23. Jahrgang,
Ausgabe 12

Dez. / Jan.
2017 / 2018
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Drei Hektar Auwald bedroht
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Erscheinungstermine des Wilhelmsburger InselRundblicks 2017

 

Wohn- und Gewerbebebauung „Spreehafenviertel“ am Ernst-August-Kanal:

Drei Hektar Auwald bedroht

Projekt Spreehafenviertel

Bild: IBA Hamburg GmbH, Matthias Friedel Luftbildfotographie

sic. Noch in diesem Jahr wird entschieden, welcher der drei kursierenden Architektenentwürfe für das neue „Spreehafenviertel“ das Rennen macht. Das „Spreehafenviertel“ soll ein Wohngebiet mit 1000 Wohnungen, Sportplätzen, einer Kita und Gewerbebebauung werden. Schon der Name ist irreführend. Mitnichten wird das Gebiet am Spreehafen liegen. Das ginge schließlich auch gar nicht, denn der Spreehafen ist nicht bebaubar. Aber es klingt eben gut, weckt stylische Hausbootassoziationen und die Menschen wähnen sich sofort am Wasser wohnend.
In Wahrheit handelt es sich um das Gebiet zwischen der Hafenrandstraße/Harburger Chaussee im Norden, dem Ernst-August-Kanal im Süden, begrenzt im Osten durch die Schlenzigstraße und im Westen spitz zulaufend auf Höhe der Treppe, die aus dem Park zur Hafenrandstraße führt (in der Verlängerung der Veringstraße). Nix also mit idyllischem Spreehafen im Norden, sondern Toplage an einer der vielbefahrensten Straßen der Insel. Lärmschutz, wohlgemerkt, ist nicht geplant.
Wie man auf dem Luftbild oben sehen kann, besteht das 20 Hektar große Gebiet zu mehr als zwei Dritteln aus unterschiedlichen Grünfl ächen. Das Meiste davon würde bebaut. Drei Hektar, nämlich das Dreieck westlich der Georg-Wilhelm-Straße, macht ein in 55 Jahren fast unberührt emporgewachsener Auwald aus. Eine Wildnis mitten in der Stadt. Doch auch dieser wertvolle Pionierwald würde für die Bebauung gerodet. Von diesen Schattenseiten des Hamburger Städtebaus auf Wilhelmsburg handelt unser Titelthema.

Wald

Sieh, das Gute liegt so nah ... Nein, dies ist nicht das Heuckenlock,
das ist der Wald am Ernst-August-Kanal.
Foto: sic

 

 

 

 

 

 

 

 


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Unser Last-Minute-Tipp ...

Sonnabend, 16.12.
 15 h, Honigfabrik: Wilhelmsburger Wintermärchen 2017 „Xeno“.
Eintritt: Kinder 4 Euro, Erwachsene 6 Euro.

15 h, Immanuel-Kirche Veddel:
Filmrelease, Kekse und Mini-Disco.
Ein letztes Mal wollen wir in diesem Jahr zusammenkommen. Ab 15 Uhr gemeinsam Winterkekse backen. Um 17 Uhr zeigt die Gruppe Inner Rise den Kurzfilm „Utopic Room – eine transnationale Utopie!“ zu Schule, Veränderung, Liebe und einer stillen Revolution. Im Anschluss gibt es die Möglichkeit, zum Thema Schule und Veränderung ins Gespräch zu kommen. Ab 21 Uhr öffnet dann die „Nova Cell“-Mini-Disco.

17 h, Kreuzkirche Kirchdorf:
Advents-Konzert der Kirchdorfer Kantorei
unter der Leitung von Monika Lütgert. Neben der Kantorei wirken das Orchester „Concertino“ und Solisten mit. Es erwartet Sie Instrumentalmusik, drei Chorsätze aus dem Weihnachtsoratorium, gemeinsames Singen von Advents- und Weihnachtsliedern sowie Texte zum Advent.
Eintritt 10 Euro, erm. 7 Euro.

20 h, Honigfabrik:
Poetry Slam Wilhelmsburg.
Wir laden ein zum letzten Poetry Slam des Jahres in die HONIGFABRIK. Ein großer Kampf der Künste ist wie immer garantiert. Ein Live-Dichterwettstreit, bei dem Poet*innen mit selbstverfassten Texten gegeneinander antreten. Klingt nicht nur gut, ist es auch. Hier geben sich alte Hasen der Hamburger Slam-Szene die Klinke mit absoluten Newcomern in die Hand.
Eintritt: VVK: 6 Euro plus Geb./AK: 6 Euro.



 

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Liebe Leserinnen und Leser!

Wir wünschen Ihnen und Euch eine schöne Winterzeit und besinnliche Tage.
Der WIR hat ein weiteres Jahr durchgehalten! Hurra!
Und 2018 gehts weiter!


Ihre/Eure Redaktion

 



 

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Gesundheit für alle!

