Kraft getretene Luftreinhalteplan bereits alle notwendigen Maßnahmen enthält, die zur schnellstmöglichen Einhaltung des Stickstoffdioxid-Grenzwerte (NO2) führen. Aber der aktuelle Luftreinhalteplan stellt die Einhaltung der Grenzwerte in ganz Hamburg erst für das Jahr 2025 in Aussicht, und damit zu einem Zeitpunkt, den das Bundesverwaltungsgericht (BVerG) ausdrücklich als zu spät eingestuft hat.
Der BUND hatte die Umweltbehörde im Juni 2017 aufgefordert, umgehend großflächige Durchfahrtsverbote für Dieselfahrzeuge zu prüfen und auszuweisen. Dies ist aus Sicht des BUND notwendig geworden, da das BVerG im Fall Stuttgart entschieden hatte, dass zonale Fahrverbote rechtmäßig sind. Die Behörde sieht keine Notwendigkeit, tätig zu werden, deshalb hat der BUND eine neue Klage beim Hamburger Verwaltungsgericht eingereicht.


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Wo das solidarische Gemüse wächst – und wie man es genießt!
Solawi Wilhelmsburg organisiert Kochstudio und Ausflug auf den Acker im Rahmen der Hamburger Wandelwoche.

Radieschen

Leckere Radieschen, frisch und solidarisch.
Foto: Solawi

PM. Die Solawi Wilhelmsburg ist nun ein paar Monate dabei, leckeres Gemüse anzubauen, zu ernten und an die Mitglieder zu verteilen. Wer diese Idee der Solawi (Solidarische Landwirtschaft) oder ein paar Menschen aus der Planungsgruppe kennenlernen möchte, ist herzlich willkommen bei zwei Veranstaltungen, die im Rahmen der Hamburger Wandelwoche organisiert werden:
Am Montag, 10. September um 19 Uhr wird bei Minitopia mit solidarischem Gemüse gekocht, gegessen und in lockerer Atmosphäre diskutiert.

‚Gärtnern oder Grundeinkommen?‘ ist unser Thema des Abends, denn schließlich ist auch das ‚Bedingungslose Grundeinkommen‘ so eine Idee, die unsere Welt nachhaltiger und gerechter machen soll. Kann das denn funktionieren? Brauchen wir beides? Oder schließt das eine das andere sogar aus?

Am Samstag, 15. September um 11 Uhr geht es rauf aufs Land, beim Ausflug auf den Acker des Biohofes Quellen in der Nähe von Buchholz. Dort bauen die Gärtner*innen der Solawi Nordheide, von der die Solawi Wilhelmsburg ein Teil ist, das solidarische Gemüse an. Nach einem kurzem Vortrag kann man erleben, wie sich gemeinschaftliche, regionale und saisonale Versorgung vor Ort - quasi mit den Händen in der Erde - anfühlt. Um 11 Uhr ist Treffpunkt am Bahnhof in Harburg.

Beide Aktionen sind kostenfrei (ausgenommen Fahrtkosten) und werden im Rahmen der Hamburger Wandelwoche 2018 organisiert: Vom 10. bis 16. September kann man bei Ausflügen und Mitmachaktionen verschiedene Gruppen und Menschen kennenlernen, die angefangen haben, Ideen für eine nachhaltigere Lebensweise konkret umzusetzen.

Anmeldungen für beide Veranstaltungen sowie mehr Infos zur Wandelwoche gibt es unter
https://hamburg.wandelwoche.org.
Weitere Informationen zur Solawi im Internet unter der Adresse:
www.solawi-wilhelmsburg.de

 

 

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Gut gebrütet
Wilhelmsburger Storchenpaar macht drei Junge

Jungstörche

Die beiden Jungstörche vor dem Start in den Süden.
Foto: Harald Köpke

MG. Im Wilhelmsburger Osten brütet nun schon seit Jahren erfolgreich ein Storchenpaar. Jedes Frühjahr wird das von Harald Köpke betreute Nest von den Störchen wieder in Ordnung gebracht und dann geht es ans Brutgeschäft. In diesem Frühjahr waren es wieder drei Junge. Allerdings ist es in diesem sonnigen Sommer nicht einfach, für die Störche, ihre Jungen groß zu ziehen. Für das dritte Junge reichte das Futter nicht. Aber erfreulich ist, das der Wasserverband Wilhelmsburg Ost auf die Hitzewelle reagiert hat und für ausreichend Wasser im Gebiet gesorgt hat.
So sind es nun zwei Jungstörche, die inzwischen fast erwachsen sind und Flugübungen machen. Dabei machen sie den Eltern den Platz im Nest streitig. Diese versuchen nun von umliegenden Dächern aus, die jungen Störche zum Flug zu ermutigen, denn bald ist es soweit: Die lange Reise in den Süden beginnt mit den anstrengenden langen Flugstrecken.

