25. Jahrgang,
Ausgabe 1

Jan. / Feb.
2019
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Süd-Kurier

Verschiedenes

Wann... in Wilhelmsburg ?

Wo... in Wilhelmsburg ?

 

Verschiedenes

„Artenschwund konsequent stoppen, Gewässer schützen“
Man kann die Elbinseln schon sehen
Yoga für Vollweiber und Pfundskerle
Aus der Jahresbilanz 2018 von REPORTER OHNE GRENZEN:
Ihre Lebenserfahrung reicht für zwei!
17.000 Euro für Veddeler und Wilhelmsburger Initiativen
Rede von Alexandra Werdes von der Initiative Waldretter
Nordelbe, SAGA und Co.: Gemeinsam gegen ihre illegalen Tricks!

 

„Artenschwund konsequent stoppen, Gewässer schützen“
Hamburg ist dem Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt beigetreten. Der BUND begrüßt diesen Schritt, stellt aber auch Bedingungen

PM. Die Hansestadt Hamburg tritt als größter Partner und 160. Mitglied dem Bündnis der „Kommunen für biologische Vielfalt“ bei. Das Bündnis setzt sich seit 2012 für die Erhaltung und die Schaffung von Naturräumen im unmittelbaren Lebensumfeld der Menschen ein. Mit dem Beitritt erklärt sich die Hansestadt als 160. Kommune bereit, Maßnahmen zum Schutz der biologischen Vielfalt zu ergreifen.
Jens Kerstan, Senator für Umwelt und Energie der Hansestadt Hamburg: „Auf dem Land haben Monokulturen und Ackergifte für einen dramatischen Artenschwund gesorgt, zum Beispiel bei Vögeln und Insekten. Die Städte werden als Räume der Artenvielfalt immer wichtiger. Hamburg hat hier vorgelegt und vergangene Woche den Biotopverbund beschlossen. Dieser soll Lebensräume – zum Beispiel für Biber, Otter, Eisvögel oder Frösche – miteinander vernetzen und vor Bebauung sichern. Jetzt tritt Hamburg als größter Partner dem Bündnis ,Kommunen für biologische Vielfalt‘ bei und setzt damit ein weiteres Zeichen. Eine reiche Artenvielfalt in den Parks und Naturschutzgebieten unserer Stadt ist ein Gradmesser dafür, dass es unserer Stadt und dem Grün gut geht. Deshalb unterstützt das Bündnis auch unser Naturschutzgroßprojekt ‚Natürlich Hamburg‘ mit dem neue Rückzugsräume für Tiere und Pflanzen geschaffen werden.“

Den Beschluss des Senats, dem Bündnis der „Kommunen für biologische Vielfalt“ beizutreten, kommentiert Manfred Braasch, Landesgeschäftsführer des BUND Hamburg, wie folgt: „Gut, dass sich Hamburg dem Bündnis der Kommunen für biologische Vielfalt anschließt und damit eine langjährige Forderung des BUND Hamburg umsetzt“, sagt Braasch, schränkt aber gleichzeitig den Nutzen des Beitritts ein, wenn keine Taten folgen sollten. „Ein Beitritt auf dem Papier ist aber nichts wert, wenn dies in der Wirtschafts- und Stadtentwicklungsbehörde ignoriert wird. Jetzt gilt es, den Artenschwund konsequent zu stoppen, das ,grüne Netz‘ und den Biotopverbund von jeder Bebauung freizuhalten und unsere Gewässer als ‚blaues Netz‘ in einen guten Zustand zu versetzen.“
Informationen zu dem Bündnis, Aufgaben, Ziele und aktuelle sowie abgeschlossene Umweltschutzprojekte finden Sie auf der Internetseite unter der Adresse: www.kommbio.de.

