24. Jahrgang,
Ausgabe 11

Nov. / Dez.
2018
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Erscheinungstermine des Wilhelmsburger InselRundblicks 2018

 

„Für die Kinder von hier!“
Die Wilhelmsburger Lesewoche geht mit vielen Neuigkeiten in ihr 15. Jahr. Eines aber bleibt: der Anspruch, den Kindern der Elbinseln die Welt des Lesens zu eröffnen

Kelber - Töbermann

Die Wilhelmsburger Lesewoche liegt ihnen am Herzen: Wilhelm Kelber-Bretz und seine
Nachfolgerin Maren Töbermann. Im WIR-Interview erzählten sie, wie die Lesewoche
und die anderen Bildungsprojekte unter neuen Vorzeichen weitergehen sollen.

Foto: han

sic. „Da macht man ganz viel mit Büchern. Aber man muss nicht immer lesen. Man kann auch gucken und man kann auch zuhören“, schreibt Mert im Elbinselführer „Willipedia“ unter L wie Lesewoche.
Seit 2004 gibt es auf Wilhelmsburg und der Veddel diese Woche rund ums Buch unter dem Motto „Die Insel liest“. Gestaltet
wird sie von den vielfältigen Partner*innen des Bildungsnetzwerks Forum Bildung Wilhelmsburg (FBW).
Jetzt hat „Die Insel liest“ den renommierten Holger-Cassens-Preis erhalten. Die Auszeichnung wird einmal im Jahr an Bildungsprojekte vergeben, die gemeinschaftlich die Bildungs- und Teilhabechancen von benachteiligten jungen Menschen verbessern. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. „Es war toll zu erleben, wie intensiv und auch kritisch sich die Jury mit unserem Projekt auseinandergesetzt hat“, erzählt die neue Lesewochen-Koordinatorin Maren Töbermann. „Das hat uns gleich wieder ein Stück weiter gebracht.“ „Besonders positiv ist für uns auch, dass die Jury ausdrücklich unseren lokalen Ansatz und die vernetzte Bildungsarbeit auf den Elbinseln würdigt“, freut sich FBW-Geschäftsführer Wilhelm Kelber-Bretz.

In Wahrheit dauert die Lesewoche gar keine Woche. Sie dauert das ganze Jahr! Die sieben Tage im Herbst sind nur der Höhepunkt eines, um es mit Merts Worten zu sagen, lesenden, guckenden, hörenden Jahres.
Denn die Wilhelmsburger Lesewoche, die jetzt in ihr 15. Jahr geht, hat es geschafft, in vielen der beteiligten Institutionen Aktivitäten rund ums Lesen über das ganze Jahr hinweg zu etablieren: So wird zum Beispiel an inselweiten Gemeinschaftsprojekten gearbeitet. Auf diese Weise entstanden unter anderem die von hunderten Kindern Wilhelmsburgs und der Veddel geschriebenen Elbinselführer „Die Insel ist ein Fisch“ und „Willipedia“. An den Schulen finden die Vorausscheidungen für den großen Lesewettbewerb im Herbst statt. Die Kinderjury ist mit dem Sichten der Vorschläge für den „Preuschhof-Preis für Erstleseliteratur“ beschäftigt.

In der Lesewoche selbst dreht sich dann auf den Elbinseln wirklich alles um Sprache, Worte und Literatur. „Mit den Veranstaltungen und Aktivitäten möchten wir auf die Bedürfnisse und Fähigkeiten der hiesigen Kinder eingehen“, erklärt Maren Töbermann. „Deshalb stehen handlungsorientierte Formate im Vordergrund.“ Stars der Kinder- und Jugendbuchszene kommen zu Lesungen. Sie haben Aktivitäten wie Live-Zeichnen im Gepäck und lassen sich von ihren jungen Zuhörer*innen zu ihrer Arbeit befragen. Bücher und Geschichten sollen mit allen Sinnen erlebt werden. Da gibt es szenische Lesungen und Bilderbuchkino in den Bücherhallen. Es gibt Vorleseaktionen bei der Polizei, in Kirchen und Moscheen. Junge Frauen veranstalten Treppenhauslesungen im Hochhaus mit selbstgeschriebenen Texten. Es finden Schreibworkshops, Leserallyes und Theateraufführungen statt. Die Schulen feiern ganze Lesenächte inklusive Schlafsack-Übernachtung.

