24. Jahrgang,
Ausgabe 2

Feb. / März
2018
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Verschiedenes

Wann... in Wilhelmsburg ?

Wo... in Wilhelmsburg ?

 

Verschiedenes

MitstreiterInnen gesucht!
Gefahr für Fledermäuse im Feuerholz
Das erste eigene Geschäft – Worauf man bei dem Abschluss eines Gewerbemietvertrages achten sollte
Engagement an Wilhelmsburger Schulen
Wer schreibt Geschichte?
Gesucht: Gerda aus Wilhelmsburg
Nordelbe, SAGA und Co.: Gemeinsam gegen ihre illegalen Tricks!
Eine Notaufnahme, zwei Standorte

 

MitstreiterInnen gesucht!
Im Verein Zukunft Elbinsel Wilhelmsburg wird gemeinsam für eine gute Zukunft Wilhelmsburgs gearbeitet

ZEW Sitzung

Die Koordinierungsrunde unterstützt den Vorstand von Elbinsel Wilhelmsburg e.V. und trifft sich normalerweise am zweiten Donnerstag im Monat. Foto: ein

Claudia Roszak/Vorstand von Zukunft Elbinsel Wilhelmsburg e.V. Unser Verein Zukunft Elbinsel Wilhelmsburg besteht seit 15 Jahren und engagiert sich ehrenamtlich für eine gute Zukunft in Wilhelmsburg.
Wir finden das Leben in Wilhelmsburg spannend und die Vielzahl der Themen, die hier auf der Elbinsel aktuell sind, fasziniert
uns. Und natürlich sind wir begeistert darüber, wie viele Menschen sich hier auf der Elbinsel Wilhelmsburg in Vereinen, Initiativen und Projekten oder anderweitig für die Gestaltung des Gemeinwesens einsetzen.
Leben auf den Elbinseln ist aktiv, spannend und intensiv – ja und manchmal kommt frau/man auch aus der Puste bei all den Aktivitäten und dem anstrengenden Alltagsleben mit Arbeit, Familien, Pflege von Angehörigen usw.
Insofern stellen wir „vom Verein“ gerade fest, dass es mehr Themen gibt, die bearbeitet werden wollen, als wir schaffen können. Das gilt insbesondere deshalb, weil sich in den letzten drei bis fünf Jahren unsere Aktivitäten auf den Schwerpunkt Verkehr und Verkehrsplanungen verschoben haben – nicht unbedingt, weil wir das so toll finden, sondern weil es notwendig ist.
Dabei gibt es doch auch noch die Pegelstandsreihe, Umwelt und Grün, wie wollen wir wohnen auf den Elbinseln, Zusammenleben, Aufbau von Nachbarschaft mit EUNeu-Bürgerinnen, die Krisen in aller Welt und viele weiteren Themen mehr.
Deshalb möchten wir Euch einen dringenden Aufruf schicken: Zukunft Elbinsel Wilhelmsburg e.V. braucht unbedingt neue MitstreiterInnen mit Tatkraft, neuen Ideen und Zeit. Wenn du Lust hast, dich in einem Verein zu engagieren, der auch kontroverse Diskussionen nicht scheut, dann freuen wir uns auf deine Kontaktaufnahme.
Wir haben übrigens auch viel Spaß und während der langen Jahre der Zusammenarbeit sind auch viele Freundschaften entstanden.
Komm doch gerne einmal zu einem unserer monatlichen Treffen im erweiterten Vorstand (Koordinierungsrunde). Diese finden jeweils am 2. Donnerstag im Monat von 19 – 21.30 Uhr meistens im Bürgerhaus statt.
Oder schreib eine eMail an den Vorstand unter info@zukunft-elbinsel.de.
Denk mal darüber nach – wir würde uns ganz doll freuen.


