23. Jahrgang,
Ausgabe 11

Nov. / Dez.
2017
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Verschiedenes

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Verschiedenes

Hospizverein braucht Verstärkung
Neuer Kalender über Wilhelmsburg
Verschenken oder vererben: Ist das steuerfrei?
Solidarische Landwirtschaft startet
Senat setzt keinen zusätzlichen S-Bahn- Ersatzverkehr ein
Sperrzeiten der Schnellbahnen S 3 und S 31
NABU: Ein wenig Laub liegen lassen
HelferInnen für die Tafel gesucht
Vogel des Jahres 2018 ist der Star

 

Hospizverein braucht Verstärkung
Ehrenamtliche/r Hospizbegleiter/in gesucht

Hospizbegleiter

Ab Januar 2018 kann man sich in einem Kurs auf die Aufgabe vorbereiten.
Foto: ein

PM. Sind Sie auf der Suche nach einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung? Sind Sie offen für Neues und interessiert an Fortbildungen? Haben Sie Lust, Teil einer Gruppe zu sein, die sich gemeinsam dem einen Ziel verschrieben hat: den Hospizgedanken LEBEN! Dann kommen Sie zu uns und werden Sie ambulante/r ehrenamtliche/r Hospizbegleiter/in! Sie besuchen schwerstkranke, sterbende Menschen zu Hause oder in einer Pflegeeinrichtung. Sie sind da für diese Menschen und deren Angehörige/Freunde.
Ab Januar 2018 können Sie sich gemeinsam mit uns in einem neuen Kurs auf diese Aufgabe vorbereiten.

Wenn Sie Interesse haben, dann rufen Sie uns an und verabreden einen Gesprächstermin mit den Koordinatorinnen Susanne Seelbach oder Gabriela Henschen: 040 - 76 75 50 43.
Menschen mit Migrationshintergrund sind uns sehr willkommen! Wir freuen uns auf unseren neuen Kurs!




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Neuer Kalender über Wilhelmsburg
Heinz Wernicke zeigt 13 Fotografien aus dem Stadtteil

Kalender

Der Fotograf Heinz Wernicke hat wieder einen Kalender entworfen.
Foto: ein

Der Wilhelmsburg-Fotograf Heinz Wernicke hat auch für 2018 wieder einen Kalender gefertigt mit 13 Fotografien, die das traditionelle und das neue Wilhelmsburg in wundervollen Farben zeigen. Dieser Kalender ist ein schönes Geschenk für jeden Wilhelmsburg-Liebhaber. Er ist gedruckt im Format DIN A3 quer (42x29,7 Zentimeter) und kostet 20 Euro.
Erworben werden kann der Wilhelmsburg-Kalender in der Buchhandlung Lüdemann in der Fährstraße 26. Auch kann er direkt beim Fotografen bestellt werden unter der Mailadresse foto@heinzwernicke.com. Wer sich die Bilder ansehen möchte, kann dies unter www.heinzwernicke.com machen.

 

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Verschenken oder vererben: Ist das steuerfrei?