Warum das alles? Auslöser waren die Ergebnisse einer Sprachkompetenzuntersuchung im Jahr 2004: 40 Prozent der Wilhelmsburger Kinder hatten einen erheblichen Sprachförderbedarf. Die Aktiven im 2002 gegründeten FBW sahen darin einen Auftrag. „Mit der Lesewoche haben wir von Anfang an versucht, neue Wege in der Leseförderung und Sprachentwicklung benachteiligter Kinder und Jugendlicher zu gehen“, sagt Wilhelm Kelber-Bretz. „Wie alle Projekte des FBW hat die Lesewoche Modellcharakter.“ Daran wird sich auch mit den neuen Strukturen - das FBW steht nun unter der Trägerschaft des Bürgerhauses, in Kooperation mit der Stadtteilschule Wilhelmsburg - nichts ändern.
Gerade haben zwei aktuelle Studien ergeben, dass 20 Prozent der Grundschulkinder am Ende der 4. Klasse nicht sinnentnehmend lesen können - und dass dies auf eine ebenso große Zahl von Achtklässler*innen zutrifft. „Es bleibt weiterhin unsere wichtigste Aufgabe, uns passgenaue Zugänge zum Lesen für die Kinder in dieser Situation auszudenken“, sagt Maren Töbermann. Der FBW-Geschäftsführer macht deutlich: „In Zukunft möchten wir sogar wieder verstärkt neue Impulse setzen, und zwar für die gesamte Bildungsentwicklung auf den Elbinseln.“ „Der Schlüssel für alles bleibt das Netzwerk. Dass man einander kennt und gemeinsam an Projekten arbeitet“, sagt Töbermann.

Am 13. November übergab Wilhelm Kelber-Bretz im Rahmen des 15. Lesetags im Bürgerhaus offiziell das Staffelholz an Maren Töbermann. Ursprünglich Journalistin, arbeitet Töbermann schon lange im Bereich kreativer Sprachförderung. Die Lesewoche bereichert sie seit 2010 mit ihren Ideen und Projekten. Die jahresübegreifenden Gemeinschaftsprojekte und die von den Kindern geschriebenen Bücher waren ihre Idee. Sie hat viele Kinderbuchautor*innen zu Lesungen nach Wilhelmsburg gelockt. Töbermann hat sich auch den Kinderliteratur-Preis ausgedacht. Er wird seit 2014 gemeinsam vom FBW und der Preuschhof-Stiftung für die bundesweit beste Neuerscheinung im Erstlesebereich vergeben. In Zukunft möchte Töbermann die Jahresprojekte weiter ausbauen und die interaktiven Lesungsformate intensivieren.

Und was plant sie für das Geburtstagsjahr?
„Da wird es ein interkulturelles Lesefest geben. Alle Interessierten und alle Einrichtungen sind schon jetzt ganz herzlich aufgerufen, sich an der Gestaltung zu beteiligen.“ Zum Schluss verrät Töbermann noch etwas ganz Besonderes: „Ich habe dafür schon eine Zusage von Paul Maar und Ensemble für die deutsch-türkische Konzertlesung ,Neues vom fliegenden Kamel‘! Das ist ein wirklich einzigartiges Kulturerlebnis, und sie treten 2019 nur zweimal in Norddeutschland auf. Einmal bei uns - am 9. November.“


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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Unser Last-Minute-Tipp ...

 

Freitag, 16.11.
21 h in der Honigfabrik:
Al Holliday and The East Side Rhythm Band (USA) – Soul – In wenigen Jahren hat die Band ihren Ruf als unvergleichliche, schlagkräftige Soul-Band von Weltklasse aufgebaut. Die unverwechselbare Soul-Musik der Band ist ein wenig „New York City“ und noch viel mehr „Mississippi River“.
Ihr Sound verbindet das lockere, funky Gefühl aus New Orleans gemixt mit der Kraft und Intensität wie sie Ike und Tina Turner aus East St. Louis auszeichneten. Nun kommen sie das erste Mal nach Europa und zu uns.
VVK . 12 Euro / AK: 15 Euro.
VVK: www.tixforgigs.com


Sonntag, 18.11.

11 h, Bürgerhaus:
Jazz Frühschoppen mit Addi Münster’s OLD MERRYTALE JAZZBAND.
Eintritt: 8 Euro.

14 - 18 h, Museum Elbinsel Wilhelmsburg:
3. Wilhelmsburger Weihnachts-Werkstatt.
Es können wieder Sterne, Engel und mehr im Café Eléonore hergestellt werden. Große und kleine Leute sind willkommen. Spende für die Materialkosten.
Anmeldung nicht erforderlich.
Eintritt frei.


16 h, Gemeindesaal der St. Raphaelkirche, Jungnickelstraße 21:
Theater: Der zerbrochene Krug.
Seien Sie gespannt!
Eintritt frei.
Ab 15 Uhr Kaffee und Kuchen gegen Spende.



 




 

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Liebe Leserinnen und Leser!

Großes Aufatmen: WIR werden unser 25-jähriges Jubiläum im Jahre 2019 feiern können! Der Kulturausschuss des Bezirksamtes Hamburg-Mitte hat uns einen Zuschuss zu den Druckkosten gewährt. Und das, obwohl wir manches, was für Wilhelmsburg beschlossen wird, ja durchaus kritisieren. Doch offensichtlich wird die ehrenamtliche unabhängige Berichterstattung anerkannt. WIR bedanken uns ganz herzlich (s. S. 8).
Auch in dieser Ausgabe haben wir wieder einige kontroverse Themen und manch kritische Berichterstattung. Zum Beispiel die drohende Einstellung der Sozialberatung für osteuropäische Zuwanderer. Es geht mal wieder um die A26-Ost, eine weitere Autobahn quer über Wilhelmsburg, mit der sich viele nicht anfreunden können, auch wenn ein langer Tunnel versprochen wird. Doch auch die gute Nachricht von der verdienten Verleihung des Holger-Cassens-Preis an die Wilhelmsburger Lesewoche findet einen angemessenen Platz in unserer Stadtteilzeitung.

