25. Jahrgang,
Ausgabe 5

Mai / Juni
2019
    Startseite Kontakt Archiv Impressum  
 

Titel

Aktuell

Kultur

Veranstaltungen

Neue Chancen

Kinder, Jugend, Bildung, Sport

Süd-Kurier

Verschiedenes

Wann... in Wilhelmsburg ?

Wo... in Wilhelmsburg ?

 

Titel

Es wird hier kein Bürgermeister gewählt
Unser Last-Minute-Tipp ...
Liebe Leserinnen und Leser!
Taubenbekämpfung
Spendenaufruf - WIR - Beitrittserklärung
Erscheinungstermine des Wilhelmsburger InselRundblicks 2019

 

Es wird hier kein Bürgermeister gewählt
Auf der Pegelstand-Veranstaltung zur Bezirkswahl stellten acht Kandidat*innen
ihre Programme vor

Bürgermeister

Keine Bürgermeister*innen, aber "Kümmerer".
Die Kandidat*innen auf dem Pegelstand
.
Foto: hk

hk. Das geringe Interesse an der Wahl zu den Hamburger Bezirksversammlungen, hat sicher unter anderem mit der geringen Kompetenz der Bezirke im Stadtstaat Hamburg zu tun. Auch die Pegelstandveranstaltung des Vereins Zukunft Elbinsel zur kommenden Wahl am 26.5. war nur mittelmäßig besucht. Dabei hatte der Pegelstand das genannte Problem zum Thema gemacht. Obwohl Wilhelmsburg keine eigene politische Vertretung hat wie etwa Städte gleicher Größe, hieß es im Aufrufflugblatt, wolle man Kandidat* innen zum Pegelstand einladen, die sich als „Bürgermeister*in von Wilhelmsburg“ verstehen würden – im Falle ihrer Wahl.
In einem Anschreiben wurden sie um Stellungnahmen unter anderem zu den Verkehrsproblemen, zur Wohnungsfrage, zum Grün-Erhalt gebeten (siehe auch WIR 4/19). Von den siebzehn Bewerber*innenn nahmen dann acht ausgewählte Kandidat*innen teil: von der SPD Klaus Lübke und Natalie Kontny, die wegen eines anderen Termins schriftlich Stellung nahm; Jörn Frommann, CDU; Jan Prahm, Sonja Lattwesen und Rainer Roszak, GRÜNE; Christine Wolfram, LINKE und Timo Fischer, FDP. Die AFD, so Moderator Hartmut Sauer, habe der Verein nicht angeschrieben, weil ihre Programmatik und Praxis dem multikulturellen, offenen Charakter Wilhelmsburgs diametral entgegenstehe.
Mehrere Kandidat*- innen begannen ihr Statement damit, dass die Elbinsel ja ein schlechtes Image habe, aber sie lebten gern hier und fühlten sich wohl. Etliche Themen wie Bildung, Arbeit oder der Naturschutz konnten in der begrenzten Zeit nur gestreift werden. Das Hauptanliegen war die Verkehrsanbindung der Elbinseln. Quer durch alle Parteien wurde betont, man wolle sich für die schnelle Verlängerung der U4 und den Wochenendbetrieb der Fähre 73 einsetzen. Klaus Lübke wies dann darauf hin, dass die U4 ja nicht kurzfristig zu erreichen sei und er sich in der nächsten Legislatur deshalb auf bessere Busanbindung und die Fähre konzentrieren wolle. Jan Prahm fügte noch an, dass der Autoverkehr „auf das Notwendige“ reduziert werden solle.
In der Frage des Wohnungsbaus und der A26 argumentierten die Kandidat*innen eher an ihrer jeweiligen „Parteilinie“ entlang. Christine Wolfram forderte mehr Wohnungen nach dem 1. Förderweg und verwies auf das Wiener Modell; Timo Fischer meinte, das Rezept sei „bauen, bauen, bauen“ und man müsse unnötige Bauvorschriften verbieten; Natalie Kontny lobte in ihrem Statement den geplanten Wohnungsbau auf dem A26-Deckel, den Jörn Frommann hingegen scharf kritisierte.

