24. Jahrgang,
Ausgabe 4

Apr. / Mai
2018
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„Wilhelmsburg - das Goldland der Zukunft“
Unser Last-Minute-Tipp ...
Liebe Leserinnen und Leser!
Ein Zuhause würde völlig reichen
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Erscheinungstermine des Wilhelmsburger InselRundblicks 2018

 

„Wilhelmsburg - das Goldland der Zukunft“
Band 2 von „Wo bin ich zu Hause?“ ist erschienen. Ein neues „Lesebuch für die ganze Familie“ über die Entwicklung Wilhelmsburgs zu einem Industriestadtteil

Buchcover

hk. Vor gut sieben Jahren erschien der erste Band von „Wo bin ich zu Hause?“. Ein „modernes Heimatkundebuch“ für Kinder über die Geschichte der Bauerninsel Wilhelmsburg von den ersten Eindeichungen bis ins 19. Jahrhundert. Inzwischen ist der Begriff „Heimat“ ins Gerede gekommen – im Zuge des weltweiten düsteren Wiedererstarkens von Nationalismus und Fremdenhass. Neue Mauern, Zäune, „Amerika first“: Heimat ist, wenn „die Fremden“ weg sind? Damit hat auch der zweite Band von „Wo bin ich zu Hause?“ nichts am Hut! Das ginge in Wilhelmsburg ja auch gar nicht.

Der neue Band beschreibt die Geschichte der Industrialisierung Wilhelmsburgs, den Ausbau des Hafens, die Errichtung von Fabriken, den Bau eines völlig neuen Stadtviertels und die erste Einwanderung - jene wenigen Jahrzehnte, in denen sich das Gesicht der Elbinsel vollkommen wandelte. „Das Goldland der Zukunft“ wurde Wilhelmsburg von Investoren und Politikern genannt.
In fünf Kapiteln erfährt man zum Beispiel, wie am Anfang die Brüder Vering 250 Hektar Land (etwa 125 Fuballfelder) auf dem Reiherstieg aufkauften, um Straßen, Brücken und Bahngleise anzulegen – Voraussetzung für den Bau von Fabriken und Hafenanlagen. Man erfährt, wie um die Jahrhundertwende mehrere tausend PolInnen aus der damaligen preußischen Provinz
Posen als ArbeiterInnen für die neuen Fabriken angeworben wurden und wie lange es dauerte, bis die „Alteingesessenen“ sie als WilhelmsburgerInnen anerkannten.
Man erfährt auch vom ersten Bauboom auf der Elbinsel, der Entstehung städtischer Wohnviertel im Reiherstieg und am Wilhelmsburger Bahnhof.
Im Unterschied zum ersten Band, der eher als Arbeitsheft für jüngere Kinder konzipiert war, ist der zweite Teil von „Wo bin ich zu Hause?“ als „Lesebuch für die ganze Familie“ gedacht und „für alle, die auf Wilhelmsburg und seine Geschichte genau so neugierig sind wie wir“, schreiben die Autorinnen. Längere, leicht verständliche Texte wechseln mit erklärenden Kästen und ausführlichen Bildkommentaren ab, zudem gibt es „Worterklärungen“ für schwierige Wörter oder Fachbegriffe. Besonders ins Auge fallen drei, jeweils großzügig auf einer Doppelseite gedruckte Abbildungen: eine alte Luftaufnahme der Insel Neuhof, ein Gemälde des Veringkanals und ein Wilhelmsburger Stadtplan von 1925 (alle drei ausgiebig beschriftet).
Eine tolle Idee sind auch die abwechslungsreichen Ausflugstipps im Anhang.

Der zweite Band von „Wo bin ich zu Hause?“ ist wieder aufwändig gemacht und schön layoutet. Mit seinem hochwertigen Druck auf schwerem Papier nimmt man das Buch auch gern in die Hand.
Konzipiert, geschrieben und gestaltet wurde „Wo bin ich zu Hause?“ Teil 2 wieder von Sigrun Clausen (Texte), Anke Holtmann, Elke Leppin, Margret Markert, Angelika Pasch und Roswitha Stein (Layout). Herausgeberin ist diesmal die Geschichtswerkstatt Wilhelmsburg. Gefördert wurde das Projekt u.a. vom Beirat für Stadtteilentwicklung Wilhelmsburg und dem Museum Elbinsel Wilhelmsburg. Das Buch hat 39 Seiten und kostet 9,90 Euro. Es kann in der Buchhandlung Lüdemann, im Museum, in der Geschichtswerkstatt und beim Wilhelmsburger InselRundblick erworben werden.