Trotz der lang anhaltenden Trockenheit, die auch weitere Storchenpaare dazu brachten, ein Junges aus dem Nest zu werfen, war das Brutgeschäft insgesamt erfolgreich. In Hamburg haben 23 Storchenpaare insgesamt 59 Jungtiere groß gezogen, wie der NABU gezählt hat, 13 mehr als im Vorjahr!

 

 

 

 

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Gottesdienst zum Abschluss der Rollstuhlbasketball-WM

Rollstuhlbasketball

Laura Fürst im Duell gegen die Brasilianerin Paola Klokler (links)
während der Paralympics in Rio.

Foto: MSSP|Michael Schwartz

PM. Seit Donnerstag, 16. August, spielen in Hamburg 28 Nationalteams um die Weltmeisterschaft im Rollstuhlbasketball. Austragungsort ist die Basketballarena im Inselpark Wilhelmsburg. Unmittelbar vor den abschließenden Spielen (Das WM-Finale der Herren ist um 15.30 Uhr, das Spiel um Platz 3 der Herren um 13.15 Uhr) sind SpielerInnen und BesucherInnen am Sonntag, 26. August, um 11 Uhr zum Gottesdienst eingeladen.
Direkt vor der Inselparkhalle im Inselpark (Kurt-Emmerich-Platz) wird frei nach dem Motto der Rollstuhlbasketballweltmeisterschaft an „(biblische) Helden“ erinnert. Helden, die sich nicht mit gesellschaftlicher Behinderung zufrieden geben.
Bischöfin Kirsten Fehrs wird bei diesem Open-Air-Gottesdienst in Wilhelmsburg predigen. Der Ökumenische Inselkonvent Wilhelmsburg unterstützt und feiert mit.
Mehr Infos: https://2018wbwc.de/


 

 

 


 

 

 

 

 

 

 



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Er gab der Schule den neuen Namen
Bodo Giese, Schulleiter der Nelson-Mandela-Schule, ging in den Ruhestand

Giese

Schulleiter Bodo Giese an seinem ehemaligen Arbeitsplatz.
Foto: C. Frömchen

PM. 27 Jahre lang hat sich der Pädagoge im Dienst für die Schule engagiert, davon elf Jahre als Schulleiter und sieben als Stellvertreter, viele als Klassen- und Vertrauenslehrer und allesamt an der NMS. Und die waren ereignisreich.
Noch in der Anfangsphase seiner Schulleiterzeit wurde die damalige Gesamtschule zur Stadtteilschule - mit stark erweiterten Aufgaben, aber wenig erweiterten Mitteln. Giese und sein Team wachten darüber, dass die Bedürfnisse ihrer Schüler*innen bei der Behörde im Fokus blieben.
Angesichts der Veränderungen setzte sich Giese dafür ein, dass die Schule einen neuen Namen bekommt, mit dem sich alle identifizieren können. So wurde 2010 aus der ehemaligen Stadtteilschule Kichdorf die Nelson-Mandela-Schule. „Ein Name, der für das steht, was uns wichtig ist: Antirassismus und Antidiskriminierung, Beharrlichkeit und Ausdauer, Versöhnung sowie Toleranz und Lernen“, erklärt Giese.
Bodo Giese war mit Hingabe Schulleiter. „Es ist für mich die spannendste Position im Hamburger Schulwesen“, bekennt er.
An einer anderen Schule als der NMS Schulleiter zu werden, kam ihm nie in den Sinn. Es ist sein Kollegium, das Giese seit 27 Jahren so schätzt. Er könne als Schulleiter das Gefühl haben, Teil eines Teams zu sein.