 

 

 

 


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Man kann die Elbinseln schon sehen
Die U4 kommt immer näher

Bahnhof Elbbrücken

Von der neuen Endstation kann man das südliche
Elbufer schon sehen
. Foto: hk

hk. Seit Anfang Dezember führt die U-Bahnlinie U4 bis an das nördliche Elbufer. Man könnte fast sagen, wir sind der Anbindung Wilhelmsburgs und der Veddel wieder ein Stück näher gekommen. Mit großem Spektakel, Lichtshow und Gratisfahrten wurde der neue Bahnhof „Elbbrücken“ eröffnet. Allenthalben wurde das kühn geschwungene Glasdach gelobt und die spektakuläre Aussicht auf HafenCity und Elbphilharmonie, die sich von der Station bietet. Als Haltestelle im öffentlichen Nahverkehr ist der Bahnhof Elbbrücken bis auf Weiteres völlig sinnlos. In der näheren Umgebung wohnt niemand. Die Weiterfahrt mit der S3 ist nicht möglich. Die benachbarte S-Bahnstation Elbbrücken wird nach Presseinformationen mit einjähriger Verspätung erst Ende 2019 fertig. Und eine Buslinie zur neuen U-Bahnstation gibt es auch nicht. Sogar von den Verantwortlichen der Hamburger Hochbahn wird der Bahnhof vorerst als Touristenattraktion vermarktet. Und da haben die „Elbbrücken“ neben der schönen Architektur auch einiges zu bieten: Z.B. die gläserne
Brücke „Skywalk“ zum nicht vorhandenen S-Bahnhof. Sie endet in der Luft wie die berühmte Brücke in Avignon (Sur le pont d `Avignon ...) Und wo die Geleise am Fluss enden, ist eine Aussichtsplattform.
Von hier kann man auf das – für die U4 unerreichbare – südliche Elbufer blicken. Nur, auch wenn der Umstieg auf die S3 irgendwann einmal möglich ist, bleibt die Station Elbbrücken für die Veddel und Wilhelmsburg bekanntlich ziemlich uninteressant.
Michael Rothschuh und der CDU-Politiker Jörn Frommannn haben verschiedene Vorschläge gemacht, bestehende Wilhelmsburger Buslinien an die Haltestelle Elbbr ücken anzubinden u.a. durch die Verlängerung der Buslinie 13 (siehe auch WIR Nr. 8/18). Der HVV hat das bisher kategorisch abgelehnt. Es ginge nicht und vor allem bestehe kein Bedarf. Kurz vor Weihnachten begab es sich aber, dass die S3 wegen einer Stellwerkstörung – turnusmäßig – ausfiel. Einer ganz kleinen Pressemeldung zufolge hat der HVV im Zuge des Schienenersatzverkehrs die Buslinie 13 bis zur neuen Station Elbbrücken verlängert. Wahrscheinlich heimlich, damit Jörn Frommann und Michael Rothschuh es nicht merken.

 

 

 

 

 

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Yoga für Vollweiber und Pfundskerle
Gewichtig oder mollig - Yoga für Dich Jeden Montag von 19 bis 20 Uhr

Barbara Kopf
. Auf diese Idee haben uns Gäste unserer Einrichtung (Freizeithaus Kirchdorf-Süd) gebracht!
Der SC Wilhelmsburg hat die Idee aufgegriffen.
Yoga für Dich - mit Rena Krug v. Nidda

Anmeldung vor Ort im Freizeithaus
Bitte mitbringen: Wasser, Yogamatte, evtl. Kissen und Wolldecke
Kosten: Probestunde kostenlos
Mitgliedschaft im SCW: 14 Euro im Monat plus 2 Euro Spartenzulage
(Letztendlich ist es nicht so teuer: 16 Euro im Monat, und mit der Mitgliedschaft könnt ihr auch
weitere Angebote des SCW nutzen!)