Buchvorstellung mit Bilderschau
Am Donnerstag, 17. Mai 2018, um 16 Uhr in der Buchhandlung Lüdemann, Fährstraße 26
Die Autorinnen stellen den 2. Band von „Wo bin ich zu Hause?“ vor. Sie erzählen, wie alles begann und warum. Dazu werden alte Fotos aus dem Archiv der Geschichtswerkstatt gezeigt

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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Unser Last-Minute-Tipp ...

 

Sonnabend, 21.April 2018
ab 18 Uhr, Museum Elbinsel Wilhelmsburg: Lange Nacht der Museen, Motto: „Land und lecker“.

Das Museum lockt mit Ausstellungen, Eat-Art, Musik sowie Speis und Trank.


Sonntag, 22. April

9 Uhr, Treppe im Park am Ernst-August-Kanal (am Nordende der Veringstraße):
„Zum Hören der Vögel im Wald“ – ein Spaziergang entlang dem Ernst-August-Kanal mit der Initiative Waldretter.
Mit Verzögerung sind nun viele Vögel sehr aktiv, seit Ostern hört und sieht man sie überall. Gerade der Pionierwald am Ernst-August-Kanal ist reich an unterschiedlichen Vogelarten. Gemeinsam werden die Sonntagsspaziergänger mit Vogelexperte Andreas Zours den Vogelstimmen lauschen, und der Vogelkenner wird erklären, wen wir da hören – und warum. Der am Wasser gelegene Wald bietet einer vielfältigen Tierwelt Nahrung und Lebensraum, insbesondere Vögeln und Insekten. Der Wald soll der Wohn- und Gewerbebebauung „Spreehafenviertel“ weichen. Mit dem Spaziergang möchten die Waldretter Ohren und Augen auf die wertvolle Natur lenken, die mit dem Bauvorhaben unwiderbringlich zerstört würde. (Bitte keine Haustiere.)

12 Uhr, oben auf dem Spreehafendeich gegenüber der Georg-Wilhelm-Straße: „Gebaut wird immer nur im Grünen“ - geführte Fahrradtour zum Thema „Bauen und Naturzerstörung auf Wilhelmsburg“ mit der Initiative Waldretter.
Die Tour startet ganz im Norden am Spreehafendeich. Sie führt zunächst entlang dem – noch bestehenden – Wald am Ernst-August-Kanal. Dort ist ein großes Baugebiet geplant, das „Spreehafenviertel“. Weiter geht es entlang der Reichsstraße bis zur „Neuen Mitte Wilhelmsburg“. Die Reichsstraße wird verlegt, an der ehemaligen Trasse sind zwei weitere
Baugebiete geplant. Damit wird die letzte noch bestehende Süd-Nord-Grünachse zerstört. Rund um die Neuenfelder Straße und den Eingangsbereich des „Inselparks“ kann man das Neubaugebiet der Internationalen Bauausstellung 2013 und die Fortsetzung der Bebauung in den Jahren danach besichtigen. Am Schluss geht es durch den Park nach Süden bis zum geplanten Baugebiet „Inselparkquartier“ – noch befindet sich dort eine Streuobstwiese.
Die Tour zeigt das Ausmaß der Naturzerstörung der vergangenen zehn Jahre und klärt über in der Zukunft bedrohte bzw. bereits verplante Grünflächen auf. Sie setzt sich auch mit den Themen „Farce Bürgerbeteiligung“, „fehlender sozialer Wohnungsbau“, „Gentrifizierung“ und der Frage „Wem gehört eigentlich die Stadt?“ auseinander.
Dauer: ca. 2,5 Stunden. Kosten: Die Waldretter freuen sich über eine Spende!


17 Uhr, St. Raphael-Kirche: Frühlingskonzert des Inselchores.
Der Wilhelmsburger Inselchor unter der Leitung von Liliya Mazur lädt zum Chorkonzert ein.
Der Eintritt ist frei. Zugang barrierefrei.

 

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Liebe Leserinnen und Leser!

WIR hoffen, dass Sie ein fröhliches Osterfest verbringen konnten und Ihnen der Osterhase viele bunte Eier gebracht hat. WIR hatten das nahende Osterfest bei Redaktionsschluss der Märzausgabe schlicht noch nicht auf der Pfanne. Daran merkt man eben auch, dass der Wilhelmsburger InselRundblick weitestgehend ehrenamtlich erstellt wird und wir keine/n professionelle/n Anzeigenwerber-In haben. Sonst hätten wir selbstverständlich eine schöne Osterseite mit Anzeigen gemacht.
Aber der Produktionstag der Märzausgabe war auch so besonders. Unser Hannes Lintschnig ist ja freier Journalist und hauptberuflich für Tageszeitungen tätig und musste am 12. März ganz aktuell für die Lübecker Nachrichten über einen Ölunfall auf der Untertrave recherchieren und wir bekamen die vielen unterschiedlichen Telefonate live mit. Das war so spannend, dass wir anderen uns kaum auf das Korrekturlesen konzentrieren konnten. Falls wir im März mehr Fehler als sonst übersehen hatten, sehen Sie es uns bitte nach, der Produktionstag der letzten Ausgabe war zu spannend.