Sgrun

sic
. Gretchenfrage: Wohnungsbau oder Grünflächenerhalt?
Zwischen diesen vermeintlichen Widersprüchen spielt sich derzeit in der ganzen Stadt – beileibe nicht nur in Wilhelmsburg - eine hitzige Debatte ab.
Wer sich für Umwelt-Schutz im Wortsinn einsetzt, also für den Erhalt jeder Art von Naturflächen um uns herum, dem wird in dieser Debatte gern unsoziales Denken vorgeworfen: Die Naturschutzträumereien einer elitären Minderheit gegen den (sozialen) Wohnungsbau zum Nutzen der Allgemeinheit – dieses Gegensatzpaar wird da konstruiert. Es ist der Versuch, Soziales und Umweltschutz gegeneinander auszuspielen. Das ist nicht nur unredlich, das ist vor allem sachlich falsch.
Denn die Fragen „Wer hat Zugang zu Natur?“ und „Wo wird Natur erhalten?“ sind auch und nicht zuletzt Fragen der sozialen Gerechtigkeit und der gesellschaftlichen Teilhabe.

Da ist zum Beispiel die Frage nach der Lebensqualität.
Grünflächen in der Stadt sind vor allem für jene Menschen wichtig, die sich Reisen in ferne Nationalparks, eine Datsche auf dem Land oder auch nur den Sonntagsausflug über die Stadtgrenzen hinaus nicht leisten können. Arme Menschen sind besonders angewiesen auf unmittelbaren Zugang zu kostenloser Natur und auf unkompliziert erreichbare Grünflächen in der Nachbarschaft. Auch sie haben schließlich ein Recht auf erholsame Spaziergänge und eine entspannte Freizeitgestaltung im Grünen, auf Schönheit und Freiräume und Wohlgefühl.
Auch um die Lebensqualität im stinknormalen Alltag geht es. Menschen, deren Leben nicht so gut gepolstert ist, können nicht mal eben aus ihrer Etagenwohnung in den eigenen Garten gehen und dort auftanken. Sie brauchen öffentliches Grün um sich herum, das den Sinnen und der Seele Entlastung bietet, sei es en passant, beim Gehen mit dem Hund, auf dem Weg zur Kita oder zum Jobcenter, sei es beim Blick aus dem Fenster oder bei einer kurzen Runde mit dem Fahrrad zum Abreagieren.

Da ist zum Beispiel die Frage nach einem gesunden Leben.

Ärmere Bevölkerungsschichten leben oft in Stadtvierteln, die großen Umweltbelastungen ausgesetzt sind, denn dort sind die Mieten niedriger. Das Lebensumfeld der Anwohner ist durch Industrie, Schwerlastverkehr, Kraftwerke, Hafenanlagen usw. geprägt. Die Gesundheit der Menschen ist dadurch dauerhaft gefährdet.
Viel Grün, viele Bäume und Büsche auf größeren Naturflächen könnten sowohl die körperlichen als auch die psychischen Belastungen der BewohnerInnen abmildern. Zwei Beispiele: Ein etwa 100-jähriger Laubbaum wandelt an einem Sonnentag rund 18 kg des Treibhausgases Kohlendioxid in zwölf Kilo Kohlenhydrate um, aus denen wieder organische Stoffe aufgebaut werden. 36.000 Kubikmeter Luft durchwandern dabei die Baumblätter, die ein Großteil der enthaltenen Gifte und Schadstoffe ausfiltern. - Im Schatten eines Baumes oder Busches ist es rund zwei Grad kühler als in der Umgebung. Und je nachdem, wie groß eine zusammenhängende Grünfläche ist, schafft sie sogar bis zu fünf Grad weniger. Das kann wiederum mehr als 400 Meter weit in bebaute Gebiete hineinwirken.
Obwohl diese Tatsachen allgemein bekannt sind, wird aber gerade den sozial schwachen und umweltbelasteten Stadtteilen unverhältnismäßig viel Naturschwund zugemutet. So, wie man sie für immer neue Autobahnabzweiger oder Logistikzentren hernimmt, so nimmt man sie aktuell auch für massive Flächenversiegelungen durch Wohnungsbau her. Der Grund: Arme Leute haben keine Lobby, von ihnen ist wenig Gegenwehr zu erwarten. Und die Unternehmer, Straßenbauer und politischen
Entscheider wohnen selbstverständlich in anderen Vierteln.

Fazit: Wenn wir nicht aufpassen, haben am Ende diejenigen, die für ihre Gesunderhaltung die meisten Naturflächen in ihrer unmittelbaren Umgebung bräuchten, die wenigsten davon. Wenn also Menschen am Autobahn-, Hafen- und Industriestandort Wilhelmsburg, in einem Stadtteil mit einer immer noch mehrheitlich sozial schwachen Bewohnerschaft, den Erhalt von Grünflächen und Bäumen fordern, dann ist das in nicht geringem Maße auch eine sozialpolitische Forderung.
Ja, Wohnen ist ein Menschenrecht.
Gesundheit aber auch. Ebenso eine menschenwürdige Wohn-Umwelt. Beides ist ohne eine intakte Stadtnatur nicht zu haben.

 




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Erscheinungsdaten des Wilhelmsburger InselRundblicks im Jahr 2018
(Änderungen vorbehalten)

Ausgabe
Redaktionsschluß
Erscheinungstag
1
5. Januar
18. Januar
2
1. Februar
15. Februar
3
1. März
15. März
4
3. April
19. April
5
1. Mai
17. Mai
6
. Juni
. Juni
7
. Juli
. Juli
8
. August
. August
9
. September
. September
10
. Oktober
. Oktober
11
. November
. November
12
. Dezember
. Dezember


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