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Die ersten Hüpfer der Minis
NABU bittet um Vorsicht: Minifrösche und Minikröten an Hamburgs Gewässern machen ihre ersten Geh- bzw. Hüpfversuche an Land

Minikröte

Die Minikröten verlassen das Wasser und machen in der Nähe
von Teichen und Tümpeln ihre ersten Hüpfversuche.

Foto: Florian Braun/NABU

PM. In der StadtNatur gibt es immer etwas zu entdecken. In diesen Tagen können aufmerksame Hamburgerinnen und Hamburger tolle Beobachtungen machen, wenn sie den Blick nach unten richten: Hamburgs Kleintierwelt bewegt sich. In der Nähe von Teichen, Bächen und Tümpeln kann man Minifrösche und Minikröten bei ihren ersten Hüpfversuchen beobachten.
Der NABU Hamburg bittet Spaziergänger und Fahrradfahrer, Rücksicht auf diese winzigen Amphibien zu nehmen. Es handelt sich bei den Tieren um junge Erdkröten und Braunfrösche wie der häufige Grasfrosch und der viel seltenere Moorfrosch. Sobald alle Beine ausgebildet sind und der Kaulquappenschwanz sich zurückgebildet hat, verlassen die jungen Tiere das Wasser. „Das lässt sich zur Zeit gut an vielen Gewässern und auf den angrenzenden Wiesen beobachten“, erzählt Krzysztof Wesolowski, Biologe beim NABU Hamburg. „Die kleinen Tiere sind etwa fliegengroß und haben vor dem Erreichen der Reife eine gefahrvolle Zeit vor sich“, erklärt er. Im Wasser sind sie eine leichte Beute von Schwimmkäfern, Rückenschwimmern und Wasserskorpionen.
Gelangen sie dann an die Luft, stellen Laufkäfer und Vögel eine Gefahr da. Darüber hinaus müssen sie für den Winter ein frostfreies Versteck finden. Gelingt ihnen dies nicht, fallen sie den Temperaturen zum Opfer. Erst Jahre später kehren sie in ihr Gebutrtsgewässer zurück, um dort selber Eier abzulegen.
„Der Weg dorthin kann mehrere hundert Meter lang sein. Wenn die Amphibien dabei Straßen überqueren müssen, gibt es neben den natürlichen weitere unzählige, sinnlose Opfer“, beklagt der NABU-Experte. Von mehreren tausend Eiern eines Kröten- oder Froschpaares überleben nur einige das Ei- und Kaulquappen-Stadium. Der NABU appelliert an Spaziergänger und Wanderer, die kleinen Jungfrösche zu beachten und zu beobachten. Durch verstärkte Aufmerksamkeit, insbesondere in der Nähe von Gewässern, könne das Zertrampeln dieser Jungamphibien vermieden werden. „Auch durch diese wortwörtlich kleinen Schritte können wir der Natur helfen“, so Wesolowski abschließend.

Weitere Infos
über Amphibien gibt es unter www.NABU-Hamburg.de/amphibien


 



 


 

 

 




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Haussperling bleibt Sorgenkind in Hamburg
938 TeilnehmerInnen zählten über 15.800 Vögel. Hamburgs Gärten haben weniger Vögel als im Bundesdurchschnitt

Haussperling

Speziell in Hamburg ist der Haussperling kontinuierlich im Schwinden begriffen. Sowohl das Angebot an Nistmöglichkeiten als auch an Nahrung geht zurück.
Foto: NABU/Fotonatur