Zur A26 sagten Vertreter der im Rathaus regierenden SPD und GRÜNEN etwa, sie seien eigentlich dagegen, aber man müsse nun pragmatisch sein, bzw begrüßten die Tunnellösung. Christine Wolfram betonte, dass die LINKE als einzige Partei nach wie vor dagegen stimme. Jörn Frommann befand die A26 als wichtig und gut. Auf seinen Hinweis: „Und was hättet ihr davon, wenn ich in der Bezirksversammlung dagegen Stimme würde“, rief ein Teilnehmer aus dem Publikum, aber man könne doch wenigstens Position beziehen, auch wenn man gegebenenfalls Ärger mit der Rathausfraktion seiner jeweiligen Partei bekomme.
Dieser kleine Disput erinnerte an die ursprüngliche „Bürgermeister“-Frage dieses Pegelstandes. Denn wie Liesel Amelingmeyer in einer Einführung in die Geschichte des Bezirks sagte, wir wählen am 26. Mai natürlich keinen „Bürgermeister“ für Wilhelmsburg, sondern Abgeordnete für die Bezirksversammlung Mitte mit ihren eingeschränkten Kompetenzen. In der Diskussion zeigte sich auch, was Bezirksabgeordnete in „kleinen“ Fragen wie der Sanierung von Sportplätzen und der Arztversorgung bewegen können, z.T. wie Liesel Amelingmeyer einwarf, „über Parteigrenzen hinweg“ und sicher oft nur mit Hilfe von außerparlamentarischen Initiativen. Die „Bürgermeister“-Frage, d.h. die Auflösung Hamburgs als Einheitsgemeinde und die Schaffung kommunaler Selbstverwaltung der Bezirke, wie sie unter anderem der Verein „Mehr Demoratie“ fordert, sollte vielleicht einmal auf einem Extra-Pegelstand diskutiert werden. Auch um das berechtigte Bestreben um kommunale Selbstverwaltung gegen die verbreiteten Tendenzen zur „Kleinstaaterei“ abzugrenzen: „Wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht.“ Hartmut Sauers launiger Schlussatz auf dem Pegelstand „Wilhelmsburg first“ ist da – nicht nur wegen Donald Trump – wohl im Ernst keine gute Parole.

17 Bewerbungen
Auf das Anschreiben des Vereins Zukunft Elbinsel Wilhelmsburg e.V. wurden siebzehn Bewerbungen eingereicht. Eine unabhängige Jury wählte aus den anonymisierten Bewerbungen acht aus. Die ausgewählten acht Kandidat*innen wurden zum Wahl-Pegelstand eingeladen. Alle siebzehn eingereichten Konzepte können unten nachgelesen werden.


Alle siebzehn eingereichten Konzepte der Kandidat*innen < mehr

 

 

 

zum Seitenanfang 


Unser Last-Minute-Tipp ...

Freitag, 17.5.
17 h, Barkassen-Centrale Ehlers beim Anleger „Vorsetzen“, unten beim Feuerschiff direkt unterhalb der U-Bahn Baumwall: „Wer entkommt, braucht Glück“.
Geschichten vom Auswandern und Einwandern, von Flucht und Heimat. Hamburg war vor 100 Jahren ein wichtiger Umschlagplatz für Menschen, die ihre Heimat für immer verließen, um ein besseres Leben jenseits des großen Teiches zu suchen. Heute dagegen ist Hamburg eine Einwandererstadt. An das Schicksal der Aus- und Einwanderer wollen wir erinnern, mit kaum bekannten Geschichten und Gedichten zum Thema Auswanderung und Einwanderung.
Teilnahmebeitrag 22 Euro (15 Euro Arbeitslose, Schüler, Studenten).
Anmeldung und Kartenverkauf bei der Buchhandlung Seitenweise, Tel. 201203.
Die literarischen Hafenfahrten sind eine Kooperation der Geschichtswerkstatt.

Sonnabend, 18.5.
11 h, AWO Seniorentreff Rotenhäuser Wettern 5: Flohmarkt.
Stöbern und Klönen bei Kaffee und Kuchen, Brötchen und Wurst.

15 h, Hinterhof Honigfabrik. Industriestraße 125-131: Die Bibliothek der Zukunft - Das Archipel.
Kaffee, Essen, Trinken, Reden, Lesen, Singen, Drucken

... 21 h, Honigfabrik: Giovanni Weiss Django Deluxe – Jazz – Support :
Benjamin Branzko „Unser Nachbar“ Giovanni Weiss lädt mit seiner Band Django Deluxe zu einem besonderen Abend. Django Reinhardt ist immer noch ein wichtiger Bestandteil des Sinti-Swing-Repertoirs. Seine Band Giovanni Weiss Quartett - Django Deluxe steht zwar in der Tradition des großen Gypsy-Swing-Meisters, doch sie will mehr. Neben den klassischen Sinti-Klängen beeinflussen Giovanni Weiss vor allem Wes Montgomery, George Benson, und Pat Metheny. Als Special Guest ist der Wilhelmsburger Jazzer Benjamin Branzko im Vorprogramm dabei.
Eintritt: VVK: 12 Euro + Geb. / AK: 15 Euro.