 

Ein Kurs des SC Wilhelmsburg
Tel.: Udo Hattermann, 0171-86330788
info@scwilhelmsburg.de
www.scwilhelmsburg.de

 

 

 

 

 

 

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Aus der Jahresbilanz 2018 von REPORTER OHNE GRENZEN:

2018 sind weltweit mindestens 80 Medienschaffende in direktem Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet worden. 49 von ihnen wurden wegen ihrer journalistischen Tätigkeit ermordet, die weiteren 31 im Einsatz getötet. Unter den Getöteten waren 63 professionelle Journalisten, 13 Bürger journalisten und vier Medienmitarbeiter.
Die gefährlichsten Länder für Journalisten waren 2018 Afghanistan, Syrien, Mexiko, Jemen, Indien und die USA. Fast die Hälfte aller weltweit getöteten Journalisten starben in Ländern, in denen kein bewaffneter Konflikt herrscht.
348 Medienschaffende weltweit sind zum Jahresende wegen ihrer Tätigkeit in Haft. Mehr als die Hälfte von ihnen sitzt in nur fünf Ländern im Gefängnis - in China, Ägypten, Türkei, Saudi-Arabien, Iran.

Trauer - reporter


 

 

 


 

 

 

 

 

 

 



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Betreuungsverein Harburg sucht Ehrenamtliche
Ihre Lebenserfahrung reicht für zwei!

PM. Der Betreuungsverein insel e.V. sucht Frauen und Männer, die Zeit und Lust haben, eine ehrenamtliche rechtliche Betreuung für einen älteren, kranken oder behinderten Menschen zu übernehmen.
Eine rechtliche Betreuung beinhaltet die Hilfe bei der Regelung von alltäglichen Angelegenheiten unter Wahrung der Interessen des Betreuten: z.B. Anträge stellen, Konten verwalten oder Arztgespräche führen. Je nach individueller Situation der betreuten Person sind Hilfen zu organisieren, aber nicht selber zu erbringen.
Interessenten werden von den MitarbeiterInnen des Betreuungsvereins beraten und während ihrer Tätigkeit unterstützt. Außerdem werden Einführungs- und Fortbildungsveranstaltungen sowie regelmäßige Treffen zum Austausch mit anderen Ehrenamtlichen angeboten.
Menschen, die Interesse daran haben, die Lebensumstände einer hilfebedürftigen Person zu verbessern und bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, wenden sich bitte an:
Betreuungsverein insel e.V.
Telefon: 040-328 739 24
Mail: bv.harburg@insel-ev.de

www.insel-ev.de
Insel e.V. ist ein seit 1994 von der Hansestadt Hamburg anerkannter Betreuungsverein, zuständig für die Bezirke Harburg und Eimsbüttel sowie den Stadtteil Wilhelmsburg.

Kontakt für Rückfragen
Birgit Eckhoff und Stefan Kinzel
Tel. 040 - 32 87 39 24 • birgit.eckhoff@insel-ev.de
stefan.kinzel@insel-ev.de

 

 

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Museum Elbinsel Wilhelmsburg:

Amtshaus

 

17.000 Euro für Veddeler und Wilhelmsburger Initiativen
HASPA übergab Spenden im Rahmen einer Feierstunde im Museum Elbinsel Wilhelmsburg