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Gefahr für Fledermäuse im Feuerholz
NABU bittet um erhöhte Aufmerksamkeit

PM. Der NABU Hamburg bittet derzeit um besondere Rücksicht auf Fledermäuse, die Holzstapel im Freien als Winterquartiere nutzen. Vor allem im Kaminholz wird es für die Tiere gefährlich, sobald dieses verfeuert wird: Aufgrund ihrer Winterstarre haben Fledermäuse dabei keine Chance zu entkommen oder sich bemerkbar zu machen. Manchmal fallen die reglosen Tiere beim Entnehmen des Holzes auch zu Boden und werden für tot gehalten, was in der Regel jedoch nicht der Fall ist.
Bei der NABU-Fachgruppe Fledermausschutz gingen bereits mehrere Anrufe ein, die Fledermausfunde in Holzstapeln meldeten. Gruppenmitglied Alexander Heidorn befürchtet jedoch, dass dies nur die Spitze des Eisberges sei. „Vermutlich werden viele schlafende Tiere gar nicht bemerkt und finden so ein grausames Ende im Kamin“, so der Fledermausexperte. Besonders gefährdet ist etwa die Rauhautfledermaus, die sich gern im Inneren eines Stapels an das Holz klammert und als kleines braunes Tier kaum wahrgenommen wird.
Der NABU bittet aus diesem Grund vor allem Kaminbesitzer, beim Holz holen genauer hinzuschauen. Wer derzeit eine Fledermaus findet, die aus dem Winterschlaf gerissen wurde, sollte sich unbedingt an die eigens dafür geschaltete Notfall- Hotline des NABU Hamburg unter Tel. 0700/35333762 (Hauptzeit: 0,12 €/Min., Nebenzeit: 0,06 €/Min) wenden. Die Fledermausexperten geben hier Tipps und organisieren bei Bedarf auch die Abholung des pflegebedürftigen Tieres.

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Das erste eigene Geschäft – Worauf man bei dem Abschluss eines Gewerbemietvertrages achten sollte

Rike Schmöckeler

Guter Rat von Rechtsanwältin Rike Schnöckeler
Foto: Jens Schierenbek

RAin Rike Schnöckeler. Sie haben genug von Anstellungsverhältnissen, möchten sich selbst verwirklichen oder haben eine neue Geschäftsidee, die sie umsetzen möchten? Dann ist der Entschluss schnell gefasst, sich selbstständig zu machen. Einer der ersten Schritte in die Selbstständigkeit ist die Suche nach den richtigen Geschäftsräumen. Die richtige Lage, Größe und Beschaffenheit der Räume ist oftmals existenziell für den Erfolg der angestrebten Tätigkeit. Ist der passende Raum gefunden, heißt es mit dem Vermieter in Vertragsverhandlungen zu treten. Egal ob ein Ladenlokal, ein Büro, eine Werkstatt oder ein Atelier benötigt wird, immer handelt es sich bei dem Abschluss eines entsprechenden Mietvertrages um einen Gewerbemietvertrag.
Die Besonderheit im Gewerberaummietrecht besteht darin, dass der Gesetzgeber bei den Vertragsparteien von einer Waffengleichheit ausgeht. Entsprechend herrscht im Gewerberaummietrecht weitestgehend Vertragsfreiheit. Der in Deutschland im Wohnraummietrecht weit ausgeprägte Mieterschutz gilt hier nicht. Umso wichtiger ist es, sich über die einzelnen Regelungen des Mietvertrages Gedanken zu machen und nicht übereilt zu einem Mustervertrag zu greifen.