Viele Grüße aus der WIR-Redaktion



 

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Ein Zuhause würde völlig reichen

Sgrun

sic
. Nun haben wir also dieses Heimatministerium.
„Heimat“ - über diesen Begriff wird gestritten, seit es ihn gibt. Eigentlich weiß niemand so richtig, was das ist. Heimat ist keine Sache oder gar Tatsache. Heimat ist am ehesten eine mindestens zwei Jahrhunderte alte Diskussion, die zwischen Kulturgeschichte, Psychologie, Anthropologie und Philosophie mäandert, und sich vielleicht in dem groben Ergebnis zusammenfassen lässt, dass es hier um eine Metapher für menschliche Bedürfnisse nach Geborgenheit, sinnstiftender Verortung und Aufgehobensein in dieser Welt geht. Eine interessante, wichtige Diskussion, die mit den Grundlagen unseres Menschen-Daseins auf dieser Erde zu tun hat.
Andererseits wurde Heimat immer wieder zum Kampfbegriff, stand und steht für aggressiven Nationalismus, für eine Gesellschaft, die sich gegen alles als fremd und anders Empfundene abgrenzt - nach innen und nach außen - und die nach größtmöglicher Homogenität strebt.
So oder so - ob als philosophisches Gedakenspiel oder als Ideologie übelster rechter Ausprägung - wird eines deutlich: Mit Heimat macht man keine Politik! Und das meine ich sowohl auf der Ebene des politischen Anstands als auch des praktischen politischen Handelns.
Heimatministerium? Dass ich nicht lache! Was soll das überhaupt sein, diese Regierungsstelle für Heimat?
Werte Bundesregierung, sorgen Sie doch erstmal dafür, dass jeder Mensch in diesem Land ein Zuhause hat - das würde schon vollkommen reichen.
Ein Zuhause, das heißt: ein Dach über dem Kopf, Schutz von Leib und Leben, gleichberechtigter Zugang zu Bildung, Kultur und Gesundheitsversorgung, volle gesellschaftliche Teilhabe und die Abwesenheit von staatlicher Repression. Für jeden Menschen in diesem Land. Ausnahmslos.
Es ist Ihre Aufgabe als Politiker*innen, für ein solches Menschen-Zuhause die politischen Rahmenbedingungen zu schaffen.
Dafür brauchen Sie kein neues Ministerium. Sie müssten bloß endlich in den vorhandenen Ministerien Ihre Arbeit machen! Im Bildungsministerium, im Sozialministerium, im Arbeitsministerium, im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und - nicht zu vergessen - im Umwelt- und im Gesundheitsministerium.
Fangen Sie mit der unsäglichen Hartz -IV-Gesetzgebung an - bzw. hören Sie endlich damit auf! Schaffen Sie ein repressionsfreies Sozialsystem, das Staatsbürger*innen nicht länger zu Almosenempfänger*innen macht. Mehrere Millionen Arbeitslose, Aufstocker, Arme, Kranke und Alte fühlen sich unbehaust in dieser Gesellschaft, weil sie einem entmündigenden, entwürdigenden System ausgesetzt sind, permanente Sanktionsandrohung inklusive. Wem ständig die Angst im Nacken sitzt, der fühlt sich nie ganz zu Hause. Da hilft auch kein Heimatministerium.
Aber das soll es auch gar nicht, nicht wahr? Die Leute sollen ruhig in dieser kleinen, permanenten Verunsicherung leben. Zusammen mit dem täglichen Überlebenskampf macht sie das so schön matt. Und dann: Immer ordentlich einlullen! Reale, lösbare Probleme verschieben ins Irrationale. Eine Schimäre namens Heimat anbieten. Der können die Menschen dann hinterherlaufen. Und dabei vergessen, was wirklich möglich wäre: ein anständiges Zuhause für selbstbewusste, mündige Bewohner*innen in diesem Land.




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Für Institutionen, Firmen mind. 30 € □
Einmaliger Jubiläumsbeitrag 2014, (freiwillig) 50 € □
Ich zahle mehr, nämlich ..... € □
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Erscheinungsdaten des Wilhelmsburger InselRundblicks im Jahr 2018
(Änderungen vorbehalten)

Ausgabe
Redaktionsschluß
Erscheinungstag
1
5. Januar
18. Januar
2
1. Februar
15. Februar
3
1. März
15. März
4
3. April
19. April
5
1. Mai
17. Mai
6
1. Juni
14. Juni
7
1. Juli
12. Juli
8
1. August
16. August
9
. September
. September
10
. Oktober
. Oktober
11
. November
. November
12
. Dezember
. Dezember


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