S.Mast

Guter Rat von Rechtsanwältin Sigrun Mast.
Foto: Jens Schierenbek

Sigrun Mast. Wenn die Kinder bauen und die Eltern ihnen finanziell unter die Arme greifen, können Steuern anfallen. Das Gleiche gilt, wenn ein Elternteil verstirbt.
Bei Geschenken oder Erbschaften gilt das Erbschaftsteuergesetz. Grundsätzlich unterliegen jede Schenkung und jeder Erbfall der Steuerpflicht. Aber: Das Erbschaftsteuergesetz hat für das Schenken und Vererben innerhalb des nahen Familienkreises hohe Freibeträge vorgesehen. Darüber hinaus wird auch weniger hoch besteuert, je näher man miteinander verwandt ist – oder wenn man verheiratet ist.
Eingeteilt werden die Beschenkten oder Erben je nach Verwandtschaftsgrad in Steuerklassen. Für nahe Verwandte und Ehegatten sind im Erbfall hohe Freibeträge vorgesehen.
Übersteigt ein Geschenk oder ein Erbe den Freibetrag werden Steuern fällig. Umso größer Geschenk oder Erbe sind, umso höhere Steuersätze werden erhoben. Zudem besteht eine Staffelung nach dem Verwandtschaftsgrad. Alle 10 Jahre kann der Freibetrag in Hinblick auf dieselbe Person neu genutzt werden.
Wie rechnet sich das? Nehmen wir ein vereinfachtes Beispiel eines Ehepaares mit zwei Kindern. Die Eltern Marie und Hans haben ein gemeinsames Testament aufgesetzt. Nach diesem erbt zunächst der überlebende Ehepartner und nach dem Tod beider Eltern die Kinder Max und Moritz. Dieses gemeinschaftliche Testament nennt sich „Berliner Testament“.
Marie hat gut verdient und Geld angelegt. So ist ein Vermögen von 700.000 Euro entstanden, welches sie nach ihrem Tod an ihren Mann Hans vererbt. Da die Eheleute keinen Ehevertrag geschlossen haben und im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft leben, bekommt Hans den Zugewinn im Erbfall steuerfrei und liegt mit dem restlichen Geld unter dem Freibetrag von 500.000 Euro. Nun stehen den Kindern Max und Moritz grundsätzlich nach dem Tod der Mutter ein Pflichtteil zu. Beide verzichten allerdings zugunsten ihres Vaters darauf, diesen geltend zu machen.
Ein Jahr nach dem Tod der Mutter stirbt auch der Vater. Der Vater besaß neben den ererbten 700.000 Euro ein gut erhaltenes Hamburger Familienheim, das mittlerweile einen Wert von 500.000 Euro besitzt. Die Kinder erben daher insgesamt 1.200.000 Euro, jedes Kind für sich 600.000 Euro. Nach Abzug des Freibetrages von 400.000 Euro müssen Max und Moritz jeweils 200.000 Euromit einem Steuersatz von 11% versteuern, also 22.000 Euro Steuern zahlen.
Da jedes Kind den Freibetrag von 400.000 Euro pro Erbfall hat, also bei dem Erbfall der Mutter 400.000 Euro und bei dem des Vaters 400.000 Euro, hätte die Zahlung von Steuern beispielsweise durch Schenkungen zu Lebzeiten oder ein Geldvermächtnis nach dem Tod der Mutter vermieden werden können.

Erbschaftssteuer

Für Schenkungen oder Erbfälle ist einiges zu bedenken, gerade auch steuerlich. Aufgrund der gestiegenen Immobilienwerte ist es wichtig, zu überlegen, ob im Rahmen eines Erbfalles Steuern anfallen. Auch bei der Aufsetzung des Testamentes sind zukünftige Entwicklungen wie die Wiederverheiratung des überlebenden Ehegatten miteinzubeziehen. Und wenn dann der Familienbetrieb oder eine Ferienwohnung in Spanien hinzukommt, muss einiges Weitere geplant werden.

 

 

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Solidarische Landwirtschaft startet
Auftaktveranstaltung für „Solawi“ in WIlhelmsburg

Gemüse

Frisches Obst und Gemüse, bio und regional.
Foto: Solawi Nordheide

PM. Nun hat die Welle der Solidarischen Landwirtschaft Wilhelmsburg erreicht. In Zusammenarbeit mit der Solawi Nordheide sollen im Stadtteilgebiet Verteilerstellen, unter anderem bei Minitopia in der Georg-Wilhelm-Straße 322, eingerichtet werden. Dort wird es dann regelmäßig Gemüse und Obst vom Acker in der Nordheide und aus dem Gewächshaus in den Vier- und Marschlanden geben.
Das Prinzip der Solidarischen Landwirtschaft ist ganz einfach: Menschen, die eine ökologische und nachhaltige Landwirtschaft fördern wollen, tun sich zusammen und tragen die gesamten Kosten einer Landwirtschaft. Die kooperierenden LandwirtInnen haben damit einen überschaubaren Markt für ihre Erzeugnisse und ein sicheres Einkommen, und die Gemeinschaft erhält frische, saisonale und regionale Bio-Lebensmittel.
Die voraussichtlichen Kosten werden jedes Jahr neu ermittelt und auf der Jahreshauptversammlung vorgestellt. Die Gemeinschaft stimmt dann über den Wirtschafts- und Anbauplan ab. Die Kosten werden solidarisch getragen: In der Bieterrunde geben alle an, wieviel sie zahlen wollen oder können. Als Orientierung dient der durchschnittliche Betrag pro Anteil. Falls es in der ersten Runde nicht reicht, gibt es eine zweite Runde, oder es wird überlegt, wo Kosten reduziert werden können.
Bei der Solawi ist Mitarbeit auf dem Acker und bei anderen Aktivitäten erwünscht, aber keine Pflicht. Grundsätzlich ist sichergestellt, dass alles läuft. Bei größeren Pflanz- und Ernteeinsätzen freuen sich die GärtnerInnen über jede helfende Hand. Da eine Solawi ohne den Einsatz von Pestiziden und anderen Giften arbeitet, müssen regelmäßig Beikräuter zwischen den Pflanzen entfernt werden - auch hierbei können sich die Solawistas gern einbringen. Weitere ehrenamtliche Aufgaben finden sich in der Kommissionierung, der Logistik sowie bei Organisation und Öffentlichkeitsarbeit. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, GesellschafterIn des landwirtschaftlichen Betriebs zu werden. Wichtig ist: Jede Aktivität ist freiwillig, sollte aber zuverlässig sein. Regelmäßige Einsätze können auch aus dem gemeinsamen Budget bezahlt werden.