Gelübergabe

PM. Am 13.11.2018 übergab die Regionalleiterin der HASPA Veddel-Wilhelmsburg, Susanne Topf, im MEW Fördermittel in Höhe von 17.000 € an sechs Institutionen („Zweckertrag Veddel-Wilhelmsburg“): Diakoniestation Wilhelmsburg gGmbH, Förderverein der Perdekampschen Emotions Methode e.V., Park Sportinsel e.V., Verkehrswacht Hamburg e.V., Wilhelmsburger Ruderclub von 1895 e.V. und Museum Elbinsel Wilhelmsburg e.V.
Von allen Institutionen waren Vertreter zur feierlichen Scheckübergabe in das Museum gekommen. Auch Dr. Jürgen Drygas zeigte sich, wie alle Anwesenden, hocherfreut über die Zuwendung, die für die Erneuerung der IT-Hardware im Museum dringend gebraucht wird. Susanne Topf betonte, das Haspa LotterieSparen sei ein schönes Beispiel dafür, wie man schon mit wenig Geld viel Gutes für Projekte vor der eigenen Haustür tun könne. Insgesamt unterstützt die HASPA 500 Organisationen mit dem LotterieSparen. Bei Kaffee und Kuchen tauschten sich die Vertreter der Vereine mit den HASPA-MitarbeiterInnen und untereinander aus. Besonders erfreut zeigten sich alle, über die gezielte Förderung lokaler Projekte in den Bereichen Soziales, Bildung, Kultur, Sport und Umwelt.

Geldübergabe

 

 


 



 


 

 

 




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Pegelstand, 18. September 2018, Oberbaudirektor Höing im Gespräch

Rede von Alexandra Werdes von der Initiative Waldretter

Ich gehöre zu den Wilhelmsburger Bürgern, die die Naturzerstörungen auf der Insel endlich stoppen und somit auch den Wald am Ernst-August-Kanal retten wollen. Das erste, Herr Höing, was ich nach Ihrem Amtsantritt von Ihnen gelesen habe, war anlässlich der Vorstellung der Pläne des Spreehafenviertels.
Da haben Sie laut Abendblatt gesagt: „Mitten in der Stadt gelegen, Wasser von allen Seiten, Blick auf die Hafenlandschaft und die Elbphilharmonie – man könnte sich besoffen reden, wie toll diese Lage ist.“ Zitat Ende.
Und ich hab gedacht: O Gott, wie soll ich bei einem Mann mit dieser Einstellung nur Gehör finden? Deshalb dachte ich, ich bringe Ihnen einen heute einen kleinen Piccolo mit, damit Sie Ihre Stimmung behalten – auch bei dem, was ich heute zu sagen haben.
Worüber ich reden will, ist nämlich die große Ernüchterung, die bei den Wilhelmsburgern eingetreten ist, seit die IBA enorme Veränderungen auf ihrer Insel in Gang gesetzt hat. Veränderungen, die von den meisten zunächst begrüßt wurden.
Aber diese Stimmung ist gekippt. Und ich finde, der Wald am Ernst-August-Kanal kann beispielhaft dafür stehen, warum dies so ist.

Der Wald steht nämlich für die komplette Überforderung, die viele Wilhelmsburger inzwischen empfinden, wenn sie sich ihren Stadtteil in zehn Jahren vorstellen sollen.
Die Verlegung der Reichsstraße ist noch in vollem Gange, die Bürgerbeteiligung für Rathausviertel und Nord-Südachse sind kaum abgeschlossen, da wird mit dem Spreehafenviertel schon das nächste Baugebiet aufgerufen, und das ist ja noch lang nicht das Ende, die Pläne für die Kleingärten zwischen Auf der Höhe und Korallusring  und für die Streuobstwiesen am Haulander Weg liegen ja auch schon auf dem Tisch.
Welcher Normal-Bürger soll da noch Schritt halten und sich womöglich auch noch aktiv einbringen?
Man kann nur hoffen, die Mitarbeiter Ihrer Behörde steigen da noch durch.
Es ist zu viel, es ist zu schnell. Und deshalb ist es jetzt mal Zeit inne zu halten und Luft zu holen. Zeit für einen Planungsstopp.
Der Wald am Ernst-August-Kanal steht vor allem aber für das ökologische Desaster, das hier seit der Gartenschau stattfindet. Mindestens 6000 große Bäume wurden bis heute gefällt. Und es widerstrebt mir von einzelnen Bäumen zu sprechen. Denn es handelt sich hier um gewachsene Ökosysteme.
Es kommt mir fast albern vor, all die guten Argumente gegen das Abholzen des Waldes zu wiederholen – nach diesem Sommer und den Schlagzeilen, die ihn beherrscht haben:
Glauben Sie wirklich, dass ein paar extensiv begrünte Dächer die Klimaleistung eines ganzen Waldes ersetzen können?
Glauben Sie, dass all die Insekten, die im Totholz im Wald ein zuhause hatten, anschließend in dem Insektenhotel auf  dem Dach Ihrer Behörde platz finden?
Und wo brütet demnächst die Nachtigall?
Oder wird Hamburg in ein paar Jahren wieder Geld aus Bundesmitteln beantragen, um die Wildnis genau da wieder herzustellen, wo man sie vorher zerstört hat, wie das mit dem Programm „Natürlich Hamburg“ jetzt gerade im Inselpark geschieht?
Die Menschen im Reiherstiegviertel genießen den grünen Wald und das Vogelgezwitscher, wenn sie zur S-Bahn fahren, wenn sie mit ihren Hunden spazieren gehen, wenn sie im Kanal paddeln oder angeln oder wenn sie ein sommerliches Bier am Anleger trinken.
Diese Menschen werden nicht alle zusammen in die Wohnung einziehen, von der man auf die Elphi blicken kann!