Zunächst sollte man sich bei dem Abschluss des Mietvertrages klar darüber sein, in welcher Höhe man willens und in der Lage ist, monatliche Miete zu zahlen. Anders als im Wohnraummietrecht ist die Höhe der Miete nicht durch die ortsübliche Vergleichsmiete begrenzt. Die Parteien sind frei in ihrer Vereinbarung. Dies gilt entsprechend auch für Mieterhöhungsvorbehalte im Mietvertrag. Damit die monatliche Belastung kalkuliert werden kann, sollte eine Vereinbarung über die Höhe der monatlich zu zahlenden Betriebskosten nicht fehlen.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Vertragslaufzeit. Grundsätzlich sind die Parteien in der Vereinbarung einer Vertragslaufzeit sowie der Kündigungsfristen frei. Gerade für Ladenlokale ist der Standort des Geschäftes maßgeblich. Die kurzfristige (zwangsweise) Verlegung des Geschäftes könnte dessen wirtschaftliches Ende bedeuten. Entsprechend sollte eine passende Vertragslaufzeit sowie auf die Vereinbarung einer Verlängerungsoption im Mietvertrag geachtet werden. Sollte der erwartete Gewinn ausbleiben, können lange Vertragslaufzeiten (von z. B. 10 Jahren) den persönlichen Ruin bedeuten. Unter diesem Gesichtspunkt ist es wichtig, sich schnell vom Vertrag lösen zu können.
Die Haftung aus dem Mietvertrag ist ebenfalls zu bedenken. Muss eine persönliche Haftung eingegangen oder kann die Haftung gegebenenfalls auf das Geschäftsvermögen beschränkt werden?

Für Ihren Erfolg mitentscheidend kann auch die Möglichkeit der Nutzung von Parkplätzen oder der Anbringung eines Werbeschildes an der Außenwand des Gebäudes sein. Aus diesem Grund ist es wichtig, den Nutzungsumfang im Mietvertrag zu bestimmen.
Auch über die Renovierungs- und Instandhaltungsverpflichtungen sollten Sie sich Gedanken machen. Diese Kosten werden in der Praxis gerne dem Mieter auferlegt. Oftmals ist der Umbau der Geschäftsräume erforderlich, damit die angestrebte Tätigkeit ausgeübt werden kann. Für diese Umbauten ist das Einverständnis des Vermieters erforderlich. Nach Ablauf der Mietzeit hat der Mieter die Räume wieder in den ursprünglichen Zustand zu versetzen. Auch hier empfiehlt sich eine entsprechende Vereinbarung mit dem Vermieter.
Sie sehen: Es gibt viele Aspekte, die bei dem Abschluss eines Gewerbemietvertrages zu beachten sind. Die Bedürfnisse sind hier so individuell, wie die verschiedenen Geschäftsfelder. Da dieser Vertrag Grundlage für den Erfolg der eigenen Selbstständigkeit ist, sollte der Abschluss nicht leichtfertig erfolgen. Es ist daher erforderlich, die eigenen Bedürfnisse an die Räumlichkeiten zu analysieren und entsprechend in den Mietvertrag zu integrieren.

 

 

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Engagement an Wilhelmsburger Schulen
Claudia Wackendorff wurde mit der goldene Ehrennadel Elbinsel 2017 ausgezeichnet.

Claudia

Claudia Wackendorff, mit ihrem Laudator Michael Weinreich (SPD),
freut sich über die Ehrennadel.

Foto: Klaus Lübke

MG. „Grundsätzlich gibt es eine Gruppe von „hidden champions“ (verborgene VorkämpferInnen) auch auf Wilhelmsburg, die sich in den Schulen engagieren. Dies ist das Feld von Claudia Wackendorff, die in diesem Jahr für die goldene Ehrennadel Elbinsel ausgewählt wurde. Claudia Wackendorff hat drei Kinder, die Tochter Lena (14) und die Zwillinge Johanna und Justus (12), so dass Erziehung und Bildung ihre Familie direkt betreffen. Als Vorsitzende des LEA (Landeselternausschuss Kindertagesbetreuung) handelte sie 2011 mit Olaf Scholz die kostenfreien Kitas aus. Im Vorstand der Elternkammer, früher als Vorsitzende, bringt sie ihre Erfahrungen ein, die sie in den Elternräten des Helmut-Schmidt-Gymnasiums und der Nelson-Mandela-Stadtteilschule sammelt.
Als Schulmentorin setzt sie sich für starke Schulen ein. Auch die Initiative „Ein Schulweg für die ganze Familie“, die für sie auch persönlich wichtig war, unterstützte sie.
Claudia Wackendorff arbeitet an der Universität Hamburg im Bereich Chemie. Sie ist verheiratet mit René Meyer, der neben seiner Arbeit bei Desy ehrenamtlich in der Honigfabrik mitwirkt und privat bei den „Curving Lines“ die Trommel schlägt. Die ganze Familie macht Musik. So singt Claudia Wackendorff im Chor Thuma Mina, der bei vielen Wilhelmsburger Veranstaltungen (48H Wilhelmsburg, Nacht der Museen, Andventsmarkt etc.) für gute Stimmung mit Weltmusik sorgt. Die stellvertretende Chorleiterin Liliya Mazur leitet auch den Inselchor, der in diesem Jahr für die musikalische Umrahmung des parlamentarischen Abends sorgte.
Man kann es sich nicht vorstellen, aber neben all dem findet Claudia Wackendorff auch noch Zeit für ihren Garten und kennt sich in der heimischen Vogelwelt bestens aus.