 

zum Seitenanfang 


Liebe Leserinnen und Leser!

Am 25. Mai sind Wahlen zum Europaparlament und zu den Hamburger Bezirksversammlungen. Die Beteiligung an den letzten Bezirksversammlungswahlen war mit 41 Prozent sehr gering. Dass es keine Lösung ist, aus Ärger über die geringen Einflussmöglichkeiten oder über „die da oben“ nicht zu wählen, wird immer wieder betont. Der Verein Zukunft Elbinsel hat die geringen Kompetenzen der Bezirksversammlung diesmal zum Thema eines Wahl-Pegelstandes gemacht. Der WIR berichtet in dieser Ausgabe über diese Veranstaltung und weitere Aktivitäten zur Wahl. Was fehlt: Der Bericht über Hamburgs einzige Erstligamannschaft, die in Wilhelmsburg beheimateten „Hamburg Towers“. Den Bericht über den Aufstieg der Basketballer haben wir nicht mehr geschafft. Spätestens wenn die nächste Erstligasaison startet, wird das nachgeholt. Versprochen!

Ihre Redaktion


 

zum Seitenanfang


Taubenbekämpfung

Sgrun

sic
.
Als Illustration für unser Titelthema Bezirkswahlen haben wir ein Foto des Wilhelmsburger Rathauses, dieser neugotischen Wachstumsverheißung von 1903, gewählt - das Rathaus als Symbol städtischen politischen Entscheidens und Handelns.
In Wahrheit ist das Gebäude, das damals für die aufstrebende preußische Landgemeinde Wilhelmsburg in die noch leere Inselmitte gesetzt wurde, schon lange kein Rathaus mehr. Es ist der Sitz zweier Unterabteilungen der Verwaltung, nämlich des Fachamts Einwohnerwesen und des Jobcenters. In dieser Eigenschaft heißt es folgerichtig nicht mehr Rathaus, nicht einmal mehr Ortsamt, sondern schlicht Kundenzentrum. Über diese Entpolitisierung des ehemaligen Regierungsgebäudes kann auch die schicke Marmorplatte " Wilhelmsburger Rathaus" nicht hinwegtäuschen. Sie wurde 2008 nach dem Wechsel Wilhelmsburgs vom Bezirk Harburg in die Obhut des Bezirks Mitte angebracht, hauptsächlich aus Gründen der Seelenpflege für die mal wieder zukurzgekommenen und ihrer Eigenständigkeit beraubten Wilhelmsburger Lokalpatrioten.
Haben wir in der Redaktion also das falsche Bild-Symbol für unser Titelthema gewählt? Ja. Denn die Bezirkswahl ist eine politische Wahl. Die Bürger*innen wählen ihre lokalen Vertreter*innen in die Bezirksversammlungen - nicht, welcher Verwaltungsfachangestellte demnächst ihren Antrag auf Verlängerung des Personalausweises bearbeiten soll.
Nein. Denn die Bezirksversammlungen haben kaum echten politischen Handlungsspielraum. Entschieden über die grundsätzlichen Weichenstellungen der Politik wird in der Hamburger Bürgerschaft und im Senat. Den Bezirken obliegt die verwaltungstechnische Umsetzung dieser Vorgaben. Die Bezirksversammlungen und Regionalausschüsse dürfen nachfragen und Empfehlungen aussprechen. Selbstständig entscheiden können sie nur über die Umsetzung punktueller kleinteiliger Maßnahmen wie Sportanlagensanierung, Taubenbekämpfung oder lokale Kulturprojekte. Auch können sie Fördermittel für Bürgerinitiativen vor Ort ausgeben. Ganz klar: Das ist nicht nichts! Und das Engagement mancher der Bezirkspolitiker ist enorm. Doch letztlich sind sie nur die fleißigen Zahnrädchen eines übergeordneten Verwaltungs- und Politikapparats. Insofern ist das vom Rathaus zum Kundenzentrum downgecycelte Baudenkmal eben doch das richtige Symbol.
Daraus sollten wir aber keine Wilhelmsburgensie machen, auch wenn Inselbewohner naturgemäß einem gewissen Separatismus zuneigen und wir Wilhelmsburger gern die Tendenz haben, uns für ganz besondere Hamburger zu halten (wenn überhaupt!). Die Idee des Vereins Zukunft Elbinsel Wilhelmsburg, den Wahlkampf zum Wettrennen um das imaginierte Amt eines eigenen Wilhelmsburger Bürgermeisters zu machen, ist gewiss lustig (und hat auch gezeigt, wie es um die Fantasie, das individuelle Vorstellungsvermögen und die geistige Beweglichkeit der Kandidaten bestellt ist ...), aber sie wird dem Problem nicht gerecht. Denn das Problem ist die politische Struktur des Stadtstaates Hamburg als Einheitsgemeinde, und das betrifft alle Hamburger Bezirke gleichermaßen. Mehr denn je ist diese Struktur heute zu kritisieren, so wie die Politiker im " echten" Rathaus derzeit über die Bedürfnisse und gewachsenen Gegebenheiten in den Bezirken und Stadtteilen hinweggehen und sich um die lokalen Folgen ihrer " Think big"-Entscheidungen nicht scheren. Als Stichpunkte seien hier nur der Wohnungs- und Straßenbau genannt.
Diese Strukturen so zu verändern, dass in der doch recht großen Stadt echte demokratische Entscheidungsprozesse möglich werden, ist eine komplexe Aufgabe. Wie können die lokalen Bedürfnisse vor Ort in den jeweiligen Bezirken in Einklang gebracht werden mit der Gesamtentwicklung der Stadt? Und wie kann man die Bürger gerecht daran beteiligen, ohne dass die Meinungs- und Finanzstarken mit ihren Partikularinteressen durchmarschieren? Ich weiß nur eins: Bezirkliche Kirchturmpolitik ist da nicht gefragt. "Wilhelmsburg first?" Nee. Demokratie first!