Die Verteilerstellen (auch Depots genannt) werden von den AbholerInnen selbst verwaltet. Wie das angelieferte Gemüse und Obst untereinander aufgeteilt wird, stimmen die Solawistas vor Ort ab.
Losgehen soll es zum 01.04.2018; das ist der Beginn des Wirtschaftsjahres der Solawi Nordheide. Die eigentliche Gründung der Solawi Wilhelmsburg mit Bieterrunde(n) wird im Januar 2018 stattfinden.
In der Planungsgruppe Solawi Wilhelmsburg haben sich insulare Aktive von Minitopia und andere zusammengefunden, um „unsere“ Solawi gemeinsam mit den NordheiderInnen ins Werk zu setzen. Am 30. November 2017 gibt es die Möglichkeit, sich zu informieren, zusammenzufinden und mitzumachen. Die Planungsgruppe Solawi Wilhelmsburg lädt von 19 bis 21 Uhr herzlich zu einer Informationsveranstaltung in den Kleinen Saal im Bürgerhaus Wilhelmsburg, Mengestraße 20 ein.
Einlass ist ab 18.30 Uhr. Kommt alle und freut euch auf saisonales, preiswertes Gemüse und Obst aus der Region! Weitere Informationen gibt es auf der Website www.solawiwilhelmsburg.de.

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 



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Senat setzt keinen zusätzlichen S-Bahn- Ersatzverkehr ein
Sperrzeiten der Schnellbahnen S 3 und S 31

Sperrzeiten-Ersatzverkehr siehe Kasten unten < mehr

Michael Rothschuh. Nach den vielen und langen Sperrzeiten in den letzten Jahren wird es auch 2017 und in den Folgejahren viele Wochenendsperrzeiten sowie Sperrzeiten in den Ferien geben. Als Ersatz soll es wieder Busse geben: Direktbusse zwischen S-Bahn Wilhelmsburg und Berliner Tor sowie Busse Wilhelmsburg-Veddel-Hammerbrook- Berliner Tor.

Ein Grund dafür ist der Bau der S-Bahn-Station Elbbrücken. Aus Wilhelmsburg gibt es seit Jahren Vorschläge für zusätzlichen Ersatzverkehr, der die Sperrungen erträglicher macht, u.a.:
• Wochenendbetrieb der Fähre 73 vom Reiherstiegviertel zu den Landungsbrücken zumindest in den Sperrzeiten der S-Bahn,
• Zuschlagsfreie Fahrten des Schnellbusses 34,
• Verlängerung des Metrobusses 13 über die Veddel bis zur U-Bahn Hafencity-Universität, wo man im Gegensatz zum Berliner Tor auch mit dem Fahrstuhl zur Bahn kommt,
• Verstärkung der Regionalbahn zwischen Harburg und Hauptbahnhof.