Ehrennadel

Die goldene Ehrennadel Elbinsel.
Foto: Heinz Wernicke


 

 

 


 

 

 

 

 

 

 



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Wer schreibt Geschichte?
Das globalisierungskritische Netzwerk Attac hat eine Dokumentation der Gegen-Aktivitäten beim G20-Gipfel herausgegeben

PM. Politik, Justiz und Polizei haben es geschafft: Wenn über die Gegenbewegung und den Protest beim G20-Gipfel gesprochen wird, ist fast ausschließlich von „der Gewalt“, „den Ausschreitungen“ bzw., dies am allerliebsten, den „bürgerkriegsähnlichen Zuständen“ die Rede. Im Grunde ist diese diskreditierende Sichtweise sogar bereits im Vorfeld des Gipfels etabliert worden - die vielfältige, internationale Protestbewegung wurde von Anfang an in die Ecke von Gewalt und Militanz gestellt.
Das Attac-Buch „Die Gipfelproteste in Hamburg“ bringt nun einen wohltuenden Perspektivwechsel. Nicht nur beschreiben darin unterschiedliche AkteurInnen in Reportagen, Berichten und Interviews die vielfältigen Proteste und, vor allem, deren Inhalte (Kapitel III: Die Proteste), sondern es wird auch noch einmal gut erklärt, was die G20 eigentlich sind und wofür sie stehen (II: Die G20 - der Gipfel).
Darüber hinaus wird auch das Zustandekommen des Protestbündnisses inklusive der Schwierigkeiten und Konflikte reflektiert (I: War was?). Natürlich gibt es auch ein Kapitel, das sich, was bitter nötig ist, kritisch mit den Reaktionen von Staat, Justiz und Polizei auseinandersetzt (IV: Demokratie und Rechtsstaat?). Nicht zuletzt wird auch der Versuch einer historischen Einordnung der Proteste (V: Wer schreibt Geschichte?) und einer Zurückgewinnung der Deutungshoheit über die Gegenaktivitäten und das Wesen der Protestbewegung unternommen (VI: Was bleibt?).
Insgesamt eine gut gemachte Überblicksdarstellung, die das schiefe öffentliche Bild vom Gipfel-Widerstand zurechtrückt und zeigt, wie immens viele Menschen weltweilt mit der Politik der G20 nicht einverstanden sind. Zudem inspirierend, aktivierend und Hoffnung machend für eigene Proteste.

Die Gipfelproteste in Hamburg, Hg. Attac, Frankfurt/M. 12/2017, 192 S.,
ISBN 978-3-9813214-4-9. Das Buch kann im Buchhandel oder beim Attac-Trägerverein auf
www.attac.de bestellt werden.