Der Elphi-Blick ist ein reines Marketingtool. Das Vermarkten von Grundstücken – das ist es, worauf sich die IBA nach 2013 reduziert hat. Und weil man sich die Hörner an der HPA abgestoßen hat, geht man jetzt eben den leichtesten Weg und verscherbelt die Grünflächen. Und das unter dem Deckmantel der Wohnungsnot.
Statt den Konflikt zwischen Wohnen und Natur aufzumachen, sollten Sie endlich den Konflikt zwischen Stadt und Hafen in Wilhelmsburg lösen. Das wäre eine schöne Herausforderung für einen neuen Oberbaudirektor. Dann könnten die 1000 Wohnungen nämlich prima im Rahmen des Kulturkanals am Veringkanal entstehen – als neue urbane Zone.
Nicht zuletzt steht der Wald für den Frust, den das Wort Bürgerbeteiligung hier inzwischen auslöst. Ich muss Ihnen das eigentlich nicht erzählen, denn Sie waren ja schon Mitglied der Jury, als sich die Bürgersachverständigen des Spreehafenviertels von allen Entwürfen des Wettbewerbs distanziert haben, weil der Forderung der Bürger nach mehr Grünerhalt nicht entsprochen wurde.
Das sind die Neu-Frustrierten Bürger, die dachten, dass sie in einem Bürgerbeteiligungsverfahren, das so professionell angelegt ist wie der Perspektiven-Prozess, echten Einfluss nehmen könnten - und die nun bitter enttäuscht sind.
Die Alt-Frustrierten, das sind Leute wie ich, die diese Erfahrung schon bei der Zukunftswerkstatt  2013+ gemacht haben. Die damals schon erlebt haben, wie jede Äußerung hingebogen wird auf ein Ergebnis, das vorher schon feststand. Wo die eigentliche politische Entscheidung stattfindet, das durchschauen wir Bürger schon lange nicht mehr.
Und es ist ja nicht so, dass wir Wilhelmsburger immer nur gegen etwas sind. Wir sind manchmal auch sehr kreativ und konstruktiv dafür. Zum Beispiel dafür, dass die Fähre auch am Wochenende fährt.
Mit der Initiative 7x73 haben sechs Unternehmerinnen innerhalb von sieben Wochen mehr als 6000 Unterschriften gesammelt, dass die Fähre 73 sieben Tage die Woche fährt. Der ganze Stadtteil stand hinter der Forderung, die Bezirksversammlung hat sie einstimmig angenommen – und was ist das Ergebnis?
Auf Nachfrage (!) ein Dreizeiler im Hauptausschuss, dass die prognostizierten Fahrgastzahlen einen wirtschaftlichen Betrieb nicht hergäben.
Nein, es ist nicht das Spreehafenviertel, das Wilhelmsburg zur Vollendung des Sprungs über die Elbe braucht. Der Sprung über die Elbe ist nicht vollendet, solange wir 3 Euro 30 für die zwei S-Bahn-Stationen zum Hauptbahnhof bezahlen müssen. Der Sprung über die Elbe ist nicht vollendet, solange wir unsere Fahrräder durch den alten Elbtunnel schieben müssen. Der Sprung über die Elbe ist nicht vollendet, solange die Fähre 73 nicht am Wochenende fährt.