Wie die Antwort des Senats auf eine Bürgerschafts-Anfrage von Heike Sudmann (Fraktion Die Linke) ergibt, lehnt der Senat alle diese Möglichkeiten ab: „Die Erfahrung hat gezeigt, dass generell bei der Einrichtung eines Schienenersatzverkehrs die Fahrgastzahlen um etwa 10 Prozent zurückgehen.
… Die Platzkapazität des Ersatzverkehrs bemisst sich nicht nach der Sitzplatzkapazität des S-Bahn-Verkehrs im Regelbetrieb, sondern an der Nachfrage. Ein Gelenkbus mit circa 50 – 60 Sitz- und 70 – 90 Stehplätzen ersetzt einen S-Bahn-Zug mit circa 100 Fahrgästen. Bei Zügen mit stärkerer Fahrgastnachfrage werden dementsprechend mehr Busse eingesetzt.“
„Für Fahrgäste mit Fahrrädern wird kein gesondertes Angebot gemacht, da diese die Möglichkeit haben, die Regionalbahnen zwischen Harburg und Hamburg-Hauptbahnhof zu nutzen.“

Mobilitätseingeschränkte Personen könnten sich, so der Senat, über die Landesarbeitsgemeinschaft für behinderte Menschen oder über die Infosäulen auf dem S-Bahnsteig über ein zusätzliches Angebot informieren. Denn, so erfährt man bei intensiver telefonsicher Nachfrage, es soll irgendwann und irgendwo Busse direkt zum Hauptbahnhof geben; aber das wolle man nicht öffentlich bekannt machen, damit diese nicht von nicht-behinderten Personen benutzt würden.
Übersetzt heißt die Empfehlung: Am besten mit dem Auto fahren, wenn man eines hat, oder zuhause bleiben. Und je mehr dieser Empfehlung folgen, desto weniger Ersatzverkehr wird angeboten. Denn der richtet sich, wie der Senat erklärt, nach der Nachfrage.
Die aktuellen Sperrzeiten finden Sie hier < mehr

Derzeit sind folgende Sperrzeiten  vorgesehen:
18.2., 1 Uhr – 19.2.2017, Betriebsschluss: Hauptbahnhof – Wilhelmsburg; S3/S31 mindestens bis Berliner Tor, (Bau Station Elbbrücken)-

  1. 25.2., 1 Uhr – 26.2.2017, Betriebsschluss: Hauptbahnhof – Wilhelmsburg; S3/S31 mindestens bis Berliner Tor, (Bau Station Elbbrücken).
  2. 12.4., Betriebsbeginn – 17.4.2017, Betriebsschluss: Harburg Rathaus – Neugraben; (Weichenerneuerungen Neugraben).
  3. 10.6., 1 Uhr – 11.6.2017, Betriebsschluss: Hammerbrook – Wilhelmsburg; S3 bis Berliner Tor, S31 bis Hammerbrook, (Bau Station Elbbrücken).
  4. 14.10., 1 Uhr – 27.10.2017, 3 Uhr: Wilhelmsburg – Harburg Rathaus; S3 bis Wilhelmsburg, S31 bis Berliner Tor, (Gleiserneuerung Wilhelmsburg – Harburg und Stationssanierung Harburg).
  5. 18.11., 1 Uhr – 19.11.2017, Betriebsschluss: Harburg Rathaus – Neugraben;
  6. 25.11., 1 Uhr – 26.11.2017, Betriebsschluss: Harburg Rathaus – Neugraben;
  7.  

Sperrzeiten in den Folgejahren sind abhängig vom Baufortschritt und werden im Laufe des jeweiligen Vorjahres terminiert.

 

 


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NABU: Ein wenig Laub liegen lassen

PM. Jetzt im Herbst wirbeln bunt gefärbte Blätter durch die Luft und bedecken Rasenflächen, Blumenbeete und Bürgersteige. „Zur Beseitigung des Herbstlaubes kommen zunehmend Laubsauger und Laubbläser für eine ökologisch fragwürdige Gartengründlichkeit zum Einsatz“, bedauert Marco Sommerfeld, Referent für Vogelschutz beim NABU Hamburg. Für tierische Gartenbewohner wird das zum Problem.
„Kleinlebewesen, die den Boden und die Krautschicht bewohnen, werden durch Laubbläser und Laubsauer gefährdet. Käfer, Spinnen, Tausendfüßer, Asseln und Amphibien können sich kaum dem Turbo-Blas- bzw. Saugstrom widersetzen“, erklärt Marco Sommerfeld. Laubsauger verletzten die größeren und verschlingen die kleinen Tiere bis hin zu Fröschen und Molchen.
Deshalb appelliert der NABU Hamburg, besser auf Laubsauger zu verzichten und lieber zu Besen und Rechen zu greifen oder das Laub insbesondere unter Sträuchern und Bäumen liegen zu lassen. Besonders Igel nutzen die Laubhaufen als Schutz vor Kälte.