 


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Gesucht: Gerda aus Wilhelmsburg
Die Bild-Zeitung hat sie am schnellsten gefunden

Gerda

Gerda Brzezicha mit dem Kapitän der M/S Fedor Dostojewskij.
Foto: ein

Marianne Groß. Am 22. Januar erreichte den Wilhelmsburger InselRundblick ein Anruf von Niels Grützner vom Hamburg-Journal. Er war auf eine Internetseite gestoßen:
https://messageinabottlehunter.com/gerda-hamburg-message-in-a-bottle.found/.
Die Flaschenpost von einer Gerda aus Hamburg von 1994 war 2015 von Evan Buffington während eines Karibik-Urlaubs am Strand gefunden worden. Sein Bruder Clint ist seit 2007, als er die erste Flaschenpost fand – inzwischen sind es über achtzig - fasziniert von den oft weit gereisten Nachrichten und versucht mehr über die AbsenderInnen herauszubekommen.
Auf seiner Webseite beschreibt er genau die Geschichten und bei der Flaschenpost von Gerda auch insbesondere die Schwierigkeit, das Papier, das nach der langen Zeit sehr mürbe ist, so gut wie möglich zu retten. Er bekam heraus, dass die Schreiberin Gerda aus der Peter-Beenck-Straße war, die 1994 die Flaschenpost von dem Dampfer Fedor Dostojewski zwischen Teneriffa und den Kapverden am 28. Dezember 1994 in den Atlantik geworfen hatte.
Niels Grützner hatte nun unsere Gerda Graetsch ermittelt, die langjährige Finanzfrau beim WIR, aber die hat nie auf Wilhelmsburg gewohnt. Sie verwies ihn auf den WIR und mich. Das war natürlich eine feine Geschichte für uns und WIR leiteten die Suche weiter an den Heimatverein und Maggi Markert von der Geschichtswerkstatt, die auch gleich noch andere in die Suche mit einband. Dann schaute ich mir aber die Bilder noch einmal genau mit der Lupe an und meinte, die Hausnummer „8“ zu erkennen.
Tatsächlich, die Anfrage bei einer Freundin, die in der Peter-Beenk-Straße Nr. 10 wohnt, ergab den Treffer. Silke Wölke erinnerte sich an Gerda Brzezicha, die befreundete Nachbarin, die aber leider schon 2009 gestorben war. Silke erinnerte sich auch an Gerdas Mädchennamen Junker, die beiden Schwestern Lisa und Rita, den Bruder Egon und die Tochter Christa. Silke wollte die Tochter nach der Arbeit mal anrufen.
Diesen Stand der Dinge teilte ich dann den bisher beteiligten Menschen mit und bekam nun von Niels Grützner die Nachricht, dass die Bild-Zeitung bereits die Tochter Christa ausfindig gemacht hätte und am 25. Januar 2018 ein Artikel mit einem Interview der Tochter erschienen wäre. Die Kreuzfahrt im Jahre 1994 hatte Christa zusammen mit ihrer Mutter unternommen, aber von der Flaschenpost wusste die Tochter nichts. Sie freute sich riesig, nach 23 Jahren so schön an ihre Mutter erinnert zu werden, und laut Bild-Zeitung möchte sie sich die letzte Erinnerung an ihre Mutter in den USA abholen.
Dann findet auch diese Geschichte auf https://messaginabottlehunter.com einen schönen Abschluss.

 

 

 

 




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Nordelbe, SAGA und Co.: Gemeinsam gegen ihre illegalen Tricks!
Bei Wilhelmsburg Solidarisch wehren sich Nachbar*innen gemeinsam gegen unrechtmäßige Methoden von Vermieter*innen