PM. Der NABU freut sich über eine gute Beteiligung bei der 14. Stunde der Gartenvögel, die vom 10. bis 13. Mai stattfand und nun ausgewertet ist. In Hamburg haben 938 Menschen teilgenommen und 15.848 Vögel gemeldet. Bundesweit gab es 56.000 Teilnehmer, die aus fast 37.000 Gärten Beobachtungen gemeldet haben. „Die gute Beteiligung zeigt, dass viele Menschen ein großes Interesse an der Natur haben und bereit sind, sich für den Erhalt der Artenvielfalt zu engagieren“, sagt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „Das lässt auch darauf hoffen, dass immer mehr Hobbygärtner darauf achten, ihren Garten besonders vogel- und naturfreundlich gestalten.“
In Hamburg belegt, wie schon in den Vorjahren, die Amsel den Spitzenplatz. Ihr folgen auf den Plätzen 2 und 3 Kohlmeise und Ringeltaube. Sorgenkind ist erneut der Haussperling. Er rutschte von Platz 4 (2017) auf Platz 7 und setzt damit seinen negativen Bestandstrend fort. (Deutschlandweit ist der Haussperling mit 4,9 erfassten Individuen pro Meldung häufigster Gartenvogel.) Die Gründe für den Schwund in Hamburg sind vielfältig: Die Gebäudebrüter verlieren zum einen durch Gebäudesanierungen oft ihren Nistplatz. Ein weiterer entscheidender Engpass ist das Nahrungsangebot zur Jungenaufzucht. Im Gegensatz zu den Eltern sind die Jungvögel auf Insektennahrung angewiesen. Die aber ist gerade in dicht bebauten Bereichen rar geworden.
Durchschnittlich wurden bei der Stunde der Gartenvögel in Hamburg 24,8 Vögel pro Garten gesichtet. Damit liegt das Hamburger Ergebnis unter dem Bundesdurchschnitt von 33,8 Vögeln pro Garten. Doch auch bundesweit wurden insgesamt weniger Vögel gezählt: „Sieben der 15 häufigsten Gartenvogelarten weisen in diesem Jahr den niedrigsten jemals pro Garten gemessenen Wert auf. Nur vier Arten wurden in den üblichen Mengen gesichtet“, sagt Miller.

Besonders Arten, die ausschließlich Insekten fressen oder zumindest ihre Jungen mit Insekten füttern, wie Meisen, wurden in diesem Jahr deutlich weniger gezählt. „Das passt zum generellen Trend der besonders starken Abnahme insektenfressender Vogelarten und muss weiter beobachtet werden“, so Miller. „Wer diesen Vögeln helfen will, sollte seinen Garten naturnah mit heimischen Büschen und Bäumen bepflanzen.“


 

 

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Nordelbe, SAGA und Co.: Gemeinsam gegen ihre illegalen Tricks!
Bei Wilhelmsburg Solidarisch wehren sich Nachbar*innen gemeinsam gegen unrechtmäßige Methoden von Vermieter*innen

PM. Mieter*innen haben es in Wilhelmsburg nicht leicht. Mehrere Vermieter*innen versuchen geradezu systematisch, sie mit unlauteren Methoden auszunehmen, zu kontrollieren oder klein zu halten.
Überhaupt eine Wohnung oder ein Zimmer zur Miete oder Untermiete zu finden, ist schwierig genug. Für viele ist das nur möglich, wenn sie Mieten in Kauf nehmen, die eigentlich viel zu teuer sind. Denn in den letzten Jahren sind zwar die Mieten ordentlich angestiegen, die Löhne aber nicht. Das geht auf Kosten des Urlaubs, des Zahnersatzes oder des Schwimmbadbesuchs und ist einer der Gründe dafür, warum arme Menschen durchschnittlich 10 Jahre kürzer leben als Reiche.
Das Angebot an Mietwohnungen, die für Menschen mit geringem Einkommen überhaupt noch bezahlbar wären, schrumpft immer weiter. Weil tausende Wohnungen aus den Sozialbindungen gefallen sind. Weil die Einwohner*innenzahl insbesondere in Wilhelmsburg stark gewachsen ist. Und weil das Neubauprogramm des Hamburger Senats zu zwei Dritteln teure Miet- und Eigentumswohnungen vorsieht, in Hamburg aber rund die Hälfte aller Bewohner*innen Anrecht auf geförderten Wohnraum hätten.
Angesichts dieser Situation glauben viele Vermieter*innen, sich alles erlauben zu können. Es werden horrende Preise genommen, im Reiherstieg- oder Bahnhofsviertel sind 10 Euro/m2 netto kalt keine Seltenheit. Und auch das Mietrecht ist vielen Hauseigentümer*innen offenbar ziemlich egal. Beispiele dafür gibt es zuhauf, auch bei Genossenschaften und SAGA!