 




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HelferInnen für die Tafel gesucht

Werner

Muss auch mal selbst Hand anlegen: Werner Müller
ist seit 12 Jahren Fahrer bei der Wilhelmsburger Tafel.

han. In der letzten Zeit hatte die Wilhelmsburger Tafel immer wieder mit Reparaturen ihrer Autos zu tun. Nun sind die Wagen wieder einsatzbereit, aber es fehlt an Fahrern. Werner Müller ist schon seit 12 Jahren Fahrer bei der Tafel. Der 65-Jährige würde sich über neue Kolleg-Innen freuen. Wer nicht so gerne Auto fährt, aber die Tafel unterstützen will:
„Wir freuen uns auch über Hilfe in unserer Verwaltung“, sagt Volker Schenk aus dem Vorstand der Wilhelmsburger Tafel.

 

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Vogel des Jahres 2018 ist der Star
Naturschutzbund Deutschland kürt den begabten Singvogel zum neuen Star. Bestände in Hamburg nehmen seit den 1990er Jahren ab

Star

Der Star ist ein Imitationskünstler. Er kann andere Vögel und Umgebungsgeräusche perfekt nachahmen und in seinen Gesang einbauen. Zu hören sind dann Handyklingeltöne, Hundebellen oder Alarmanlagen. Foto: NABU/Marc Scharping

PM. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) hat den Star (Sturnus vulgaris) zum „Vogel des Jahres 2018“ gewählt. Auf den Waldkauz, Vogel des Jahres 2017, folgt damit ein Singvogel.
Der Star ist bekannt als Allerweltsvogel – den Menschen vertraut und weit verbreitet. Doch seine Präsenz in unserem Alltag täuscht, denn der Starenbestand nimmt ab. Es fehlt an Lebensräumen mit Brutmöglichkeiten und Nahrung – insbesondere verursacht durch die industrielle Landwirtschaft.
Der Bestand des Stars in Deutschland schwankt jährlich zwischen 3 und 4,5 Millionen Paaren, je nach Nahrungsangebot und Bruterfolg im Vorjahr. Das sind zehn Prozent des europäischen Starenbestandes, der bei 23 bis 56 Millionen liegt.
Trotzdem ist der schillernde Geselle ein typisches Beispiel für den stillen Rückgang der häufigen Vogelarten, denn sein Bestand nimmt stetig ab. In der aktuellen deutschlandweiten Roten Liste ist der Star sogar direkt von „ungefährdet“ (RL 2007) auf „gefährdet“ (RL 2015) hochgestuft worden, ohne auf der Vorwarnliste zu stehen. Allein in Deutschland gingen eine Million Starenpaare in nur zwei Jahrzehnten verloren. Jetzt gilt es, den Star durch praktischen Naturschutz und Sicherung des Lebensraums zu unterstützen.

Gründe für seinen Rückgang sind der Verlust und die intensive Nutzung von Weiden, Wiesen und Feldern, auf denen der Star nicht mehr genug Würmer und Insekten zum Fressen findet. Biozide und Agrochemikalien vernichten zudem weitere Nahrungstiere. Beerentragende Hecken zwischen den Feldern und alte Bäume mit Bruthöhlen sucht man vielerorts ebenfalls vergebens.
Angepasst hat sich der Star an die Stadt: Der urbane Geselle nutzt Nistkästen oder Hohlräume an Dächern und Fassaden zum Nestbau. Parkanlagen, Friedhöfe und Kleingärten liefern ihm Nahrung. Doch auch in der Stadt erlebt der Jahresvogel Lebensraumverlust. Bauvorhaben, Sanierungen oder Verkehrssicherungsmaßnahmen vernichten viele Brutplätze der Stare. Bis Ende der 1990er Jahre war die Staren-Population in der Hansestadt weitgehend stabil. Damals gab es rund 13.000 Brutpaare in Hamburg. Heute geht der Arbeitskreis an der Vogelschutzwarte Hamburg von etwa 8.000 Brutpaaren aus. Trotz dieses kontinuierlichen Bestandsrückgangs gilt der Star in Hamburg nicht als gefährdet.

 

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