Ihre Redaktion


 

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Wovor hat die Bildungsbehörde Angst?

Sgrun

sic
.
Von dieser Stelle aus erstmal: Herzlichen Glückwunsch an alle Beteiligten zum Gewinn des Holger-Cassens- Preises für 14 Jahre Wilhelmsburger Lesewoche! Der Preis ist eine verdiente Auszeichnung für ein Bildungsprojekt, das aus dem kulturellen Jahreslauf der Elbinseln nicht mehr wegzudenken ist. Wie wertvoll und anerkannt das institutionenübergreifende Engagement der Beteiligten ist, zeigt auch die langjährige Unterstützung durch andere Förderer, zum Beispiel die Preuschhof-Stiftung.
Und noch eine gute Nachricht gibt es. Sie ist zwar nicht mehr ganz neu, hat sich aber noch nicht so recht herumgesprochen: Das Forum Bildung Wilhelmsburg (FBW) als tragendes Netzwerk für die hiesigen Bildungsprojekte wie Lesewoche, Forscherwoche, Stadtteilzirkus Willibald arbeitet unter neuen Vorzeichen weiter. Nach dem Komplett-Ausstieg der Bildungsbehörde sorgt nun die Lack-Firma Mankiewicz für die finanzielle Grundausstattung in Form eines „Wilhelmsburger Bildungsfonds“. Die Trägerschaft für den Fonds hat das Bürgerhaus Wilhelmsburg, in Kooperation mit der Stadtteilschule Wilhelmsburg. Und die neue Leitung der Stadtteilschule stellt ihrem Kollegen Wilhelm Kelber-Bretz 5 Wochenstunden zur Verfügung, so dass er weiter als Geschäftsführer des FBW die Koordination und inhaltliche Arbeit übernehmen kann.
Es ist toll, dass die unterschiedlichen Institutionen und die Wilhelmsburger Wirtschaft die vernetzte, lokale Bildungsarbeit im FBW gerettet haben. Andererseits ist es natürlich ein Skandal, dass gute Bildung ausgerechnet unter einer sozialdemokratischen Regierung auf die Großzügigkeit der Privatwirtschaft angewiesen ist. Amerikanische Verhältnisse?

Die Lesewoche war von Beginn an ein außerschulisches, zusätzliches Bildungsangebot, das von zahlreichen Aktiven aus Schulen, Kitas, Bücherhallen, Jugendhäusern, Vereinen, Kulturinstitutionen und sozialen Einrichtungen getragen wird. Immer
neu erarbeiten und erproben die Expert*innen vor Ort, wie eine gezielte Sprachförderung in einem von Armut, Bildungsferne
und Sprachbarrieren überdurchschnittlich betroffenen Stadtteil wie Wilhelmsburg möglich ist. Sie schaffen damit ein speziell auf die Bedürfnisse der hier lebenden Kinder und Jugendlichen zugeschnittenes Bildungserlebnis abseits der generalisierenden Schul-Lehrpläne.
Solche Angebote hat der Hamburger Süden bitter nötig. Denn die aktuelle Schulpolitik wird ihrer Aufgabe, für Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit in Stadtteilen wie der Veddel und Wilhelmsburg zu sorgen, nicht gerecht. (Besonders eindrucksvoll zeigt dies aktuell ihr Scheitern an der Inklusion.) Umso empörender ist es, dass diese Schulbehörde tatsächlich glaubt, auf die in mittlerweile 16 Jahren erarbeitete Expertise der Akteur*innen vor Ort verzichten zu können.
Die Idee des selbstorganisierten, kleinteiligen Bildungsnetzwerks stammt aus einer anderen politischen Ära. Zwar gestaltete
sich die Zusammenarbeit mit der Behörde nie ganz unkompliziert, doch wurde das lokale Engagement zu Beginn grundsätzlich für nötig und wichtig erkannt und somit auch unterstützt.
Heute ist Zentralismus angesagt. Die Behörde hält die Zügel fest in der Hand und ihre „Regionalen Bildungskonferenzen“ kurz. Das selbstbewusste und unbequeme Netzwerk von den Elbinseln ließ sie einfach verhungern.

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Für Institutionen, Firmen mind. 30 € □
Einmaliger Jubiläumsbeitrag 2014, (freiwillig) 50 € □
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Erscheinungsdaten des Wilhelmsburger InselRundblicks im Jahr 2018
(Änderungen vorbehalten)

Ausgabe
Redaktionsschluß
Erscheinungstag
1
5. Januar
18. Januar
2
1. Februar
15. Februar
3
1. März
15. März
4
3. April
19. April
5
1. Mai
17. Mai
6
1. Juni
14. Juni
7
1. Juli
12. Juli
8
1. August
16. August
9
5. September
20. September
10
2. Oktober
18. Oktober
11
1. November
15. November
12
1. Dezember
13. Dezember


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