PM. Mieter*innen haben es in Wilhelmsburg nicht leicht. Mehrere Vermieter*innen versuchen geradezu systematisch, sie mit unlauteren Methoden auszunehmen, zu kontrollieren oder klein zu halten.
Überhaupt eine Wohnung oder ein Zimmer zur Miete oder Untermiete zu finden, ist schwierig genug. Für viele ist das nur möglich, wenn sie Mieten in Kauf nehmen, die eigentlich viel zu teuer sind. Denn in den letzten Jahren sind zwar die Mieten ordentlich angestiegen, die Löhne aber nicht. Das geht auf Kosten des Urlaubs, des Zahnersatzes oder des Schwimmbadbesuchs und ist einer der Gründe dafür, warum arme Menschen durchschnittlich 10 Jahre kürzer leben als Reiche.
Das Angebot an Mietwohnungen, die für Menschen mit geringem Einkommen überhaupt noch bezahlbar wären, schrumpft immer weiter. Weil tausende Wohnungen aus den Sozialbindungen gefallen sind. Weil die Einwohner*innenzahl insbesondere in Wilhelmsburg stark gewachsen ist. Und weil das Neubauprogramm des Hamburger Senats zu zwei Dritteln teure Miet- und Eigentumswohnungen vorsieht, in Hamburg aber rund die Hälfte aller Bewohner*innen Anrecht auf geförderten Wohnraum hätten.
Angesichts dieser Situation glauben viele Vermieter*innen, sich alles erlauben zu können. Es werden horrende Preise genommen, im Reiherstieg- oder Bahnhofsviertel sind 10 Euro/m2 netto kalt keine Seltenheit. Und auch das Mietrecht ist vielen Hauseigentümer*innen offenbar ziemlich egal. Beispiele dafür gibt es zuhauf, auch bei Genossenschaften und SAGA!

Beispiel SAGA

Die Vermietungspraxis der stadteigenen SAGA zeigt, dass die Verdrängung der Armen und Menschen mit tatsächlichem oder unterstelltem Migrationshintergrund zur offiziellen Politik des SPD-Senats gehört. Erst im März 2017 wurde die SAGA zu 1.000 EURO Entschädigung verurteilt, weil sie eine Frau wegen ihres türkisch klingenden Nachnamens abgelehnt hatte. Vor Gericht machte die SAGA klar, dass sie bestimmen will, in welche Gegenden arme Menschen oder Menschen mit ausländisch klingendem Nachnamen ziehen – und in welche nicht. Offiziell heißt diese Politik der Verdrängung „soziale Durchmischung“. Mit dieser Praxis sollen gezielt weiße Gutverdienende in Stadtvierteln angesiedelt werden, in denen hauptsächlich Geringverdiener*innen leben. Selbstverständlich werden im Gegenzug keine Ausweichwohnungen in Eppendorf zur Verfügung gestellt. Die Zukunftsvision hinter dieser Politik lautet: Arme Menschen sollen die schlecht bezahlten Jobs in der Stadt machen, aber nicht in der Stadt wohnen.
So erklärt sich auch, weshalb Untermieter* innen neuerdings persönlich in der SAGAGeschäftsstelle vorstellig werden sollen, was unrechtmäßig ist. Es dient einzig dazu, zu kontrollieren und Macht auszuspielen. In den uns bekannten Fällen reichte ein Verweis auf die Gesetzeslage, und schon nahm die SAGA von der Forderung Abstand.

Beispiel Wohnungsgesellschaft Nordelbe

Die Vermietungspolitik der Nordelbe jedoch, die wir bei Wilhelmsburg Solidarisch in den letzten Monaten mitbekommen haben, setzt dem Ganzen die Krone auf.
Die Nordelbe ist eine der größten Vermieterinnen in Wilhelmsburg. Ihr gehört ein großer Bestand an der Harburger Chaussee, und auch im Reiherstiegviertel vermietet sie Wohnungen. Aktuell etwa eine 50 m² große Wohnung in der Fährstraße für 590 Euro kalt – das sind satte 12 Euro/m2, plus Nebenkosten. Solche Preise nimmt zwar auch die Vonovia (Ex-GAGFAH) im Bahnhofsviertel, aber selbst die ist unseres Wissens noch nicht auf die Idee gekommen, von allen Neumieter*innen eine sogenannte „Vertragsabschlussgebühr“ von 155 Euro nur für die Ausfertigung des Mietvertrags zu kassieren. Das ist vollkommen illegal. Hier spielt die Nordelbe ihre Macht als Hauseigentümerin konsequent aus. Sie weiß, dass Menschen dringend auf Wohnungen angewiesen sind und notgedrungen die Gebühr zahlen.
Auch verlangt die Nordelbe die erste Warmmiete und drei Kaltmieten als Kaution, bevor sie die Schlüssel übergibt – für viele Menschen ein Problem, so viel Geld auf einmal aufzutreiben. Die Nordelbe weigert sich entgegen dem Mietrecht, dass die Kaution in drei Teilen über drei Monate bezahlt wird. Untervermietungen genehmigt sie immer nur befristet auf sechs Monate. Auch das ist illegal. Untermietgenehmigungen gelten automatisch unbefristet und sind an die Laufzeit des Hauptmietvertrags gekoppelt. Die Nordelbe schüchtert die Mieter*innen ein: Es steht sofort die Verlängerung der Untermieterlaubnis auf dem Spiel, wenn es zu Konflikten kommt. Sie arbeitet gezielt mit der Unwissenheit und vermeintlichen Unfähigkeit der Mieter*innen, ihre Rechte durchzusetzen.