Und deshalb fordere ich Sie erneut zu einem Moratorium auf! Legen Sie die Pläne fürs Spreehafenviertel aufs Eis. Ziehen Sie erst mal mit der Infrastruktur nach, bevor Sie immer weiter und weiter bauen. Geben Sie uns und sich selbst die Chance, zu sehen, was Wilhelmsburg nach der Fertigstellung der neuen Mitte wirklich braucht.


 

 

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Nordelbe, SAGA und Co.: Gemeinsam gegen ihre illegalen Tricks!
Bei Wilhelmsburg Solidarisch wehren sich Nachbar*innen gemeinsam gegen unrechtmäßige Methoden von Vermieter*innen

PM. Mieter*innen haben es in Wilhelmsburg nicht leicht. Mehrere Vermieter*innen versuchen geradezu systematisch, sie mit unlauteren Methoden auszunehmen, zu kontrollieren oder klein zu halten.
Überhaupt eine Wohnung oder ein Zimmer zur Miete oder Untermiete zu finden, ist schwierig genug. Für viele ist das nur möglich, wenn sie Mieten in Kauf nehmen, die eigentlich viel zu teuer sind. Denn in den letzten Jahren sind zwar die Mieten ordentlich angestiegen, die Löhne aber nicht. Das geht auf Kosten des Urlaubs, des Zahnersatzes oder des Schwimmbadbesuchs und ist einer der Gründe dafür, warum arme Menschen durchschnittlich 10 Jahre kürzer leben als Reiche.
Das Angebot an Mietwohnungen, die für Menschen mit geringem Einkommen überhaupt noch bezahlbar wären, schrumpft immer weiter. Weil tausende Wohnungen aus den Sozialbindungen gefallen sind. Weil die Einwohner*innenzahl insbesondere in Wilhelmsburg stark gewachsen ist. Und weil das Neubauprogramm des Hamburger Senats zu zwei Dritteln teure Miet- und Eigentumswohnungen vorsieht, in Hamburg aber rund die Hälfte aller Bewohner*innen Anrecht auf geförderten Wohnraum hätten.
Angesichts dieser Situation glauben viele Vermieter*innen, sich alles erlauben zu können. Es werden horrende Preise genommen, im Reiherstieg- oder Bahnhofsviertel sind 10 Euro/m2 netto kalt keine Seltenheit. Und auch das Mietrecht ist vielen Hauseigentümer*innen offenbar ziemlich egal. Beispiele dafür gibt es zuhauf, auch bei Genossenschaften und SAGA!