Beispiel SAGA

Die Vermietungspraxis der stadteigenen SAGA zeigt, dass die Verdrängung der Armen und Menschen mit tatsächlichem oder unterstelltem Migrationshintergrund zur offiziellen Politik des SPD-Senats gehört. Erst im März 2017 wurde die SAGA zu 1.000 EURO Entschädigung verurteilt, weil sie eine Frau wegen ihres türkisch klingenden Nachnamens abgelehnt hatte. Vor Gericht machte die SAGA klar, dass sie bestimmen will, in welche Gegenden arme Menschen oder Menschen mit ausländisch klingendem Nachnamen ziehen – und in welche nicht. Offiziell heißt diese Politik der Verdrängung „soziale Durchmischung“. Mit dieser Praxis sollen gezielt weiße Gutverdienende in Stadtvierteln angesiedelt werden, in denen hauptsächlich Geringverdiener*innen leben. Selbstverständlich werden im Gegenzug keine Ausweichwohnungen in Eppendorf zur Verfügung gestellt. Die Zukunftsvision hinter dieser Politik lautet: Arme Menschen sollen die schlecht bezahlten Jobs in der Stadt machen, aber nicht in der Stadt wohnen.
So erklärt sich auch, weshalb Untermieter* innen neuerdings persönlich in der SAGAGeschäftsstelle vorstellig werden sollen, was unrechtmäßig ist. Es dient einzig dazu, zu kontrollieren und Macht auszuspielen. In den uns bekannten Fällen reichte ein Verweis auf die Gesetzeslage, und schon nahm die SAGA von der Forderung Abstand.

Beispiel Wohnungsgesellschaft Nordelbe

Die Vermietungspolitik der Nordelbe jedoch, die wir bei Wilhelmsburg Solidarisch in den letzten Monaten mitbekommen haben, setzt dem Ganzen die Krone auf.
Die Nordelbe ist eine der größten Vermieterinnen in Wilhelmsburg. Ihr gehört ein großer Bestand an der Harburger Chaussee, und auch im Reiherstiegviertel vermietet sie Wohnungen. Aktuell etwa eine 50 m² große Wohnung in der Fährstraße für 590 Euro kalt – das sind satte 12 Euro/m2, plus Nebenkosten. Solche Preise nimmt zwar auch die Vonovia (Ex-GAGFAH) im Bahnhofsviertel, aber selbst die ist unseres Wissens noch nicht auf die Idee gekommen, von allen Neumieter*innen eine sogenannte „Vertragsabschlussgebühr“ von 155 Euro nur für die Ausfertigung des Mietvertrags zu kassieren. Das ist vollkommen illegal. Hier spielt die Nordelbe ihre Macht als Hauseigentümerin konsequent aus. Sie weiß, dass Menschen dringend auf Wohnungen angewiesen sind und notgedrungen die Gebühr zahlen.
Auch verlangt die Nordelbe die erste Warmmiete und drei Kaltmieten als Kaution, bevor sie die Schlüssel übergibt – für viele Menschen ein Problem, so viel Geld auf einmal aufzutreiben. Die Nordelbe weigert sich entgegen dem Mietrecht, dass die Kaution in drei Teilen über drei Monate bezahlt wird. Untervermietungen genehmigt sie immer nur befristet auf sechs Monate. Auch das ist illegal. Untermietgenehmigungen gelten automatisch unbefristet und sind an die Laufzeit des Hauptmietvertrags gekoppelt. Die Nordelbe schüchtert die Mieter*innen ein: Es steht sofort die Verlängerung der Untermieterlaubnis auf dem Spiel, wenn es zu Konflikten kommt. Sie arbeitet gezielt mit der Unwissenheit und vermeintlichen Unfähigkeit der Mieter*innen, ihre Rechte durchzusetzen.

Deshalb: Allein im Recht zu sein reicht nicht. Wir müssen unser Recht auch durchsetzen! Mieter*innen der Nordelbe und andere Bewohner*innen Wilhelmsburgs haben nun beschlossen, sich gemeinsam zu wehren. Wir treffen uns bei Wilhelmsburg Solidarisch regelmäßig, um Konflikte um Mieten, aber auch um Arbeitsverhältnisse oder das Jobcenter zu beratschlagen und gemeinsam anzugehen.

Ab Januar werden wir im Viertel unterwegs sein und mit Flugblättern über die illegalen Praktiken informieren und Wege aufzeigen, wie wir uns gemeinsam wehren und beispielsweise das Geld von der Nordelbe zurückholen können. Alle, die dabei mitmachen wollen, finden die Termine im Internet auf solidarisch.org

 

 

 

 


 

 

 

 

 

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