Deshalb: Allein im Recht zu sein reicht nicht. Wir müssen unser Recht auch durchsetzen! Mieter*innen der Nordelbe und andere Bewohner*innen Wilhelmsburgs haben nun beschlossen, sich gemeinsam zu wehren. Wir treffen uns bei Wilhelmsburg Solidarisch regelmäßig, um Konflikte um Mieten, aber auch um Arbeitsverhältnisse oder das Jobcenter zu beratschlagen und gemeinsam anzugehen.

Ab Januar werden wir im Viertel unterwegs sein und mit Flugblättern über die illegalen Praktiken informieren und Wege aufzeigen, wie wir uns gemeinsam wehren und beispielsweise das Geld von der Nordelbe zurückholen können. Alle, die dabei mitmachen wollen, finden die Termine im Internet auf solidarisch.org


 

 

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Eine Notaufnahme, zwei Standorte
Das Ende 2017 neu gegründete Zentrum für Notfall- und Akutmedizin verbindet das Wilhelmsburger Krankenhaus Groß-Sand und das innerstädtische Marienkrankenhaus

Dr. Wünning

Dr. Michael Wünning

Sahra Sieweke/Groß Sand. Das Wilhelmsburger Krankenhaus Groß-Sand und das Marienkrankenhaus Hamburg sind nicht nur durch ihre katholische Trägerschaft eng verbunden: Gemeinsam haben die Kliniken nun das Zentrum für Notfall- und Akutmedizin und damit eine der größten Notaufnahmen der Stadt gegründet.
An der Spitze des Zentrums steht als erprobter Notfallmediziner Dr. Michael Wünning, der die Notaufnahme am Marienkrankenhaus bereits seit 2010 leitet. Jetzt ist der 43-Jährige Chefarzt an beiden Standorten. Neben seiner klinischen Tätigkeit ist Wünning Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin und in Lehre, Weiterbildung sowie Forschung aktiv.
Welche Vorteile einer gemeinsamen Notaufnahme ergeben sich aus Patientensicht? Das erklärt Dr. Alex Blaicher, Geschäftsführer des Wilhelmsburger Krankenhauses: „Die Versorgung bleibt wohnortnah, während die Qualität steigt. Denn zwei Krankenhäuser haben gemeinsam mehr Spezialisten in der Hinterhand als eins alleine.“

Das Marienkrankenhaus verfügt über eine zertifizierte Brustschmerz-Einheit, eine Schlaganfall-Einheit und ein Traumazentrum. Im Wilhelmsburger Krankenhaus Groß-Sand ist unter anderem das Herzkatheterlabor direkt in der Notaufnahme verortet. Beide Kliniken verfügen zudem über eine sogenannte „Portalpraxis“, in denen Patienten mit weniger dringlichen Erkrankungen behandelt werden können. „Jeder Patient ist so rund um die Uhr bei allen Problemen bestens versorgt“, fasst Blaicher zusammen.

 

 

 

 

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