zum Seitenanfang


Spenden

Wenn Sie unsere Informationsarbeit unterstützen wollen,
können Sie dies über die folgende Bankverbindung tun:

Konto des Wilhelmsburger Inselrundblicks:
IBAN: DE85 2005 0550 1263 1263 91,   BIC:  HASPDEHHXXX

WIR würden uns sehr freuen!

 

 

 

WIR-Beitrittserklärung
Hiermit erkläre/n ich/wir meine/unsere Mitgliedschaft
im WIR, Wilhelmsburger Insel Rundblick e.V.

Mitgliedsbeitrag jährlich:
Für Einzelpersonen mind. 10 € □;
Einmaliger Jubiläumsbeitrag 2014, (freiwillig) 30 € □
Für Institutionen, Firmen mind. 30 € □
Einmaliger Jubiläumsbeitrag 2014, (freiwillig) 50 € □
Ich zahle mehr, nämlich ..... € □
Name/Organisation/Fa. ...........................................................
Anschrift: ..............................................................................
Tel.: ................................ E-mail: .....................................

WIR-Spenden
5 € □einmalig □monatlich □jährlich
10 € □einmalig □monatlich □jährlich
50 € □einmalig □monatlich □jährlich
... € □einmalig □monatlich □jährlich

Einzugsermächtigung

Konto/IBAN ...................................................................
BLZ ..........................................
HH, d. ........................ Unterschrift ............................
Anm.: Leider können WIR keine Spendenquittungen ausstellen!
Überweisung/Dauerauftrag:
WIR-Konto Haspa • IBAN DE85 2005 0550 12631263 91 • BLZ 200 505 50

 

 

 


zum Seitenanfang  


Erscheinungsdaten des Wilhelmsburger InselRundblicks im Jahr 2019
(Änderungen vorbehalten)

Ausgabe
Redaktionsschluß
Erscheinungstag
1
4. Januar
17. Januar
2
1. Februar
14. Februar
3
1. März
14. März
4
5. April
18. April
5
3. Mai
16. Mai
6
1. Juni
13. Juni
7
1. Juli
11. Juli
8
5. August
22. August
9
2. September
19. September
10
1. Oktober
17. Oktober
11
6. November
21. November
12
. Dezember
. Dezember


zum Seitenanfang  


 

zum Seitenanfang


 

 

 

zum Seitenanfang



  

 

 

 

  

 

    Startseite
Kontakt
Archiv
Impressum