Beispiel SAGA

Die Vermietungspraxis der stadteigenen SAGA zeigt, dass die Verdrängung der Armen und Menschen mit tatsächlichem oder unterstelltem Migrationshintergrund zur offiziellen Politik des SPD-Senats gehört. Erst im März 2017 wurde die SAGA zu 1.000 EURO Entschädigung verurteilt, weil sie eine Frau wegen ihres türkisch klingenden Nachnamens abgelehnt hatte. Vor Gericht machte die SAGA klar, dass sie bestimmen will, in welche Gegenden arme Menschen oder Menschen mit ausländisch klingendem Nachnamen ziehen – und in welche nicht. Offiziell heißt diese Politik der Verdrängung „soziale Durchmischung“. Mit dieser Praxis sollen gezielt weiße Gutverdienende in Stadtvierteln angesiedelt werden, in denen hauptsächlich Geringverdiener*innen leben. Selbstverständlich werden im Gegenzug keine Ausweichwohnungen in Eppendorf zur Verfügung gestellt. Die Zukunftsvision hinter dieser Politik lautet: Arme Menschen sollen die schlecht bezahlten Jobs in der Stadt machen, aber nicht in der Stadt wohnen.
So erklärt sich auch, weshalb Untermieter* innen neuerdings persönlich in der SAGAGeschäftsstelle vorstellig werden sollen, was unrechtmäßig ist. Es dient einzig dazu, zu kontrollieren und Macht auszuspielen. In den uns bekannten Fällen reichte ein Verweis auf die Gesetzeslage, und schon nahm die SAGA von der Forderung Abstand.

Beispiel Wohnungsgesellschaft Nordelbe

Die Vermietungspolitik der Nordelbe jedoch, die wir bei Wilhelmsburg Solidarisch in den letzten Monaten mitbekommen haben, setzt dem Ganzen die Krone auf.
Die Nordelbe ist eine der größten Vermieterinnen in Wilhelmsburg. Ihr gehört ein großer Bestand an der Harburger Chaussee, und auch im Reiherstiegviertel vermietet sie Wohnungen. Aktuell etwa eine 50 m² große Wohnung in der Fährstraße für 590 Euro kalt – das sind satte 12 Euro/m2, plus Nebenkosten. Solche Preise nimmt zwar auch die Vonovia (Ex-GAGFAH) im Bahnhofsviertel, aber selbst die ist unseres Wissens noch nicht auf die Idee gekommen, von allen Neumieter*innen eine sogenannte „Vertragsabschlussgebühr“ von 155 Euro nur für die Ausfertigung des Mietvertrags zu kassieren. Das ist vollkommen illegal. Hier spielt die Nordelbe ihre Macht als Hauseigentümerin konsequent aus. Sie weiß, dass Menschen dringend auf Wohnungen angewiesen sind und notgedrungen die Gebühr zahlen.
Auch verlangt die Nordelbe die erste Warmmiete und drei Kaltmieten als Kaution, bevor sie die Schlüssel übergibt – für viele Menschen ein Problem, so viel Geld auf einmal aufzutreiben. Die Nordelbe weigert sich entgegen dem Mietrecht, dass die Kaution in drei Teilen über drei Monate bezahlt wird. Untervermietungen genehmigt sie immer nur befristet auf sechs Monate. Auch das ist illegal. Untermietgenehmigungen gelten automatisch unbefristet und sind an die Laufzeit des Hauptmietvertrags gekoppelt. Die Nordelbe schüchtert die Mieter*innen ein: Es steht sofort die Verlängerung der Untermieterlaubnis auf dem Spiel, wenn es zu Konflikten kommt. Sie arbeitet gezielt mit der Unwissenheit und vermeintlichen Unfähigkeit der Mieter*innen, ihre Rechte durchzusetzen.

Deshalb: Allein im Recht zu sein reicht nicht. Wir müssen unser Recht auch durchsetzen! Mieter*innen der Nordelbe und andere Bewohner*innen Wilhelmsburgs haben nun beschlossen, sich gemeinsam zu wehren. Wir treffen uns bei Wilhelmsburg Solidarisch regelmäßig, um Konflikte um Mieten, aber auch um Arbeitsverhältnisse oder das Jobcenter zu beratschlagen und gemeinsam anzugehen.

Ab Januar werden wir im Viertel unterwegs sein und mit Flugblättern über die illegalen Praktiken informieren und Wege aufzeigen, wie wir uns gemeinsam wehren und beispielsweise das Geld von der Nordelbe zurückholen können. Alle, die dabei mitmachen wollen, finden die Termine im Internet auf solidarisch.org

 

 

 

 


 

 

 

 

 

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